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Burgen in der Pfalz: Reichsburg, Ruinen und Felsenburgen
Reichsburgen, Felsenburgen und Ruinen zwischen Weinstraße und Wasgau

Kurz gesagt
In der Pfalz standen einst rund 500 Burgen, viele davon sind als Ruinen erhalten und frei oder gegen Eintritt zu besichtigen. Berühmt sind die Reichsburg Trifels, wo die Reichsinsignien lagen, das Hambacher Schloss als Ort des Hambacher Fests und die Felsenburgen des Wasgaus. Die meisten Anlagen sind von Frühjahr bis Herbst geöffnet, einige ganzjährig.
Warum hat die Pfalz so viele Burgen?
Die Pfalz war im Mittelalter ein Kernland königlicher Macht, und dazu kam ein Gestein, das sich ideal für Burgen eignet. Nach Angaben der Pfalz.Touristik legten einst rund 500 Burgen Zeugnis davon ab; viele sind heute als Ruinen erhalten. Für diese Dichte gibt es drei Gründe.
Erstens lag hier viel Reichsgut der Salier und Staufer. Die Salier stammten aus dem Raum Worms und Speyer, gründeten das Kloster Limburg als Hauskloster und bauten den Speyerer Dom als Grablege. Die Staufer machten den Trifels zu einer der wichtigsten Burgen des Reichs. Um ihre Güter, Klöster und Straßen zu sichern, ließen Könige und ihre Dienstleute zahlreiche Burgen errichten, etwa im Wasgau rund um Annweiler. Zweitens zerfiel die Region später in viele kleine Herrschaften: Grafen von Leiningen, Bischöfe von Speyer, Kurpfalz, Pfalz-Zweibrücken und zahlreiche Ritterfamilien bauten jeweils eigene Sitze. Drittens bot der rote Buntsandstein des Pfälzerwalds steile, freistehende Felsen, auf denen sich mit wenig Aufwand gut zu verteidigende Felsenburgen errichten ließen, und zugleich einen leicht zu bearbeitenden Baustein.
Dass heute fast nur Ruinen stehen, liegt vor allem an den Kriegen des 17. Jahrhunderts. Im Dreißigjährigen Krieg wechselten viele Burgen mehrfach den Besitzer, im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 sprengten französische Truppen zahlreiche Anlagen, darunter die Madenburg, die Wachtenburg und Teile von Burg Nanstein; die Burg Fleckenstein im Elsass war schon 1680 zerstört worden. Wie diese Zeit die ganze Region geprägt hat, beschreibt die Seite zur Geschichte der Pfalz.

Welche Burgtypen gibt es in der Pfalz?
In der Pfalz lassen sich fünf Typen unterscheiden, die man auf einer Rundreise alle sehen kann. Die Übergänge sind fließend, viele Anlagen wurden im Lauf der Jahrhunderte umgebaut.
- Reichsburgen gehörten dem König oder Kaiser und dienten Verwaltung, Schutz von Reichsgut und Repräsentation. Beispiele sind der Trifels, die Wegelnburg und zeitweise Burg Nanstein; auch die Madenburg wurde vermutlich als Reichsburg gegründet.
- Felsenburgen sind die Pfälzer Spezialität: Räume, Treppen und Zisternen wurden direkt in den Buntsandstein gehauen. Typisch sind die Dahner Burgen, Burg Berwartstein und die Burg Fleckenstein jenseits der Grenze.
- Höhen- und Spornburgen liegen auf Bergspornen über den Tälern und Weindörfern, etwa die Wachtenburg über Wachenheim, die Rietburg über Rhodt und Burg Landeck bei Klingenmünster.
- Festungen und Renaissanceschlösser entstanden, als Burgen für Kanonen umgebaut oder zu Residenzen erweitert wurden, so die Hardenburg der Leininger Grafen und Burg Nanstein unter Franz von Sickingen.
- Schlösser und Klosterruinen ergänzen das Bild: das Hambacher Schloss, Schloss Villa Ludwigshöhe aus dem 19. Jahrhundert und die Klosterruine Limburg aus salischer Zeit.
Welche Burgen sollte man kennen?
Die folgende Tabelle nennt die wichtigsten Burgen, Schlösser und Ruinen in der Pfalz und eine an der Grenze im Elsass, von Norden nach Süden geordnet nach Region. Angaben zu Saison und Zugang sind allgemein; genaue Öffnungszeiten und Eintrittspreise wechseln und sollten vor dem Besuch bei der jeweiligen Anlage geprüft werden.
| Burg | Ort | Typ | Besonderheit | Zugang |
|---|---|---|---|---|
| Burg Lichtenberg | Thallichtenberg bei Kusel | Höhenburg | Ursprünge im 13. Jh., laut Pfalz.Touristik größte Burganlage der Pfalz, mit Museen und Jugendherberge | Anlage begehbar, Museen mit eigenen Zeiten |
| Burg Nanstein | Landstuhl | Reichsburg, später Festung | 1523 Belagerung und Tod Franz von Sickingens | staatlich (GDKE), Eintritt, Schließung bei Glätte möglich |
| Burg Altleiningen | Altleiningen | Höhenburg | Stammburg der Leininger um 1110, heute Jugendherberge | Außenbereich zugänglich |
| Hardenburg | Bad Dürkheim | Festung und Schloss | 13. Jh., Ausbau zum Renaissanceschloss der Leininger | staatlich (GDKE), Eintritt, Bus ab Bad Dürkheim |
| Klosterruine Limburg | Bad Dürkheim | Klosterruine | ab 1025 Hauskloster der Salier | im Wald über dem Isenachtal |
| Wachtenburg | Wachenheim | Spornburg | Mitte 12. Jh., 1689 gesprengt, Förderkreis saniert | Ruine, Veranstaltungen |
| Hambacher Schloss | Neustadt-Hambach | Schloss | Hambacher Fest am 27. Mai 1832, Ausstellung | Eintritt für die Ausstellung |
| Rietburg | Rhodt unter Rietburg | Höhenburg | Ritter von Riet 1149 bezeugt, einzige Pfälzer Burg mit Sessellift | Rietburgbahn saisonal |
| Schloss Villa Ludwigshöhe | Edenkoben | Sommerschloss | 1846 bis 1852 für König Ludwig I. von Bayern | staatlich (GDKE), Führungen und Ausstellungen |
| Reichsburg Trifels | Annweiler am Trifels | Reichsburg | Reichsinsignien, Gefangenschaft von Richard Löwenherz 1193 | staatlich (GDKE), Eintritt, rund 25 Minuten Fußweg |
| Madenburg | Eschbach | Reichsburg, später bischöflich | 1076 erwähnt, rund 180 mal 50 m, größte Anlage der Südpfalz | nur zu Öffnungszeiten der Burgschänke |
| Burg Landeck | Klingenmünster | Höhenburg | um 1200, staufische Buckelquader, hoher Bergfried | Ruine mit Ruhetag, Burgschänke |
| Dahner Burgen | Dahn | Felsenburgen | Altdahn, Grafendahn und Tanstein auf einer Felsklippe | staatlich (GDKE), April bis Oktober |
| Burg Berwartstein | Erlenbach bei Dahn | Felsenburg | 1152 erwähnt, einzige bewohnte Burg der Pfalz, 104 m tiefer Brunnen | privat, Führungen |
| Wegelnburg | Nothweiler | Reichsburg | höchstgelegene Burg der Pfalz, 572 m | Ruine, nur zu Fuß |
| Burg Fleckenstein | Lembach (Elsass) | Felsenburg | 12. Jh., 1680 gesprengt, Felsräume | Eintritt, Saison März bis Anfang November |
Drei Anlagen ragen heraus. Der Trifels über Annweiler wird 1081 erstmals schriftlich fassbar und war unter Saliern und Staufern bis zum Ende des 13. Jahrhunderts immer wieder Aufbewahrungsort der Reichsinsignien; 1193 hielt Kaiser Heinrich VI. hier den englischen König Richard Löwenherz gefangen, bis ein hohes Lösegeld gezahlt war. Nach einem Blitzschlag brannte die Burg 1602 aus. Ab 1938 wurde sie nach den ideologischen Vorstellungen der NS-Zeit wieder aufgebaut, die Arbeiten zogen sich bis in die 1960er Jahre; in der Schatzkammer liegen heute Nachbildungen der Insignien. Das Hambacher Schloss über Neustadt gilt als Wiege der deutschen Demokratie, weil hier beim Hambacher Fest am 27. Mai 1832 nach unterschiedlichen Schätzungen 20.000 bis 30.000 Menschen für Freiheit und Einheit demonstrierten und Schwarz-Rot-Gold zeigten. Die Stadt dazu beschreibt die Seite über Neustadt an der Weinstraße. Und Burg Berwartstein bei Erlenbach ist die einzige bewohnte Burg der Pfalz; ihr heutiges Aussehen verdankt sie einem Wiederaufbau am Ende des 19. Jahrhunderts.
Bei Bad Dürkheim liegen Klosterruine Limburg und Hardenburg so nah beieinander, dass man beide auf einer Rundwanderung verbinden kann; mehr zur Stadt steht auf der Seite über Bad Dürkheim mit Wurstmarkt und Riesenfass. Über Edenkoben bilden Villa Ludwigshöhe und Rietburg ein Paar, das man mit der Sesselbahn verbinden kann; den Ort beschreibt die Seite über Edenkoben. Eigene Seiten zu den wichtigsten Burgen sind in Vorbereitung.

Was ist das Dahner Felsenland?
Das Dahner Felsenland ist die Landschaft im Süden des Pfälzerwalds rund um Dahn, in der Burgen und Sandsteinfelsen besonders dicht beieinander stehen. Die Felsen sind Reste von Buntsandsteinschichten, die vor rund 250 Millionen Jahren abgelagert und später durch Verwitterung zu Türmen, Pilzen und Riffen herausgearbeitet wurden. Das bekannteste Beispiel ist der Teufelstisch bei Hinterweidenthal, ein rund 14 Meter hoher Pilzfelsen auf einem Bergrücken; im Pfälzerwald gibt es nach Angaben der Pfalz.Touristik mehr als 20 solcher Pilzfelsen, alle deutlich kleiner.
Auf diesen Felsen entstanden die Felsenburgen. Die drei Dahner Burgen Altdahn, Grafendahn und Tanstein sitzen auf einer Sandsteinklippe aus fünf Felsen; Tanstein gilt als älteste und wurde wohl im 12. oder frühen 13. Jahrhundert gegründet. Wer das Felsenland erwandern will, findet mit dem Dahner Rundwanderweg einen fast 19 Kilometer langen Rundweg zu Felsen und Burgen. Viele Felsen sind Kletterern vorbehalten, an einigen nisten Wanderfalken, dann gelten Sperrungen. Eigene Seiten zum Felsenland, zu Felsen und zum Klettern folgen später.
Wie plant man einen Burgbesuch?
Für die meisten Burgen gilt: Saison von März oder April bis Oktober oder November, im Winter geschlossen oder nur an einzelnen Tagen geöffnet. Die staatlichen Anlagen betreut die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) mit ihrer Direktion Burgen Schlösser Altertümer, darunter Trifels, Hardenburg, Villa Ludwigshöhe, Nanstein und die Dahner Burgen. Bei den Dahner Burgen etwa lauten die Zeiten 1. April bis 31. Oktober täglich 10 bis 18 Uhr, im Winter geschlossen (Stand: 22.10.2026). Viele kleinere Ruinen stehen frei im Wald und sind jederzeit zugänglich, andere gehören Gemeinden oder Vereinen und öffnen nur mit ihrer Burgschänke. Nach Unwettern kann die GDKE Wege zu den Waldruinen wegen Astbruchgefahr sperren.
Zu fast allen Burgen geht man die letzten Meter zu Fuß. Zum Trifels sind es vom Parkplatz Schlossäcker rund 25 Minuten bergauf, vom Bahnhof Annweiler fährt die Buslinie 527 bis dorthin. Zur Hardenburg fährt ab Bahnhof Bad Dürkheim ein Bus bis zur Haltestelle Hardenburg-Waldschlössel, von dort sind es rund zehn Minuten. Festes Schuhwerk ist auch für kurze Wege sinnvoll. Hunde sind im Außenbereich vieler Burgen erlaubt, in Innenräumen oft nicht, auf dem Trifels etwa nur außen und angeleint. Inhaber der Pfalzcard haben nach Angaben der Pfalz.Touristik unter anderem auf dem Trifels, auf Burg Nanstein und auf der Burg Fleckenstein freien Eintritt.
Mit Kindern lohnen Anlagen mit viel zu entdecken: die Felsräume der Dahner Burgen, die Führungen auf dem Berwartstein, die Schatzkammer des Trifels oder der Rätselparcours auf der Burg Fleckenstein. Burgenwanderungen verbinden mehrere Anlagen, etwa der Annweilerer Burgenweg mit 7,7 Kilometern zu Trifels, Anebos und Scharfenberg oder die Runde von der Limburg zur Hardenburg. Allgemeine Tipps zu Wegen, Hütten und Wegzeichen gibt die Seite Wandern in der Pfalz, die Lage aller Burgen zeigt die Karte der Pfalz.
Wer eine Rundreise plant, kombiniert am besten eine Burg an der Weinstraße mit einer Felsenburg im Wasgau, etwa Hambacher Schloss und Trifels an einem Tag. Die Route entlang der Weindörfer beschreibt die Seite zur Deutschen Weinstraße, weitere Ziele vom Speyerer Dom bis zum Teufelstisch nennt der Überblick der Sehenswürdigkeiten in der Pfalz.
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Häufige Fragen zu den Burgen in der Pfalz
Welche ist die bekannteste Burg der Pfalz?
Die Reichsburg Trifels bei Annweiler. Sie war im Hochmittelalter eine der wichtigsten Burgen des Reichs, bewahrte zeitweise die Reichsinsignien und war 1193 Gefängnis von Richard Löwenherz. Bekannt ist auch das Hambacher Schloss als Symbol der deutschen Demokratie.
War Richard Löwenherz wirklich auf dem Trifels gefangen?
Ja, der englische König wurde auf der Rückkehr vom Kreuzzug gefangen genommen und 1193 unter anderem auf dem Trifels festgehalten. Kaiser Heinrich VI. ließ ihn erst gegen ein sehr hohes Lösegeld frei.
Welche Burg in der Pfalz ist noch bewohnt?
Burg Berwartstein bei Erlenbach im Wasgau gilt als einzige bewohnte Burg der Pfalz. Sie ist in Privatbesitz, kann aber bei Führungen besichtigt werden.
Kann man Burgen in der Pfalz auch im Winter besuchen?
Einige ja, viele nicht. Frei im Wald stehende Ruinen sind meist ganzjährig zugänglich, bei Schnee und Eis aber gefährlich. Staatliche Anlagen und Burgen mit Gastronomie haben im Winter oft geschlossen oder nur verkürzte Zeiten.
Wo kann man in der Pfalz auf einer Burg übernachten?
Auf mehreren Burgen gibt es Jugendherbergen, etwa auf Burg Altleiningen und Burg Lichtenberg. Auch auf dem Berwartstein werden nach Angaben der Pfalz.Touristik Übernachtungen angeboten.
Quellen: Pfalz.Touristik: Burgen und Schlösser in der Pfalz; GDKE Burgenlandschaft Pfalz: Geschichte der Burg Trifels; GDKE Burgenlandschaft Pfalz: Dahner Burgen; Pfalz.Touristik: Reichsburg Trifels; Pfalz.Touristik: Madenburg; Wikipedia: Reichsburg Trifels. Stand: Oktober 2026.