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Burgen & Felsen

Burgruine Alt-Wolfstein am Königsberg: Reichsburg im Lautertal

Reichsburg und Ganerbenburg auf schmalem Felsgrat

Stand: · 8 Min. LesezeitTermine geprüft am Seit 1275 erwähnt · frei zugänglich

Burgruine mit hohem fünfseitigem Turm auf einem schmalen bewaldeten Felsgrat über einem engen Tal, Herbstwald
Alt-Wolfstein Burgruine auf dem Königsberg. Symbolbild

Kurz gesagt

Die Burgruine Alt-Wolfstein sitzt auf einem nur 20 Meter breiten Felsgrat am Ostabhang des Königsbergs über dem engen Lautertal bei Wolfstein. Die Reichsburg entstand nach der Mitte des 12. Jahrhunderts und wurde 1504 zerstört. Erhalten sind ein 20 Meter hoher Bergfried, Mantelmauer und Halsgräben; der Zugang ist frei.

Wie kommt man zur Burgruine Alt-Wolfstein?

Die Ruine ist frei zugänglich. Der Weg beginnt in der Stadtmitte von Wolfstein, führt an der Burgruine Neu-Wolfstein vorbei und steigt auf markiertem Pfad zum Königsberg an. Der Zugang zur Ruine ist vom Wanderweg auf der Westseite leicht zu finden. Man quert den äußeren und den inneren Halsgraben, erreicht die Mantelmauer und dahinter Bergfried und Palas.

Als Rundwanderung bietet sich der Königsbach-Weg an: 9,7 Kilometer, gut drei Stunden Gehzeit, je 328 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Start und Ziel ist der Rathausplatz in Wolfstein; der Bahnhof liegt etwa fünf Gehminuten entfernt. Der Weg verbindet Neu-Wolfstein, Alt-Wolfstein, die Dümmler Hütte, das Waldweiherchen Blaue Halde und den Reckweilerhof. Zunächst folgt man dem Pfälzer Höhenweg, dann wechselt die Markierung zu drei roten Rauten auf gelbem Grund. Der höchste Punkt liegt bei 360 Metern, der tiefste bei 181 Metern. Trittsicherheit ist nötig, teils auch Schwindelfreiheit; bei Laub verdecken sich Wurzeln und Steine, bei Nässe wird der Boden matschig. Familien mit Kindern kommen mit festem Schuhwerk gut zurecht, Mufflons und andere Waldtiere lassen sich mit etwas Glück beobachten. Weitere Burgenwege stellt die Seite Burgenwanderungen vor.

Warum sitzt die Burg auf diesem Felsgrat?

Alt-Wolfstein wurde über einer der engsten Stellen des Lautertals auf einem recht steilen, nur 20 Meter breiten Felsgrat am Ostabhang des Königsbergs gebaut. Die Burg beherrschte so das Tal. Wolfstein war Sitz eines nachgeordneten Reichsamtes im Lauterer Reichsland. Wie die Burgen Kübelberg oder Deinsberg bei Theisbergstegen entstand die Anlage vermutlich nach der Mitte des 12. Jahrhunderts, im Anschluss an den Ausbau der Reichsburg Kaiserslautern durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa, zur Sicherung und Verwaltung des Königslandes. Das Land um die Stadt beschreibt die Seite Nordpfälzer Bergland.

Die frühe Geschichte ist wie bei den meisten Burgen der Pfalz nicht überliefert. Erstmals erscheint die schon länger bestehende Anlage 1275, als Wolfstein zur Stadt wurde. 1282 wird die Burg bei Wolfstein erneut zweimal erwähnt: Der Reichsministeriale Heinrich III. von Hohenecken und seine Frau Margarethe verkauften mit Genehmigung König Rudolfs von Habsburg eine Wiese unterhalb der Burg. Zur Burg der Hohenecker bei Kaiserslautern siehe Hohenecken.

Was ist von der Kernburg erhalten?

Der älteste Teil dominiert die Ruine: der hochaufragende Rest eines fünfseitigen, noch heute fünfgeschossigen Bergfrieds, etwa 20 Meter hoch. Sein ursprünglicher Eingang lag auf der Südseite im vierten Obergeschoss. In diesem Stockwerk sitzen ein kleines Rundbogenfenster und eine Schießscharte oder ein Lichtschlitz sowie ein weiterer Durchgang zu einem westlich anschließenden, wohl später angefügten Bau, dem Palas. Der heutige Zugang ist modern.

Bergfried und Palas deckte im Süden, Westen und Norden der hufeisenförmig vorgelegte Hohe Mantel, eine Mantelmauer, die im Süden und Westen geländebedingt eng an die Bauten heranrückt. Vor ihr lag der innere Halsgraben, der heute weitgehend eingeebnet ist. Auf der Nordseite erstreckt sich zwischen Mantelmauer und Bergfried ein schmaler Hof; die Gebäude, die einst innen an der Außenmauer standen, sind abgegangen. Im Spätmittelalter ersetzte eine kleine Zugangsanlage mit vorgelegtem Zwinger die beiden älteren, später vermauerten Zugänge zur Kernburg.

Hoher Turmrest aus Sandstein mit kleinem Rundbogenfenster und einem Hochzugang, davor Reste einer hufeisenförmigen Mantelmauer und ein eingeebneter Graben
Kernburg Bergfried und Mantelmauer. Symbolbild

Wie sah die Unterburg aus?

Zwischen 1960 und 1975 grub man westlich und nördlich der Kernanlage die Fundamente einer ausgedehnten Unterburg aus. Sie wurde wohl in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet und von einer etwa zwei Meter starken Ringmauer umgeben, die geländebedingt nur im Südosten mit der älteren Außenmauer zusammenfiel. Bemerkenswert ist die Nutzung des inneren, älteren Halsgrabens zur Erweiterung: Mauern umschlossen das neu gewonnene Areal. Wehrtechnisch wichtig waren ein Eckturm, der vollständig abgegangen ist, eine bergseitige Mauer mit vorspringendem Torbau und ein neuer, vorgelagerter Halsgraben im Westen.

Die nördliche Unterburg hatte zwei Wohngebäude. Das kleinere besaß einen Abortturm und eine Abfallgrube, vom größeren im Nordosten blieben nur Fundamentspuren; dasselbe gilt für einen quadratischen Eckturm im Verlauf der Ringmauer an der Südostecke. Eine auf einem Stich des 17. Jahrhunderts dargestellte Befestigung am Osthang ist heute ebenso wenig nachzuweisen wie die „Tiefburg“ im Lautertal unterhalb der Burg, die zwei Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts zeigen. Die untere östliche Unterburg ist nur durch den Kupferstich Merians überliefert.

Wer besaß die Burg im 14. Jahrhundert?

Ab dem frühen 14. Jahrhundert fließen die Urkunden dichter. 1304 und 1309 wird das Wolfsteiner Burglehen des Reichsministerialen Wilhelm Akers erwähnt, das ihm König Albrecht und König Heinrich VII. überlassen hatten. 1312 verpfändete Heinrich VII. Burg Wolfstein zusammen mit dem Reichsdorf Kübelberg an den Domherrn Heinrich von Sponheim, einen Bruder des Grafen Johann II. von Sponheim-Starkenburg. 1315 erlaubte der zum König gewählte Pfalzgraf Ludwig den Grafen Johann und Heinrich von Sponheim, 300 Pfund Heller an Wolfstein zu verbauen und die Pfandsumme um diesen Betrag zu erhöhen.

Wenige Jahre später drohte den Sponheimern der Besitz zu entgleiten. 1322 verpfändete König Ludwig das Königsland an König Johann von Böhmen, den Pfandbesitz am Land verloren die Sponheimer wohl durch Überlagerung oder Gewalt; die Burg Alt-Wolfstein blieb in ihrer Hand. 1326 händigte Graf Georg von Veldenz dem Propst von Aachen, Heinrich von Sponheim, die Pfandsumme von 4.300 Pfund Heller aus. Offenbar waren alle Versuche des Reichs, Alt-Wolfstein einzulösen, am Widerstand Sponheims gescheitert. Die Sponheimer hatten Geld in die Burg investiert, und Gemeiner aus ihrem Haus besaßen ebenfalls Anteile, sodass der Veldenzer den Altbesitzern unwillkommen war.

Ein geplanter Neubau stieß 1319 auf entschiedenen Widerstand. Graf Georg von Veldenz sicherte damals den vier Burggemeinern zu, im Umkreis einer halben Meile um „Alt-Wolfstein“, so erstmals genannt, keine neue Wehranlage zu errichten. Die Entscheidung für eine neue Burg war aber offenbar schon gefallen; strittig war nur der Standort. Sie wurde die Burg Neu-Wolfstein, die über der Stadt am Westrand des Ortes liegt.

Was bedeutete die Ganerbenburg für das Tal?

Alt-Wolfstein gehörte mehreren Burggemeinern gleichzeitig, einer Gemeinschaft, die Anteile an einer Burg hielt. 1362 fügte der Gemeiner Wynant von Sponheim dem Bischof Gerhard von Speyer großen Schaden zu, weshalb bischöfliche Soldaten die Burg noch im selben Jahr besetzten. Kurfürst Ruprecht I. gelang am 5. Januar 1363 ein Vergleich: Die damals acht Gemeiner mussten sich unter Eid verpflichten, dem Bischof keinen Schaden mehr zuzufügen, und auf ewig Lehnsleute des Bischofs werden. Wynant, sein Sohn und zwei weitere Burggemeiner waren zudem schadensersatzpflichtig. 1397 und ab 1398 bezichtigten Pfalzgraf Ruprecht II., Erzbischof Werner von Trier, Erzbischof Johann von Mainz und der Herzog von Lothringen Angehörige der Burggemeinschaft erneut des Landfriedensbruchs und beschlossen Gegenmaßnahmen.

Wie wurde die Burg 1400 belagert?

Im Sommer 1400 belagerten Truppen des Pfalzgrafen Ludwig und des Herzogs von Lothringen die Burg. Weil die Gemeiner anfangs starken Widerstand leisteten, musste der Pfalzgraf im August Nachschub und Armbrustschützen aus Mainz und Frankfurt anfordern. Noch im selben Monat übergaben die Verteidiger die Burg gegen freien Abzug. Ende August stimmten die Gemeiner einem Vergleich zu, der ihnen große finanzielle und politische Nachteile brachte; ein Burgviertel mussten sie an die Kurpfalz abtreten.

Das Viertel fiel 1410 an Pfalzgraf Ludwig III., der bis 1416 weitere Anteile erwarb. Mit nun zwei Fünfteln der Anlage in der Hand folgte 1426 die Ernennung des Henne vom Stein zum kurpfälzischen Amtmann auf Alt-Wolfstein. Nach dem Aussterben der Sponheimer 1437 wurden die drei verbliebenen Fünftel je zur Hälfte an Baden und Veldenz abgetreten. Der Veldenzer Anteil kam bald an Herzog Ludwig von Pfalz-Zweibrücken, der ihn an Gelfrich von Nackenheim verpfändete; da Zweibrücken das Pfand nicht auslöste, wurde Gelfrich Eigentümer von drei Zehnteln. Nach der Niederlage Pfalz-Zweibrückens und Badens im Krieg gegen die Kurpfalz fielen 1462 die übrigen veldenzischen Anteile an Heidelberg, das nun sieben Zehntel besaß. Zur Kurpfalz im Überblick siehe Kurpfalz.

Fundamentreste und niedrige Mauerzüge einer ausgegrabenen Burganlage im Laubwald, Sandsteinblöcke, Herbstlicht
Unterburg Grundmauern der Unterburg. Symbolbild

Wann wurde Alt-Wolfstein zerstört?

1504 gelang es Graf Alexander von Zweibrücken im bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg, Alt-Wolfstein im Handstreich zu nehmen. Kurfürst Philipp eroberte die Burg noch im selben Jahr zurück und zerstörte sie dabei endgültig. Ein Wiederaufbau unterblieb. 1509 wurde die Kurpfalz Alleineigentümerin, da sie auch die restlichen drei Zehntel erworben hatte; daran änderte sich bis zum Ende des Alten Reiches nichts. Die Ruine, wohl als Nationalgut von den Franzosen eingezogen, diente vor allem im 19. Jahrhundert als Steinbruch. Umfangreiche Ausgrabungen und Sicherungsarbeiten folgten zwischen 1961 und 1975 sowie 2017. Als Denkmalzone sind Kernburg und äußere Burg, Halsgraben, teilweise ummantelter Bergfried, Mauerreste des Wohnbaus und Reste einer Toranlage eingetragen.

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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zur Burgruine Alt-Wolfstein

Ist die Burgruine Alt-Wolfstein frei zugänglich?

Ja, die Ruine ist frei zugänglich. Der markierte Wanderweg beginnt in der Stadtmitte von Wolfstein und führt an Neu-Wolfstein vorbei.

Wie lang ist der Königsbach-Weg?

9,7 Kilometer als Rundweg mit je 328 Höhenmetern, gut drei Stunden Gehzeit. Start und Ziel ist der Rathausplatz in Wolfstein.

Wann wurde Alt-Wolfstein gebaut?

Vermutlich nach der Mitte des 12. Jahrhunderts, als Barbarossa die Reichsburg Kaiserslautern ausbaute. Urkundlich erscheint sie erstmals 1275.

Wie hoch ist der Bergfried?

Rund 20 Meter. Von dem fünfseitigen Turm sind fünf Geschosse erhalten; der ursprüngliche Eingang lag im vierten Obergeschoss der Südseite.

Wann wurde Alt-Wolfstein zerstört?

1504, als Kurfürst Philipp die Burg im bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg zurückeroberte. Sie wurde nicht wieder aufgebaut.

Quellen: KuLaDig: Burgruine Alt-Wolfstein am Königsberg; Pfalz.Touristik: Wolfstein, Königsbach-Weg. Stand: November 2026.