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Burgen & Felsen

Burg Altleiningen: Stammburg der Grafen von Leiningen

Stammburg der Leininger Grafen über dem Eckbachtal

Stand: · 7 Min. LesezeitTermine geprüft am Um 1100 gegründet · Jugendherberge seit 1968

Große Burganlage auf einem bewaldeten Sporn über einem Dorf im engen Tal, dreiflügeliger Renaissancebau mit Treppengiebeln und Rundturm, Herbstwald
Burg Altleiningen Burg über dem Eckbachtal. Symbolbild

Kurz gesagt

Die Burg Altleiningen über dem Eckbachtal ist die Stammburg der Grafen von Leiningen. Um 1100 gegründet, hieß sie zunächst nur Burg Leiningen, wurde im Bauernkrieg 1525 niedergebrannt, im 16. Jahrhundert schlossartig erneuert und 1690 endgültig zerstört. Seit den 1960er Jahren dient die Anlage als Jugendherberge, im früheren Halsgraben liegt ein Freibad.

Wo steht die Burg Altleiningen?

Die Burg liegt auf dem steil abfallenden östlichen Ausläufer des Schloßbergs, rund 286 Meter über dem Meer, im Nordosten von Altleiningen. Von der Ortsmitte sind es etwa 700 Meter Luftlinie. Der Eckbach fließt unterhalb, und das Dorf ist ein langgezogenes Straßendorf im Eckbachtal. Altleiningen zählt rund 900 Einwohner, gehört zum Landkreis Bad Dürkheim und zur Verbandsgemeinde Leiningerland. Die jüngere „Schwesterburg“ ist Neuleiningen, rund fünf Kilometer Luftlinie nordöstlich im selben Tal.

Nur ein Teil der Anlage ist frei zugänglich, weil ein großer Teil als Jugendherberge und Freibad genutzt wird. Parkplätze liegen unmittelbar vor der Burg. Wer im Raum übernachten will, findet auf der Seite Jugendherbergen weitere Häuser; die Gegend insgesamt beschreibt die Seite Leiningerland.

Wie entstand die Burg der Leininger Grafen?

Der Name Leiningen ist älter als die Burg. Er erscheint erstmals 780 im Lorscher Codex, wo Waldbesitz „in linunga marca“ verzeichnet ist; 1068 wird in einer Lorscher Schrift ein „Emicho de Liningen“ genannt. Die Grafen nahmen ihren Namen von dem Ort, nicht umgekehrt. Etwa um 1100 bis 1110 ließen die Grafen Emich I. und Emich II. die Burg errichten, die zunächst nur Burg Leiningen hieß. Das Wort „Alt“ kam erst im 13. Jahrhundert hinzu, nach dem Bau von Neuleiningen.

Zur gleichen Zeit gründete Emich II. rund drei Kilometer südlich der Burg das Kloster Höningen, ein Augustiner-Chorherrenstift um 1120, dessen erste Kirche 1142 geweiht wurde. Es wurde 1573 aufgelöst; in den Gebäuden richtete man eine Lateinschule ein, die 1729 nach Grünstadt zog. Erhalten ist eine Giebelwand. Westlich davon steht die kleine romanische Landkirche St. Jakob mit Wandmalereien des 14. Jahrhunderts, einem Taufstein von 1230 und Grabdenkmälern der Leininger Grafen. Zu den Klöstern der Region lohnt der Blick auf die Seite Klöster und Abteien.

Was bedeutet der Name Leiningen und welches Wappen führt der Ort?

Der Name geht vermutlich auf den Leinbach zurück, wie der Eckbach früher hieß; er trug den Namen nach seinen Ahornbäumen. Der Ort im Eckbachtal blieb stets das Zentrum der Herrschaft, die die Leininger Grafen über rund 800 Jahre unter mehreren Kaisern im Reich ausübten. Das Gemeindesiegel von 1716 ist das Vorbild des heutigen Wappens, das die Bezirksregierung Neustadt 1980 genehmigte. Es entspricht dem Wappen der Grafen von Leiningen-Westerburg, die auf der Altleininger Burg ihren Stammsitz hatten.

Altleiningen bildet zusammen mit Neuleiningen und Battenberg die drei frühen Leininger Burgen am oberen Eckbach. Wer sie nacheinander besucht, sieht, wie sich die Bauweise änderte: Altleiningen als Spornburg des frühen 12. Jahrhunderts, Neuleiningen als Kastellburg des 13. Jahrhunderts und Battenberg als Abschnittsburg am Taleingang. Die Burgenlandschaft im Norden der Pfalz erklärt die Seite Burgengeschichte im größeren Zusammenhang.

Warum wurde Altleiningen eine Ganerbenburg?

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts erlebte das Haus Leiningen einen raschen Aufschwung. Nach dem Tod Graf Friedrichs II. im Jahr 1237 stritten die vielen Nachkommen immer wieder über den Erbteil der Seitenlinie Leiningen-Landeck. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wohnten deshalb mehrere Familien zugleich auf der Burg; eine solche Anlage heißt Ganerbenburg. Ende des 13. Jahrhunderts gehörte sie gemeinsam den Häusern Leiningen, Sponheim und Nassau-Saarbrücken.

Im 14. Jahrhundert geriet die Burg mehrfach in Kämpfe zwischen den Sponheimern, einer Seitenlinie der Leininger, und dem Pfalzgrafen. Sogar bedeutende Personen wurden hier als Geiseln festgehalten, darunter die Pfalzgrafen Ruprecht I. und II. sowie Graf Friedrich III. mit seinen Brüdern Friedrich und Emich. Erst der Burgfrieden von 1395 zwischen Graf Simon von Sponheim-Vianden, Graf Friedrich VII. von Leiningen und Graf Johann von Nassau brachte Ruhe. Im 15. Jahrhundert verliehen die Sponheimer die Burg aus Geldnot amtsweise und vermachten sie für den Todesfall des Sponheimer Grafen dem Markgrafen Bernhard I. von Baden. Als mit dem Tod Johanns V. die Sponheimer Linie endete, stritten Veldenz, Baden, Nassau und Graf Hesso von Leiningen-Dagsburg; ein neuer Burgfrieden beendete den Streit. Um 1467 hielt die Linie Leiningen-Westerburg den leiningischen Teil.

Eckstück einer staufischen Mauer aus rotem Sandstein mit Buckelquadern, von Efeu bewachsen, blauer Himmel
Mauerrest Buckelquader der Ringmauer. Symbolbild

Wie sah die Burg im Mittelalter aus?

Altleiningen war eine mächtige Bergfestung auf dreieckigem Grundriss, die das Gelände des Sporns nutzte. Die Gesamtanlage bestand aus Hauptburg und Vorburg mit umlaufender Ringmauer und war in Ost-West-Richtung etwa 170 Meter lang. Die Hauptburg war mit der Spitze nach Osten angelegt und ursprünglich rund 100 Meter lang. Im Westen schützten sie eine mächtige Schildmauer und ein rund zehn Meter breiter Halsgraben mit Zugbrücke.

Im Inneren standen ein wohl dreigeschossiger Palas an der Südseite, je ein Rundturm mit Wendeltreppe im Nordwesten und Südosten und ein mit Buckelquadern verkleideter, polygonaler Bergfried von mindestens zehn Metern Höhe an der Südwestecke. Im Spätmittelalter erweiterte man die Hauptburg nach Nordosten, trug den Bergfried ab und ersetzte ihn durch ein Wohngebäude. Die westlich vorgelagerte Vorburg war an der breitesten Stelle über hundert Meter breit und hatte einen trapezförmigen Grundriss. Die spätstaufische Ringmauer mit Buckelquaderverblendung umgab die ganze Anlage und wurde ab dem späten 13. Jahrhundert in mehreren Bauphasen erhöht.

Für das Wasser sorgte zunächst ein Ziehbrunnen, den um 1600 ein Röhrenbrunnen mit 20 Röhren ersetzte, gespeist über einen Stollen unterhalb der Burg.

Vom Bauernkrieg zum Schloss und zum Steinbruch

Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg erstmals zerstört. Graf Kuno von Leiningen-Westerburg baute sie wieder auf; seit 1532 entstand ein schlossartiger Wiederaufbau, den Graf Philipp I. im Renaissancestil erweiterte. Seine Nachfolger, darunter Graf Ludwig, bauten bis ins 17. Jahrhundert weiter aus, etwa den Röhrenbrunnen und die Kapelle. In ihrer Blütezeit im 16. Jahrhundert bestand die Hauptburg aus zwei mächtigen Wohnflügeln auf der Nord- und der Südseite, die spitzwinklig zusammenliefen und im Osten durch einen schmalen Bau verbunden waren. Im westlichen Teil des Südflügels lag vermutlich die Kapelle. Beide Flügel waren unterkellert, die Mauern 1,5 bis 2,5 Meter stark. Diese letzte Bauperiode markiert den Übergang vom wehrhaften Burgenbau zum repräsentativen Schloss.

1690 zerstörten französische Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg alle der Verteidigung dienenden Teile endgültig. Kurz danach ging die Ruine ganz an die Linie Leiningen-Westerburg über, doch ein Wiederaufbau fand nicht statt. Bis ins 19. Jahrhundert holte man Steine aus den Mauern. Bis 1933 blieb die Ruine im Besitz der Grafenfamilie, dann erwarb sie der Landkreis Frankenthal.

Was ist von Altleiningen erhalten?

Die Anlage wurde in den 1960er Jahren instandgesetzt und umgebaut und dient seit 1968 als Jugendherberge. Dabei wurde stark in die Substanz der Hauptburg eingegriffen: Sie ist heute eine Mischung aus Neubauten und Überresten. Der frühere Halsgraben wurde zum öffentlichen Freibad, die Vorburg zum Parkplatz. Die ältesten erhaltenen Teile liegen im Südwesten der Hauptburg, vermutlich Reste des stauferzeitlichen Bergfrieds mit Buckelquadern aus dem 13. Jahrhundert. Östlich davon ist ein Abschnitt der stauferzeitlichen Ringmauer erhalten, im Südosten eine dreigeschossige Palasmauer mit Fensteröffnungen, am dreigeschossigen Nordflügel Mauerwerk des 16. und 17. Jahrhunderts. Von der Vorburg stehen nur Teile der Außenmauer und Fundamente eines Wachhauses. Seit 1962 steht die Ruine unter Denkmalschutz.

In der Burg finden seit 1980 die Burgspiele Altleiningen statt: Eine Laienspielschar führt im Ehrensaal klassische und moderne Stücke auf, meist in den Sommermonaten. Im Haus liegt außerdem eine Burgschänke. Für den Rest der Region bietet sich der Leininger Burgenweg an, der Altleiningen mit Neuleiningen und Battenberg zu einer Rundtour von gut 22 Kilometern verbindet. Der Weg beginnt in Neuleiningen, führt durch den nördlichen Teil des Biosphärenreservats Pfälzerwald und berührt Aussichtspunkte wie den Kamelkopf-Felsen und das Jägerkreuz. Zehn Audio- und Videostationen entlang der Strecke sind über die App „Rheinland-Pfalz erleben“ abrufbar. Im Herbst kann Laub Wurzeln und Löcher verdecken, bei Nässe sind einzelne Abschnitte matschig und rutschig. Mehr Touren dieser Art stellt die Seite Burgenwanderungen vor.

Dreigeschossige Palasmauer aus rotem Sandstein mit leeren Fensteröffnungen, Torbogen und Rasenhof, Herbstlaub
Hauptburg Palasmauer mit Fenstern. Symbolbild

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Häufige Fragen zur Burg Altleiningen

Ist die Burg Altleiningen frei zugänglich?

Nur teilweise, denn ein großer Teil dient als Jugendherberge und Freibad. Parkplätze liegen unmittelbar vor der Anlage.

Wann wurde die Burg gegründet?

Um 1100, nach den Grafen Emich I. und Emich II. von Leiningen. Als Burg Leiningen war sie die Stammburg des Hauses.

Warum heißt sie Altleiningen?

Den Zusatz „Alt“ erhielt sie im 13. Jahrhundert, nachdem die Grafen Neuleiningen gebaut hatten.

Wann wurde die Burg zerstört?

Im Bauernkrieg 1525 und endgültig 1690 durch französische Truppen. Danach diente die Ruine als Steinbruch.

Welche Wanderung verbindet die Leininger Burgen?

Der Leininger Burgenweg, ein Premiumwanderweg von gut 22 Kilometern mit rund 468 Höhenmetern, verbindet Neuleiningen, Altleiningen und Battenberg.

Quellen: KuLaDig: Burgruine Altleiningen; Ortsgemeinde Altleiningen: Burg; Ortsgemeinde Altleiningen: Geschichte; Pfalz.Touristik: Burg Altleiningen; Pfalz.Touristik: Leininger Burgenweg. Stand: November 2026.