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Burgen & Felsen

Burg Berwartstein: die bewohnte Felsenburg

Felsenburg, Hans Trapp und ein Brunnen von 104 Metern Tiefe

Stand: · 7 Min. LesezeitTermine geprüft am Erlenbach bei Dahn · Wasgau · einzige bewohnte Burg

Burg mit Rundturm und Wohnbauten, die in eine rote Sandsteinwand hineingebaut ist, darunter Mischwald
Felsenburg Mauerwerk und Fels wachsen zusammen. Nicht die Burg selbst. Symbolbild

Kurz gesagt

Die Burg Berwartstein bei Erlenbach nahe Dahn ist eine Felsenburg im südlichen Pfälzerwald, erstmals 1152 erwähnt und im späten 19. Jahrhundert wieder aufgebaut. Sie gilt als einzige bewohnte Burg der Pfalz und lässt sich mit oder ohne Führung besichtigen. Von März bis Anfang November ist sie täglich geöffnet.

Was ist Burg Berwartstein, und warum gilt sie als bewohnt?

Der Berwartstein ist eine mittelalterliche Felsenburg südlich von Erlenbach bei Dahn, im Wasgau, dem felsigen Süden des Pfälzerwalds. Die Burg steht auf einem hohen Sandsteinfelsen und gehört zu den bekanntesten und meistbesuchten Burgen der Pfalz. Die Pfalz.Touristik nennt sie die einzige bewohnte Burganlage der Pfalz: Anders als die vielen Ruinen der Umgebung wurde sie am Ende des 19. Jahrhunderts wieder aufgebaut, und ein Teil dient bis heute als Wohnung. Die übrigen Räume sind für Besucher geöffnet; im historischen Rittersaal befindet sich eine Burggaststätte.

Der Name kommt in mehreren Schreibweisen vor, auch als Bärbelstein oder in der Mundart als Bärwelstein. Zur Burg gehörte früher das Vorwerk „Klein-Frankreich“ auf dem gegenüberliegenden Berg, von dem noch ein Wehrturm steht. Wie sich der Berwartstein in das Netz der Wasgauburgen einfügt, zeigt die Seite zu den Burgen im Wasgau; die drei Burgen oberhalb von Dahn stellt die Seite zu den Dahner Burgen vor.

Wie ist die Burg entstanden, und wer war Hans Trapp?

Der Berwartstein wird nach der Burgseite 1152 erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter wechselten die Besitzer mehrfach, bis die Burg 1347 an das Benediktinerkloster Weißenburg im Elsass kam. Das Kloster stellte sich 1453 unter den Schutz des Kurfürsten von der Pfalz. 1480 übergab Kurfürst Philipp der Aufrichtige die Burg gegen den Protest des Klosters seinem Marschall Hans von Trotha, in der Region auch „Hans Trapp“ genannt. Dieser baute sie weiter aus, und sie erwarb sich den Ruf der Uneinnehmbarkeit.

ZeitEreignis
1152erste urkundliche Erwähnung
1347Burg kommt an das Kloster Weißenburg
1453Kloster stellt sich unter den Schutz des Kurfürsten von der Pfalz
1480Hans von Trotha erhält die Burg als erbliches Lehen
1484Bau des Vorwerks „Klein-Frankreich“ mit einem rund 15 m starken Turm
Ende 16. JahrhundertBlitzschlag, die Burg bleibt Ruine
Ende 19. JahrhundertWiederaufbau in rund zwei Jahren, überwiegend nicht originalgetreu

Hans von Trotha ging als Raubritter in die Sagenwelt der Region ein; die Burg nennt ihn auf ihrer Startseite „berühmten Marschall und Heerführer“ und spricht von „legendären“ Raubzügen. Berühmt wurde auch eine Fehde mit dem Kloster Weißenburg: Er ließ die Wieslauter aufstauen und entzog dem acht Kilometer entfernten Städtchen damit das Wasser. Nach dem Blitzschlag blieb der Berwartstein jahrhundertelang Ruine. Das heutige Aussehen verdankt die Burg weitgehend dem Wiederaufbau am Ende des 19. Jahrhunderts, der nicht originalgetreu ausfiel.

Das Vorwerk Klein-Frankreich ließ Hans von Trotha 1484 am Nordhang des 402 Meter hohen Nestelbergs errichten, nur 370 Meter Luftlinie von der Hauptburg entfernt; nach den Angaben der Burg erhielt es einen 15 Meter starken Turm. Im 17. Jahrhundert wurde das Vorwerk stark beschädigt. Mit der Restaurierung der Reste wurde im Jahr 2005 begonnen. Der Wehrturm ist von der Burgterrasse aus gut zu erkennen.

Blick steil nach oben auf eine Burg mit Turm auf einem roten Sandsteinfelsen, Kiefernzweige im Bild
Burgfelsen Die Burg sitzt auf dem Fels. Nicht die Burg selbst. Symbolbild

Was sehen Sie bei der Besichtigung und der Führung?

Die Burg lässt sich nach eigener Auskunft mit und ohne Burgführung besichtigen; die Eintrittsgelder dienen nach Angabe der Burg ausschließlich dem Erhalt. Die Führung passiert nach der Beschreibung der Burg Folter- und Waffenkammern, alte Ritterrüstungen, Steinschleuder und Rammbock. Es geht weiter zu Aussichtspunkten, zum ehemaligen Burgeingang, zum Original-Burgbrunnen und bei Kerzenlicht durch unterirdische Anlagen. Die Pfalz.Touristik beschreibt sie als Familienangebot.

Zu den Sehenswürdigkeiten gehören nach der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland der gut erhaltene Geschützturm, die 104 Meter tiefe Brunnenanlage, in den Felsen gehauene Mannschaftsräume und Felsgänge. Eine Aussichtsplattform unter der Spitze des Hauptturms erlaubt den Blick über den südwestlichen Wasgau bis ins Elsass; von der Burgterrasse sehen Sie den Wehrturm Klein-Frankreich auf der anderen Talseite. Im Burgmuseum sind unter anderem eine mittelalterliche Burgküche und eine Folter- und Waffenkammer zu sehen.

Neben der Besichtigung bietet die Burg nach eigenen Angaben während der Öffnungszeiten Gastronomie im Burghof mit rund 130 Sitzplätzen im Freien an. Übernachtungsmöglichkeiten in der Burg sind möglich, Anfragen schickt man am besten per E-Mail. Für Gruppen gibt es Sonderveranstaltungen wie einen Terrassenempfang mit Fackelführung ab 30 Personen und Rittermahlveranstaltungen ab 80 Personen; Einzelheiten erfragen Sie bei der Burg. Preise für Übernachtung und Essen nennt diese Seite bewusst nicht.

Wann ist die Burg geöffnet, und was kostet der Besuch?

Die Öffnungszeiten richten sich nach der Jahreszeit; die Angaben stammen von der Burg selbst (Stand Oktober 2026, geprüft am 27.10.2026). Vom 30. März bis 1. November 2026 ist die Burg täglich geöffnet, auch an Feiertagen, mit Burgführungen und Besichtigung. Vom 2. November 2026 bis 21. März 2027 ist sie samstags und sonntags geöffnet, dann gibt es Führung, Besichtigung und Gastronomie. Zwischen dem 26. Dezember 2026 und dem 3. Januar 2027 hat die Burg zusätzlich geöffnet, auch die neu gestaltete beheizte Orangerie.

ZeitraumÖffnung
30.03. bis 01.11.2026täglich, auch an Feiertagen
02.11.2026 bis 21.03.2027Samstag und Sonntag
26.12.2026 bis 03.01.2027zusätzlich geöffnet

Die Pfalz.Touristik nennt für die Burg tägliche Zeiten von 9:30 bis 17 Uhr von März bis Oktober und für November bis Februar samstags und sonntags; die Uhrzeiten nennt die Burgseite selbst nicht. Wann die einzelnen Führungen beginnen, steht am Burgeingang angeschrieben. Eintrittspreise sind nicht veröffentlicht. Öffnungszeiten und Eintritt bitte vor dem Besuch auf der offiziellen Seite der Burg prüfen. Fotografieren ist während der Führung erlaubt, Video- und Filmaufnahmen sind es nicht. Hunde sind an der Leine willkommen. Gruppenführungen in Englisch und Französisch sind nach Vereinbarung möglich.

Wie kommen Sie nach Erlenbach, und wo parken Sie?

Mit dem Auto erreichen Sie das Dahner Felsenland aus Richtung Ludwigshafen und Mannheim über A 65, B 10 und B 427. Unterhalb der Burg gibt es kostenlose Parkplätze für Pkw und Busse; der Fußweg zur Burg ist leicht und dauert rund fünf Minuten. Ohne Auto bietet sich der Ausflugszug Bundenthaler beziehungsweise Felsenland-Express an, der nach Angabe der Verbandsgemeinde bis Ende Oktober samstags, sonntags, an Feiertagen und mittwochs bis Dahn fährt. Außerhalb dieser Saison fährt die Regiobuslinie 856 von Pirmasens nach Dahn. Von Dahn bis Erlenbach sollten Sie vorab die Anschlüsse prüfen; in der Region ergänzt ein Ruf-Taxi den Busverkehr, das 60 Minuten vor Fahrtbeginn bestellt werden muss.

Wer zu Fuß kommt, nutzt den Premiumweg Felsenland Sagenweg, der als Zuweg ausgewiesen ist. Für Familien gibt es die Burg-Berwartstein-Tour, eine Rundwanderung von rund 7,7 Kilometern ab Erlenbach, Start am Parkplatz in der Hauptstraße. Die Hans-Trapp-Tour von rund 13,4 Kilometern verbindet alle Erlenbacher Ortsteile.

Was können Sie in der Umgebung unternehmen?

Rund um Erlenbach liegt das Herz des Dahner Felsenlands mit Felsen, Premiumwegen und weiteren Burgen. Was die Landschaft ausmacht und welche Orte dazugehören, beschreibt die Seite zum Dahner Felsenland. Das Naturraum-Porträt des gesamten Wasgaus finden Sie unter Wasgau. Eine Ergänzung für Familien mit kleinen Kindern bietet die Seite Burgen mit Kindern; dort ist der Berwartstein einer der Vorschläge. Auf der anderen Seite der Grenze liegt im Elsass die Burg Fleckenstein bei Lembach, eine weitere typische Felsenburg des Wasgaus.

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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zur Burg Berwartstein

Wohnt dort wirklich jemand?

Ja, nach den Angaben der Pfalz.Touristik und der Verbandsgemeinde ist der Berwartstein die einzige bewohnte Burganlage der Pfalz. Für Besucher ist der Teil der Burg geöffnet, der in Führung und Besichtigung gezeigt wird.

Wie tief ist der Brunnen?

Die Brunnenanlage ist nach Pfalz.Touristik und Verbandsgemeinde 104 Meter tief. Der Burgbrunnen gehört zur Führung.

Kann ich die Burg auch ohne Führung besichtigen?

Ja, die Burg lässt sich nach eigener Angabe mit und ohne Führung besichtigen. Der Gang bei Kerzenlicht durch die unterirdischen Anlagen wird auf der Burgseite im Zusammenhang mit der Führung genannt.

Wie lange dauert ein Besuch?

Die Burg nennt keine Dauer. Die Zeiten der Führungen hängen am Burgeingang aus; planen Sie vor der Schließung ausreichend Puffer ein.

Ist die Burg im Winter geöffnet?

Ja, aber nur eingeschränkt: Vom 2. November 2026 bis 21. März 2027 öffnet sie am Samstag und Sonntag, zwischen Weihnachten und dem 3. Januar zusätzlich auch an anderen Tagen. Im Winter ist die beheizte Orangerie ein Vorteil.

Quellen: Burg Berwartstein: Wissenswertes und Öffnungszeiten; Burg Berwartstein: Geschichte und Führung; Pfalz.Touristik: Burg Berwartstein; Verbandsgemeinde Dahner Felsenland: Burg Berwartstein; Verbandsgemeinde Dahner Felsenland: Anreise; Wikipedia: Burg Berwartstein. Stand: Oktober 2026.