Burgen & Felsen
Burg Landeck bei Klingenmünster
Staufische Burgruine mit dem höchsten Bergfried der Pfalz

Kurz gesagt
Die Burg Landeck bei Klingenmünster ist eine staufische Burgruine, deren Kern um 1200 mit Buckelquadern entstand. Ihr Bergfried gilt mit 23 bis 25 Metern als höchster erhaltener Turm der Pfalz. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts Ruine, gehört sie zu den Liegenschaften des Landes; der Landeckverein betreut sie und eine Burgschänke (Stand Oktober 2026).
Was ist die Burg Landeck, und was macht sie besonders?
Die Burg Landeck ist die Ruine einer staufischen Burg auf einem Ausläufer des Treutelsbergs über Klingenmünster. Sie zeigt zwei Dinge, die in der Pfalz selten zusammenkommen: einen sehr hohen, gut erhaltenen Bergfried und ein Mauerwerk aus Buckelquadern. Die GDKE nennt den Turm den „höchsten Bergfried der Pfalz“ mit 25 Metern, schreibt an anderer Stelle aber von 23 Metern; die Pfalz.Touristik gibt beide Zahlen an, 25 Meter für die Plattform, 23 Meter für die Höhe.
Anders als die meisten Wehranlagen steht Landeck nicht auf einem schützenden, schwer zugänglichen Felsen, sondern auf einem niedrigen Felssporn. Die Erbauer machten das durch eine äußerst massive Bauweise wett. Der Bergfried trägt einen „Hohen Mantel“ aus Buckelquadern, der Angreifern Undurchdringlichkeit signalisieren sollte; es fehlen heute das Dach und die hölzerne Brustwehr der Mantelmauer, die Zinnen stammen von 1910. Im ersten Stock des Turms befindet sich ein kleines Museum zur Geschichte der Burg mit Bodenfunden, wie die GDKE und die Wikipedia übereinstimmend beschreiben.
Wie alt ist die Burg, und wann wurde sie zerstört?
Die Burg wird 1237 erstmals urkundlich erwähnt; ihre Ursprünge sind nach der GDKE „bis heute in der Forschung umstritten“, die ältesten erhaltenen Teile weisen in die Zeit um 1200. Der Landeckverein datiert die Kernburg aufgrund des Baubefunds um oder kurz vor 1200 und betont, dass Bergfried und Schildmauer eine bauliche Einheit bilden und kurz nacheinander entstanden. Das Haupttor mit seinem romanischen Rundbogen erinnert an die Madenburg; es könnte schon in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstanden sein.
| Zeit | Ereignis |
|---|---|
| um 1200 | Kernburg mit Bergfried und Schildmauer |
| 1237 | erste gesicherte Erwähnung, Burg fällt bei der Leininger Teilung an Emich IV. (Linie Leiningen-Landeck) |
| 1289/90 | Leiningen-Landeck stirbt aus, Ochsensteiner und Zweibrücken-Bitsch teilen die Burg |
| 1405 bis 1407 | Hochstift Speyer erwirbt ein Viertel, Teilungsvertrag nennt das „steinerne Haus“ |
| 15. Jh. | Zwingermauer mit Schalentürmen, Vorwerk und Brückenpfeiler |
| 1525 | Bauern brennen die Burg im Bauernkrieg aus |
| 1680 (?) | Zerstörung durch französische Truppen, Datum unsicher |
| 1709 | Kurpfalz kauft den speyerischen Teil und ist alleiniger Besitzer |
| 1816 | Übergang an den bayerischen Staat |
| 1881 | Gründung des Landeckvereins, Beginn der Restaurierung |
| 1964 | umfangreiche Sicherungsarbeiten der Schlösserverwaltung mit dem Landeckverein |
Beim Zerstörungsjahr weichen die Angaben ab. Die GDKE schreibt „vermutlich 1680“ im Zusammenhang mit französischen Truppen, die Chronik des Landeckvereins führt „1680 (?)“ im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Das gängige Datum 1689 für viele Burgen der Pfalz bestätigen beide Quellen für Landeck nicht. Wir schreiben deshalb „Ende des 17. Jahrhunderts, vermutlich 1680“.

Was sehen Sie im Burghof und im Turm?
Im Burghof sehen Sie die Ringmauer und den Palas. Am Bergfried stand der dreigeschossige Palas, von dem noch vier Fensternischen mit Sitzbänken und Balkenlöcher erhalten sind; ihm gegenüber lag ein unterkellertes Fachwerkhaus als Wohn- oder Wirtschaftsgebäude. Die Zwingermauer mit Schalentürmen, das Vorwerk zwischen Brücke und Burgtor und die Brückenpfeiler stammen aus dem 15. Jahrhundert. Die heutige Brücke über den Halsgraben wurde 1967 erneuert.
Der Bergfried lässt sich nach der Wikipedia über eine innenliegende hölzerne Wendeltreppe besteigen; von der Plattform reicht der Blick über die Vorderpfalz bis zum Odenwald und zum Schwarzwald, wie die Pfalz.Touristik schreibt. Ein Gründungsmythos, dem zufolge der Frankenkönig Dagobert I. die Burg errichtete, wurde nach der GDKE wohl im 16. Jahrhundert erfunden; er gehört in den Bereich der Sage. Die Legende vom „Schlossmichel“, der als letzter Bewohner der Ruine gilt, ist eine Volkserzählung aus dem späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert.
Wann ist die Burg geöffnet, und was ist zu beachten?
Die Pfalz.Touristik nennt für die Ruine tägliche Öffnungszeiten von 11 bis 18:30 Uhr, Dienstag ist Ruhetag. Die GDKE nennt für die Burgschänke täglich außer dienstags 11 bis 20 Uhr, Küchenzeit 11:30 bis 19 Uhr, und verweist für aktuelle Angaben auf die Seite des Landeckvereins. Wir geben beide Angaben mit dem Stand Oktober 2026 wieder; die Zeiten können sich ändern, und eine einheitliche amtliche Angabe für die Ruine selbst liegt nicht vor. Einen Eintritt nennt keine der geprüften Quellen.
Für die Besichtigung wichtig: Aufgrund der historischen Situation ist die Ruine nach der GDKE nicht barrierefrei zu erschließen; Hunde sind an der Leine erlaubt. Fotografieren ist innerhalb von GDKE-Liegenschaften nur mit ausdrücklicher Genehmigung erlaubt. Auf Anfrage vereinbart der Landeckverein Burgführungen. Zu den Veranstaltungen gehört nach der GDKE das älteste mittelalterliche Burgfest der Pfalz; ein „Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt“ auf der Burg ist für das dritte Adventswochenende angekündigt: Freitag, 11. Dezember 2026, 16 bis 20 Uhr, Samstag, 12. Dezember, 11 bis 20 Uhr, Sonntag, 13. Dezember, 11 bis 18 Uhr (Quelle: Landeckverein).
Wie kommen Sie nach Klingenmünster und zur Burg?
Mit dem Auto ist die Burg ab der B 48 am Pfalzklinikum zwischen Klingenmünster und Eschbach beziehungsweise Waldhambach ausgeschildert; ein Parkplatz liegt direkt an der Burg. Die Zufahrt ist auf Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen begrenzt. Zu Fuß erreichen Sie die Burg auf einem Weg oberhalb der Fahrstraße in etwa 20 Minuten, so der Landeckverein.
Mit dem Bus fahren Sie nach der GDKE mit der Linie 531 von Landau oder Annweiler am Trifels nach Klingenmünster, Haltestelle Landeckstraße. Rund um die Burg verlaufen zwei Wanderwege. Der benachbarte Ort Bad Bergzabern liegt südlich, die Region heißt Südliche Weinstraße. Die nahe Madenburg bei Eschbach gilt als größte Burganlage der Südpfalz; wie Sie von der einen zur anderen wandern, prüfen Sie im Tourenportal der Pfalz.Touristik. Die Seite zum Pälzer Keschdeweg nennt die Landeck nicht als Etappenpunkt, wohl aber den Abstecher zur Madenburg bei Eschbach. Wer die Staufer weiterverfolgen möchte, besucht die Reichsburg Trifels.
Was liegt in der Umgebung der Burg?
Der Landeckverein stellt auf seiner Website mehrere Stationen rund um die Burg vor: den Heidenschuh, das „Schlössel“, die Nikolauskapelle, die Johannaquelle und den Martinsturm, dazu das Kloster Klingenmünster und das Geburtshaus des Dichters August Becker. Das Schlössel gilt in der Forschung als frühere Turmburg Walastede, deren Nachfolgerin die Landeck gewesen sein könnte; belegt ist das nicht, wie auch die Verbindung beider Burgen zum Schutz der Abtei Klingenmünster nur eine Annahme bleibt.
August Becker, der aus Klingenmünster stammte, beschrieb die Ruine 1857 als Burg, die ernst aus dem Kastanienwald schaut. Das Zusammenspiel von Kastanienwald, Burg und Ort prägt die Gegend am Haardtrand bis heute; mehr zur Region steht auf der Seite Südliche Weinstraße.
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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.
Häufige Fragen zur Burg Landeck
Ist die Burg Landeck immer zugänglich?
Nein. Die Pfalz.Touristik nennt Öffnungszeiten von 11 bis 18:30 Uhr mit Dienstag als Ruhetag. Die Brücke ist bis voraussichtlich Anfang November 2026 gesperrt, die Burg bleibt über einen Fußweg erreichbar. Prüfen Sie vorab die Seite des Landeckvereins.
Wie hoch ist der Bergfried genau?
Die GDKE nennt in ihrer Einleitung 25 Meter und im Text 23 Meter. Die Pfalz.Touristik unterscheidet 25 Meter Gesamthöhe und eine Plattform in 23 Metern Höhe. Eine verbindliche Messung nennt keine der Quellen.
Wer ist für die Burg zuständig?
Die Anlage gehört zu den Liegenschaften der GDKE, Direktion Burgen Schlösser Altertümer. Der Landeckverein Klingenmünster, 1881 gegründet, erhält und beschreibt sie; er führt über eine Burg Landeck Gastro-GmbH auch die Gastronomie.
Stimmt die Geschichte von König Dagobert?
Nein, der Gründungsmythos um den Frankenkönig Dagobert I. wurde nach Angaben der GDKE wohl im 16. Jahrhundert erfunden und findet sich auch bei anderen Burgen. Belegt ist die Burg erst seit 1237.
Was ist ein Buckelquader?
Ein Buckelquader ist ein Werkstein, dessen Vorderseite wulstartig vorsteht, während der Rand glatt behauen ist. Das Mauerwerk gilt als typisch für staufische Burgen des 12. und 13. Jahrhunderts und zeigt sich am Bergfried der Landeck besonders gut.
Quellen: GDKE: Burgruine Landeck; Landeckverein Klingenmünster; Landeckverein: Geschichte; Pfalz.Touristik: Burg Landeck; Wikipedia: Burg Landeck (Pfalz). Stand: Oktober 2026.