Burgen & Felsen
Burg Nanstein über Landstuhl: die Festung Franz von Sickingens
Die Burgruine, in der Franz von Sickingen 1523 starb

Kurz gesagt
Burg Nanstein über Landstuhl ist eine Reichsburg aus dem 13. Jahrhundert, die Franz von Sickingen ab 1518 zur Feuerwaffenburg ausbaute und in der er 1523 nach einer Belagerung starb. 1689 endgültig zerstört, steht sie als Ruine unter Verwaltung der GDKE. Sie ist dienstags bis sonntags geöffnet, im Dezember und Januar geschlossen (Stand Oktober 2026).
Was ist die Burg Nanstein, und wer war Franz von Sickingen?
Die Burg Nanstein ist die Ruine einer Höhenburg, die die Stadt Landstuhl überragt. Im 13. Jahrhundert war sie nach der GDKE gesichert eine Reichsburg, im 14. und 15. Jahrhundert teilte sich eine Burggemeinschaft den Besitz; seit 1482 hatten die Herren von Sickingen Anteile. Franz von Sickingen, der „letzte Ritter“, vereinte seit 1518 alle Anteile und baute die Burg für den Kampf mit Feuerwaffen aus. 1523 starb er hier, als eine fürstliche Allianz die Burg belagerte.
Der Burgberg erhebt sich nach der Verbandsgemeinde Landstuhl 80 Meter über der Stadt und bietet einen weiten Blick über Landstuhl bis ins Nordpfälzer Bergland. Die Anlage misst etwa 100 Meter in der Länge und 50 Meter in der Breite. Landstuhl führt den Beinamen Sickingenstadt. Eine weitere große Burg der Westpfalz ist die Burg Lichtenberg bei Kusel.
Wie verlief die Geschichte der Burg bis zur Zerstörung?
Die Ursprünge der Burg liegen nach der GDKE „im Dunklen“; sicher belegt ist, dass sie im 13. Jahrhundert eine Reichsburg war. Als erste urkundliche Erwähnung geben die GDKE und die Stadt Landstuhl das Jahr 1253 an, die Wikipedia nennt 1189. Im 14. Jahrhundert fiel die Burg durch häufige Besitzerwechsel auf, eine Burggemeinschaft mit zahlreichen Gemeinern teilte sie. Die Zeittafel fasst die Etappen zusammen.
| Zeit | Ereignis |
|---|---|
| 13. Jh. | Reichsburg, 1253 (nach GDKE und Stadt) erstmals erwähnt |
| 14./15. Jh. | Burggemeinschaft mit mehreren Besitzern, häufige Wechsel |
| 1482 | Herren von Sickingen erwerben Anteile |
| seit 1518 | Franz von Sickingen alleiniger Besitzer, Umbau zur feuerwaffentauglichen Anlage, großes Rondell |
| 1523 | Belagerung durch Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz, Erzbischof Richard von Trier und Landgraf Philipp I. von Hessen; Sickingen stirbt am 7. Mai |
| ab 1543 | Wiederaufbau zum Renaissanceschloss durch die Nachkommen |
| 1590 bis 1595 | letzte Verstärkungen des Renaissanceschlosses |
| 1668 | Eroberung durch den Kurfürsten von der Pfalz, teilweise Sprengung |
| 1689 | endgültige Zerstörung durch französische Truppen |
| seit 1850er | Freilegung, ab 1869 teilweise Renovierung, später Umgestaltung zum Gartendenkmal |
Nach der Stadt Landstuhl wurde Nanstein durch das größte Artillerieaufgebot der damaligen Zeit sturmreif geschossen; Sickingen, der „rebellische Ritter“, wurde schwer verletzt und starb am 7. Mai 1523. Die GDKE nennt die Anlage eine der frühesten Burgen der Pfalz, die für den Kampf mit Feuerwaffen ausgerüstet wurde; das große Rondell zählte zu den stärksten Geschütztürmen seiner Zeit. Ein Vorgänger der Belagerung war nach der Wikipedia Sickingens gescheiterter Angriff auf das Erzstift Trier im September 1522. Diese Fehde wird oft mit dem Ritteraufstand von 1522/23 verbunden; die offiziellen Quellen führen das nicht aus. Allgemein zu Krieg und Zerstörung der pfälzischen Burgen lesen Sie die Seite Burgengeschichte.

Was sehen Sie in der Ruine?
Dominiert wird die Außenansicht vom wuchtigen, teils wiedererrichteten Geschützturm des frühen 16. Jahrhunderts, den die Stadt Landstuhl „Batterieturm“ nennt. Im Inneren finden Sie vor allem die Schlossbauten des späten 16. Jahrhunderts, Teile der mittelalterlichen Schildmauer und mehrere Felsenkammern. In der sogenannten Sterbekammer Franz von Sickingens zeigt eine Informationsausstellung die Geschichte der Burg, ergänzt seit 2023 durch eine Präsentation im Keller des großen Rondells.
Ein mehrsprachiger Audioguide für Kinder und Erwachsene ist vor Ort erhältlich. Hunde sind an der Leine erlaubt. Aufgrund der historischen Situation ist die Burgruine nach der GDKE nicht barrierefrei zu erschließen. Fotografieren ist innerhalb von GDKE-Liegenschaften nur mit ausdrücklicher Genehmigung erlaubt, für Drohnen gilt ein Genehmigungsvorbehalt. Zur Burg gehört auch eine Sage: Vor der Belagerung soll Sickingen in Gestalt eines Riesen die „Sickinger Würfel“ als Orakel benutzt haben. Die Quader sind in Wahrheit Reste eines römischen Grabmals und stehen heute im Stadtpark Landstuhl, wie die GDKE schreibt.
Die Wikipedia ergänzt Einzelheiten zur Anlage, die in den offiziellen Quellen fehlen und deshalb als Fachliteraturangabe zu lesen sind. Teile der Burg sind in einen rund 15 Meter hohen Felsen aus rotem Sandstein hineingebaut, der ebenfalls Nanstein heißt. Um 1600 hatte das Schloss mit etwa 125 Metern Länge und fast 100 Metern Breite seine größte Ausdehnung und war durch eine gemeinsame Mauer mit der Stadt Landstuhl verbunden. Neunzehn Brunnenschächte sollen bis zu 120 Meter tief auf das Grundwasserniveau geführt haben; die Zahl stammt nur aus dieser Quelle.
Wann ist die Burg Nanstein geöffnet, und was kostet der Eintritt?
Nach der Pfalz.Touristik hat die Burg dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet; montags ist sie außer an Feiertagen geschlossen, im Dezember und Januar ganz. Der letzte Einlass liegt 30 Minuten vor Schließung. Bei Schnee- und Eisglätte kann eine Schließung aus Sicherheitsgründen erforderlich werden; informieren Sie sich dann telefonisch unter 06371 13460. Die Angaben gelten mit dem Stand Oktober 2026.
Im Sommer ist die Burg Kulisse der Landstuhler Burgspiele, von Konzerten und Burgführungen. Die Burgspiele richten die Heimatfreunde Landstuhl e. V. aus: Sie führen jährlich wechselnd bekannte Theaterstücke auf, 2025 etwa „Scaramouche“ mit Premiere am 21. Juni und Aufführungen bis Ende August. Für 2027 liegt kein geprüfter Spielplan vor. Die Burgschänke direkt unterhalb der Ruine hat 70 Innenplätze und etwa 150 Sitzplätze auf der Aussichtsterrasse; ihre Zeiten legt der Betrieb fest. Die Schänke gibt ihre Winterzeiten auf ihrer eigenen Website bekannt.
Wie kommen Sie zur Burg Nanstein?
Mit dem Auto verlassen Sie die A 6 Kaiserslautern–Saarbrücken an der Abfahrt Zentrum Landstuhl und folgen der Beschilderung zur Burg; Parkplätze liegen direkt an der Zufahrt. Mit der Bahn erreichen Sie den Hauptbahnhof Landstuhl, von dort fährt stündlich die Linie 175 zur Burg Nanstein. Zu Fuß führen Treppen am Parkplatz der Zehntenscheune und ein Weg durch den Wald hinauf. Die Stadt Landstuhl empfiehlt den Burg-Nanstein-Weg als Wandervorschlag und kennt einen Weg „Burg Nanstein zum Bärenloch“; Längen prüfen Sie auf deren Seite.
Landstuhl liegt westlich von Kaiserslautern und gehört zur Westpfalz; die Region ist von den Weinorten der Haardt weit entfernt. Zu den Burgen der Pfalz im Überblick führt der Hub Burgen und Felsen der Pfalz. Die politischen Hintergründe, vor denen Sickingen handelte, schildert die Seite Geschichte der Pfalz.
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Häufige Fragen zur Burg Nanstein
Wem gehört die Burg Nanstein?
Die Burg ist eine Liegenschaft der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Burgen Schlösser Altertümer. Die Burgverwaltung Nanstein sitzt in Landstuhl, Telefon 06371 13460.
Wann starb Franz von Sickingen?
Franz von Sickingen starb am 7. Mai 1523 an den Folgen einer schweren Verwundung, die er bei der Beschießung der Burg erlitten hatte. Die GDKE nennt die sogenannte Sterbekammer als Ort einer Informationsausstellung.
Ist die Burg im Winter zugänglich?
Im Dezember und Januar ist die Burg nach der Pfalz.Touristik geschlossen. Im Februar bis November gelten dienstags bis sonntags die Öffnungszeiten von 10 bis 16 Uhr; bei Eis und Schnee kann die Burg auch dann kurzfristig geschlossen sein.
Gibt es einen Audioguide?
Ja, vor Ort ist ein mehrsprachiger Audioguide für Kinder und Erwachsene erhältlich. Er führt unter anderem in die Sterbekammer Sickingens. Ein Preis wird nicht genannt.
Gab es Nanstein vor 1253?
Die GDKE sagt, die Ursprünge lägen im Dunkeln. Die Wikipedia nennt als erste Erwähnung bereits 1189 und verbindet die Burg mit dem staufischen Burgensystem unter Friedrich Barbarossa. Eine zweite Quelle bestätigt das Jahr 1189 bisher nicht.
Quellen: GDKE: Burg- und Schlossruine Nanstein; Verbandsgemeinde Landstuhl: Burg Nanstein; Pfalz.Touristik: Burg Nanstein; Wikipedia: Burg Nanstein. Stand: Oktober 2026.