Burgen & Felsen
Reichsburg Trifels: die Burg der Reichsinsignien bei Annweiler
Reichsinsignien, Löwenherz und Wiederaufbau auf dem Sonnenberg

Kurz gesagt
Die Reichsburg Trifels bei Annweiler am Trifels ist eine Felsenburg im Pfälzerwald, auf der zwischen 1125 und dem Ende des 13. Jahrhunderts immer wieder die Reichsinsignien lagerten und 1193 Richard Löwenherz gefangen war. Heute gehört die teilrekonstruierte Anlage dem Land Rheinland-Pfalz und ist von Februar bis November geöffnet.
Was ist die Reichsburg Trifels?
Die Reichsburg Trifels ist die bedeutendste Burg der Pfalz und eines der wichtigsten Zeugnisse der Zeit von Saliern und Staufern. Sie steht auf dem Sonnenberg oberhalb von Annweiler am Trifels, im Süden des Pfälzerwalds. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) betreut sie als Landesburg; zusammen mit den Nachbarruinen Anebos und Scharfenberg bildet sie die Trifelsgruppe. Nach der Burg heißt die ganze Region Trifelsland.
Der Name wird meist auf den „dreifachen Fels“ zurückgeführt: Die Burg wurde auf einem Buntsandsteinfelsen errichtet, der sich in mehrere Klötze teilt. Mauern, Treppen und Teile des Unterbaus gehen unmittelbar aus dem Fels hervor. Wie bei den meisten Felsenburgen der Region verschmelzen hier Gestein und Mauerwerk; wie es dazu kam, dass Pfälzer Burgen so oft auf Felsen sitzen, erklärt die Seite über die Felsen der Pfalz, die Gründe für die Burgendichte insgesamt die Burgengeschichte.
Welche Geschichte hat der Trifels?
Der Trifels entstand wahrscheinlich in der Mitte des 11. Jahrhunderts und wird erstmals 1081 in einer Urkunde greifbar. Spätestens 1113 gehörte er als Reichsburg den salischen Königen. Seine große Zeit lag im 12. und 13. Jahrhundert unter Saliern und Staufern; die GDKE bezeichnet ihn für die Zeit zwischen 1088 und 1330 als eines der wichtigsten Machtzentren des Reichs. Danach verlor er an Bedeutung, wurde verpfändet und fiel schließlich an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken.
| Zeit | Ereignis |
|---|---|
| Mitte 11. Jahrhundert | wahrscheinliche Anfänge der Burg |
| 1081 | erste schriftliche Erwähnung in einer Urkunde |
| spätestens 1113 | Reichsburg im Besitz der salischen Könige |
| 1125 | Kaiser Heinrich V. beauftragt Herzog Friedrich II. von Schwaben, die Insignien auf dem Trifels zu verwahren |
| 1193/94 | Gefangenschaft des englischen Königs Richard Löwenherz |
| bis Ende 13. Jahrhundert | wiederholt Verwahrung der Reichsinsignien, Nutzung als Staatsgefängnis |
| ab 14. Jahrhundert | Verpfändung an wechselnde Territorialherren, später Pfalz-Zweibrücken |
| 1602 | Blitzschlag, die Burg brennt aus und dient danach als Steinbruch |
| ab 1841 | erste Sicherungen durch das Königreich Bayern |
| 1866 | Gründung des Trifelsvereins, der sich dem Wiederaufbau verschrieben hat |
| um 1940 und in den 1960er Jahren | Teilrekonstruktion in zwei Phasen |
Dass nach dem Brand von 1602 vieles verschwand, hat einen nüchternen Grund: Die Bevölkerung trug die roten Sandsteine ab und baute damit Häuser. Was heute steht, ist deshalb kein mittelalterlicher Originalzustand. Die GDKE spricht von „wechselnden Phasen von Ausbau, Verfall und Wiederaufbau“ und nennt Ringmauer, Torweg, Brunnenturm, Hauptturm und den Sockel des Palas als die Teile mit salischen und staufischen Spuren. Hinzu kommen historisierende Bauten, die im Dritten Reich und danach entstanden. Die Pfalz.Touristik vermerkt ausdrücklich, dass der Wiederaufbau um 1940 und in den 1960er Jahren nach den politisch-ideologischen Vorstellungen der jeweiligen Zeit erfolgte. Wer den Rundgang macht, sieht also ein Geschichtsdokument in mehreren Schichten, nicht eine genaue Rekonstruktion.

Was hat es mit den Reichsinsignien und Richard Löwenherz auf sich?
Auf dem Trifels wurden zwischen 1125 und dem späten 13. Jahrhundert mehrfach die Reichsinsignien verwahrt, also Krone, Zepter, Schwert und Reichsapfel; meist geschah das in Zeiten, in denen ein neuer Herrscher noch nicht gewählt war. Die Originale liegen heute in der Wiener Hofburg. Auf dem Trifels sehen Sie in einer Schatzkammer sorgfältig gefertigte Nachbildungen; die Dauerausstellung „Macht und Mythos“ erzählt außerdem die Geschichte der Burg und ihrer Bauherren.
Berühmtester Gefangener war der englische König Richard Löwenherz, den Kaiser Heinrich VI. 1193/94 festhielt und erst gegen ein hohes Lösegeld freiließ. Wie lange er tatsächlich auf dem Trifels war, ist in der Forschung nur für wenige Wochen sicher belegt; ein Teil der Haft verlief andernorts. Die Geschichte von Blondel, dem Minnesänger, der den König am Gesang erkannt und befreit haben soll, ist dagegen erfunden. Die GDKE nennt sie ausdrücklich die „erfundene“ Befreiung und verweist auf eine ausgeschmückte Erzählung von 1836. Daneben saßen auf dem Trifels weitere Gefangene, etwa der Flottenkommandant Margarito von Brindisi um 1195; ob er geblendet wurde, ist nach der GDKE nicht belegt.
Was erwartet Sie beim Rundgang?
Sie betreten die Burg durch den Torweg; zu den Stationen des Rundgangs zählen Ringmauer, Brunnenturm, Hauptturm und der Palas. In der Schatzkammer sehen Sie die Nachbildungen der Insignien, die Ausstellung „Macht und Mythos“ erklärt die Geschichte der Burg. Der Burgturm bietet eine Aussicht über den Pfälzerwald, wie die Tourismusorganisation Trifelsland hervorhebt. Planen Sie für Burg und Ausstellung etwa eine bis zwei Stunden ein; die genaue Dauer hängt davon ab, ob Sie an einer Führung teilnehmen.
Einige Hinweise der GDKE gelten für alle Landesburgen. Innerhalb der Anlagen dürfen Sie Hunde im Außenbereich an der Leine mitführen, im Inneren sind sie mit Ausnahme von Assistenzhunden nicht erlaubt. Fotografieren ist im Außenbereich für private Zwecke erlaubt, im Inneren nur mit ausdrücklicher Genehmigung; für Drohnen braucht es eine Erlaubnis, die nur in wenigen Ausnahmefällen erteilt wird. Grillen, Feuer, Picknick und das Beklettern von Mauern und Türmen sind nach der Besuchsordnung verboten. Barrierefrei lässt sich der Trifels nach Angabe der GDKE wegen der historischen Situation nicht erschließen.

Wann ist der Trifels geöffnet, und was kostet der Eintritt?
Der Trifels ist von Februar bis November geöffnet, die Zeiten wechseln mit der Jahreszeit. Im Dezember und Januar ist er geschlossen. Der letzte Einlass liegt jeweils eine Stunde vor Schließung. Die Angaben unten stammen von der GDKE (Stand Oktober 2026, geprüft am 27.10.2026).
| Zeitraum | Öffnungstage | Uhrzeit |
|---|---|---|
| 1. Februar bis 14. März | Samstag, Sonntag und Feiertage | 10 bis 17 Uhr |
| 15. März bis 31. Oktober | Mittwoch bis Sonntag und Feiertage | 10 bis 18 Uhr |
| November | Samstag, Sonntag und Feiertage | 10 bis 17 Uhr |
| Dezember und Januar | geschlossen | – |
Der Eintritt beträgt nach der GDKE 6 € für Erwachsene und 5 € ermäßigt, Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren zahlen 3 €, Kinder bis einschließlich 5 Jahre nichts. Die Familienkarte 1 (ein Erwachsener mit bis zu vier Kindern) kostet 6 €, die Familienkarte 2 (zwei Erwachsene mit bis zu vier Kindern) 12 €. Wer die Pfalzcard besitzt, kommt nach Angabe der Pfalz.Touristik frei hinein. Karten gibt es an der Burgkasse und online. Auf der Pfalz.Touristik-Seite zur Burg steht für die Monate März bis Mai ein zusätzlicher Öffnungstag am Dienstag; die GDKE führt ihn nicht auf. Maßgeblich ist die Burgseite der GDKE, im Zweifel hilft ein Anruf beim Burgverwalter.
Regelmäßige Führungen bietet die Burg von Mai bis Oktober jeden Samstag um 13 Uhr an. Sie dauern 60 bis 90 Minuten und kosten 4 € zusätzlich zum Eintritt; Treffpunkt ist das Kastellanhaus. Zum Programm gehören außerdem eine kostenlose App für Entdeckertouren und im Veranstaltungskalender der GDKE ausgeschriebene Aufführungen.
Wie kommen Sie zum Trifels?
Mit dem Auto erreichen Sie die Burg über die A 65 bis zur Anschlussstelle Landau Nord, dann auf der B 10 bis Annweiler West und weiter der Beschilderung folgend. Der Parkplatz Schlossäcker am Fuß des Burgbergs ist gebührenpflichtig. Von dort sind es nach der GDKE 20 Minuten Fußweg bergauf, die Pfalz.Touristik rechnet mit rund 25 Minuten und empfiehlt festes Schuhwerk. Rechnen Sie den Aufstieg unbedingt in die Planung ein, besonders vor der Schließzeit.
Ohne Auto fahren Sie mit der Bahn nach Annweiler am Trifels und nehmen von dort den Bus zur Haltestelle Trifels; die Pfalz.Touristik nennt die Linie 527. Von der Haltestelle sind es nach der GDKE etwa 20 Minuten zu Fuß. Fahrplanauskünfte gibt der Verkehrsverbund Rhein-Neckar. Zu Fuß führt der Weg über den Annweilerer Burgenweg, den Pfälzer Weinsteig und den Mönchsweg zur Burg. Der Annweilerer Burgenweg ist ein zertifizierter Premiumweg von 7,7 Kilometern, der auch Anebos und Scharfenberg verbindet. Er wird auf der Tourenseite der Pfalz.Touristik am 27.10.2026 als wegen einer Wegesperrung geschlossen geführt. Prüfen Sie vor der Tour bei der Tourist-Information in Annweiler, ob der Weg wieder frei ist.
Was gibt es in der Umgebung zu sehen?
Die beiden Schwesterburgen Anebos und Scharfenberg stehen auf dem benachbarten Höhenzug und sind nach Angabe der GDKE ganzjährig und kostenfrei zugänglich. Anebos ist die kleinste und am wenigsten erhaltene der drei Burgen, Scharfenberg, auch „Münz“ genannt, besitzt noch einen Bergfried mit Buckelquadern aus der Zeit vor 1200. Sie wurde 1525 im Bauernkrieg zerstört. Mit Annweiler selbst, der Stadt unter dem Berg, lassen sich Burgbesuch und Stadtrundgang verbinden.
Die Madenburg bei Eschbach liegt nur wenige Kilometer östlich und stand schon im Mittelalter in Beziehung zum Trifels. Wer mehrere Burgen an einem Tag besuchen will, findet Tourenvorschläge auf der Seite zu den Burgenwanderungen, einen allgemeinen Einstieg in den Wasgau auf Wasgau, kürzere Runden unter den Rundwanderungen. Den Überblick über Typen und Verbreitung der Pfälzer Burgen bietet der Hub Burgen und Felsen.
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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.
Häufige Fragen zur Reichsburg Trifels
Wie lange braucht man für einen Besuch auf dem Trifels?
Für Aufstieg, Rundgang und Ausstellung sollten Sie mindestens zwei bis drei Stunden einplanen. Der Fußweg vom Parkplatz dauert 20 bis 25 Minuten pro Strecke, die Besichtigung selbst gut eine Stunde, mit Führung etwas länger.
Kann man auf dem Trifels die echten Reichskleinodien sehen?
Nein, die Originale liegen in Wien. Auf dem Trifels sehen Sie in der Schatzkammer Nachbildungen von Krone, Zepter, Schwert und Reichsapfel.
Ist der Trifels mit Kinderwagen oder Rollstuhl zugänglich?
Nach Angabe der GDKE ist die Burg aus historischen Gründen nicht barrierefrei. Der Fußweg vom Parkplatz steigt an und auf der Burg gibt es historische Treppen; für Kinderwagen ist der Besuch deshalb kaum geeignet.
Darf man Hunde mit auf die Burg nehmen?
Im Außenbereich ja, aber nur an der Leine. Im Inneren der Burg sind Hunde nicht erlaubt, ausgenommen Blinden- und Assistenzhunde.
Ist der Trifels im Winter offen?
Nur teilweise: Im November und von Februar bis Mitte März ist er an den Wochenenden und Feiertagen geöffnet, im Dezember und Januar bleibt er geschlossen. Die Ruinen Anebos und Scharfenberg sind ganzjährig zugänglich, ein Winterdienst findet dort nicht statt.
Quellen: GDKE Rheinland-Pfalz: Burg Trifels (Öffnungszeiten, Geschichte, Eintritt); GDKE: Burgruine Scharfenberg; Pfalz.Touristik: Reichsburg Trifels; Pfalz.Touristik: Annweilerer Burgenweg; Trifelsland (Südliche Weinstraße); Wikipedia: Burg Trifels. Stand: Oktober 2026.