Burgen & Felsen
Burg Diemerstein und Villa Denis bei Frankenstein
Ruine im Glasbachtal mit Villa Denis und Landschaftspark

Kurz gesagt
Die Burgruine Diemerstein liegt am Ausgang des Glasbachtals bei Frankenstein im Pfälzerwald und wird 1216 erstmals über einen Ritter genannt, der sich nach ihr nannte. Sie wurde 1635 zerstört. Darunter steht die Villa Denis, die der Eisenbahnpionier Paul Camille von Denis von 1845 bis 1849 baute. Die Ruine ist nicht frei zugänglich.
Wo liegt Diemerstein und ist die Burg zugänglich?
Die Burg liegt im Ortsteil Diemerstein der Gemeinde Frankenstein im Landkreis Kaiserslautern, etwa zwei Kilometer oberhalb von Frankenstein, kurz vor der Mündung des Glasbachs in den Hochspeyerbach, und rund 600 Meter abseits der Bundesstraße 37 zwischen Neustadt und Kaiserslautern. Die Ruine gehört der Stiftung Technische Universität Kaiserslautern und ist nicht frei zugänglich; Anfragen laufen über das Stiftungshaus Villa Denis (Telefon 06329 989377). Die Ruine ist in die Parkanlage der Villa einbezogen. Zwei Treppenwege führen vom Tal zur Unterburg.
Die Nachbarburg Frankenstein mit ihrem frei zugänglichen Zwinger und der Felstreppe zur Oberburg stellt die Seite Burg Frankenstein vor. Das Gebiet gehört zum östlichen Pfälzerwald, den die Seite Pfälzerwald beschreibt, im Städtedreieck zwischen Kaiserslautern, Neustadt an der Weinstraße und Bad Dürkheim.
Wer waren die ersten Herren von Diemerstein?
1216 wird ein Rudeger genannt, ein Edelfreier oder Ministeriale, der sich nach der Burg nannte; 1217 erscheinen Nebelung und der Kreuzfahrer Rudiger von Diemerstein. In diesem Jahr gab es einen Streit mit dem Zisterzienserkloster Otterberg, der mit Hilfe des Grafen Friedrich II. von Leiningen beigelegt wurde. 1221 übertrugen Nebelung und Berthold von Dirmstein Patronatsrechte in Hochspeyer an den Bischof von Worms. 1248 ist die bereits bestehende Burg erstmals urkundlich erwähnt; den Bau vermutet man zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Zu Klöstern in der Pfalz siehe die Seite Klöster und Abteien in der Pfalz.
1250 war die Burg im Besitz der Raugrafen, die sie nicht bewohnten, sondern verwalten ließen. Sie gehörten zu ihr: die Dörfer Fischbach und Diemerstein, eine Mühle im Glastal und ein großer Waldbezirk. Um 1277 bis 1281 setzte Raugraf Heinrich den Ritter Gundelmann von Saarbrücken als Burgmann ein. 1337 besetzte Ritter Bechthold von Flomborn die Burg in einer Fehde mit Raugraf Heinrich und dessen Sohn; sie wurde durch Vermittlung des Raugrafen Georg von Altenbaumburg zurückgegeben. 1343 beziehungsweise 1346 setzte Raugraf Philipp von Neuenbaumburg Beamte und Förster ein und gewährte den Augustiner-Chorfrauen von Fischbach Wald- und Weiderechte bis 1557.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1216 | erste Erwähnung über Rudeger, der sich nach der Burg nennt |
| 1248 | Burg erstmals urkundlich erwähnt |
| 1357 | Raugraf Philipp verpfändet die Hälfte für 1.000 Pfund Heller an Kuno II. von Falkenstein |
| 1409 | zehn Ganerben schließen einen Burgfrieden |
| 1417 | Burgfriedensbrief, Halsgraben erstmals erwähnt |
| 1521 bis 1522 | Ulrich von Hutten wohnt auf der Burg |
| 1618 | Verkauf für 17.000 Gulden an Kurfürst Friedrich V. |
| 1635 | Zerstörung durch kroatische Reichstruppen |
| 1845 bis 1849 | Bau der Villa Denis |
| 1847 | Wiederherstellung von Ringmauer, Treppen und Felsgang |
Wie wurde aus der Burg eine Ganerbenburg?
1357 verpfändeten Raugraf Philipp und seine Frau die Hälfte von Burg und Herrschaft für 1.000 Pfund Heller an Kuno II. von Falkenstein, mit Wiedereinlösungsrecht. 1380 verwalteten Amtleute des Erzbischofs die Burg, zunächst Johann Schilling, später Hertwyn Eckbrecht von Dürkheim. Nach dem Tod Kunos 1388 war die Burg im Folgejahr kurzzeitig wieder raugräflich. 1392 besaß Simon Zollner aus Kaiserslautern ein Diemersteiner Erbburglehen. Die Burg trägt die Adresse Diemerstein 9, 67468 Frankenstein. Nach 1397 verpfändete oder veräußerte Raugraf Otto die Besitzungen nach und nach; 1401 überließ er seinem Schwager Philipp von Daun das restliche Viertel als Mitgift. 1409 schlossen zehn Ganerben einen Burgfrieden und bestimmten einen gemeinsamen Baumeister. Philipp von Daun und neun weitere Anteilseigner hielten zusammen drei Viertel der Burganteile als Lehen.
1417 verkaufte oder verpfändete Philipp von Daun seinen Anteil für 250 Mainzer Gulden an die Kurpfalz; der Burgfriedensbrief beschreibt den Geltungsbereich genau, vom Felsen über Weiher und Bäche bis zu Bergen und Quellen, und erwähnt erstmals den Halsgraben. 1425 verkaufte Rudolf von Zeiskam seine drei Achtel an Kurfürst Ludwig, womit die Kurpfalz fünf Achtel besaß. 1456 erwarb Pfalzgraf Friedrich I. ein weiteres Achtel, sodass die Kurpfalz drei Viertel hielt, das restliche Viertel verblieb bei den Herren von Weingarten. 1478 beschwor man einen weiteren Burgfrieden mit einer Bauumlage, dem „buwgelt“. 1426 überließ Philipp von Daun seinem Schwiegersohn Johann von Brechungen das Nutzungsrecht, die Daun schieden damit aus den Ganerben aus. Am Ende des 15. Jahrhunderts brachte Anna von Weingarten den Familienanteil als Mitgift an Hans Bonn von Wachenheim; 1499 beschworen er mit einem Viertel und Kurfürst Philipp mit drei Vierteln einen Burgfrieden. 1537 bereinigte man das Verhältnis zum Nonnenkloster Fischbach. Die Kurpfalz stellt die Seite Kurpfalz dar.

Wohnte Ulrich von Hutten auf Diemerstein?
Ja: Von Oktober 1521 bis Mai 1522 wohnte der Reformer und Parteigänger Franz von Sickingens, Ulrich von Hutten, auf der Burg. Zu dieser Zeit gehörte sie der Familie Bonn von Wachenheim. Nach dem Tod des Hans Bonn von Wachenheim 1511 war ein Erbstreit entstanden, den man 1512 beilegte. 1527 verlieh der Pfalzgraf den kurpfälzischen Dreiviertelanteil an Christoph Bonn von Wachenheim, der nun die ganze Burg besaß. Im September 1618 verkaufte die Familie alle Rechte für 17.000 Gulden an Kurfürst Friedrich V., der sie seinem Bruder Pfalzgraf Ludwig Philipp überließ.
Wann wurde Diemerstein zerstört?
Im Dreißigjährigen Krieg besetzten 1621 und 1622 spanische Truppen die Burg. 1635 zerstörten kroatische Reichstruppen sie zusammen mit Kaiserslautern, Hochspeyer und Fischbach; ein Wiederaufbau erfolgte nicht. 1707 gehörten Ruine und Wald den Grafen von Wartenberg. In der Franzosenzeit zog man sie als Nationalgut ein und versteigerte sie an Privatpersonen. 1845 kam es zu einer Umgestaltungsphase, bei der der ebenerdige Eingang zum Bergfried einbrach; 1847 wurden Ringmauer, Treppenanlagen und Felsgang wiederhergestellt.
Was ist von der Burg erhalten?
Die ursprüngliche Gestalt ist unbekannt, weil es keine zeitgenössischen Abbildungen oder Baunachrichten gibt. Die Anlage besteht aus einer älteren Oberburg und einer jüngeren Unterburg, die den Burgfelsen an drei Seiten umschließt, auf einer schmalen Felsbarre am Ende eines Ausläufers des Schlossbergs. Ein Halsgraben trennt den Rücken und ist teilweise verschüttet. Der Bergfried ist ein quadratischer Turmstumpf auf der westlichen, schmaleren Hauptangriffsseite, aus Buckelquadern des 13. Jahrhunderts, ohne Zangenlöcher; sein ursprünglicher Eingang lag im ersten Obergeschoss an der Nordseite. Eine jüngere Bruchsteinmauer aus dem 14. oder 15. Jahrhundert umschließt ihn auf drei Seiten.
Vom Wohnbau sind das offene Kellergeschoss, eine Schießscharte und eine wiedererrichtete Rundbogentür erhalten. Der runde Treppenturm des 16. Jahrhunderts war wohl dreigeschossig und verband den westlichen Wohnbau mit der größeren, abgegangenen östlichen Bebauung; er besitzt ein gotisches Türgewände und je zwei Fenster und Schießscharten für Feuerwaffen. Im Norden und Osten verläuft seit dem 19. Jahrhundert eine Mauer mit Bogenfries und Zinnen. Ein Felsgang schneidet das Oberburgmassiv tunnelartig von Süd nach Nord durch. An der Nordseite der Unterburg führt eine eiserne Tür aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer Wendeltreppe im Fels. Mehr aufgehendes Mauerwerk gibt es in der Unterburg kaum, obwohl ihre Fläche groß ist; eine urkundlich erwähnte Schmiede verschwand durch Planierungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Ruine ist ein gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz Rheinland-Pfalz, das Denkmalverzeichnis nennt Ringmauerreste der Unterburg, den Bergfried des 13. Jahrhunderts und Reste eines Wohnhauses des 16. Jahrhunderts. Zum Vergleich mit anderen Anlagen siehe die Seite Warum hat die Pfalz so viele Burgen?.
Wer baute die Villa Denis und wofür wird sie genutzt?
Paul Camille von Denis, Ingenieur, königlicher Baurat und Erbauer der Ludwigsbahn, erwarb mit Erlaubnis König Ludwigs I. von Bayern Burg und Baugrund und ließ von 1845 bis 1849 die Villa errichten. Es ist eine historistische Villa mit italienischen Einflüssen und klassizistischer Innenausstattung; im Denkmalverzeichnis steht sie als klassizistische Baugruppe mit Belvedereturm. Wand- und Deckenmalereien stammen aus dem Umkreis von Johann Baptist Schraudolph und Joseph Anton Schwarzmann, die im Auftrag Ludwigs I. arbeiteten; sie zeigen heimische Schmetterlinge und Vögel, den Dom zu Speyer und Burgenmotive. Den Wald ringsum gestaltete Denis zu einem Park um und bezog die Ruine im Sinne der Romantik ein.
Seit 2007 nutzt die Stiftung für die TU Kaiserslautern die Villa als Tagungszentrum; das Haus ist heute ein Stiftungshaus der RPTU Kaiserslautern-Landau. Der Landschaftsgarten ist nur noch ansatzweise erkennbar.
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Häufige Fragen zu Burg Diemerstein und Villa Denis
Kann man die Burg Diemerstein besichtigen?
Die Ruine ist nicht frei zugänglich; sie gehört der Stiftung Technische Universität Kaiserslautern. Anfragen richtet man an das Stiftungshaus Villa Denis.
Wann wurde die Burg zerstört?
1635, durch kroatische Reichstruppen, zusammen mit Kaiserslautern, Hochspeyer und Fischbach. Sie wurde nicht wieder aufgebaut.
Wer war Paul Camille von Denis?
Ingenieur und Eisenbahnpionier, königlicher Baurat und Erbauer der Ludwigsbahn. Er ließ die Villa von 1845 bis 1849 bauen.
Wohnte Ulrich von Hutten auf Diemerstein?
Ja, von Oktober 1521 bis Mai 1522.
Wofür dient die Villa Denis heute?
Seit 2007 als Tagungszentrum der Stiftung für die TU Kaiserslautern.
Passend dazu: Ebenfalls im Umland von Kaiserslautern liegt die Burgruine Beilstein.
Quellen: KuLaDig: Burgruine Diemerstein bei Frankenstein; KuLaDig: Villa Denis in Diemerstein; Pfalz.Touristik: Burgruine Diemerstein; Pfälzisches Burgenlexikon, Band 1 (Keddigkeit u. a. 2007). Stand: Oktober 2026.