Burgen & Felsen
Burg Drachenfels bei Busenberg: Felsenburg im Wasgau
Felsenburg auf zwei Sandsteinriffen mit Drachenritzung

Kurz gesagt
Die Burgruine Drachenfels bei Busenberg steht auf zwei schmalen Buntsandsteinfelsen im Dahner Felsenland, rund 367 Meter über dem Meer. Sie wurde um 1200 gegründet, 1523 nach Franz von Sickingens Niederlage zerstört und ist seither Ruine. Das Torturmgeschoss, Felsenkammern, Treppen und der Burgbrunnen sind ganzjährig frei zugänglich.
Wie kommt man zur Burgruine Drachenfels?
Die Ruine liegt etwa einen Kilometer Luftlinie südlich der Ortsgemeinde Busenberg im Landkreis Südwestpfalz, unmittelbar an der Grenze zu Frankreich. Von der Ortsmitte führt der Weg über die B 427 und die Abfahrt zum Weißensteiner Hof. Unterhalb der Burg stehen kostenlose Plätze auf dem Wanderparkplatz der Drachenfelshütte bereit. Die Burg ist ganzjährig zugänglich, Eintritt wird nicht erhoben. Eine Auskunft erteilt die Tourist-Information in Dahn, Schulstraße 29, Telefon 06391 9196222.
Mehrere markierte Wege führen zur Burg. Die Drachenfels-Tour ist ein Rundweg von rund 5,4 Kilometern, der am Hexenplätzel in Busenberg beginnt und überwiegend auf Wirtschaftswegen ohne große Anstiege verläuft. Der Busenberger Holzschuhpfad beginnt ebenfalls am Hexenplätzel, misst 24,2 Kilometer und führt unter anderem zum Löffelsberg, zum Schlüsselfels mit Blick auf Burg Berwartstein und zum Sprinzelsfelsen; die Ruine Drachenfels und die Drachenfelshütte sind Stationen. Auch der Bären-Steig und der Felsenland Sagenweg führen am Drachenfels vorbei. Die Landschaft rund um die Burg beschreibt die Seite Dahner Felsenland, die Wanderregion die Seite Wasgau.
Die Drachenfelshütte in Busenberg, Teichstraße 17, ist eine Hütte der Ortsgruppe Busenberg des Pfälzerwald-Vereins und liegt unmittelbar an Holzschuhpfad, Sagenweg und Bären-Steig. Sie ist bewirtschaftet, mittwochs, samstags sowie sonn- und feiertags; da sich die Zeiten kurzfristig ändern, ruft man vorher unter 06391 3877 an. Hütten und ihre Bewirtung stellt die Seite Pfälzer Hütten vor.
Wer baute den Drachenfels, und wem gehörte er?
Die Burg entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts als Felsenburg auf zwei lang gestreckten Buntsandsteinfelsen, dem Drachenfelsen, inmitten des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Sie diente vor allem dem Schutz der ausgedehnten Besitzungen des Klosters Klingenmünster; das Kloster und den Ort beschreibt die Seite Klingenmünster. Die Anfänge sind weitgehend unbekannt. Erstmals wird 1245 der Niederadelige Walter von Drachenfels mit der Burg genannt, der sie als Lehen vom Kloster Klingenmünster erhielt.
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde die Burg bei Streitigkeiten der Ritter von Drachenfels mit den Städten Hagenau und Straßburg geplündert und verwüstet. Die Stadt Straßburg zahlte den Rittern kurz darauf Entschädigung, doch 1335 warf man den Burgherren Raubritterei vor und Straßburg rückte militärisch gegen sie aus. Die Zerstörungen waren so schwer, dass die Herren von Drachenfels nach und nach Teile der Burg verkauften. 1344 gelangte die Anlage an die Grafen von Zweibrücken, die sie dem Pfalzgrafen als Lehen antrugen. In den folgenden Jahrzehnten wurden Teile mehrfach weiterverliehen oder verpfändet; nach dem Aussterben der Grafen von Zweibrücken kam die Burg 1394/1395 an die Seitenlinie Zweibrücken-Bitsch. 1398 erhielt das Rittergeschlecht der Eckbrecht von Dürkheim die gesamte Anlage als Afterlehen.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| um 1200 | Bau der Burg auf dem Ostfelsen, Halsgraben im Westen |
| 1245 | Walter von Drachenfels erhält die Burg als Lehen von Klingenmünster |
| 1335 | Militäraktion Straßburgs gegen die Burgherren |
| 1344 | Grafen von Zweibrücken übernehmen die Burg |
| 1398 | Eckbrecht von Dürkheim als Afterlehensträger |
| 1463 | Gründung der Heilig-Geist-Gesellschaft der Reichsritter |
| 1510 | bis zu 25 Ganerben auf der Burg |
| 1523 | Zerstörung durch kurfürstliche Truppen |
| ab 1901 | erste Sicherungsarbeiten |
Was ist eine Ganerbenburg, und welche Rolle spielte Franz von Sickingen?
Unter den Eckbrecht von Dürkheim entwickelte sich der Drachenfels zur Ganerbenburg, einer Burg, auf der mehrere Familien zugleich wohnen. 1510 lebten bis zu 25 Gemeiner, wie die Mitbesitzer hießen, auf der Burg; urkundlich belegt ist darunter der Reichsritter Franz von Sickingen. Die Burg wurde deshalb erweitert. Das erklärt auch die starke Untergliederung der Wohngebäude: Die vielen Türanschläge und Schwellen markieren die getrennten Besitzzonen der Familien.
Einige Gemeiner gehörten der 1463 gegründeten oberrheinischen Reichsritterschaft an, der Heilig-Geist-Gesellschaft, die gegen den Bedeutungsverlust der Ritter im Reich kämpfte. Die Burg diente dieser Gesellschaft als Versammlungsort. Franz von Sickingen war ihr führendes Mitglied und später Hauptmann der Gemeiner. Aus Sicht der Reichsfürsten war der Drachenfels damit ein gefährlicher Stützpunkt des Niederadels.
Nach Sickingens gescheitertem Feldzug gegen den Trierer Erzbischof, dem sogenannten Pfaffenkrieg, und seinem Tod 1523 verbündeten sich die gegnerischen Fürsten und ließen seine Besitzungen zerschlagen. Kurfürstliche Truppen plünderten die Burg Drachenfels, brannten sie nieder und schleiften sie. Der Wiederaufbau wurde untersagt, und die umliegenden Gemeinden nutzten die Ruine in den folgenden Jahren als Steinbruch. Mit Sickingen verbindet die Pfalz auch die Landstuhler Nanstein; die Burg beschreibt die Seite Burg Nanstein.
Wie ist die Burg aufgebaut?
Die Anlage steht auf einem schmalen, insgesamt rund 150 Meter langen und zweigeteilten Felsenriff aus Ost- und Westfelsen. Der Fels wurde in die Konstruktion einbezogen: Auf der Nordseite waren deshalb nur geringe Schutzbauten nötig, zahlreiche Wohn- und Funktionsräume, Gänge und Treppen sind unmittelbar aus dem Sandstein gemeißelt. Wegen des Geländes erstreckt sich die Burg über drei Ebenen, die Unterburg, eine Zwischenebene und die Oberburg.
Es lassen sich zwei Hauptbauphasen unterscheiden. Um 1200 entstand auf dem Ostfelsen die ursprüngliche Burg, westlich davon wurde ein Halsgraben angelegt. Die Bebauung des Westfelsens, die Überbauung des Halsgrabens und der Ausbau zur Kanonenburg folgten im 15. Jahrhundert, vermutlich ab 1463; Anlass war die wachsende Zahl der Ganerben. Gegen Ende des Jahrhunderts wurden Halsgraben und Westfelsen über- und bebaut, Turmplattformen verstärkten die Wehranlagen, und die Nordseite des Halsgrabens erhielt ein halbrundes Geschützrondell mit einer rund 6 Meter hohen Abschlusswand samt Geschütz- und Schießscharten. Sie ist noch heute zu sehen.
Der Burg vorgelagert waren eine Ringmauer sowie ein nach Südosten gerichteter Zwinger mit äußerem Burgtor. Der Keller und ein Ringwall sowie ein breites Plateau im Süden deuten auf eine mögliche Vorburg außerhalb der mittelalterlichen Ringmauer. Die Sanierungsarbeiten konnten allein an der Unterburg 11 Bauphasen nachweisen; der Kellereingang eines Gebäudes westlich des Torturms ist auf das Jahr 1515 datiert.
Was ist vom Torturm und der Unterburg erhalten?
Durch einen langen Torbau gelangt man in die Anlage. Um das Jahr 1500 entstand hinter dem Zwinger der große, mindestens dreigeschossige Torturm aus Buckelquadern, der den ältesten Zugang umgestaltete. Er war etwa 17 Meter hoch und hat Mauern von 3 bis 8 Meter Stärke. Im Erdgeschoss verlief die dreigeteilte, verriegelbare Torgasse zur Unterburg. Im ersten Obergeschoss lagen ein quadratischer Raum mit Schlitzscharte und ein Treppenerker, der die oberen Etagen erschloss. Das zweite Obergeschoss diente wohl als großräumiger Gang zu den drei Feldseiten, die obere Wehrplattform trug Brüstungsmauer und Zisterne. Heute sind zwei Geschosse erhalten. Östlich des Torturms stehen Reste eines Torzwingers, einer Barbakane, und des äußeren Burgtors; sie gehören zur jüngsten Bauphase.
Die Unterburg lag südlich unterhalb des Ostfelsens und war mit stark untergliederten Wohn- und Wirtschaftsgebäuden bebaut, teils unterkellert. Sie besaß Felsenkammern, die unter anderem als Wachstuben dienten, und einen mindestens dreigeschossigen Flankierungsturm mit rund 2 Metern dicken Mauern. Gebäudereste sind nur an der Südseite des Felsplateaus erhalten. Der Burgbrunnen liegt im Keller des Ostgebäudes und ist noch vorhanden. Er war ursprünglich wohl von einem Schutzgebäude umgeben, das man beim Bau des Kellergewölbes im 15./16. Jahrhundert aufgab. Ein in den Fels geschlagenes Auflager und die Ostmauer zeugen von der Befestigung eines Laufrades in der Brunnenkammer.
Auf der Südseite des Ostfelsens stand ein zweiter, älterer Torbau mit mindestens drei Geschossen, der zunächst als Tordurchfahrt diente; das Obergeschoss war vermutlich die Burgkapelle. Eine Zugbrücke, genauer eine Zugtreppe, verband ihn nach Westen mit dem Halsgraben.
Wie sah die Oberburg aus, und woher kommt der Name?
Von der Unterburg führten absperrbare Felsentreppen zunächst auf eine Zwischenebene im Osten, die Ostterrasse, die mit Holzgebäuden bebaut war. Von dort ging es auf weiteren absperrbaren Felsentreppen etwa 30 Meter hinauf zu den Felsplateaus westlich und östlich des Burgfelsens, auf denen die Oberburg thronte. Beide Plateaus trugen kleinere, teils mehrgeschossige Holz- und Steinbauten, Felsenkammern, Gänge und Treppen, sodass die Bauten den Felsen ringförmig umgaben. Balkenkanäle und Balkenlöcher zeigen das bis heute an allen Seiten des Burgfelsens.
Der rund 12 Meter hohe Burgfelsen selbst diente als Bergfried und überragte alle anderen Teile. Er trug eine Zisterne, in die sich die Bewohner bei einer Belagerung zurückziehen konnten. Der Felsen ist weithin sichtbar und heißt im Volksmund „Backenzahn“. Ein Drache, nach dem die Burg benannt ist, ziert die Westwand des Ostfelsens: Neben den Balkenlöchern eines überbauten Gebäudes im ehemaligen Halsgraben ist im Sandstein eine grobe Felsritzung eines Drachens zu erkennen. Die Löcher dienten der Halterung von Holzbalken. Die Umrisse der Figur sind in die östliche Wand der Kernanlage eingeritzt und später teilweise beschädigt worden.
Der Westfelsen wurde im 15. Jahrhundert wie der Ostfelsen mit Unter- und Oberburg bebaut. Seine Unterburg trug kleinere Gebäude und im Südosten eine eigene Toranlage, einen Flankierungsturm mit Maulscharten; eine kleine Treppenspindel und Felsentreppen führten zur Oberburg. Erhalten sind hier nur Reste eines Aufgangs, einer Wachstube und des Flankierungsturms an der Südseite sowie Reste eines Treppenspindelturms im Osten.

Was wurde gesichert, und welchen Schutz genießt die Ruine?
Die Burgruine Drachenfels ist ein nach dem Denkmalschutzgesetz Rheinland-Pfalz eingetragenes Kulturdenkmal und als Denkmalzone ausgewiesen. Das Denkmalverzeichnis des Landkreises Südwestpfalz beschreibt sie als um 1200 gegründet, 1523 zerstört und seither Ruine, mit Ober- und Unterburg; als Bestand nennt es Gebäudereste der Unterburg mit Torbau, Unterbau eines Turms aus dem 13. Jahrhundert und einem langgestreckten Keller, Ringmauerreste, den Stumpf eines runden Turms aus wohl dem 15. Jahrhundert sowie die zur Oberburg führenden Treppen. Es führt sie als charakteristische Felsenburg des Wasgaus.
Erste Sicherungs- und Erhaltungsarbeiten erfolgten ab 1901. 1903 ergänzte man den Torturm um zwei zuvor abgegangene Rundbogenportale. Seit 1990 wurden mehrere Sanierungen durchgeführt, unter anderem an zwei Türmen, an der Zwingeranlage sowie an Mauern und Gebäuden der Unterburg. Erhalten sind im Bereich der älteren Unterburg auf dem Ostfelsen zahlreiche Gebäudefragmente aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, darunter die Toranlage mit Torturm, Fragmente einer Reitertreppe, ein langgestreckter Keller mit Brunnenanlage, Reste von Ringmauer und Flankierungsturm, die Felsentreppen zur Oberburg und Teile des Burgfelsens mit Zisterne. Die jüngere Anlage auf dem Westfelsen ist deutlich schlechter erhalten.
Wer weitere Burgen der Gegend sehen will, findet sie auf den Seiten Burgen im Wasgau und Dahner Burgen. Die benachbarte Burg Berwartstein beschreibt die Seite Burg Berwartstein, die Felsformationen der Umgebung die Seite Felsen in der Pfalz.
Was sieht man vom Drachenfels aus?
Von der Ruine reicht der Blick in allen Richtungen über das Dahner Felsenland und das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Die Felsrücken, die Wälder und die Felsentürme der Umgebung bestimmen das Bild; die Seite Klettern im Felsenland erklärt, wie diese Felsen zum Klettersport genutzt werden.
Der Ort Busenberg selbst trägt Spuren der Burg: Die Busenberger Kirche wurde zum Teil aus Steinen der Ruine gebaut, und 1778 errichtete Franz Christoph Eckbrecht von Dürkheim, ein Nachfahre der Burgherren, im Dorf mit Steinen vom Drachenfels ein Herrenhaus, das Schlösschen. So blieb das Baumaterial der Burg im Ort erhalten, auch nachdem die Gemeinden sie als Steinbruch genutzt hatten.
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Häufige Fragen zum Drachenfels bei Busenberg
Kostet der Besuch Eintritt?
Nein. Die Burgruine ist ganzjährig frei zugänglich, ein Wanderparkplatz an der Drachenfelshütte ist kostenlos.
Wie lang ist der Rundweg von Busenberg zum Drachenfels?
Die Drachenfels-Tour misst rund 5,4 Kilometer und beginnt am Hexenplätzel in Busenberg. Sie führt auf Wirtschaftswegen und hat keine großen Anstiege.
Warum heißt die Burg Drachenfels?
Im Sandstein der Westwand des Ostfelsens ist eine grobe Felsritzung eines Drachens zu erkennen. Der Burgfelsen heißt im Volksmund außerdem „Backenzahn“.
Wann wurde die Burg zerstört?
1523, nach Franz von Sickingens gescheitertem Pfaffenkrieg und seinem Tod. Kurfürstliche Truppen plünderten, brannten und schleiften die Burg; der Wiederaufbau wurde untersagt.
Was ist am besten erhalten?
Der Torturm mit der Toranlage, der langgestreckte Keller mit dem Burgbrunnen, Ringmauerreste, die Felsentreppen zur Oberburg und der Burgfelsen mit Zisterne.
Quellen: KuLaDig: Burgruine Drachenfels bei Busenberg (SGD Süd); Pfalz.Touristik: Burgruine Drachenfels; Verbandsgemeinde Dahner Felsenland: Wanderwege; Pfälzisches Burgenlexikon, Band 1 (Keddigkeit/Burkhart/Übel 2007). Stand: November 2026.