Burgen & Felsen
Burgruine Elmstein (Elbenstein): Schildmauer über dem Dorf
Pfalzgräfliche Burg mit fast 20 Meter hoher Schildmauer

Kurz gesagt
Die Burgruine Elmstein, in Urkunden Elbenstein genannt, überragt das Dorf Elmstein im Pfälzerwald auf einem Felssporn in etwa 290 Metern Höhe. Pfalzgräfliche Gründung um 1200, bis zum Pfälzischen Erbfolgekrieg bewohnt: Von der Burg stehen eine fast 20 Meter hohe Schildmauer und Felsenräume. Die Ruine ist in Privatbesitz.
Kann man die Burgruine Elmstein besichtigen?
Die Burgruine Elmstein ist in Privatbesitz und nicht frei zugänglich. Besichtigungen sind nur nach vorheriger Anfrage per E-Mail bei den Eigentümern möglich, Kontakt über info@burg-elbenstein.de. Die Adresse lautet Burgweg, 67471 Elmstein. Von außen ist die Ruine als Wahrzeichen über dem Dorf zu sehen: Die Schildmauer prägt das Ortsbild, das Denkmalverzeichnis führt die Burg deshalb als Denkmalzone auf und nennt sie ortsbildprägend.
Das Dorf Elmstein liegt im Speyerbachtal im Herzen des Pfälzerwalds und ist Ausgangspunkt des Elmsteiner Tals, das die Seite Elmsteiner Tal beschreibt. Frei zugänglich sind die Ruinen weiter östlich im Tal, Erfenstein, Breitenstein und Spangenberg. Zur Bahn dorthin führt die Seite Kuckucksbähnel.
Wer gründete die Burg Elmstein?
Die frühe Geschichte ist unbekannt, das gilt für das Baujahr ebenso wie für die ursprünglichen Besitzer. Erst im 13. Jahrhundert wird es heller. Um 1212 erscheint in einer Urkunde Eckebertus pincerna de Elbestein, ein Schenk als Ministeriale, der sich nach der Burg nannte; ein pincerna ist ein Mundschenk. 1251 folgt ein Embercho de Elbinstein, 1253 schenkt ein Emercho, genannt der Schenk von Elbenstein, dem Kloster Otterberg Weinberge in Deidesheim und räumt Weiderechte auf dem Elbensteiner Gebiet ein. Bis ins 14. Jahrhundert werden die Schenken als Schlichter und Zeugen genannt, mit Verbindungen nach Eußerthal, Zweibrücken und ins Elsass. Da 1229 Pfalzgraf Otto als Lehnsherr der Schenken von Elmstein auftrat, ist eine pfalzgräfliche Gründung Ende des 12. oder zu Beginn des 13. Jahrhunderts anzunehmen. Das Denkmalverzeichnis nennt die Gründung im 12. Jahrhundert durch Pfalzgraf Konrad.
Gebaut wurde der Elbenstein als repräsentativer Verwaltungsbau. Im 12. Jahrhundert stand er im Mittelpunkt eines heterogenen Güterkomplexes im Gebiet der Pfalzgrafen bei Rhein. Mit einem Geleitrecht, einem Wegezoll oder dem Wegenetz um Johanniskreuz hängt der Baubeginn nicht zusammen: Das kurfürstliche Geleit endete noch im 15. Jahrhundert in Elmstein. Die Wege der Gegend beschreibt die Seite Johanniskreuz.
Wie wechselten Besitzer und Pfandherren?
Die Burg blieb nicht auf Dauer in der Hand der Herren von Elmstein. Schon vor dem Aussterben des Geschlechts im 14. Jahrhundert gab es zahlreiche Verpfändungen und Unterverpfändungen. Teile der pfalzgräflichen Burg samt weitläufiger Wälder waren wohl seit der Mitte des 13. Jahrhunderts im Pfandbesitz der Grafen von Zweibrücken, die sie ihrerseits weiterverpfändeten. 1284 bestätigten Jakob genannt Stangen und Walter genannt Kisteln, dass die Zweibrücker die Burg aus der Pfandschaft gelöst hatten. 1291 kam sie wieder in den Alleinbesitz der Pfalzgrafschaft, als Walram von Zweibrücken seinen Burganteil verkaufte. Zu dieser Zeit bestätigte der Pfalzgraf dem Kloster Otterberg die erstmals 1253 belegten, umstrittenen Wald- und Weiderechte im Elmsteiner Forst; die letzte Erwähnung stammt von 1399.
Im Mittelalter war eine Burg auch Spekulationsobjekt. 1315 diente die Burg König Ludwig dem Bayern als Pfalzgraf als Sicherheit in einem Rechtsgeschäft mit Graf Jofried von Leiningen. Vierzehn Jahre später konnte er sie im Hausvertrag von Pavia seinem Vetter Ruprecht I. unbelastet überlassen. Ruprecht belehnte sofort Graf Simon von Zweibrücken-Bitsch, der sie bis 1354 hielt. Von 1376 bis 1395 besaß Graf Johannes von Sponheim den Elmstein als pfalzgräfliches Mannlehen. Er überließ die Verwaltung Amtleuten, 1418 Gerhard von Flörsheim und 1430 Meinrad von Koppenstein, musste aber dem Pfalzgrafen die Burg jederzeit öffnen. Nach dem Aussterben der Sponheimer fiel sie 1437 an Kurpfalz zurück; man belehnte, wie 1427 versprochen, Heinrich von Zeiskam.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| um 1212 | Eckebertus de Elbestein als erster nach der Burg benannter Ministeriale |
| 1229 | Pfalzgraf Otto als Lehnsherr der Schenken |
| 1291 | Pfalzgrafschaft wieder Alleinbesitzer |
| 1329 | Hausvertrag von Pavia, Burg an Ruprecht I. |
| 1376 bis 1395 | Graf Johannes von Sponheim als Lehnsmann |
| 1437 | Heimfall an Kurpfalz |
| 1466 | Erhart von Remchingen investiert 600 Gulden |
| 1525 | Bauernkrieg: Burg geplündert und niedergebrannt |
| nach 1688 | Burg unbewohnbar |
| 2017/18 | Sondierung und Bauaufnahme |
Wann wurde die Burg zerstört?
Nach 1437 folgten erneut Verpfändungen. 1466 erhielt Erhart von Remchingen die Burg und investierte 600 Gulden in Unterhalt und Ausbau. Nach einem vorübergehenden Heimfall an Kurfürst Philipp bekam 1492 Heinrich von Pack die Burg und investierte mit Erlaubnis 400 Gulden; 1516, vielleicht 1513, folgte sein Sohn Albrecht von Pack. Wofür das Geld verwendet wurde, ist nicht überliefert.
Im Bauernkrieg nahm 1525 der elsässische Kolbenhaufen die Burg ein, plünderte sie aus und brannte sie nieder. Nach rascher Schadensbehebung bewirtschaftete und bewohnte Albrecht von Pack sie wieder. Nach seinem Tod 1545 hielt sie bis 1559 Hans Leiser von Lambsheim der Jüngere als pfalzgräfliches Lehen. Von da an blieb sie bis zum Ende des Alten Reiches im kurpfälzischen Besitz. Ob sie schon im Dreißigjährigen Krieg zusammen mit Elmstein, Appenthal und Iggelbach Schaden nahm, ist urkundlich nicht belegt. 1699 wird sie letztmals indirekt erwähnt und könnte im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688 bis 1697) ihr Ende gefunden haben; ein Wiederaufbau unterblieb. Das Denkmalverzeichnis nennt als Zerstörungsjahr 1525 oder 1688.
Das Ende der Burg lässt sich an Funden ablesen. Schriftzüge, Verzierungen und Zahlen auf den Mundstücken von Tonpfeifenresten zeigen, dass noch nach 1688 auf der Burg mit Tonpfeifen aus Pfeifenbäckereien im Raum Frankenthal und Mannheim geraucht wurde. Erst danach, im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekriegs, war die Burg nicht mehr bewohnbar. In der Franzosenzeit wurde die Ruine als Nationalgut versteigert und diente im 19. Jahrhundert als Steinbruch; Teile der Unterburg und den Halsgraben nutzten Elmsteiner Bürger als Standort für Wohn- und Wirtschaftsgebäude.

Wie ist die Burganlage aufgebaut?
Die Gesamtanlage besteht aus einer älteren Oberburg, zwei etwa 20 Meter tiefer liegenden unteren Burgbereichen und einer Vorburg unbekannter Ausdehnung, die über einen spätmittelalterlichen Zwinger an die Dorfbefestigung anschloss. Die Oberburg steht auf einem langgestreckten Felsplateau von etwa 225 Quadratmetern Grundfläche. Im Norden schützte die Hauptangriffsseite ein in den Buntsandstein gehauener Halsgraben. Dahinter ragt der heute das Burgbild prägende Schildmauerrest auf: fast 20 Meter hoch, 2,30 Meter dick und zweischalig, innen wie außen fast ausschließlich aus Glattquadern. Auf der Innenseite ist ein gut erhaltener Aborterker mit rundbogiger Türöffnung erkennbar.
Konsolsteine an der Innenwand der Schildmauer zeigen einen mehrgeschossigen Bau, der sich an sie lehnte. Die Decke von Erdgeschoss oder Keller ruhte nicht auf Konsolen, sondern auf einer vorspringenden Kante der im unteren Bereich stärkeren Mauer. Im Westen des Gebäudes sind an der Kellerwand mehrere Balkenlöcher in gleicher Höhe zu sehen. Dazu kommen Fundamentreste eines teilweise freigelegten Felsenkellers und ein abwärts führender Felsengang. Ein jüngerer, fast abgegangener Treppenturm erschloss das höhere Südplateau mit einem fast quadratischen, teils unterkellerten Gebäude; zwei kleine rundbogige Kellerfenster und Konsolsteine blieben in der westlichen Außenmauer erhalten. Südlich davon liegen die Fundamente eines fast dreieckigen Bauwerks unbekannter Funktion.
Der Zugang zur Oberburg war von Westen und von Osten möglich. Vom Ostzwinger führte ein durch eine Quermauer mit Tor gesicherter Weg durch den Halsgraben zur Westseite des Burgfelsens. Auf der Ostseite führte entlang des Burgfelsens nach Süden ein durch zwei Tore gesicherter Weg; im Fels sind die eingemeißelten Auflager gut sichtbar. Dahinter liegen ein rechteckiger Felsenkeller und ein an beiden Enden verschließbarer Felsgang zum Gebäude hinter der Schildmauer. Der Felsengang war bis in die 1960er Jahre verschüttet.
Was haben die Untersuchungen 2017 und 2018 gezeigt?
Erste Sondierungen 2017 und 2018 lieferten Befunde zu den Anfängen der Burg. Grundlage war die Bauaufnahme des Architekten Heinrich Jost aus Lambrecht von 1992. Danach bauten die Steinhauer die Burg aus dem Felsen selbst: Keillöcher, mit denen der Fels gespalten wurde, sind an den Felsterrassen unterhalb des Forstwegs sichtbar, im weiteren Abbruch entstand der Halsgraben. Rinnen im Felsboden dienten möglicherweise zur Fixierung eines Baukrans, von dem aus Lasten auf die höheren Plateaus gehoben wurden. Die Quader wurden auf Maß gebracht, mit schmalem Randschlag und glatt bearbeitetem Spiegel; Versetzlöcher in der Lagerfläche dienten dem Wolf, einem frühen Hebewerkzeug.
Eine aus dem Fels gehauene Spindeltreppe verbindet den Mittelteil der Oberburg mit dem Südwestplateau und setzt sich nach unten fort. An ihrem Austritt zeigte sich, dass das rundbogige „Kellerfenster“ ursprünglich ein 1,90 Meter hoher Durchgang war, möglicherweise zu einem Balkon, später auf Fensterhöhe verkleinert. An der Felsspitze stehen Pfeilervorlagen mit Kämpfer, Gratsteine und Gurtbogensteine: Sie belegen einen hochwertigen, überwölbten Raum mit 1,60 Meter starken Wänden, in den Anfängen der Burg zwischen 1100 und 1200 eine Burgkapelle, die nach weiterer Freilegung noch über zwei Meter hoch erhalten sein dürfte.
Weitere Befunde betreffen Küche und Wohnräume. Im ersten Geschoss der Nordwand verengen sich Lichtschlitze nach außen; ein Ausgussstein im Halsgraben weist auf Nebenräume und Küche. Ein Stockwerk höher lag ein hochwertiger Wohnraum mit gestuftem Schachtfenster und Durchgang zum Erker; abgeplatzte Steinoberflächen im dritten Geschoss zeigen massive Brandeinwirkung. Ein Kanal in der Nordwestmauer mit rotbrauner Verfärbung, mit sauber gearbeiteten Deckenplatten, lässt an eine mittelalterliche Warmluftheizung denken. Alle sichtbaren Fenster und Durchgänge sind rundbogig; Spitzbogenfenster, von denen ältere Literatur berichtet, gibt es nicht. Eine Stahltreppe von 1989 führt zurück in den Innenhof.
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Häufige Fragen zur Burgruine Elmstein
Ist die Burgruine Elmstein zugänglich?
Sie ist in Privatbesitz und nicht frei zugänglich. Besichtigungen sind nur nach vorheriger Anfrage per E-Mail an info@burg-elbenstein.de möglich.
Warum heißt die Burg auch Elbenstein?
In den Urkunden des 13. Jahrhunderts heißt der Sitz der Schenken Elbenstein oder Elbestein. Elmstein ist die jüngere Namensform.
Wie hoch ist die Schildmauer?
Fast 20 Meter, bei 2,30 Meter Dicke. Sie ist zweischalig, innen und außen aus Glattquadern, und trägt innen einen Aborterker.
Wann endete das Leben auf der Burg?
Nach 1688. Tonpfeifenreste belegen, dass noch danach auf der Burg gelebt wurde, erst im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde sie unbewohnbar.
Wem gehörte die Burg?
Sie war pfalzgräflich und blieb bis zum Ende des Alten Reiches kurpfälzisch; zeitweise war sie an Zweibrücken, Leiningen, Sponheim und Adelsfamilien verpfändet oder verliehen.
Quellen: KuLaDig: Burgruine Elmstein nördlich des Speyerbachtals (Keddigkeit); Pfalz.Touristik: Burgruine Elmstein; Pfälzisches Burgenlexikon, Band 1 (Finkbeiner u. a. 2007); Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Bad Dürkheim (GDKE 2017). Stand: November 2026.