Pfalz.info

Bereiche · entlang der Route

  1. Wein & Weinstraße
  2. Wandern & Pfälzerwald
  3. Burgen & Felsen
  4. Städte & Orte
  5. Camping & Unterkünfte
  6. Feste & Kulinarik
  7. Reiseplanung
  8. Land & Leute

km 0 Bockenheim Schweigen km 85

Burgen & Felsen

Burg Erfenstein im Elmsteiner Tal: Alt- und Neu-Erfenstein

Zwei Burgen auf dem Wassersteinberg mit erhaltenem Bergfried

Stand: · 9 Min. LesezeitTermine geprüft am Vor 1180 gegründet · 1470 zerstört

Kleiner quadratischer Bergfried mit Zinnenkranz auf einem zungenförmigen Sandsteinfelsen über einem bewaldeten Tal im Nebel
Burg Erfenstein Bergfried auf dem Felsen. Symbolbild

Kurz gesagt

Die Burgruine Erfenstein im Elmsteiner Tal bei Esthal besteht aus zwei Anlagen, Alt- und Neu-Erfenstein, auf dem Ostausläufer des Wassersteinbergs in 265 Metern Höhe. Sie gehört zu den ältesten Burgen des Pfälzerwalds, entstand vor 1180 und wurde 1470 zerstört. Erhalten ist ein zehn Meter hoher Bergfried.

Wie kommt man zur Burgruine Erfenstein?

Beide Burgen liegen nördlich des Speyerbachs auf dem östlichen Ausläufer des Wassersteinbergs, rund 80 Meter über der Talsohle des Elmsteiner Tals. Die Gemeinde heißt Esthal, der Weiler am Fuß des Bergs Erfenstein. Ausgangspunkt für den Besuch ist der Parkplatz in Erfenstein; von dort führt ein weiß-grün markierter Wanderweg zu den Ruinen. Die Ruine ist ganzjährig zu erreichen und kostet keinen Eintritt. Auskünfte erteilt die Tourist-Information der Verbandsgemeinde Lambrecht, Sommerbergstraße 3 in Lambrecht, Telefon 06325 181110.

Die Burg liegt am Drei-Burgenweg, einem gut sieben Kilometer langen Rundweg, der Erfenstein, Breitenstein und Spangenberg verbindet. Er beginnt an einem behauenen Sandsteinblock bei der Bushaltestelle Schlossschänke in Esthal. Die beiden anderen Burgen beschreiben die Seiten Burg Breitenstein und Burg Spangenberg. Das ganze Tal stellt die Seite Elmsteiner Tal vor, die Bahnstrecke dorthin die Seite Kuckucksbähnel.

Wann und von wem wurde die Burg gegründet?

Erfenstein gehört zu den ältesten Burganlagen im Raum des Pfälzerwalds. Ein Erbauungsjahr ist nicht überliefert, die Gründung liegt vor 1180. Noch vor 1193 verlieh der Staufer Konrad von Schwaben den Erfenstein nach dem Bolander Lehnsbuch an den Reichsministerialen Werner II. von Bolanden. Dieser gab die Burg an seine Vasallen weiter, die Burgmannen Meinhard von Dürkheim, dessen Bruder Adelgar und Egeno; Meinhard erhielt die Obhut über den ausdrücklich genannten Burgturm. Mitte des 13. Jahrhunderts folgte als Alleinbesitzer der Ritter Hurno, später kam als Anteilseigner Heinrich, Sohn des Wilderich, hinzu.

Nur für die Zeit Werners II. ist die Oberlehensherrschaft der Staufer belegt. Danach gelangte die Burg in leiningische Hand. Im Teilungsvertrag der Grafen von Leiningen von 1237 blieb der Erfenstein unerwähnt; er kam demnach erst später an die Grafen. Ende des 13. Jahrhunderts trugen Nachfahren Werners von Bolanden die Burg den Leiningern als Ersatz für ein weiterverlehntes Lehen auf, womit die Grafen die Lehnshoheit erwarben. Seither bewohnten, verwalteten und bewirtschafteten leiningische Ministerialen den Erfenstein und nannten sich nach der Burg.

Bei der Leininger Erbteilung um 1317/1318 vereinbarten die Stiefbrüder Graf Friedrich V. und Graf Gottfried, genannt Jofried, dass Erfenstein an Jofried fallen solle. Die Burg blieb beim Gründer der Linie Leiningen-Hardenburg bis 1345 und kam dann an Leiningen-Rixingen. Die Gründungsgeschichte der Grafschaft und der Hardenburg erzählt die Seite Hardenburg.

Wer waren die Bock von Erfenstein?

Die Leininger-Rixinger überließen die Burg Rüdiger, genannt Bock von Erfenstein. Er trat in den Dienst des Trierer Erzbischofs Balduin und König Karls und öffnete ihnen seine Burg. Er und seine Nachkommen bestimmten im 14. und 15. Jahrhundert maßgeblich die Geschicke der Burg. 1380 bestätigte Emmerich Bock von Erfenstein für sich und seinen Verwandten und Burggemeiner Werner Bock, dass er den Erfenstein von Johann von Leiningen-Rixingen als Lehen erhalten hatte. Er besaß damals allein den oberen Burgstaden, die „Alte Burg“, und die zugehörige Hälfte des Dorfes und des Gerichts Esthal. 1388 stellte Konrad Bock einen Lehnsrevers für dasselbe Lehen aus. Damit ist belegt, dass damals zwei Burgen bestanden, Alt- und Neu-Erfenstein.

Eng war das Verhältnis der Bock zu den Grafen von Sponheim, die im Elmsteiner Tal territoriale Interessen verfolgten. 1380 und 1388 erhielten Emmerich und Konrad Bock von den Sponheimern Mannlehen, unter anderem den Kirchensatz des Dorfes Dodenheim. Lange hielt das Einvernehmen nicht. 1390 nannte man vier Burggemeiner: Konrad und Werner Bock von Erfenstein, Hermann von Aldenkirchen und Henne Monsheimer von Isenburg. Die Gemeiner mussten den Sponheimern zusichern, aus der Burg heraus keinen Schaden zuzufügen und keine neuen Gemeiner ohne deren Erlaubnis aufzunehmen. Die Zusage kam unter Druck zustande, denn die Sponheimer hielten Konrad Bock gefangen.

Die wachsende Zahl der Burggemeiner und die vergebenen Öffnungsrechte führten zu Konflikten. 1407 vertrieb Graf Hannemann von Zweibrücken-Bitsch den Anteilseigner Henne Monsheimer gewaltsam und ließ die Anlage besetzen. Er gab den Erfenstein zwar sofort an den Hauptlehensträger Konrad Bock zurück, doch musste dieser ihm das Öffnungsrecht und ein Mitspracherecht bei der Aufnahme neuer Gemeiner einräumen.

Wie wechselte die Herrschaft im 15. Jahrhundert?

1415 erlangten die Grafen von Sponheim nach Burg Breitenstein (1339) und noch vor Burg Elmstein (1418) auch den Zugriff auf den Erfenstein. Er kam im selben Jahr als Mitgift an Graf Johann von Sponheim, der Walburga von Leiningen-Rixingen geheiratet hatte. Der Graf belehnte Siegfried Bock von Erfenstein, wie zuvor 1432 dessen Vater Konrad, mit beiden Burgen Erfenstein und dem gleichnamigen Dorf. Die sponheimische Herrschaft blieb ein Zwischenspiel: 1437 starb das Geschlecht im Mannesstamm aus, die Burg fiel an Leiningen-Rixingen zurück. Ein Jahr später verkauften diese den Erfenstein samt der von Sponheim übernommenen ehemaligen bolandischen Lehensmannschaft an Leiningen-Hardenburg. Das war der letzte Wechsel der Oberlehnsherrschaft bis zur Franzosenzeit.

Wann wurde die Burg zerstört?

Ende des 15. Jahrhunderts geriet der Erfenstein in den Streit zwischen Herzog Ludwig dem Schwarzen und Pfalzgraf Friedrich I. dem Siegreichen. In der Weißenburger Fehde zerstörte 1470 ein Aufgebot der Stadt Neustadt unter dem kurpfälzischen Amtmann Ulrich Steinhauser die Burg. Der Propagandist des Pfalzgrafen, Mathias Kemmnat, berichtete euphorisch, Friedrich habe das Schloss Erffenstein gebockt, erobert, ausgebrannt und zerstört. Auch Burg Spangenberg auf der anderen Talseite litt in dieser Fehde.

Ob die beiden Burgteile je wieder aufgebaut wurden, ist umstritten; die ältere Literatur nahm einen dauerhaften Verzicht an. Möglicherweise betraf der Verfall nur die obere „Alte Burg“, die schon lange als Burgstaden, als ehemalige Burgstelle, bezeichnet wurde. Auf die Bock folgten 1482 die Herren von Neiperg, 1494 die Herren von Ingelheim und im 16. Jahrhundert Balthasar von Rosenberg sowie, mit Burganteilen, die Herren von Dienheim als leiningisch-hardenburgische Lehnsnehmer. Sie nutzten die untere Burg wohl weiter als Mittelpunkt der Herrschaftsverwaltung.

Am 1. Februar 1575 schieden die Dienheimer aus: Siegfried von Dienheim und seine Frau Regina von Fleckenstein verkauften dem Mainzer Dompropst Wolfgang und den Herren Dietrich, Damian und Friedrich Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg, ihren Anteil am Dorf Esthal und an der Burg für 300 Gulden. 1589 belehnte Graf Emich von Leiningen-Dagsburg Damian Kämmerer von Worms mit Burg und Dorf. Die Dalberger bestimmten nun als Alleinbesitzer die Geschicke bis zum Ende des Alten Reiches. 1678 wurde die Burg in einer Lehnsurkunde noch genannt, doch war sie im Dreißigjährigen Krieg wohl endgültig zerstört; Lehnsurkunden von 1754 und 1792 nennen Burg und Burgstatt nur noch formelhaft. 1786 wurden die Spangenburg und der Erfenstein nur noch als Meierhöfe genutzt, gemeint sind die beiden Gutshöfe im Tal.

JahrEreignis
vor 1180Gründung der Burg
vor 1193Lehen an Werner II. von Bolanden
1317/1318Zuteilung an Jofried von Leiningen, später Leiningen-Hardenburg
1380Alt- und Neu-Erfenstein als zwei Burgen belegt
1415Sponheim: Mitgift an Graf Johann
1438Leiningen-Hardenburg als letzter Oberlehnsherr
1470Zerstörung in der Weißenburger Fehde
1575Verkauf der Dienheimer Anteile für 300 Gulden
vor 1892Stützpfeiler unter der Felsplattform

Wie sind Alt- und Neu-Erfenstein aufgebaut?

Alt-Erfenstein ist die höher gelegene der beiden deutlich getrennten Anlagen. Die zweigeteilte, fast dreieckige „Alte Burg“ schützte ein sieben bis fast zehn Meter breiter Halsgraben an der westlichen, höheren Hauptangriffsseite; er ist mit Resten buckelquadrigen Mauerwerks und Schutt gefüllt und nicht mehr so tief wie ursprünglich. Hinter ihm erstreckt sich eine schmale Felsbarre, die die Oberburg trug. Das sechseinhalb bis elf Meter breite und sieben bis zehn Meter hohe Felskompartiment weist nur wenige Mauerreste auf: die unteren Steinlagen eines fast quadratischen, mit Buckelquadern verkleideten Bergfrieds von etwa 6,40 mal 6,00 Metern sowie, davor, Reste einer Mauer, wohl einer Schildmauer. Ausgrabungen haben dort bisher nicht stattgefunden.

Ein Forstweg umgreift die obere Burgstelle. Seine Anlage in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts hat Spuren unwiederbringlich gestört; die zum Halsgraben der unteren Burg zeigende Kurve wurde mit schwerem Gerät breit ausgeschoben, sodass Versturzmaterial kaum zu deuten ist. Alt- und Neu-Erfenstein trennt ein zehn Meter breiter Halsgraben, der sich in der Flanke des Nordhangs fortsetzt.

Neu-Erfenstein liegt auf einem äußerst schmalen, zungenförmigen Sandsteinfelsen, der talseitig auf drei Seiten fast senkrecht abfällt. Er ist bergseitig fast zwanzig, talseitig nur etwas über sechs Meter breit. Im Felsen sind Balkenlöcher und Auflager sichtbar, großflächige Bauten sind unwahrscheinlich. Von der ursprünglichen Ringmauer blieb ein etwa fünf Meter langer Rest unterhalb der Betontreppe, die auf den Fels führt; die übrigen Mauern sind neueren Datums.

Was ist vom Bergfried erhalten?

Der Oberburgfels besitzt einen Aufsatzfelsen mit ovalem Grundriss, 21 Meter lang, an der breitesten Stelle über achteinhalb Meter breit und fast acht Meter hoch. Auf dem höheren Westteil erhebt sich ein rechteckiger Bergfried von 5,50 mal 4,80 Metern Grundfläche. Er ist heute noch zehn Meter hoch, sein Zinnenkranz ist eine Zutat des 19. Jahrhunderts und entspricht nicht der ursprünglichen Turmhöhe. Der Bau hat 1,60 Meter starke Mauern und ist mit Buckelquadern verkleidet; der hoch gelegene Eingang liegt auf der Nordostseite. Von der im 19. Jahrhundert zumindest teilweise erhaltenen Schildmauer nördlich und südlich des Turms ist nur wenig Mauerwerk geblieben.

Vor dem Bergfried liegt an der Nordseite eine rechteckige, aus dem Felsen gehauene Ausarbeitung, wohl der Rest einer kleinen Zisterne, dazu einige in den Fels gehauene Treppenstufen. Im 19. Jahrhundert machten Fahrende, berichtet August Becker, den damals noch weitgehend erhaltenen Bergfried durch Ausbrechen der unteren Steinreihen zugänglich und bewohnten ihn. Vor 1892 ließ die damalige Besitzerfamilie Bürklin-Wolf aus Wachenheim einen viereckigen Pfeiler von einem mal einem Meter unter der Felsplattform errichten, die erste Sicherungsmaßnahme. Weitere Sanierungen folgten in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Nach der Französischen Revolution war die Burg Staatsbesitz geworden.

Die Nordseite von Neu-Erfenstein trägt ein tiefer gelegenes, dreieckiges Plateau, das der Unterburg als Baugrund diente. Am Nordende des Halsgrabens ist beiderseits Mauerwerk auf fast sieben Metern Länge sichtbar, das als Auflager einer Zugbrücke diente; eingeebnete Flächen sprechen dafür. Südlich des Oberburgfelsens liegen schmale, übereinander angeordnete Terrassen, die wegen ihrer geringen Fläche wohl als Gartenanlagen dienten.

Mit Schutt gefüllter in den Fels geschlagener Halsgraben mit Buckelquadern zwischen zwei Felsabschnitten in einem Buchenwald
Halsgraben Halsgraben zwischen den Burgen. Symbolbild

Unterkunft & Camping in der Pfalz

Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.

  • Weingut & Gästezimmer

    Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.

    Übernachten beim Winzer
  • Hotel & Ferienwohnung

    Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.

    Hotels in der Pfalz
  • Camping & Wohnmobil

    Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.

    Camping in der Pfalz

Hotels in der Pfalz vergleichen Partnerlink zu reise.de

Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zur Burgruine Erfenstein

Ist die Ruine frei zugänglich?

Ja. Beide Burgen Erfenstein sind ganzjährig frei zugänglich, Eintritt wird nicht erhoben. Der Weg beginnt am Parkplatz in Erfenstein.

Wie viele Burgen gab es am Erfenstein?

Zwei: Alt-Erfenstein, die obere „Alte Burg“, und die jüngere, tiefer gelegene Burg Neu-Erfenstein. Beide sind seit 1380 als zwei Burgen belegt.

Wie hoch ist der Bergfried?

Zehn Meter. Er misst 5,50 mal 4,80 Meter Grundfläche, hat 1,60 Meter starke Mauern und eine Verkleidung aus Buckelquadern. Der Zinnenkranz stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Wer zerstörte die Burg?

1470 ein Aufgebot der Stadt Neustadt unter dem kurpfälzischen Amtmann Ulrich Steinhauser in der Weißenburger Fehde.

Wie verbindet man den Erfenstein mit anderen Burgen?

Über den Drei-Burgenweg, einen gut sieben Kilometer langen Rundweg zu Erfenstein, Breitenstein und Spangenberg.

Quellen: KuLaDig: Burgruine Erfenstein im Elmsteiner Tal (Keddigkeit); Pfalz.Touristik: Burgruine Erfenstein; Pfalz.Touristik: Drei Burgenweg; Pfälzisches Burgenlexikon, Band 1 (2007). Stand: November 2026.