Burgen & Felsen
Burg Frankenstein im Pfälzerwald: Spornburg mit Saalbau
Spornburg aus rotem Sandstein über dem Hochspeyerbachtal

Kurz gesagt
Die Burgruine Frankenstein sitzt auf einem Felssporn des Schlossbergs, rund 70 Meter über dem Dorf Frankenstein im Landkreis Kaiserslautern. Sie entstand im 12. Jahrhundert auf Besitz der Abtei Limburg, wurde 1237 erstmals als Burg genannt und ist seit 1816 Staatseigentum. Die Ruine ist frei zugänglich, die Oberburg erreicht man über eine Felstreppe.
Wie kommt man zur Burgruine Frankenstein?
Die Burg liegt über dem Dorf Frankenstein am Hochspeyerbach, im Landkreis Kaiserslautern. Vom Bahnhof Frankenstein sind es auf einem ausgeschilderten Weg nur wenige Minuten bis zur nördlichen Unterburg, dem Zwinger. Die Oberburg erreicht man über eine Felstreppe. Die Burg ist frei zugänglich, Eintritt wird nicht erhoben. Sie gehört dem Land Rheinland-Pfalz und bildet zusammen mit dem Portal des Eisenbahntunnels und der Frankensteiner Kirche ein Ensemble; das Bauwerk besteht aus rotem Sandstein. Auskünfte erteilt das Tourismusbüro der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn.
Die Burg ist Teil eines Wegenetzes im östlichen Pfälzerwald, das die Seite Pfälzerwald beschreibt. Die nahe Burg Diemerstein stellt die Seite Burg Diemerstein und Villa Denis vor. Von Frankenstein aus lassen sich beide Burgen in einer Wanderung verbinden; für die An- und Abreise ohne Auto hilft die Seite Mit Bus und Bahn durch die Pfalz.
Wer waren die Herren von Frankenstein?
Die Burg wurde auf Eigenbesitz der Abtei Limburg errichtet und gehört zu den ältesten Adelssitzen der Pfalz. Die Abtei selbst beschreibt die Seite Kloster Limburg. Als erstes Mitglied der Familie wird Helenger von Frankenstein im Jahr 1146 erwähnt; die Burg selbst ist erst im 13. Jahrhundert urkundlich belegt. Die Familie war in der Vorderpfalz begütert, unter anderem auf der Burg Lindenberg ab 1286. Die letzten Familienmitglieder sind Eberhard und Sara von Frankenstein, 1334 beziehungsweise zwischen 1320 und 1360. Nach 1334 starben die Herren von Frankenstein im Mannesstamm aus; die Herrschaft wurde neu zugeschnitten, die Dörfer Frankenstein und Morschbach fielen an Leiningen-Rixingen, und Weidenthal ersetzte man durch das halbe Dorf Hochspeyer.
1237 wird Frankenstein als castrum bei der Teilung der Grafschaft Leiningen genannt und fällt an Emich IV. von Leiningen-Landeck. 1251 überträgt eine Urkunde Felsen und Turm als Lehen des Klosters Limburg an die Leininger, die es als Afterlehen weitergeben; 1268 bezeichnet Emich die Burg als eigene Burg. Als die Linie Leiningen-Landeck 1290 ausstarb, fiel die Burg an das Stammhaus zurück. 1304 beanspruchte Abt Johannes II. von Limburg Wälder, Weiden, Zehnten und Zinsen als Klostereigentum.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1146 | Helenger von Frankenstein erwähnt |
| 1237 | erste Nennung als Burg |
| 1408 | Burgbrunnen erstmals erwähnt |
| 1416/1418 | Burgfrieden der drei Gemeinherren |
| 1504 | Belagerung durch kurpfälzische Truppen |
| 1585 | Bergfried bis aufs Untergeschoss abgetragen |
| 1703 | französische Soldaten im Quartier |
| 1816 | Staatseigentum |
| 1883/84 | erste größere Sanierung |
Wem gehörte die Burg im 14. und 15. Jahrhundert?
Im 14. Jahrhundert wechselten die Herren häufig. 1317 fiel das Lehen an Leiningen-Hardenburg, 1345 an Leiningen-Rixingen. 1350 beziehungsweise 1357 verpfändete man eine Burghälfte auf Lebenszeit an Kuno II. von Falkenstein, Mainzer Domherrn und später Bischof von Trier. Nach dem Tod Kunos 1388 übernahmen die Falkensteiner die Verwaltung. Vor 1390 überließ Graf Johann von Leiningen-Rixingen die Hälfte seines Restanteils an Dieter Steben von Einselthum, 1390 und 1395 folgten Burgfrieden der drei Parteien. 1418 fiel der gesamte Frankenstein mit dem Aussterben der Falkensteiner an Dieter Steben von Einselthum.
Das Nebeneinander mehrerer Besitzer mündete 1416 und 1418 in eine feste Ordnung mit drei Gemeinherren, den Einselthum, den Leiningen-Hardenburg und den Nassau-Saarbrücken, mit Zustimmung Limburgs. Graf Emich VI. erhielt den Saal und die Stockwerke über und unter der Kapelle, Einselthum das Haus neben dem Saalbau und das Küchenhaus auf dem Felsen neben dem Bergfried, Nassau die übrigen Gebäude der Oberburg bis zum Lindenplatz. Nassau und Einselthum zahlten jährlich 25 Gulden Ausgleich. Pforten, Mantelmauer, Brunnen, Bergfried und Kapelle blieben Gemeineigentum. Die Burgaufsicht wechselte jährlich, ein Baumeister sorgte für die Instandhaltung. Die Einselthum wohnten selbst auf der Burg, die Grafen setzten Amtleute ein. Am Burgberg gab es eine Zollstation.

Wie verfiel die Burg?
1504 belagerten kurpfälzische Truppen die Burg, weil Emich VIII. Nürnberger Truppen eingelassen hatte; es entstanden Schäden, die ebenso wie mögliche Schäden von 1525 behoben wurden. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bewohnten die Einselthum und der Amtmann Phillip Faust von Stromberg die Burg. Um 1560 war nur noch der Ostteil bewohnt. 1562/63 ließ Nassau-Saarbrücken vernachlässigte Teile für etwa 20 Gulden instand setzen, darunter das Mauerwachthäuschen und das Dach des Bergfrieds. 1585 ließ der nichtadlige Befehlshaber Johann Engel in nassauischen Diensten den Bergfried bis aufs Untergeschoss abtragen, ohne den Oberlehnsherrn zu informieren; die Steine waren für ein Wirtshaus im Tal vorgesehen, es folgte ein langer Rechtsstreit. An die Stelle des Turms trat ein polygonaler Bau aus Bruchstein mit drei Scharten für Hakenbüchsen. 1588 war die Burg in desolatem Zustand, nur der Wallbrunner Bau war bedingt bewohnbar.
1620 besetzten Truppen des Generals Spinola die Burg vorübergehend. Nach dem Dreißigjährigen Krieg nutzte man nur noch einen kleineren Teil für Verwaltungszwecke. 1659 überließ die Kurpfalz das Schloss mit Zubehör als gemeinsames Lehen an Graf Johann von Nassau-Saarbrücken, Friedrich Emich von Leiningen-Dagsburg-Hardenburg und Reinhard von Wallbrunn; die Gemeinherren interessierten sich mehr für die Einkünfte der Herrschaft, und der Wallbrunner Bau genügte der Verwaltung. 1706 erwarb die Kurpfalz im Tausch das nassau-saarbrückische Drittel. Im Spanischen Erbfolgekrieg quartierten sich 1703 französische Soldaten ein und nutzten die Kapelle kurzzeitig für Gottesdienste; danach war die Burg vollständig ruiniert und verlassen. Die Kurpfalz war bis 1792 Oberlehnsherr. Die französische Verwaltung zog die Ruine als Nationalgut ein, seit 1816 ist sie Staatseigentum, zuerst Bayerns, dann von Rheinland-Pfalz. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Halsgraben mit Steinbruch-Abraum verfüllt. 1883/84 folgten erste größere Aufräum- und Sanierungsarbeiten, in den 1930er, 1950er und 1970er Jahren weitere; Saalbau und Bergfried wurden gesichert und restauriert. Nach 1990 legte man Teile der Schildmauer frei, später den Keller des Saalbaus und den Burgbrunnen hinter der Schildmauer. Die Ruine ist ein Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz Rheinland-Pfalz.
Was steht in der Oberburg?
Die Oberburg liegt auf dem hochaufragenden Felsmassiv; dahinter, südöstlich vorgelagert, die Unterburg auf zwei Ebenen. Ein etwa zehn Meter breiter Halsgraben, heute verfüllt, trennte den Burgfelsen vom ansteigenden Schlossberg. Der Bergfried stand auf der Westseite und war ursprünglich fast 30 Meter hoch; sein Unterbau misst außen rund 8 mal 9 Meter, die Mauern sind an der gefährdeten Westseite 3 Meter, sonst 2 Meter stark und außen mit Buckelquadern verkleidet. Die Schildmauer ist etwa 16 Meter lang und 2 bis 3 Meter stark, außen mit Buckelquadern, innen mit Glattquadern; sie war über zehn Meter hoch. Im westlichen Abschnitt lag das Haupttor, rund 1,8 Meter breit, was in der Pfalz selten ist. Der Palas misst etwa 17 mal 7 Meter. Der Burgbrunnen hinter der Schildmauer wurde 1408 erstmals erwähnt. Die ältesten erhaltenen Mauerzüge, die Nordostwand des Bergfrieds und die südwestliche obere Ringmauer der Unterburg, stammen vermutlich aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Die südliche Ringmauer ist fast 2 Meter stark, mit Buckelquadern verkleidet und auf rund 13 Metern nachweisbar. Felsabarbeitungen von etwa 12 Quadratmetern markieren ein Wacht- oder Brunnenhaus.
Was ist vom Saalbau und der Kapelle zu sehen?
In der Unterburg standen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zwei große Wohngebäude nebeneinander. Das Südwestgebäude diente der Familie Einselthum als Wohnhaus und hatte ursprünglich vier Geschosse; vom Saalbau, 1416/1418 als leiningisch erwähnt, sind heute vier Geschosse zu je rund 90 Quadratmetern zu erkennen. Der Keller hat ein Rundbogentor zum Zwinger und Lichtschlitze, die Geschosse darüber besitzen eine der größten Kaminanlagen der Pfalz und zwei Stichbogenfenster mit Sitzbänken. Im zweiten Obergeschoss liegt ein repräsentativer Raum mit zwei Doppelfenstern. Im frühen 14. Jahrhundert wurde der Saalbau um zwei Stockwerke erhöht, mit einem zweiten Saal und zwei großen dreiteiligen Fenstern; das Geschoss darüber ist eine Rekonstruktion von um 1970.
Die zweigeschossige Kapelle aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist original erhalten. Im Untergeschoss öffnen sich zwei kleine Spitzbogenfenster in der Ostwand, im Obergeschoss liegt ein fast quadratischer Sakralraum. An der Ostwand sitzt ein apsisartiger Erker mit reich profiliertem Untersatz auf sechs Konsolen. Der Zwinger auf der Südostseite stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert und endet in einem halbrunden, innen offenen Flankierungsturm. Das Denkmalverzeichnis nennt als Bestand Reste der Ringmauer und des Bergfrieds, des Wohnhauses, des ehemaligen Saals und der Kapelle, Zwinger und Flankenturm sowie ein Tunnelportal unterhalb.
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Häufige Fragen zur Burg Frankenstein
Kostet der Besuch Eintritt?
Nein. Die Burgruine ist frei zugänglich. Die Oberburg erreicht man über eine Felstreppe.
Wem gehört die Burg?
Dem Land Rheinland-Pfalz. Seit 1816 ist sie Staatseigentum, zuvor gehörte sie wechselnden Adelsfamilien und dem Kloster Limburg.
Wie kommt man ohne Auto hin?
Der Bahnhof Frankenstein liegt nur wenige Minuten von der nördlichen Unterburg entfernt.
Wie hoch war der Bergfried?
Ursprünglich fast 30 Meter. 1585 trug man ihn bis aufs Untergeschoss ab; an seine Stelle trat ein polygonaler Bruchsteinbau.
Was ist das Besondere am Saalbau?
Er besitzt eine der größten Kaminanlagen der Pfalz und Fenster mit Sitzbänken, vier Geschosse zu je rund 90 Quadratmetern.
Passend dazu: Eine weitere Burg im Kaiserslauterer Raum ist die Burgruine Beilstein auf dem Beilsteiner Kopf.
Passend dazu: Die Hochstraße vom Harterkopf über Frankenstein nach Dürkheim war eine Seitenlinie der großen Nord-Süd-Achse durch den Wald: Altstraßen im Pfälzerwald.
Quellen: KuLaDig: Burgruine Frankenstein am Schloßberg; Pfalz.Touristik: Burgruine Frankenstein; Pfälzisches Burgenlexikon, Band 2 (Keddigkeit/Barz 2002). Stand: Oktober 2026.