Burgen & Felsen
Klettern in der Pfalz: Buntsandstein, Regeln und Gebiete
Sanftes Klettern im Buntsandstein, mit Regeln und Sperrzeiten

Kurz gesagt
Klettern in der Pfalz heißt Klettern im Buntsandstein, vor allem im Dahner Felsenland und im Wasgau. Die Vereinigung der Pfälzer Kletterer regelt es mit Richtlinien für sanftes Klettern; einzelne Felsen sind in der Brutzeit von Wanderfalke, Uhu und Kolkrabe gesperrt. Viele Routen müssen Kletterer selbst absichern, ein Sportklettergarten ist die Pfalz nicht.
Was macht das Klettern im Buntsandstein besonders?
Der Fels in der Pfalz ist roter Buntsandstein, und er verlangt andere Gewohnheiten als Kalk oder Granit. Die Vereinigung der Pfälzer Kletterer (PK) weist ausdrücklich darauf hin, dass Klettern in der Pfalz nicht mit typischen Sportklettergärten gleichzusetzen ist: Viele Routen müssen selbst oder zusätzlich eigenständig abgesichert werden. Zu den Besonderheiten zählen nach der PK die cleanen Routen, die komplett mit mobilen Sicherungen wie Friends, Keilen und Schlingen abgesichert werden, sowie klassische Routen mit weit auseinanderliegenden Ringen. Moderne Routen sind dagegen besser abgesichert.
Dazu kommen die Eigenschaften des Gesteins. Auf Naturfels bilden sich laut PK immer wieder lose Gesteinspartien, selten begangene Routen weisen Sand- und Geröllschichten auf, Moos und Flechten können die Reibung verringern. Besonders nach Regen bleibt der oberflächlich trocken wirkende Sandstein feucht und damit instabil. Die PK betont, dass ein Fehler tödliche Folgen haben kann und eine fundierte Ausbildung und Erfahrung vorausgesetzt wird. Routen, die sie als Beispiele nennt, sind ausdrücklich keine Empfehlungen. Diese Seite nennt deshalb keine Routen und keine Schwierigkeitsgrade; sie ist kein Kletterführer.

Wo kann man in der Pfalz klettern?
Das Zentrum ist das Klettergebiet Südpfalz im Dahner Felsenland und im Wasgau. Die Urlaubsregion Hauenstein gibt an, dass an über 200 Buntsandsteinfelsen und Türmen Klettertouren in allen Schwierigkeitsgraden zu finden sind. Die Pfalz.Touristik beschreibt einzelne Felsen mit Angaben zum Schwierigkeitsbereich, aber ohne Routen: Der Hochstein bei Dahn gilt als leicht bis mittel, der Büttelfelsen als mittel bis schwer, am Geierstein bei Bruchweiler-Bärenbach gibt es Touren in allen Bereichen. Am Lämmerfelsen liegen Touren im mittleren Bereich, die Fladensteine bei Bundenthal bieten viele Touren im unteren und mittleren Bereich. Der Asselstein bei Annweiler gehört mit fast 80 Routen zu den größeren Zielen; der Teufelstisch bei Hinterweidenthal darf nach der Pfalz.Touristik von Kletterern erklommen werden.
Neben dem Felsenland gibt es Steinbrüche am Haardtrand, etwa bei Lambrecht, Lindenberg, Weidenthal und Gimmeldingen, die die Pfalz.Touristik als Klettergebiete führt. Welche Felsen im Dahner Felsenland sich dafür eignen, zeigt der Überblick auf Felsen der Pfalz; einen Einstieg in die Region bietet die Seite zum Dahner Felsenland, die Landschaft insgesamt beschreibt der Wasgau.
Welche Regeln gelten, und wer legt sie fest?
Das Regelwerk heißt „Richtlinien für sanftes Klettern“. Sie wurden 1991 für das Wasgau-Felsenland erarbeitet und gelten laut PK weiterhin. Unterzeichnet haben sie unter anderem die PK, die Fachgruppe Sanierung und Sicherheit im Arbeitskreis Klettern und Naturschutz Pfalz sowie die unteren Landespflegebehörden der Landkreise Südliche Weinstraße und Südwestpfalz. Die PK ist seit 1996 von der früheren Bezirksregierung, heute der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, als Ansprechpartner in Kletterangelegenheiten akzeptiert. Die wichtigsten Punkte nach den Richtlinien:
- Sperrschilder des Arbeitskreises Klettern und Naturschutz sind verbindlich; die Sperrungen stehen zusätzlich in den Schaukästen und auf der Sperrliste.
- Bestehende Routen bleiben unverändert; zusätzliche Ringe dürfen nur nach Absprache mit der Fachgruppe Sanierung und Sicherheit oder dem Erstbegeher gesetzt werden.
- Neuerschließungen folgen klaren Standards, es werden nur noch offizielle Ringe des Arbeitskreises akzeptiert.
- Chalk soll nicht verwendet werden; wenn unvermeidbar, sind Spuren schonend zu entfernen.
- Für Umlenkungen sind lange Schlingen zu nutzen, um Fels und Bäume zu schonen; endloses Toprope-Klettern, das Routen blockiert, ist zu vermeiden.
- Zu den Felsen werden nur die üblichen Zu- und Abstiege benutzt, geparkt wird nur auf ausgewiesenen Parkplätzen. Das Befahren von Forst- und Waldwegen ist verboten.
- Pflanzen am Fels dürfen nicht beschädigt oder entfernt werden; Griffe und Tritte künstlich zu schaffen oder Fels abzuräumen lehnt die PK ab, an Naturdenkmalen ist das aufgrund einer Rechtsverordnung verboten.
Eine Ausnahme sind die Burgen: Auf den Liegenschaften der GDKE ist nach der Besuchsordnung das Beklettern von Türmen und Mauern verboten. Auch Grillen, Feuer und Picknick sind dort nicht gestattet. Das betrifft etwa die Dahner Burgen, deren Felsen Teil der Anlage sind.
Welche Felsen sind derzeit gesperrt?
Die meisten Sperrungen dienen dem Schutz brütender Vögel. Gesperrt werden Felsen oder Felsteile, an denen Wanderfalken, Uhus oder Kolkraben nisten. Die Sperrzeit beginnt am 1. Februar und endet für Kolkraben am 1. Juni, für Wanderfalke und Uhu am 1. Juli. Bleibt ein Fels in der Brutsaison unbewohnt, kann die Sperrung früher aufgehoben werden; die Liste ist tagesaktuell. Für Turmfalken, Waldkäuze und ähnliche Arten ordnet die zuständige Naturschutzbehörde eigene, zeitlich und räumlich begrenzte Sperrungen an, die nur durch Schilder vor Ort angezeigt werden. Sperrschilder haben stets Vorrang vor der Liste.
| Fels | Gesperrt | Gebiet |
|---|---|---|
| Bänderfels | Kaiserweg | Erfweiler |
| Heufels | alle Touren einschließlich Varianten | Hinterweidenthal |
| Schafsfelsen | Ost- und Südseite, Gipfel der Schandarie | Erfweiler |
So lautete die Sperrliste der PK am 27.10.2026. Behördliche Sperrungen aus anderen Gründen, etwa wegen Steinschlaggefahr, führt die PK am Ende der Seite gesondert auf. Auf einer Seite der Pfalz.Touristik zum Lambrechter Steinbruch steht ein Kletterverbot bei Falkenbrut vom 1. Februar bis zum „31. Juni“, ein Datum, das es nicht gibt. Maßgeblich sind die Angaben der PK, die den Zeitraum bis zum 1. Juni beziehungsweise 1. Juli nennt.
Wie fangen Einsteiger an, und was ist beim Notfall zu tun?
Für Gebietsneulinge bietet die PK an, sie mit den Besonderheiten des Kletterns im Pfälzerwald vertraut zu machen. Sie nennt auf ihrer Website Kletterhallen in der Region sowie die Sektionen des Deutschen Alpenvereins in Neustadt, Landau, Frankenthal, Speyer, Karlsruhe und Kaiserslautern, die Kurse und Touren anbieten können; die Urlaubsregion Hauenstein verweist außerdem auf zwei Kletterschulen. Die PK trifft sich donnerstags zu einem wöchentlichen Klettertreff, im Herbst 2026 laut ihrer Website in einer Kletterhalle. Ein Veranstaltungs- und Tourenprogramm 2026 veröffentlicht sie auf ihrer Seite. Wer erstmals am Naturfels klettert, sollte das nur mit erfahrenen Begleitern und passender Ausbildung tun. Die PK übernimmt keine Haftung für Unfälle.
Im Notfall gilt der europaweite Notruf 112. Planen Sie Rückzug und Anfahrt vorher: Die Felsen liegen oft abseits befestigter Wege, und der Handyempfang im Wald kann schwach sein. Die PK pflegt außerdem Sanierung und Sicherheit der Ringe in einer Fachgruppe; fest verankerte Sicherungen sollen nur von bestimmter Machart sein und werden sonst von den unteren Landespflegebehörden nicht toleriert.
Wie ist es mit dem Bouldern?
Bouldern gibt es in der Pfalz ebenfalls, von flachen Traversen bis zu zehn Meter hohen Highballs. Die PK nennt eine lange Tradition und Gebiete von Bad Dürkheim über Kaiserslautern bis zur Grenze zum Saarland und nach Frankreich. Im Jahr 2007 wurde im Zuge der Kernzonenregelung des Biosphärenreservats der Zugang zu einigen sehr beliebten Bouldergebieten gesperrt. Ein Crashpad ist nach der PK in allen Gebieten obligatorisch, Kenntnisse im Spotten werden vorausgesetzt. Für Bouldergebiete gibt es einen Boulderapell mit eigenen Spielregeln; informieren Sie sich vor dem Besuch.
Wie kommen Sie ohne Auto an die Felsen?
Im Dahner Felsenland führt die Wieslauterbahn von Mai bis Oktober an Wochenenden, Feiertagen und mittwochs bis Dahn; außerhalb der Saison bleibt die Regiobuslinie 856 von Pirmasens nach Dahn. Zum Asselstein bei Annweiler fährt die Buslinie 527 über die Trifelsstraße. Für den Steinbruch bei Gimmeldingen nennt die Pfalz.Touristik die Buslinie 512 ab Neustadt Hauptbahnhof. Parkplätze liegen bei vielen Felsen einige Gehminuten entfernt; beachten Sie die Regel, nur auf ausgewiesenen Parkplätzen zu stehen.
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Häufige Fragen zum Klettern in der Pfalz
Darf man überall in der Pfalz klettern?
Nein. Klettern ist an vielen Felsen üblich, aber einzelne Felsen sind in der Brutzeit gesperrt, Burgfelsen und Mauern der GDKE sind tabu, und Naturdenkmale unterliegen besonderem Schutz. Maßgeblich sind die Schilder vor Ort und die Sperrliste der Pfälzer Kletterer.
Wann endet die Sperrzeit für Brutfelsen?
Für Kolkraben am 1. Juni, für Wanderfalke und Uhu am 1. Juli, es sei denn, die Liste hebt eine Sperrung früher auf. Beginn ist am 1. Februar.
Braucht man eigene Sicherungsmittel?
Oft ja. Nach der PK müssen viele Routen selbst oder zusätzlich eigenständig abgesichert werden, und cleane Routen verlangen mobile Sicherungen. Lesen Sie die Beschreibungen in lokalen Kletterführern.
Darf man in der Pfalz Chalk benutzen?
Die Richtlinien sagen: Auf Magnesia soll verzichtet werden, und wenn es unvermeidlich ist, sind die Spuren nach der Aktion schonend zu entfernen. An einzelnen Steinbrüchen gelten eigene Regeln, etwa ein Magnesiaverbot in Lindenberg.
Wo erfahre ich aktuelle Sperrungen?
Auf der Sperrliste der Vereinigung der Pfälzer Kletterer, in den Schaukästen der PK und auf den Sperrschildern an den Felsen. Dort stehen auch die Ansprechpartner für Fragen zum Naturschutz.
Quellen: Vereinigung der Pfälzer Kletterer: Richtlinien für sanftes Klettern; Vereinigung der Pfälzer Kletterer: Sperrliste; Vereinigung der Pfälzer Kletterer: Klettern in der Südpfalz; Vereinigung der Pfälzer Kletterer: Kletterpolitik; Vereinigung der Pfälzer Kletterer: Bouldern; Urlaubsregion Hauenstein: Klettern; Pfalz.Touristik: Asselstein; GDKE: Besuchsordnung. Stand: Oktober 2026.