Burgen & Felsen
Madenburg bei Eschbach
Größte Burganlage der Südpfalz mit Blick über die Rheinebene

Kurz gesagt
Die Madenburg oberhalb von Eschbach ist mit 180 mal 50 Metern die größte Burganlage der Südpfalz. Sie wurde vermutlich Ende des 11. Jahrhunderts als Reichsburg gebaut, 1076 erstmals erwähnt und 1689 gesprengt. Besichtigen können Sie sie nur während der Öffnungszeiten der Burgschänke, im Sommer von Mittwoch bis Sonntag, mit Rundblick über die Rheinebene.
Was ist die Madenburg?
Die Madenburg ist eine Burgruine auf der Spitze des Rothenbergs oberhalb von Eschbach, einem Ort an der Deutschen Weinstraße. Mit einer Länge von 180 und einer Breite von 50 Metern ist sie nach der Pfalz.Touristik die größte Burganlage der Südpfalz und eine der größten der gesamten Pfalz. Sie wurde vermutlich Ende des 11. Jahrhunderts als Reichsburg gebaut, um die zugehörigen Ländereien zu schützen und das Kaiserbachtal zu kontrollieren, und stammt damit aus einem ähnlichen Zeitalter wie die nahe Reichsburg Trifels.
Anders als die staatlichen Burgen wie die Reichsburg Trifels wird die Madenburg nicht von der GDKE betreut. Zugänglich ist sie nur, wenn die Burgschänke geöffnet hat. Seit 1870 kümmert sich der Madenburgverein um die Ruine; seitdem wurden an den erhaltenen Burgteilen intensive Restaurierungen durchgeführt. Reich, Speyerer Bischöfe und Kurpfalz prägten ihre Geschichte; die allgemeinen Gründe für die Burgendichte der Region erklärt die Seite zur Burgengeschichte.
Welche Geschichte hat die Madenburg?
Der Name hat eine eigene Geschichte. Als „Parthenopolis“, griechisch für Jungfrauenburg oder Marienburg, wird die Burg erstmals 1076 in den „Bertholdi Annales“ erwähnt. Die Burg gehörte wohl schon damals dem Bistum Speyer, dessen Schutzpatronin Maria ist. Daraus entwickelte sich vermutlich der Name Madenburg, die „Burg der Jungfrau Maria“, der 1176 erstmals urkundlich belegt ist. Nach der Burgseite war die Anlage im 12. Jahrhundert im Besitz des Reichs und wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts als kaiserliches Lehen an die Grafen von Leiningen vergeben.
| Zeit | Ereignis |
|---|---|
| Ende 11. Jahrhundert | vermutlicher Bau als Reichsburg |
| 1076 | erste Erwähnung als „Parthenopolis“ |
| 1176 | erste urkundliche Nennung als Madenburg |
| Anfang 13. Jahrhundert | Lehen an die Grafen von Leiningen |
| Mitte 14. Jahrhundert | Ganerbenburg, Besitz unter mehreren Familien, darunter Sickinger und Fleckensteiner |
| 1516 | Kauf durch den Bischof von Speyer samt Dörfern |
| 1525 | im Bauernkrieg ausgeplündert und abgebrannt, danach wieder aufgebaut |
| 1648 | nach wechselnden Besatzungen im Dreißigjährigen Krieg wieder beim Bischof |
| 1689 | Sprengung im Pfälzischen Erbfolgekrieg |
| 1870 | Madenburgverein nimmt sich der Ruine an |
Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts war die Madenburg eine Ganerbenburg: Besitz und Eigentum fielen durch Erbfolge, Verpfändung und Verlehnung auseinander. Bekannte Besitzer waren die Sickinger und die Fleckensteiner; Friedrich von Fleckenstein wohnte ab 1456 auf der Burg, musste sich aber 1470 nach einem Streit mit dem Kurfürsten der Pfalz der Einnahme durch kurpfälzische Truppen beugen. 1516 kaufte Bischof Georg von Speyer die Burg samt den Dörfern Eschbach, Ranschbach, Arzheim, Waldhambach und Waldrohrbach. Sie diente den Bischöfen als Renaissanceschloss, als Nebenresidenz neben der Kestenburg, dem heutigen Hambacher Schloss, und als Verwaltungssitz des Amts Madenburg.
Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg ausgeplündert und abgebrannt, danach unter Philipp von Flörsheim wieder aufgebaut; sein Wappen ist über dem Eingang des nach ihm benannten Philippsbaus noch gut erhalten. Im Dreißigjährigen Krieg wechselten spanische, österreichische, schwedische und französische Besatzungen, bis die Burg 1648 wieder an den Bischof fiel. Französische Truppen stationierten ab 1680 eine Garnison; sie zogen 1689 ab und sprengten die Burg im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Nach den Revolutionskriegen kam sie in den 1790er Jahren in französischen Staatsbesitz. Die Gesamtgeschichte der Zerstörungen in der Pfalz fasst die Seite zur Burgengeschichte zusammen.

Wann ist die Madenburg geöffnet, und was kostet der Besuch?
Die Burganlage kann nach der Pfalz.Touristik und der Burgseite nur während der Öffnungszeiten der Madenburgschänke besichtigt werden; an Ruhetagen ist die gesamte Anlage geschlossen. Die Zeiten, die die Burgseite nennt (Stand Oktober 2026, geprüft am 27.10.2026):
| Zeitraum | Geöffnet | Ruhetage |
|---|---|---|
| Mai bis Oktober | Mittwoch bis Sonntag, 11:30 bis 19 Uhr | Montag und Dienstag |
| November bis April | 11:30 bis 17 Uhr | Montag, Dienstag und Donnerstag |
Das bedeutet für den Winter: Geöffnet ist mittwochs sowie von Freitag bis Sonntag. Fällt ein Feiertag auf einen Ruhetag, ist die Burg geöffnet, der Ruhetag verschiebt sich auf den folgenden Tag. Je nach Witterung können die Zeiten abweichen; aktuelle Hinweise stehen auf der Burgseite. Reservierungen sind nach ihrer Startseite nicht möglich. Einen Eintrittspreis nennt die Burgseite nicht; fragen Sie vor Ort oder beim Burgtelefon (06345 7110) nach.
Zum Programm gehören nach der Burgseite Veranstaltungen: Der Funzelabend findet bei schönem Wetter mittwochs von 18 bis 23 Uhr statt, die Küche ist bis 21 Uhr geöffnet; freitags gibt es Livemusik regionaler Bands bei freiem Eintritt. Beide Reihen sind auf der Burgseite ab dem 19. beziehungsweise 21. Mai 2027 angekündigt. Reservierungen sind dafür nicht möglich.
Was sehen Sie auf der Burg?
Von der Madenburg überblicken Sie nach der Burgseite die Rheinebene und rückseitig den Wasgau; bis zum Odenwald und zum Schwarzwald reicht der Blick. Auf der weitläufigen Anlage sehen Sie unter anderem das Wappen über dem Eingang des Philippsbaus; am westlichen Ende ragen noch Teile des Bergfrieds empor. Das Zeughaus dient als Saal für Feiern mit rund 80 Personen. In der Burgschänke mit Terrasse gibt es nach eigenen Angaben Pfälzer Küche und Weine der Südlichen Weinstraße; drinnen finden etwa 40 Gäste Platz, draußen rund 400 an den Freisitzen. Die Burgschänke wird als Familienbetrieb geführt. Die Burgseite nennt die Madenburg ein beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt.
Wie kommen Sie zur Madenburg?
Mit dem Auto fahren Sie über die A 65 bis Landau Nord, über Birkweiler und die Deutsche Weinstraße bis Leinsweiler und Eschbach, so beschreibt es die Burg. In Eschbach führt die Löwenthalstraße von der Ortsmitte zum Wanderparkplatz Madenburg, der rund einen Kilometer von der Burg entfernt im Pfälzerwald liegt; er ist jederzeit zugänglich. Der Fußweg bis zur Burg ist also kurz, aber ansteigend. Ob und wie oft Busse bis Eschbach fahren, prüfen Sie in der Fahrplanauskunft des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.
Wer zu Fuß kommt, nutzt den Pälzer Keschdeweg, der auf seiner zweiten Etappe von Annweiler am Trifels über den Cramerpfad Richtung Madenburg nach Eschbach führt und danach zur Ruine Neukastell weiterläuft. Der Keschdeweg (pfälzisch Keschde für Esskastanien) ist nach der Pfalz.Touristik insgesamt 61,6 Kilometer lang und führt in vier Etappen von Hauenstein über Annweiler und Albersweiler und die Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben nach Neustadt. Die Etappenbeschreibung finden Sie auf der Seite zum Pälzer Keschdeweg. Die Madenburg liegt an der Grenze zwischen Rebland und Pfälzerwald und ist deshalb ein beliebtes Ziel für Wanderer von der Südlichen Weinstraße.
Was liegt in der Umgebung?
Wer weiter nach Süden fährt, erreicht das Gebiet um Bad Bergzabern, wo bei Klingenmünster die Burg Landeck mit staufischen Buckelquadern steht; im Westen liegt Annweiler mit dem Trifels und den Nachbarburgen Anebos und Scharfenberg. Planen Sie die Reihenfolge nach den jeweiligen Zeiten: Die Madenburg ist nur an bestimmten Tagen offen, der Trifels von Februar bis November.
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Häufige Fragen zur Madenburg
Kann man die Madenburg kostenlos besichtigen?
Die Burgseite nennt keinen Eintritt. Voraussetzung für den Zugang ist, dass die Burgschänke geöffnet hat. Fragen Sie vor Ort oder telefonisch unter 06345 7110 nach.
Wann hat die Madenburg Ruhetag?
Montag und Dienstag im Sommerhalbjahr, im Winterhalbjahr zusätzlich Donnerstag. An Ruhetagen ist die gesamte Anlage geschlossen; fällt ein Feiertag darauf, ist geöffnet.
Wie lange dauert der Aufstieg von Eschbach?
Der Wanderparkplatz liegt rund einen Kilometer entfernt; eine Gehzeit nennen die Quellen nicht. Der Weg führt bergauf, planen Sie mit Kindern etwas mehr Zeit ein.
Wurde die Madenburg im Krieg zerstört?
Ja. Im Bauernkrieg 1525 wurde sie niedergebrannt, 1689 sprengten französische Truppen die Anlage im Pfälzischen Erbfolgekrieg endgültig.
Woher kommt der Name Madenburg?
Vermutlich von „Burg der Jungfrau Maria“, weil die Burg wohl schon früh dem Bistum Speyer gehörte, dessen Schutzpatronin Maria ist. 1076 wird sie als „Parthenopolis“ erwähnt.
Kann man auf der Madenburg feiern?
Für Festlichkeiten öffnet die Burgschänke den Saal im Zeughaus, der Platz für rund 80 Personen bietet. Anfragen für Festlichkeiten oder Buffets nimmt sie nach eigener Angabe nur vor Ort entgegen, das Burgtelefon erreichen Sie unter 06345 7110.
Quellen: Madenburg: Burgseite mit Öffnungszeiten; Madenburg: Historie; Pfalz.Touristik: Madenburg; Pfalz.Touristik: Wanderparkplatz Madenburg; Pfalz.Touristik: Pälzer Keschdeweg; Wikipedia: Madenburg. Stand: Oktober 2026.