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Burgen & Felsen

Burgruinen Neidenfels und Lichtenstein: zwei Burgen über einem Dorf

Pfalzgräfliche Burg auf dem Schlossberg und die ältere Burg Lichtenstein

Stand: · 7 Min. LesezeitTermine geprüft am 1338 erwähnt · frei zugänglich

Ruine einer Hangburg auf einem Felssporn im Waldtal mit Resten eines runden Schalenturms aus rotem Sandstein und moosiger Ringmauer
Burgruine Neidenfels Burgberg von Neidenfels. Symbolbild

Kurz gesagt

Neidenfels im Pfälzerwald besitzt gleich zwei Burgruinen. Die Burg Neidenfels auf dem Schlossberg ließ Pfalzgraf Rudolf II. in den 1330er Jahren errichten; 1338 ist sie erstmals erwähnt, 1689 wurde sie zerstört. Die ältere Burg Lichtenstein am Lichtensteinerberg fiel schon 1281 den Truppen der Stadt Speyer zum Opfer. Beide Ruinen sind frei zugänglich.

Wo liegen die Burgruinen von Neidenfels?

Neidenfels liegt im Pfälzerwald. Der Ort gehört zur Verbandsgemeinde Lambrecht im Landkreis Bad Dürkheim. Die Landstraße B 39 verbindet hier Neustadt mit Kaiserslautern, und die Burg Neidenfels sicherte schon im Mittelalter diesen Weg durch den Wald.

Die Burg Neidenfels steht rund 80 Meter über der Talsohle auf einem Sporn am südlichen Ausläufer des Schlossbergs, nördlich des Ortes. Vom Ortszentrum führt ein grün-weiß markierter Wanderweg hinauf, der Zugang ist frei. Die Burg Lichtenstein liegt am Ortseingang nördlich der B 39 auf einem bewaldeten Bergrücken am Lichtensteinerberg, einem südlichen Ausläufer der Hohen Loog. Zu ihr führt ein ausgeschilderter Fußpfad von der Hintertalstraße oder von der Lichtensteinhütte des Pfälzerwaldvereins.

Wann entstand die Burg Neidenfels?

Die Burg Neidenfels ist eine vergleichsweise junge Anlage. Im Hausvertrag der Wittelsbacher von Pavia aus dem Jahr 1329 wird sie noch nicht genannt, 1338 ist sie erstmals urkundlich erwähnt. Gegründet wurde sie in diesem Zeitraum von Pfalzgraf Rudolf II., der seit 1331 königlicher Landvogt im Speyergau war. Die Burg schützte Forst und Straße und diente bei Jagden als Unterkunft.

1338 vergab Rudolf II. die Burg als Lehen an die Brüder Gerhard und Johannes von Odenbach. Als Lehnsleute verwalteten sie den Forst, sicherten die Straße von Neustadt nach Kaiserslautern und hielten bei herrschaftlichen Jagden Quartier, Ställe und Verpflegung bereit. Nach dem Tod Rudolfs II. schieden die Odenbacher aus. 1355 überließ Pfalzgraf Ruprecht I. die Burg, nicht aber den Forst, auf Lebenszeit dem Ritter Johann von Wachenheim, mit der Pflicht, sie im Kriegsfall dem Pfalzgrafen zu öffnen. Zu Wachenheim und seiner Burg erzählen die Seiten Wachenheim und Wachtenburg mehr.

Wer besaß die Burg Neidenfels später?

Um 1407 erhielt Dieter Landschad die Burg gegen die Verpflichtung, 400 Pfund zu verbauen. Im 15. Jahrhundert folgten die Steinhauser; 1480 sind die Herren von Saulheim bezeugt, und rund zwanzig Jahre später erwarb Friedrich Steinhauser die Burg. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ließen die Herren von Angeloch größere Bauten errichten. Von 1575 bis 1582 setzte sich Pfalzgraf Johann Casimir gegen sie durch und belehnte 1582 Dr. Peter Beutterich, einen Diplomaten in kurpfälzischen Diensten. Beutterichs Sohn erbte die Burg; mit ihm erlosch die Linie, und 1618 fiel Neidenfels an die Kurpfalz zurück. Wer die Rolle des Fürstenhauses in der Region einordnen möchte, findet sie auf der Seite Kurpfalz.

Was ist von der Burg Neidenfels zu sehen?

Der Ursprungsbau ist schwer zu rekonstruieren, weil der Berg später zum Weinberg umgestaltet wurde. Die Kernburg lag auf einem felsigen Grat, der im oberen Teil rund 12 Meter breit ist. Nach Norden trennte ein Halsgraben die Burg vom ansteigenden Hang; er ist etwa 11 Meter breit und auf der Bergseite etwa 11, zur Burg hin etwa 13 Meter tief in den Fels geschrotet.

Die Ringmauer hatte ursprünglich vier halb- bis dreiviertelrunde Schalentürme. Erhalten sind die beiden südlichen Türme und ein Turm an der Nordwestecke; der südöstliche Turm ist abgegangen. Der Zugang lag an der Nordostecke, wo ein Torbau stand, von dem nur Reste geblieben sind. Der Nordostbau hat Mauern, die stellenweise über zwei Meter stark sind; Scharten für Feuerwaffen entstanden im 15. und 16. Jahrhundert. Torbau und Ringmauer sind mit 0,85 bis 1,20 Metern deutlich schwächer.

Gewölbte Keller im roten Sandsteinfels unter Burgmauern, raues Steingewölbe mit Farnen und Moos
Felsenkeller Felsenkeller. Symbolbild

Aus dem 16. Jahrhundert stammt ein Treppenturm im Stil der Renaissance, der als Ruine erhalten ist. Unter den Gebäuden liegen drei Felsenkeller, deren Gewölbe in den Fels gehauen sind und heute das auffälligste erhaltene Bauteil bilden. Die älteste Wasserversorgung war eine Zisterne für Regenwasser mit knapp zwei Metern Durchmesser und gut drei Metern Tiefe. Seit dem 16. Jahrhundert wurde die Burg zusätzlich über eine Tonleitung versorgt.

Wie ging die Burg Neidenfels unter?

Im Dreißigjährigen Krieg war die Burg mehrfach besetzt; 1657 war sie teilweise ruinös. 1689 wurde sie im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört und aufgegeben. Die Ruine verfiel nicht allein: 1749 und 1750 ließ Forstmeister Georg Franz Glöckle fast das gesamte aufgehende Mauerwerk abbrechen und mit den Steinen den Berg für einen Weinberg terrassieren. Die Trauben reiften im engen Tal jedoch nicht richtig, und die Terrassen verfielen.

Am Ende des 18. Jahrhunderts bewohnte ein Eremit eine Klause auf dem Berg, die bis 1792 genutzt wurde. Nach 1792 zogen die Franzosen die Ruine als Nationalgut ein und versteigerten sie. Mehrere Besitzer folgten, 1850 kam sie an das Königreich Bayern. 1875 erwarb sie der Pfälzische Verschönerungsverein, machte sie zugänglich und führte erste Sanierungen durch. 1934 ging die Ruine an den Regierungsbezirk, ein Jahr später schenkte dieser sie der Gemeinde Neidenfels. Nach der Schenkung wurden die südlichen Schalentürme neu aufgemauert, der Torbau teilweise freigelegt und eine große Stützmauer gegen Felsabbruch errichtet.

Was ist die Burg Lichtenstein bei Neidenfels?

Die Burg Lichtenstein ist die ältere der beiden Anlagen. Ab 1219 ist die Familie von Lichtenstein mit dem Ministerialen Konrad von Lichtenstein urkundlich belegt; Konrad war bis 1260/1262 nachweisbar und starb spätestens 1262. Sein Nachfahre Johannes (1269 bis 1301), ein Sohn Albrechts, stand in enger Beziehung zur Stadt Speyer: Im April 1281 versprach er der Stadt ein Drittel der Burg.

Noch im selben Jahr zerstörten Speyerer Truppen die Burg. Die Bewohner waren Albrecht II. und Konrad II. 1285 erhielt Albrecht II. vor dem königlichen Landrichter 100 Pfund Heller Schadensersatz, ein Wiederaufbau wurde jedoch verboten. 1331 wird noch ein Kaplan und damit eine Burgkapelle erwähnt. Das Geschlecht erlosch in der Mitte des 14. Jahrhunderts nach 1333. Der Grabstein von Johannes II. befindet sich in der Kirche St. Nikolaus in Neidenfels.

Reste einer dicken Schildmauer aus Buckelquadern auf einem Felsblock im Buchenwald, Herbstlaub
Burg Lichtenstein Rest einer Schildmauer. Symbolbild

Was ist von der Burg Lichtenstein erhalten?

Die Burg liegt in Spornlage am steilen Südhang; ein Halsgraben trennt sie vom Bergmassiv. Die Oberburg sitzt auf einem Felsklotz von bis zu sechs Metern Höhe, ihre Plattform misst etwa 50 Quadratmeter. Von der Schildmauer, die zum Berg hin schützte, sind noch 22 Steinlagen mit Buckelquaderverkleidung erhalten. Auf der Plattform stand ein Wohnturm oder Palas; bei einer kleinen Grabung 1988 wurden zwei Lichtschlitze nachgewiesen.

Die Unterburg liegt mehrere Meter tiefer. Von ihrer Ringmauer steht nur ein knapp zwei Meter hohes Stück. Beim Bau der Pfälzischen Ludwigsbahn diente die Ruine als Steinbruch; die erste Aufmessung nahm 1889 Franz Lippert vor. Zu sehen ist heute im Wesentlichen der Rest der Schildmauer der Oberburg, der als Stumpf des Wohnturms erscheint. Die Burg ist als Denkmalzone und gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal eingetragen.

Was gibt es im Dorf Neidenfels zu sehen?

Das Dorf selbst ist klein. Um 1445 wird erstmals ein Dorfgericht erwähnt, 1785 bestand der Ort aus 14 Häusern um den Dorfbrunnen sowie weiteren Häusern im Tal und auf der Höhe. Das Fachwerkhaus Schimpf von 1737 ist bis heute unverändert erhalten. 1744 ließ Franz Glöckle die Forstmeisterei errichten. 1796 wurden Frankeneck, Neidenfels und Esthal zu einer Bürgermeisterei zusammengelegt; Esthal schied 1819 aus, und am 1. Januar 1889 wurden Frankeneck und Neidenfels selbstständig. 1966 gewann der Ort den Bezirkssieg im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden".

Die Verwaltungsgeschichte des Ortes verlief wechselhaft. Unter dem Druck des Gauleiters musste sich Neidenfels nach mehrmaliger Ablehnung am 4. Juni 1938 der Stadt Lambrecht anschließen. Im Frühjahr 1945 hob die US-Militärverwaltung die Bürgermeisterei Lambrecht auf, und die Talgemeinden erhielten die Selbstverwaltung zurück. Die Nachkriegsjahre waren von Hunger, Bezugsscheinen und der Unterbringung von Flüchtlingen geprägt. 1948 wurde die Zwerlenbachstraße erstmals gepflastert, 1959 weihte der Ort eine neue Volksschule am Waldrand ein, 1967 sicherte ein Wasserwerk mit zwei Tiefbrunnen die Wasserversorgung, und im August 1982 folgten Bürgeranlage und Bürgerhaus; Gold- und Dorfbrunnen wurden dabei umgestaltet.

Wer beide Burgen in einem Rundgang verbinden möchte, geht zuerst zum Lichtenstein am Ortseingang und danach durch das Dorf hinauf zum Neidenfels. Weitere Ziele in der Nähe sind Bad Dürkheim und das Elmsteiner Tal. Wanderungen mit Burgzielen bündelt die Seite Burgenwanderungen.

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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zu den Burgruinen von Neidenfels

Sind die Burgruinen in Neidenfels frei zugänglich?

Ja. Die Burg Neidenfels erreicht man über einen grün-weiß markierten Wanderweg vom Ortszentrum, die Burg Lichtenstein über einen ausgeschilderten Fußpfad von der Hintertalstraße oder von der Lichtensteinhütte.

Wann wurde die Burg Neidenfels erbaut?

In den 1330er Jahren: Im Hausvertrag von Pavia 1329 fehlt sie noch, 1338 ist sie erstmals urkundlich erwähnt. Gründer war Pfalzgraf Rudolf II.

Wann wurde die Burg Lichtenstein zerstört?

1281 durch Truppen der Stadt Speyer. Der Wiederaufbau wurde 1285 verboten.

Was ist von der Burg Neidenfels erhalten?

Zwei südliche Schalentürme und ein Turm an der Nordwestecke, Reste des Torbaus, drei Felsenkeller, die Zisterne und ein Treppenturm der Renaissance.

Passend dazu: Im Lambrechter Tal liegt auch Lambrecht mit Klosterkirche und Ritterstein Breite Loog.

Quellen: KuLaDig: Burgruine Neidenfels auf dem Schlossberg; KuLaDig: Burgruine Lichtenstein bei Neidenfels; Pfalz.Touristik: Burgruine Neidenfels; Ortsgemeinde Neidenfels: Geschichtliches. Stand: November 2026.