Burgen & Felsen
Ramburg bei Ramberg: Schildmauer, Felsenkeller und Wege
Burg auf dem Schlossberg mit besonderer Schildmauer

Kurz gesagt
Die Ramburg steht auf dem Schlossberg nördlich von Ramberg auf 444 Metern. Sie entstand in der Mitte des 12. Jahrhunderts, wird 1163 erstmals genannt und wurde im Dreißigjährigen Krieg geplündert. Erhalten sind eine ursprünglich 21 Meter hohe Schildmauer, ein Felsenkeller und die Kernburg. Rundwege starten am Bürstenbindermuseum in Ramberg.
Wo liegt die Ramburg und wie kommt man hin?
Die Burg liegt rund 500 Meter nordwestlich der Ortsmitte von Ramberg an der Landesstraße 506, auf der Gipfelkuppe des Schlossbergs. Von hier reicht der Blick über das Dernbachtal zu den Nachbarburgen Neuscharfeneck und Trifels. Den Aufstieg erleichtert ein Burgaufgang, der zwischen 1971 und 1994 entstand. Unterhalb der Ruine steht die 1977 erbaute Ramburgschänke. Zu Fuß erreicht man die Burg auf mehreren Wegen, zum Beispiel auf dem Ramburgweg.
Der Ramburgweg ist ein Rundweg von rund 8 Kilometern mit 246 Metern Auf- und Abstieg, der in etwa zweieinhalb Stunden zu bewältigen ist. Er beginnt am Parkplatz neben der Sparkasse in Ramberg, führt auf breiten Waldwegen durch den Pfälzerwald und steigt zuletzt steil zur Ruine an. Stationen sind das Bürstenbindermuseum, ein Feldkreuz, die Schutzhütte Barebäm am Hühnerberg, die Ramburgschänke und die Ruine, von der man auch Neuscharfeneck und im Süden den Trifels sieht. Der Drei Burgen Weg ist 17,2 Kilometer lang, braucht 5 Stunden 30 Minuten und hat 451 Höhenmeter; er verbindet Ramburg, Meistersel und Neuscharfeneck und startet ebenfalls am Bürstenbindermuseum. Die Landschaft des Fernwanderwegs beschreibt die Seite Pfälzer Weinsteig.
| Weg | Länge | Besonderheit |
|---|---|---|
| Ramburgweg | rund 8 km | Rundweg zur Ramburg, mehrere Anstiege |
| Bürstenbinderweg | rund 11 km | Rundweg um Ramberg und Dernbach, wenige Anstiege |
| Museumsweg | rund 8 km | zum Waldhaus Drei Buchen |
| Drei Burgen Weg | 17,2 km | Ramburg, Meistersel, Neuscharfeneck |
| Marktweg | 13 km einfach | historischer Weg zum Landauer Markt |
Wer baute die Ramburg und wem gehörte sie?
Die Ramburg wurde in der Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet, vermutlich zum Schutz der Reichsburg Trifels. Sie gehört zum staufischen Burgenausbau in der Landschaft um Annweiler, die eine hohe Burgendichte aufweist; die Stadt und ihre Burgen beschreibt die Seite Annweiler, die Reichsburg die Seite Burg Trifels. 1163 wird die Burg erstmals erwähnt, als Lehen der Reichsministerialen von Ramberg. Im 14. Jahrhundert dienten die Herren von Ramberg dem Hochstift Speyer, das ab 1395 Öffnungsrechte hatte; schon seit 1358 besaß der Pfalzgraf das Öffnungsrecht. In der Mitte des 14. Jahrhunderts gab es eine Fehde mit Johannes von Scharfeneck-Metz, die Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz schlichtete. Seit 1463 gehörten die Ramberger der pfälzisch-elsässischen Heilig-Geist-Gesellschaft an.
1519 verkaufte das letzte Mitglied der Herren von Ramberg Burg und Dorf an die Herren von Dalberg; die Burg war in schlechtem Zustand, 1524 gab es nur noch einen beheizbaren Raum und einen Torwächter. 1525 wurde sie im Bauernkrieg eingenommen und niedergebrannt, aber rasch wiederaufgebaut. Um 1536 kaufte sie das Grafenhaus Löwenstein-Scharfeneck. 1560 schlug der Blitz zweimal in den Wohnbau ein, die Burg brannte völlig aus und wurde instand gesetzt. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) wurde die Anlage besetzt, beschädigt und geplündert; bis 1638 blieb sie Amtssitz. Danach verfiel sie, eine geplante Sanierung unterblieb, und die umliegenden Dörfer nutzten sie als Steinbruch. Im 19. Jahrhundert ging die Ruine an die Gemeinde Ramberg über.

Wie ist die Kernburg aufgebaut?
Die Kernburg steht auf einem freistehenden Felsblock von etwa 20 mal 30 Metern, dessen Seiten künstlich abgeschrägt sind, und hat deshalb einen vieleckigen Grundriss. Der Felsen ist rund neun Meter hoch. Nach Norden schützt eine mächtige Schildmauer, die in eine Ringmauer übergeht. Vor der Kernburg liegt auf einem eingeebneten Plateau, der Hauptangriffsseite, die Vorburg mit einem etwa 20 Meter langen und 5 Meter breiten, aus dem Fels geschroteten Halsgraben. An der Südwestseite gibt es eine zisternenartige Vertiefung, vermutlich eine Viehtränke, im Volksmund „Eselskrippe“. Die Unterburg auf einem schmalen Plateau unterhalb des Burgfelsens besitzt eine umlaufende Ringmauer; ihr ursprünglicher Zugang ist unbekannt. Vor- und Unterburg sind vermutlich jünger als die Kernburg.
Man unterscheidet zwei Bauphasen. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstanden die Kernburg mit Schildmauer und Zisterne, ein Zugang von Westen über eine Felsenrampe mit Tor und Gebäude im nördlichen und südöstlichen Teil, von denen Felsfundamente erhalten sind. Am Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Burg zur Wohnburg umgebaut: Man überbaute den Innenhof, baute den Felsenkeller aus, errichtete am Eingangsportal einen Treppenturm mit Uhr, der nicht erhalten ist, ersetzte die Zisterne durch einen Brunnen und verlegte den Zugang auf die Höhe des Zisternenbodens. Damit verlor die Burg an Wehrfunktion; Schießscharten und Geschützstände fehlen. Ein dreigeschossiger Wohnbau über dem Innenhof hatte zwölf große Fenster in den Flügelmauern.
Was ist an der Schildmauer der Ramburg besonders?
Die Schildmauer ersetzt den sonst üblichen Bergfried. Sie ist massiv, ohne Einschnitte, Treppenabsätze oder Öffnungen, und an der Angriffsseite im Norden sowie an den Mauerflügeln mit Buckelquadern verkleidet; die Flügel schützen die Flanken. Ursprünglich war sie einschließlich Wehrgang rund 21 Meter hoch und rund 3 Meter stark, in dieser Form ohne Vergleich unter den Schildmauern der Pfalz. Ab 1903 trug man die einsturzgefährdete Mauerkrone ab, sodass sie heute rund 18 Meter misst. Im 16. Jahrhundert baute man Fenster ein und nutzte die Mauer teilweise als Wohnturm, mindestens zweigeschossig. Wie Schildmauern anderer Burgen aussehen, zeigt die Seite Warum hat die Pfalz so viele Burgen?.
Wozu diente der Felsenkeller?
Unterhalb der Kernburg liegt ein aus dem Fels geschroteter Keller, rund 18 Meter lang, 10 Meter breit und 2,50 Meter hoch. Man betritt ihn über einen Treppenabgang an der südöstlichen Schmalseite des Burgfelsens, von der Unterburg aus, durch ein zweiflügeliges Kellertor. Ursprünglich lagerte man hier vermutlich Lebensmittel. Wann er entstand, ist unklar; den letzten Ausbau erhielt er Ende des 16. Jahrhunderts. Freigelegt wurde der Keller 1908/1909. Neben ihm sind die Brunnenkammer, Mauerpfeiler und die Mauern des Palas erhalten, dazu rund 10 Meter der nördlichen Ringmauer und rund 30 Meter Umfassungsmauer der Vorburg.
Was ist die Burg Meistersel am Drei Burgen Weg?
Rund 2,3 Kilometer Luftlinie nördlich von Neuscharfeneck liegt auf etwa 491 Metern die Burgruine Meistersel, nordöstlich von Ramberg über dem Modenbachtal. Sie wurde vermutlich im 11. Jahrhundert gegründet; 1100 erwähnt sie eine Schenkungsurkunde des Bischofs Johann I., mit der die Burg samt Talsiedlung und Wäldern an das Bistum Speyer überging. Im 12. Jahrhundert war sie Reichsburg zum Schutz des Trifels. 1186 ist Heinrich von Meistersel als erster Burgvogt belegt; 1277 starb die Familie im Mannesstamm aus, und die Burg fiel an König Rudolf von Habsburg. Später wurde sie zur Ganerbenburg, 1525 teilweise durch Brand zerstört und wiederaufgebaut, im Dreißigjährigen Krieg endgültig zerstört.
Die zweigeteilte Kernburg ist etwa 70 Meter lang und 30 Meter breit, mit älterer Oberburg auf dem Zentralfelsen und jüngerer Unterburg. Der Brunnenturm auf der Westseite ist ein runder, in den Fels gehauener Schacht; der Raum daneben nahm vermutlich ein Brunnentretrad auf, eine Anlage, die in Elsässer Burgen häufig, im pfälzischen Burgenbau eher die Ausnahme ist. Erhalten ist auch eine frühgotische Fensternische mit vier Spitzbogenfenstern, im Raum sonst nur im Elsass zu finden. Seit 2010 gehört die Ruine dem Land Rheinland-Pfalz, das sie seit 2011 sichert; im Oktober 2020 wurde sie wieder öffentlich zugänglich. Die Ruine liegt rund 2,5 Kilometer von der Ortsmitte Ramberg entfernt an der L 506 durch das Modenbachtal; der Wanderparkplatz Drei Buchen südlich der Ruine ist kostenlos, von dort führt der ehemalige Burgweg hinauf.
Wer pflegt die Ruine?
1964 sicherte man die Umfassungsmauern. Von 1971 bis 1994 hielt der Männergesangsverein Ramberg die Ruine unter Aufsicht des Landesamts für Denkmalpflege Speyer und der Kreisverwaltung instand; dabei entstanden der heutige Burgaufgang, und die Kernburg wurde freigelegt. Die Ruine ist ein eingetragenes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz Rheinland-Pfalz. Das Denkmalverzeichnis nennt die Gründung im 12. Jahrhundert, die Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg, die buckelquaderverkleidete Schildmauer und den Felsenkeller. Zur Burgenlandschaft rund um Annweiler siehe auch die Seite Burgen im Wasgau und, für das Wandern mit Burgblick, Burgenwanderungen.
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Häufige Fragen zur Ramburg
Wie lange läuft man von Ramberg zur Ramburg?
Die Burg liegt rund 500 Meter nordwestlich der Ortsmitte. Der Ramburgweg ist ein Rundweg von rund 8 Kilometern in etwa zweieinhalb Stunden.
Wem gehört die Ruine?
Der Gemeinde Ramberg, seit dem 19. Jahrhundert.
Wie hoch ist die Schildmauer?
Heute rund 18 Meter. Ursprünglich war sie einschließlich Wehrgang rund 21 Meter hoch; die Krone wurde ab 1903 abgetragen.
Wann wurde die Burg erstmals genannt?
1163, als Lehen der Reichsministerialen von Ramberg.
Welche Burgen sieht man von der Ramburg?
Über das Dernbachtal reicht der Blick zu Neuscharfeneck und zum Trifels.
Ist die Burg Meistersel zugänglich?
Ja. Seit Oktober 2020 ist die Anlage wieder öffentlich zugänglich; das Land Rheinland-Pfalz besitzt sie seit 2010.
Quellen: KuLaDig: Burgruine Ramburg bei Ramberg; KuLaDig: Burgruine Meistersel bei Ramberg; Südliche Weinstraße: Ramberg, Drei Burgen Weg; Südliche Weinstraße: Ramberg, Ramburgweg; Ortsgemeinde Ramberg: Wanderwege; Pfälzisches Burgenlexikon, Band 4.1 (Keddigkeit/Burkhart/Übel 2007). Stand: Oktober 2026.