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Burgen & Felsen

Burgruine Randeck bei Mannweiler-Cölln: Ganerbenburg über dem Alsenztal

Reichslehen und Ganerbenburg über dem Alsenztal, im Bauernkrieg unversehrt

Stand: · 7 Min. LesezeitTermine geprüft am 12. Jahrhundert · frei zugänglich

Burgruine auf einem grasbewachsenen Bergsporn über einem schmalen Tal mit Wiesen und Bach, runder Turmstumpf und lange Mauer aus rötlichem Stein
Burgruine Randeck Bergsporn der Randeck. Symbolbild

Kurz gesagt

Die Burgruine Randeck liegt auf einem Bergsporn über dem Alsenztal bei Mannweiler-Cölln im Donnersbergkreis. Sie wurde im letzten Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts gegründet, war früh Ganerbenburg und Reichslehen und blieb im Bauernkrieg und im Dreißigjährigen Krieg unversehrt. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg sprengten die Franzosen 1690 den Bergfried. Die Ruine gehört dem Kulturhistorischen Verein Mannweiler(-Cölln) und ist frei zugänglich.

Wo liegt die Burgruine Randeck und wie kommt man hin?

Randeck steht auf einem beherrschenden Bergsporn über dem Alsenztal in der Gemarkung Mannweiler-Cölln. Die Gemarkung liegt im Donnersbergkreis, benannt nach dem Donnersberg. Ein Feldweg, der an der Straße von Mannweiler-Cölln nach Schiersfeld abzweigt, führt zur Ruine. Die Anlage ist frei zugänglich, und sie ist die einzige Burgruine im mittleren Alsenztal.

Die Ruine gehört dem Kulturhistorischen Verein Mannweiler(-Cölln), der die Anlage betreut. Sie ist als Kulturdenkmal geschützt und liegt in einer Denkmalzone. Hintergrund zur Region bietet die Seite Nordpfälzer Bergland; die Kreisstadt beschreibt die Seite Kirchheimbolanden.

Wer gründete die Burg Randeck?

Der Burgbau wird allgemein in das letzte Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts datiert. Indirekt belegt das ein Heinrich von Randeck, der seit 1202 erwähnt wird und mit Philipp III. von Bolanden im Umfeld König Philipps in Trier auftrat. 1401 belehnte König Ruprecht I. einen Randecker zugleich mit der Burg Beilstein, die auf der Seite Burgruine Beilstein beschrieben ist.

Heinrichs Sohn Gottfried I. ist 1219 erwähnt; 1231 war er bei König Heinrich (VII.) in Worms. Dessen Enkel Dietrich kämpfte 1298 in der Schlacht am Hasenbühl bei Göllheim auf der Seite König Adolfs, und Georg begleitete 1311 König Heinrich VII. mit sechs Streitrössern auf dem Romzug. Zum Hof König Heinrichs (VII.) in Worms bestanden also schon früh Beziehungen.

Wie viele Lehnsherren hatte Randeck?

Spätestens im 14. Jahrhundert war die Burg Reichslehen. Eine Öffnung von 1364 verbot ausdrücklich, Randeck gegen das Reich zu nutzen. König Ruprecht I. belehnte 1401 Konrad III. von Randecken mit den Burgen Randeck und Beilstein; weitere Belehnungen folgten durch Friedrich III. (1442, 1473), Maximilian I. (1494, 1518), Karl V. (1522, 1555), Ferdinand I. (1549), Rudolf II. (1587), Mathias (1616), Ferdinand III. (1648), Kurfürst Ludwig als Reichsvikar (1658) und Leopold (1698).

Neben dem Reich bestanden Lehensbeziehungen zum Adel und zur Kirche. Zu den Grafen von Veldenz sind sie seit 1245 belegt, zu Zweibrücken um 1250, zu Hohenfels um 1255, zu Sponheim 1286, zu Leiningen 1287, zu den Rheingrafen 1293, zu Saarbrücken 1337, zu den Wildgrafen 1342, zu Bolanden 1360, zu den Pfalzgrafen 1388 und zu den Raugrafen 1400. Kirchliche Lehnsherren waren das Erzbistum Trier (1284), das Hochstift Speyer (1299), das Erzbistum Mainz (1299), St. Maximin zu Trier (1323), das Erzbistum Köln (um 1350), die Abtei Fulda (1396), das Hochstift Worms (1413) und das Kloster Hornbach (1488). Über die Landesherren der Region berichtet die Seite Kurpfalz.

Wer wohnte als Ganerbe auf der Burg?

Randeck war früh eine Ganerbenburg mit mehreren Besitzern. Seit der Heirat Emmerichs von Lewenstein mit Lutrad, der einzigen Tochter Emmerichs I. von Randeck, im Jahr 1270 waren die Lewensteiner eng mit der Burg verbunden. Die ältere "Brennersche Linie" saß bis zu ihrem Aussterben 1592 auf der Burg. Auch die Herren von Flersheim waren vertreten; 1616 wurde Friedrich von Flersheim als Baumeister belehnt. Im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts spaltete sich die kurzlebige Linie Weißenstein ab (1327 bis 1369), die bei Wendelsheim eine eigene Burg errichtete. 1307 bot man zwei Kaufleuten aus Asti für zehn Jahre ein Niederlassungsrecht an.

Mehrere Randecker bekleideten einflussreiche Ämter. Dietrich war Burggraf in Böckelnheim (1299 bis 1305), Eberhard I. und Dietrich waren Schultheißen in Oppenheim (1308 bis 1316 bzw. 1322 bis 1325). Johann II. amtierte als trierischer Amtmann in Lautern und Wolfstein (1333 bis 1343) und als Viztum im Rheingau (1346 bis 1349). Ruprecht I. war 1363 Feldherr der Stadt Metz und 1370 leiningischer Hauptmann. Wilhelm VI. war Amtmann in Kreuznach (1456 bis 1476), Emmerich VIII. in Winterburg (1513). Oppenheim liegt in Rheinhessen.

Lange Ringmauer aus rötlichem Sandstein mit gleichmäßigen Strebepfeilern und einem halbrunden Turm, Wiese davor, bedeckter Himmel
Unterburg Ringmauer mit Strebepfeilern. Symbolbild

Welche Fehden und Öffnungsrechte prägten die Burg?

Im 14. Jahrhundert wurde das Öffnungsrecht häufig genutzt, also das Recht eines Dritten, die Burg im Kriegsfall zu betreten. Belegt sind Öffnungen für Worms (1326), Metz (1363) und Erzbischof Gerlach von Mainz (1364, auf Lebenszeit). 1370 öffnete Ruprecht dem Pfalzgrafen seinen Burganteil. Herzog Alexander von Zweibrücken erzwang 1504 mit militärischem Druck die Öffnung auf Lebenszeit. Mehr zur Stadt steht auf der Seite Zweibrücken.

Ende des 14. Jahrhunderts wurden den Randeckern Raub- und Mordzüge vorgeworfen. Kaiser Karl IV. befahl den Gemeinern der Burgen Wartenberg, Montfort und Randeck, solche Taten einzustellen. 1380 verhängten die Hofrichter König Wenzels Acht und Bann über drei Hauptverantwortliche, allesamt Verwandte Konrads II. von Randeck. Dessen Schwager Antilmann vom Graswege konnte durch eine rasche Sühne Schlimmeres abwenden.

1501 verhängte Maximilian I. die Reichsacht über Adam II., Ruprecht V. und Emmerich X. von Randeck und ihre Helfer; Auslöser war eine Fehde mit der Stadt Straßburg. 1506 vermittelte Pfalzgraf Philipp I.: Die Beklagten zahlten 600 Gulden und erhielten ihre Güter zurück. Im Landshuter Erbfolgekrieg (1503 bis 1505) zog Herzog Alexander von Zweibrücken im Juli 1504 vor die Burg, die ihm übergeben wurde. 1504 wird außerdem ein schriftlich fixierter Burgfrieden erwähnt, der nicht erhalten ist.

Warum blieb Randeck im Bauernkrieg unversehrt?

Im Gegensatz zu vielen anderen Pfälzer Burgen blieb Randeck im Bauernkrieg 1525 und im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) unversehrt. 1649 belehnte Ferdinand III. den Deutschordensritter Hans Ludwig von Lewenstein mit der unzerstörten Burg. 1668 fiel sie an den kurmainzischen Kanzler Nikolaus Georg von Reigersberg, 1698 belehnte Leopold Veit Franz von Reigersberg. Die Familie blieb bis zur Franzosenzeit Eigentümerin.

Das Ende kam im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Die Schnapphähne, die im Nordpfälzer Raum partisanenartig gegen die Franzosen kämpften, nutzten die Burg; der Bergfried diente als Ausguck. Nach der französischen Besetzung im Februar 1690 wurde der Turm gesprengt und die übrigen Befestigungen geschleift. Einige Gebäude konnten wiederhergestellt und bis 1792 genutzt werden. Später verkauften die Reigersberger die Burg an Private, die sie abrissen und das Material verwerteten; der Abbruch erfolgte um 1817. 1844 war ein Verkauf der Burgstelle geplant; die Mauer war damals nur noch teilweise 10 bis 12 Fuß hoch.

Wie sieht die Anlage aus?

Die zweigeteilte Anlage ist oval und knapp 90 Meter lang. Sie besteht aus einer Oberburg und einer deutlich größeren Unterburg. Eine Zisterne oder ein Brunnen sind bisher nicht nachgewiesen. Quellwasser wurde über den "Eselsgraben" vom 1601 erwähnten "Springenden Bronnen" zur Burg geleitet.

Die Unterburg schützte im Norden, der Hauptangriffsseite, ein langgezogener Halsgraben, der aus dem anstehenden Rotliegenden geschrotet ist; er ist heute teilweise verfüllt und verschliffen. Die äußere Grabenmauer im Nordwesten ist noch mehrere Meter hoch, aus mit dem Hammer behauenem Schichtenmauerwerk. Die äußere Ringmauer ist vor allem im Osten und Süden erhalten; neun bauzeitliche Strebepfeiler sind in das Mauerwerk eingebunden. Im Süden stehen zwei Flankierungstürme, ein quadratischer und ein halbrunder, deren Reste gesichert und teilweise frei ergänzt wurden. Im Innenraum sind außer zwei kurzen Mauerzügen keine Gebäudereste erkennbar.

Die ältere Oberburg wurde erst in jüngerer Zeit untersucht und freigelegt. Im Osten kam ein halbrunder Flankierungsturm zum Vorschein, im Süden und Osten sind höhere Mauerzüge sichtbar; ein Bau besaß einen Keller mit Zugang. Der in den 1980er Jahren ausgegrabene Bergfriedstumpf ist mit dem vom 15. bis 17. Jahrhundert erwähnten Turm identisch und diente 1472 als Gefängnis für zahlungsunfähige Schuldner. Der Bergfried war rund, was in der Pfalz selten ist. 1690 war er etwa 50 Fuß hoch; die Mauerstärke beträgt rund 3,3 Meter, der Innendurchmesser nur 2,2 Meter.

Blick von einem Burghügel über ein sanftes Tal mit Wiesen und einem kleinen Dorf, bewaldete Hügel und ein fernes Plateau unter Wolken
Aussicht Blick ins Alsenztal. Symbolbild

Welche Rolle spielten Burgkapelle und Tempel?

Seit 1300 bestand in der Burg eine Kapelle, die Johann II. von Randeck finanziert hatte. 1332 wirkte mit Wilhelm von Randeck ein Familienmitglied als Pastor; seit 1372 gehörte die Kapelle zur Pfarrei Oberndorf, deren Pfarrer als Burgkaplan zwei Malter Korn jährlich bezog. Ein "Tempel unterhalb der Burg Randecken" wird erstmals 1401 erwähnt, 1560 als "die kirck zu Randeck, der Dampel genant". Der Tempelwald und der 1601 erwähnte Tempelgarten tragen den Namen dieses Tempels.

Die Grablege der Familie lag in Oberndorf. Die Randecker besaßen 1416 die Ortsherrschaft als raugräfliches Lehen und waren Patronatsherren der Pfarrkirche. Ruprecht V. und seine Frau Schonette von Lewenstein ließen den Kirchenchor neu errichten; zwei Schlusssteine zeigen das Randecker Wappen. Erhalten sind die Grabplatte des Stifterpaares und der hölzerne Totenschild des letzten Randeckers, Emmerichs X. von Randeck, von 1521.

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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zur Burgruine Randeck

Ist die Burgruine Randeck frei zugänglich?

Ja. Ein Feldweg, der an der Straße von Mannweiler-Cölln nach Schiersfeld abzweigt, führt zur Ruine. Sie gehört dem Kulturhistorischen Verein Mannweiler(-Cölln).

Wann wurde die Burg Randeck gegründet?

Im letzten Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts. Heinrich von Randeck ist seit 1202 belegt.

Wann wurde Randeck zerstört?

Nach der französischen Besetzung im Februar 1690 wurde der Bergfried gesprengt und die Befestigung geschleift. Im Bauernkrieg und im Dreißigjährigen Krieg blieb die Burg unversehrt.

Was ist von Randeck erhalten?

Halsgraben, Ringmauer mit neun Strebepfeilern, zwei Flankierungstürme im Süden, der Bergfriedstumpf der Oberburg, Pflasterreste, Fundamente eines Torhauses und ein Keller.

Quellen: KuLaDig: Burgruine Randeck bei Mannweiler-Cölln. Stand: November 2026.