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Burgen & Felsen

Burg Spangenberg im Elmsteiner Tal: Schildmauer und Burgschänke

Dreigeteilte Schildmauerburg mit Burgschänke am Wochenende

Stand: · 9 Min. LesezeitTermine geprüft am 1317 erwähnt · Verein seit 1971

Burgruine mit hoher schmaler Schildmauer aus kleinen Sandsteinquadern mit Spitzbogentor und drei Konsolen neben einem steilen Felsen über einem Waldtal
Burg Spangenberg Schildmauer neben dem Burgfelsen. Symbolbild

Kurz gesagt

Die Burg Spangenberg im Elmsteiner Tal bei Erfenstein ist eine dreigeteilte Schildmauerburg auf und neben einem über 30 Meter hohen Sandsteinfelsen, rund 70 Meter über dem Tal. 1317 erstmals erwähnt, gehörte sie dem Bistum Speyer. Heute pflegt sie der Verein Burg Spangenberg, eine Burgschänke bewirtet am Wochenende.

Wie kommt man zur Burg Spangenberg?

Die Burg liegt nahe dem Dorf Erfenstein, Gemeinde Esthal, Verbandsgemeinde Lambrecht im Landkreis Bad Dürkheim, gehört aber der Stadt Neustadt an der Weinstraße. Der etwa zehnminütige Aufstieg erfolgt über den Alten Burgweg von einem großen Parkplatz in der Dorfmitte. Die Burg ist am Wochenende frei zugänglich. Die Burgschänke, Talstraße 16 in Erfenstein, hat samstags, sonntags und an Feiertagen geöffnet, im Haus gibt es 70 Plätze, im Freien 35; telefonisch erreicht man den Verein unter 06325 2027. Die genauen Öffnungszeiten ändern sich, man erfragt sie kurz vor dem Besuch. Hunde sind willkommen, für Familien gibt es eine Spielecke.

Die Burg liegt am gut sieben Kilometer langen Drei-Burgenweg, der Spangenberg mit den Ruinen Erfenstein und Breitenstein verbindet; er beginnt an einem behauenen Sandsteinblock an der Bushaltestelle Schlossschänke in Esthal. Die anderen beiden Burgen stellen die Seiten Burg Erfenstein und Burg Breitenstein vor. Das Tal beschreibt die Seite Elmsteiner Tal.

Wer baute die Spangenberg?

Die dreigeteilte Burg wurde auf und neben einem über 30 Meter hohen, auf allen Seiten senkrecht abfallenden Sandsteinfelsen an der Nordflanke des Schlossbergs gebaut, einem Nordausläufer des Hohen Kopfes, etwa 70 Meter über dem Tal. Weder der Bauherr noch die Bauzeit sind bekannt. Die ältere These, Bischof Johannes I. von Speyer habe die Burg zwischen 1090 und 1104 seinen Nachfolgern vermacht, ist urkundlich nicht belegt und nicht mehr haltbar. Im Elmsteiner Tal gab es nie ein Geschlecht „von Spangenberg“. Die Burg war stets eine Burg des Bistums Speyer, die, sofern sie nicht verpfändet war, von speyrischen Ministerialen, später von Niederadeligen oder bischöflichen Hintersassen verwaltet wurde.

Urkundlich belegt ist die Spangenburg erst 1317. Damals überließ Bischof Emich von Leiningen die bereits bestehende bischöfliche Burg und das „Rodergut“ in Kirrweiler dem Ritter Dietrich Zoller als Mannlehen, für Dienste an das Hochstift. Zoller musste 300 Pfund Heller in der Burg verbauen, die Burg wurde damit wesentlich erweitert. Schon früh bestanden Personal- und Fuhrfronden, die der Versorgung der abgelegenen Burg dienten. Mit den Dominikanerinnen von St. Lambrecht hatten die Bischöfe spätestens vor 1402 ein Abkommen, die Spangenberger Fron: Die Nonnen mussten bei Bedarf mit Lasttieren, Ochsen und Eseln des Klosters, Holz, Korn und Wein zwischen Kirrweiler und der Burg transportieren. Sie bestätigten das 1402 und 1414; die Fron galt in dieser Form bis 1563.

Wer besaß die Burg im 14. und 15. Jahrhundert?

Die Herren von Hohenecken kamen auf unbekanntem Weg vor 1333 in den Besitz. Damals öffnete der Edelknecht Johann von Hohenecken die Burg dem Trierer Erzbischof Balduin, der seit 1331 den verwaisten Bischofssitz von Speyer verwaltete, solange er oder seine Erben sie als Pfand besäßen. Der Vertrag war befristet und galt nur, solange Kaiserslautern in der Hand Balduins oder des Trierer Erzstifts blieb. Spätestens nach Balduins Tod 1354 endete der Trierer Zugriff, Oberlehnsherr blieb das Hochstift Speyer; eine kaiserliche Urkunde vom 20. April 1366 nennt die Burg ausdrücklich unter den Besitzungen des Hochstifts.

1385 schlossen Erzbischof Adolf von Nassau, damals Vormund seines früheren Bistums Speyer, und der Mainzer Domherr Johann von Nassau mit dem vermögenden Speyerer Bürger Kaufmann einen Lehnsvertrag über die Burg, auch für dessen Erben. Der Lehnsnehmer erhielt für sechs Jahre Burghut alle Einkünfte der Burg, darunter die Fastnachtshühner von St. Lambrecht, 30 Malter Korn und ein halbes Fuder Wein, und durfte die Burg nach Belieben ausbauen; den Gegenwert hatte der Bischof bei der Rückgabe zu ersetzen. Wurde die Burg nicht nach sechs Jahren eingelöst, konnte Kaufmann sie weiterverpfänden. Der Vertrag war für das Bistum nachteilig; der Grund lag wohl in dessen finanzieller Not. Seit 1393 verwaltete Gerhart von Dalheim als Schaffner die Burg, 1405 folgte Fritz Reymer, der noch 1409 belegt ist. Bischof Raban sicherte dem Domkapitel Ende 1399 zu, keine Burgen mehr ohne dessen Zustimmung zu verpfänden oder zu verkaufen.

1431 übergab Bischof Raban die Burg mit den Mühlen und Wiesen im Elmsteiner Tal Eberhard von Sickingen auf Lebenszeit. Der Vertrag enthielt bemerkenswerte Regeln: Eberhard musste die Burg dem Bischof jederzeit öffnen, selbst dort wohnen und mindestens drei Knechte als Besatzung stellen. Er hatte alle Bauten außer der äußeren Umfassungsmauer zu unterhalten; der Bering oblag dem Bischof. 1439 bewog Eberhard, inzwischen kurpfälzischer Vogt in Heidelberg, den Bischof, das Lehen dem Edelknecht Heinrich von Remchingen zu überlassen. Es folgten mehrjährige Rechtsstreitigkeiten bis 1446. Der neue Lehnsnehmer durfte 300 Gulden in die Burg verbauen und erhielt sie bei der Herausgabe ersetzt.

JahrEreignis
1317Ersterwähnung, Lehen an Ritter Dietrich Zoller
1333Herren von Hohenecken, Öffnung für Erzbischof Balduin
1385Lehnsvertrag mit dem Speyerer Bürger Kaufmann
1431Eberhard von Sickingen auf Lebenszeit
1464Bischof Mathias Ramung bei der Landeshuldigung, Burginventar
1470Schäden in der Weißenburger Fehde
1480Wiederaufbau durch Engelhard von Neipperg
1900Gemeinde Lachen-Speyerdorf erwirbt die Anlage
1974Eigentum der Stadt Neustadt

Wie wurde aus der Burg ein Gestüt?

Selten kam der Lehnsherr nach Spangenberg. Eine Ausnahme war die Landeshuldigung: Beim Amtsantritt besuchten die Bischöfe auf einem Umritt ihre Burgen und Dörfer, so 1464 Bischof Mathias Ramung. Im selben Jahr ließ er ein Burginventar anlegen. Es verzeichnet nur eine Hakenbüchse, drei Handbüchsen, zwei Armbrüste und eine Winde, eine karge Bewaffnung entsprechend der kleinen Besatzung.

In der Weißenburger Fehde 1470, in der auch die gegenüberliegende Burg Erfenstein zerstört wurde, litt Spangenberg wohl durch leiningische Soldaten; 1480 wird die Burg als unbewohnte Ruine bezeichnet. Den Wiederaufbau vollzog der Ritter Engelhard von Neipperg, dem Bischof Ludwig 1480 die Anlage mit allem Zubehör als Mannlehen übergab; für die Burghut erhielt er jährlich zu Martini 20 Malter Korn und 3 Fuder Wein. Danach hielt sie sein Bruder Hans von Neipperg, bischöflicher Vogt von Brettenheim, und die Neipperg blieben bis zum Aussterben des Geschlechts in männlicher Linie im Besitz.

Die Burg wurde bei der Instandsetzung nicht mehr zur feuerwaffentauglichen Burg ausgebaut. Ihr militärischer Wert sank, und ihre Bestimmung wechselte: 1530 war sie Teil des bischöflichen Amts Kirrweiler und wurde Verwaltungssitz eines nahen Gestüts. Die bischöflichen Stutmeister, zugleich Burgverwalter, nutzten sie zwischen 1505 und dem Dreißigjährigen Krieg als Amtssitz. Auf dem westlichen Schlossberg lag der Stutgarten, eine große Koppel für die Pferdezucht. Genannt sind unter anderem Franz Hertel 1505, Hans Fort 1527, Wilhelm Dierolf 1576 und Eberhard von Hattstein 1604.

Wie verfiel die Burg, und wer rettete sie?

Der Untergang ist nur lückenhaft überliefert. Der Neustädter Chronist Friedrich Jakob Dochnahl erwähnt unter 1621, dass Mansfeld alle bischöflichen Dörfer preisgebe und plündere, besonders Spangenberg, und unter 1688, dass die Burg niedergebrannt und zerstört worden sei; Urkunden dazu fehlen. 1663 gehörten Burg und Gestüt zum Verwaltungsbereich des bischöflichen Schaffners Lorenz Seser. Spätestens Ende des 17. Jahrhunderts war die Burg Ruine. Spätere bischöfliche Akten meinen im Regelfall das Hofgut im Tal oder das Jagdrecht, nicht die Ruine. Die französische Verwaltung zog das Spangenberger Hofgut 1792 ein und versteigerte es; die Burgruine blieb unerwähnt.

1900 kam die Anlage mit den umliegenden Wäldern an die Gemeinde Lachen-Speyerdorf. Nach dem Ersten Weltkrieg widmeten sich Mitglieder des Jugendverbands Wandervogel der Oberburg: Sie beseitigten Bäume und Gestrüpp, räumten Schutt, sicherten Teile mit einem Geländer und machten den Burgfelsen über die bis heute sichtbare Treppe zugänglich. Ausbaupläne von 1931/32 und in der Zeit des Nationalsozialismus blieben unverwirklicht. Mit der Eingemeindung von Lachen-Speyerdorf nach Neustadt ging die Burg 1974 an die Stadt über. 1976 nahm sich eine Bürgerinitiative der Ruine an, die ihren raschen Verfall aufhalten wollte; das gelang in den folgenden Jahrzehnten.

Der Verein Burg Spangenberg e. V. wurde am 5. Dezember 1971 im ehemaligen Forsthaus Spangenberg unterhalb der Ruine von 29 Gründungsmitgliedern gegründet und hat inzwischen mehr als 350 Mitglieder. Sein Ziel ist es, die Burg zu sichern, zu erhalten und für Besucher und Wanderer offen zu halten. Ehrenamtliche betreiben die Burgschänke seit den frühen 1980er Jahren, in Teams von zwei bis fünf Personen an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von März bis Dezember. Die Erträge fließen mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden in Erhalt und Wiederherstellung, die Arbeiten laufen Stein für Stein in Abstimmung mit Denkmalbehörden und Eigentümer. 2017 feierte der Verein 700 Jahre Burg seit der Ersterwähnung 1317. Zu den Angeboten gehören öffentliche und private Rittermähler und ein Halloweenfest.

Wie ist die Burg gebaut?

Die kleine Burg ist dreigeteilt: Der älteste Teil steht auf dem Oberburgfels, die Mittel- und die Unterburg liegen auf schmalen Terrassen am steilen Schlossberg. Die Wasserversorgung sicherte eine Zisterne und eine Quelle rund 300 Meter entfernt, der Burgbrunnen; sein Schlussstein in der erhaltenen Brunnenkammer trägt die Jahreszahl 1579 (möglicherweise 1519).

Die Oberburg steht auf der rund 110 Quadratmeter großen, schmalen Plattform des Burgfelsens, den ein kleiner, später umgewidmeter Halsgraben vom Berg trennte. Sie hatte, wie die anderen Teile, keinen Bergfried. Den Schutz übernahm die 2,30 Meter starke ältere Schildmauer an der östlichen Hauptangriffsseite, in die um 1500 ein spitzbogiger Tordurchgang eingebaut wurde; der heutige gotische Bogen außen entstand 1925/27. Damit gehört Spangenberg zum in der Pfalz seltenen Typ der reinen Schildmauerburg, ähnlich der Ramburg; diese stellt die Seite Ramburg vor. Den älteren Zugang bildete ein hoch gelegenes rundbogiges Tor an der Nordostseite des Palas, erreicht über eine Holztreppe oder eine Rampe.

Unter dem ursprünglich dreistöckigen Wohnbau liegt ein Kellerraum mit gut erhaltenem Tonnengewölbe, ehemals Küche mit tiefer liegender Vorratskammer. Die Ostwand des Palas, zugleich innere Schildmauer, und die Südwand stehen in voller Höhe. Der Wohnbau wurde nach 1317 um ein Geschoss aufgestockt; im Süden blieb ein gekuppeltes gotisches Doppelfenster erhalten, dazu Fensternischen mit Sitzbänken und Reste eines Aborterkers im dritten Geschoss.

Die Mittelburg entstand durch Aufgabe des alten Halsgrabens. Als Ersatz baute man bergseitig eine zweite, hochrechteckige äußere Schildmauer, wahrscheinlich seit der Ausbauphase ab 1317: 6,80 Meter lang, 1,75 Meter tief und 10,20 Meter hoch, aus kleinen, etwa 20 Zentimeter hohen Sandsteinquadern, nur an den Ecken mit Buckelquadern. Das mittig eingefügte Tor sicherte ein Gusserker, von dem drei Konsolsteine blieben. Ein außen achteckiger, innen runder Renaissance-Treppenturm, der den Zugang zum Wohnbau erleichterte, wurde 1920 durch eine Steintreppe weitgehend zerstört. Seit 1995 steht dort die Kopie eines Ausflusssteins, vermutlich das burgseitige Ende einer Wasserleitung; das Original ist im Historischen Museum der Pfalz in Speyer.

Die Unterburg ist deutlich größer. Sie lag in einem Bruchsteinbering, von dem die nördliche Mauer und ein Zugangstor weitgehend original sind. Das heutige Hauptgebäude ist die Burgschänke, 1979/80 auf Resten eines Wirtschaftsgebäudes wohl des 16. Jahrhunderts gebaut; original sind die drei starken Strebepfeiler an der Talseite. Das Denkmalverzeichnis führt die Anlage als Denkmalzone auf: Ersterwähnung 1317, 1470 zerstört, Neuverlehnung und Wiederaufbau 1480, Verfall seit dem 17. Jahrhundert, Maßnahmen an der Oberburg 1926/27, Ausbau der terrassenförmigen Anlage seit 1972/73.

Burgterrasse mit teilrestauriertem Steingebäude mit Strebepfeilern, Holzbänken und Tischen im Freien vor einem bewaldeten Hang
Unterburg Terrasse der Unterburg. Symbolbild

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Häufige Fragen zur Burg Spangenberg

Wann hat die Burgschänke geöffnet?

An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen. Die Uhrzeiten und Ruhetage ändern sich; man erfragt sie beim Verein unter 06325 2027.

Wie lang ist der Aufstieg?

Etwa zehn Minuten über den Alten Burgweg vom großen Parkplatz in der Dorfmitte von Erfenstein.

Wem gehört die Burg?

Der Stadt Neustadt an der Weinstraße, seit der Eingemeindung von Lachen-Speyerdorf 1974. Der Verein Burg Spangenberg pflegt sie.

Was ist eine Schildmauerburg?

Eine Burg ohne Bergfried, bei der eine hohe Mauer an der Angriffsseite den Schutz übernimmt. Spangenberg hat zwei Schildmauern, eine ältere an der Oberburg und eine jüngere, 10,20 Meter hohe in der Mittelburg.

Kann man alle drei Burgen an einem Tag besuchen?

Ja, der Drei-Burgenweg verbindet Erfenstein, Breitenstein und Spangenberg auf gut sieben Kilometern.

Quellen: KuLaDig: Burgruine Spangenberg im Elmsteiner Tal (Keddigkeit); Verein Burg Spangenberg e. V.; Pfalz.Touristik: Burgschänke Burg Spangenberg; Pfalz.Touristik: Drei Burgenweg. Stand: November 2026.