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Burgen & Felsen

Burgruine Stauf bei Eisenberg: Höhenburg über dem Eisbachtal

Dreigeteilte Höhenburg über dem Eisbachtal, 1525 im Bauernkrieg niedergebrannt

Stand: · 8 Min. LesezeitTermine geprüft am um 1000 begonnen · frei zugänglich

Burgruine mit hoher Ringmauer aus rotem Sandstein auf einem bewaldeten Kegelberg über einem Dorf im Tal, Herbstlicht
Burgruine Stauf Schlossberg über dem Eisbachtal. Symbolbild

Kurz gesagt

Die Burgruine Stauf liegt auf dem Schlossberg über dem Eisbachtal, südlich der Ortsmitte von Stauf, einem Ortsteil von Eisenberg im Donnersbergkreis. Die dreigeteilte Höhenburg aus Vorburg, Mittelburg und Kernburg reicht bis etwa in das Jahr 1000 zurück. Ihre Besitzer wechselten zwischen Eberstein, Zweibrücken, Sponheim und Nassau-Saarbrücken; 1525 brannte der Neustadter Haufen die Burg nieder. Mittel- und Kernburg gehören der Stadt Eisenberg und sind frei zugänglich.

Wo liegt die Burgruine Stauf und wem gehört sie?

Die Höhenburg sitzt in Spornlage auf dem kegelförmigen Schlossberg, der in das Eisbachtal vorspringt. Sie liegt unmittelbar südlich der Ortsmitte von Stauf, das zur Stadt Eisenberg im Donnersbergkreis gehört. Der Berg, nach dem der Kreis heißt, wird auf der Seite Donnersberg beschrieben; die Burg liegt am Rand des Nordpfälzer Hügellands, über das die Seite Nordpfälzer Bergland informiert.

Die Anlage besteht aus drei Teilen: der Vorburg im Norden, der Mittelburg und der Kernburg im äußersten Süden. Die Vorburg ist in Privatbesitz und mit Wohnhäusern und Gärten bebaut. Mittel- und Kernburg gehören der Stadt Eisenberg und sind frei zugänglich. Die Ruine ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach § 8 des Denkmalschutzgesetzes von Rheinland-Pfalz. Das Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Donnersbergkreis führt sie als landschaftsbildprägende Ruine; sie wird dort in Vor-, Mittel- und Hauptburg gegliedert.

Wie alt ist die Burg Stauf und wer saß zuerst hier?

Der Beginn der Burg liegt um das Jahr 1000. Eine Handschrift des Klosters Hornbach von um 1012 berichtet, dass ein dreijähriger Sohn Herzog Konrads von Stauf nach Hornbach überführt wurde. Zur Geschichte des Klosters siehe Kloster Hornbach.

Die Eigentumsverhältnisse waren von Beginn an verwickelt. Im 13. Jahrhundert war die Burg ein Lehen des Trierer Domkapitels. Im 12. Jahrhundert besaß Berthold von Winzingen die Herrschaft; 1146 stiftete er Grund für das benachbarte Kloster Ramsen. 1173 und 1187 erscheinen Ulrich und Albert von Stauf am Hof Kaiser Friedrichs I. Um 1189/93 überließen die Grafen von Eberstein dem Reichsministerialen Werner II. von Bolanden Güter in Pfeddersheim als Burglehen. Zur Kurpfalz, die später das Land prägte, erklärt die Seite Kurpfalz mehr.

Mehrere Ministeriale benannten sich nach Stauf: Simon (1225), Ebelin (um 1250), Heinrich, Joffried (vor 1252) und Hugo Bubo (1267). Sie lebten als Burgmannen auf der Burg und bewachten sie für ihre jeweiligen Herren.

Wie kam die Burg an Zweibrücken und das Bistum Worms?

Um 1238 heiratete Agnes von Eberstein den Grafen Heinrich II. von Zweibrücken. Nach dem Tod ihres Vaters, der vor 1263 eintrat, ging die Herrschaft an die Zweibrücker über. Die Stadt, nach der das Grafenhaus heißt, beschreibt die Seite Zweibrücken.

1282 verkauften Heinrich II. und Agnes mit Zustimmung des Trierer Erzbischofs die Herrschaft für 1.500 Pfund Heller und die Burg für 500 Pfund Heller an Bischof und Kirche von Worms. Graf Eberhard I. machte das Rückkaufsrecht geltend und nahm 1301 und 1304 den Ritter Johann von Metz und Heinrich von Göllheim als Burgmannen auf. 1305 teilten Eberhard I. und Walram I. die Grafschaft. 1324 belehnte Erzbischof Balduin von Trier Walram II. nur noch mit einer Burghälfte. Zur Geschichte der Bischofsstadt am Rhein gibt die Seite Worms Auskunft.

1334 verpfändete Walram seinen Anteil für 4.000 Pfund Heller und weitere 300 Pfund für den Bauunterhalt an den Ritter Baldemar von Odenbach; dafür musste er die Burg Medelsheim dem Erzbischof auftragen. 1344 verpfändete er die Burg an zwei Straßburger Juden. Erzbischof Balduin löste das Pfand ein und war bis 1354 Pfandherr. Als Amtleute sind Reinold von Kommern (1345) und Emmerich Limelzun von Lewenstein (1353) bekannt.

Die Lehnsherren wohnten im 14. Jahrhundert selten auf der Burg. Den Alltag führten die Burgmannen, von denen Siegfried der Junge von Sankt Alban (vor 1317) und Petrus von Stauf (1339) überliefert sind.

Tiefer trockener Halsgraben im roten Sandstein vor einem Torbau mit schmalem Rundbogen, Moos und Farne
Halsgraben Halsgraben vor der Kernburg. Symbolbild

Wie wechselte Stauf zu Sponheim und Nassau-Saarbrücken?

Ab 1378 verkaufte Graf Eberhard II. von Zweibrücken mit seiner Frau Lise von Veldenz eine Burghälfte samt Herrschaft für 8.500 rheinische Gulden an Graf Heinrich II. von Sponheim. Die Hälfte wurde ausgelost. Fünf Jahre später verpfändeten die Verkäufer ein weiteres Viertel für 1.505 Gulden und erhielten ein Darlehen von 1.150 Gulden; auch das letzte Viertel wurde verpfändet. 1388 erwarb Heinrich II. von Sponheim die zweite Hälfte für 8.000 Gulden.

Heinrich starb 1393 ohne männlichen Erben. Die Herrschaft fiel an Graf Philipp I. von Nassau-Saarbrücken, den Ehemann seiner Enkelin Anna. Philipp I. starb 1429; seine Söhne Philipp II. und Johann II. erwarben 1431 das Erbe der Stieftochter, darunter Vorburg und Burg Stauf, und schlossen zwei Tage später einen Burgfrieden.

1452 verpfändete Johann II. ein Drittel der Herrschaft auf Wiederkauf für 8.300 Gulden an Pfalzgraf Friedrich I., der die Kosten für zwei Burgwächter und weitere Lasten übernahm. Nach dem Tod von Pfalzgraf Stefan im Jahr 1459 erbte Ludwig von Veldenz dessen Anteile. Er verlor 1460 nach der Schlacht bei Pfeddersheim den besetzten Drittelanteil, und Johann II. löste die pfälzische Pfandschaft schließlich ab.

Was regelte der Burgfrieden von Stauf?

Graf Heinrich II. von Sponheim-Dannenfels und Graf Eberhard II. von Zweibrücken schlossen einen Burgfrieden und legten den Friedensbezirk fest. Geregelt waren die gemeinsame Verteidigung, Strafen, Schiedsgerichtsbarkeit, Vereidigung und Erbfolge. Gemeinsam besessen wurden Türme, Pforten (insbesondere der Erker über der inneren Pforte), Brunnen und Kapelle; die Baukosten trugen beide Seiten, und jede setzte einen Amtmann ein. Sammelburgfrieden von 1431 und 1524 betrafen die Schlösser Kirchheim, Stauf und Dannenfels. Die Kreisstadt der Region beschreibt die Seite Kirchheimbolanden.

Die Nikolaus-Kapelle der Burg ist 1379 erstmals erwähnt. 1395 stand ihr ein Kaplan vor, der spätestens ab 1401 auch das Dorf Curbisswilre versorgte, den heutigen Kerzweilerhof.

Wie endete die Burg im Bauernkrieg von 1525?

Ein Erbvertrag von 1524 zwischen Johann Ludwig I. und Philipp III. zählt die Bauten der Burg auf: Ringmauer, Zwinger, zwei Tore mit Torhäuschen, Hof, zwei Weinkeller, Steintreppe, Wohnbauten, Küche, Keller, Ställe, zwei Speicher, Kapelle, das Fachwerkhaus „Mainzisches Haus“, Brunnen, Turm, Brücken und ein Backhaus. Es war also eine voll ausgestattete Anlage.

1525 eroberte der Neustadter Haufen die kaum verteidigte Burg, in der nur vier Personen saßen. Sie wurde niedergebrannt, wobei etwa 1.500 Malter Vorräte verbrannten. Eine Übersicht über die Burgen der Pfalz bietet die Seite Burgen.

1555 wird bei einer Erbteilung zwischen Philipp III. und Adolf noch ein Schloss mit Behausung erwähnt, doch der nassauische Keller siedelte sich in Eisenberg an. Nach der Zerstörung des Dorfes im Dreißigjährigen Krieg dienten Steine der Ruine zum Wiederaufbau der Bauernhäuser. Die Burgstelle blieb bis 1792, bis zur Französischen Revolution, im Besitz des Hauses Nassau. Von 1871 bis 2000 war sie teilweise im Besitz des Historischen Vereins Rosenthal; seitdem gehört sie der Stadt Eisenberg.

Was ist von der Vorburg erhalten?

Das Aussehen der Vorburg lässt sich nur aus einem um 1935 angefertigten Grundriss erschließen, denn das Areal wurde in den 1960er Jahren umgestaltet. Eine Ringmauer begrenzte die Vorburg zum Dorf hin, der Hauptzugang war ein Tor mit zwei halbrunden Mauertürmen. 1960 wurde das Ensemble abgebrochen und mit einem Kinderheim überbaut. Dessen Gebäude tragen die Namen „Burgtor“ und „Wehrturm“ und erinnern so an die Vorburg.

Wie sieht die Mittelburg aus?

Erhalten ist aufgehendes Mauerwerk eines großen Gebäudes, das an die östliche Ringmauer angelehnt war. Es ist etwa 2 Meter stark und an der Nordostecke abgeschrägt. Der Bering ist auf der Feldseite an der Ostseite noch gut erhalten und bis etwa 6 Meter hoch. Auffällig sind ein vorspringender Sockel über spitzbogigen Entlastungsbögen und das Fehlen solcher Bögen an der kürzeren Nordseite. Zwei Strebepfeiler stehen an der Südseite des Burggrabens.

Das Innere zeigt regelmäßiges Schichtmauerwerk aus rotem Buntsandstein mit eingearbeiteten Ziegelstücken. Einige Mauerkronen sind mit Betonabdeckungen gesichert. Das Mauerwerk der Mittelburg stammt aus dem Ende des 13. oder der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Mehr zu den üblichen Bauformen steht auf der Seite Burgengeschichte.

Was zeigt die Kernburg im Süden?

Die Kernburg liegt im äußersten Süden und ist durch einen Halsgraben von der Mittelburg getrennt, der früher mehr als sieben Meter tief war. Der Zugang erfolgte über einen hochgelegenen Burgeingang. Die hochmittelalterliche Bebauung ist heute nicht mehr sichtbar: Der schon 1934 sehr geringe Bestand fiel dem Bau einer Thingstätte zum Opfer.

An der Nordostecke des hochgelegenen Torbaus sind mehrere Meter Mauerwerk erhalten. Die Außenschale besteht aus sorgfältig bearbeiteten Quadern, teils auch aus wiederverwendeten Buckelquadern; Mauerwerk und Quaderformate gehören in das späte 13. oder frühe 14. Jahrhundert. Der etwa 2,20 Meter breite Toreingang hat gefaste Gewände und einen Balkenkanal mit Anschlag. Eine Schildmauer war schon 1934 nicht mehr sichtbar. Um 1930 waren im nördlichen, höher gelegenen Bereich noch die Grundmauern eines Bergfrieds zu erkennen.

Die Ringmauer verläuft an der östlichen Bergflanke; im Westen und Süden ist sie abgegangen. Sondagen von 1977 sprechen für eine zweite, tiefer liegende äußere Ringmauer. Die Funde aus Knochen, Keramik und Glas reichen vom 12. bis zum frühen 16. Jahrhundert, und mehrere große Steinkugeln im Graben stehen mit dem Untergang der Burg in Zusammenhang.

Mauer einer mittelalterlichen Burg aus regelmäßigen Schichten roten Sandsteins mit eingearbeiteten Ziegelstücken, von Efeu bewachsen
Mittelburg Schichtmauerwerk der Mittelburg. Symbolbild

Wer erforscht und pflegt die Burg heute?

Der Verein zur Förderung der Staufer Burg e.V. erforscht die Geschichte der Burg. Die Ruine ist Teil der Burgenlandschaft der Pfalz, die unter anderem auf den Seiten Burgenwanderungen und Burgen mit Kindern vorgestellt wird. Wer in der Nähe nach weiteren Burgen der Nordpfalz sucht, findet auf der Seite Burg Lichtenberg und der Seite Burgruine Randeck vergleichbare Anlagen.

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Häufige Fragen zur Burgruine Stauf

Ist die Burgruine Stauf frei zugänglich?

Mittel- und Kernburg gehören der Stadt Eisenberg und sind frei zugänglich. Die Vorburg ist in Privatbesitz und bebaut.

Wann wurde die Burg Stauf zerstört?

1525 eroberte der Neustadter Haufen die Burg im Bauernkrieg und brannte sie nieder.

Wer besaß die Burg Stauf?

Lehnsherr war im 13. Jahrhundert das Trierer Domkapitel. Es folgten die Grafen von Zweibrücken, ab 1378 die Grafen von Sponheim und ab 1393 Nassau-Saarbrücken, das die Burgstelle bis 1792 hielt.

Was ist von der Burg erhalten?

Der Bering der Mittelburg bis etwa 6 Meter Höhe, Mauerwerk eines großen Gebäudes, der Halsgraben, ein Torbau der Kernburg mit etwa 2,20 Meter breitem Eingang und Teile der Ringmauer.

Passend dazu: Die Grafen von Eberstein, Burgherren zu Stauf, stifteten 1241 das Zisterzienserinnenkloster Kloster Rosenthal im Rodenbachtal.

Quellen: KuLaDig: Burgruine Stauf bei Eisenberg. Stand: November 2026.