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Burgen & Felsen

Schloss Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben

Das klassizistische Sommerschloss König Ludwigs I. über den Weinbergen

Stand: · 7 Min. LesezeitTermine geprüft am Edenkoben · Landesschloss (GDKE)

Klassizistische Villa mit Loggia und Turm in ockerfarbenem Putz vor Weinbergen und bewaldeten Hügeln
Landsitz Landsitz vor den Reben. Nicht das Schloss selbst. Symbolbild

Kurz gesagt

Schloss Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben ist die klassizistische Sommerresidenz König Ludwigs I. von Bayern, erbaut von 1846 bis 1852 nach Plänen von Friedrich von Gärtner. Das Land Rheinland-Pfalz betreibt sie über die GDKE. Bis 31. Oktober ist sie mittwochs bis sonntags geöffnet, der Eintritt kostet 6 Euro (Stand Oktober 2026).

Was ist die Villa Ludwigshöhe, und wer ließ sie bauen?

Die Villa Ludwigshöhe ist ein kleines Sommerschloss, das König Ludwig I. von Bayern in der Pfalz errichten ließ. Die Pfalz gehörte seit 1816 zu Bayern, und der König wünschte sich nach seinen eigenen Worten „eine Villa italienischer Art, nur für die schöne Jahreszeit bestimmt und in des Königreichs mildestem Teil“. Der Hofarchitekt Friedrich von Gärtner entwarf den Bau, der in den Jahren 1846 bis 1852 entstand.

Als die Villa fertig war, hatte der König bereits abgedankt, seit 1848 regierte sein Sohn Maximilian II. Ludwig reiste im Juli 1852 erstmals mit seiner Gemahlin Therese zu sechs Wochen Sommerfrische an und kam danach bis zu seinem Tod 1868 jeden zweiten Sommer. Die Anlage bestand aus drei Gebäuden: dem Königsbau auf dem höchsten Punkt unterhalb der Rietburg, dem tiefer gelegenen Cavalierbau, auch Prinzenbau genannt, für Personal und Hofstaat, und dem Marstall mit Remisen und Stallungen. Vom Königsbau führt der Blick über Weinberge und Esskastanienhaine, die „Keschde“ in der Mundart, hinunter in die Rheinebene.

Wie sieht die Villa aus, und was ist darin zu sehen?

Der Königsbau besteht aus vier Flügeln, die ein geschlossenes Rechteck um einen schattigen Innenhof bilden. Zum Rheintal hin liegt die zweistöckige Loggia mit übereinandergestellten dorischen und ionischen Säulen und einer doppelläufigen Freitreppe. Eine seitlich angebaute Halle mit Pergola, die ursprünglich mit Wein bewachsen war, lockert die strenge Gliederung auf. Innen setzen sich die südländischen Eindrücke fort, mit kunstvoll zusammengesetzten Edelholzböden und Wand- und Deckenmalereien.

Die Deckenmalereien stammen nach Angaben der GDKE noch aus Ludwigs Zeit. Ein Teil der Wandmalerei, die pompejanische Motive mit Ansichten aus der pfälzischen Umgebung verbindet, entstand erst 1899 unter dem Prinzregenten Luitpold. Besonders erwähnt die GDKE die Küche, ein „Hightechprodukt“ des 19. Jahrhunderts, das als geschlossenes, kaum verändertes Raumensemble erhalten ist. Sie ist laut GDKE allerdings nicht barrierefrei zugänglich.

Gartenseite einer klassizistischen Villa mit Arkaden, Buchsgarten und Brunnen, dahinter Weinberge
Gartenseite Arkaden und Terrassengarten. Symbolbild
ZeitEreignis
1816Die Pfalz fällt an Bayern
1846Baubeginn nach Plänen von Friedrich von Gärtner
1852Fertigstellung, erster Aufenthalt Ludwigs I. im Juli
1868Tod Ludwigs I., regelmäßige Sommeraufenthalte enden
1899Teile der Wandmalerei entstehen neu unter Prinzregent Luitpold
1975Land Rheinland-Pfalz erwirbt die Villa aus dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds
2019 bis 2025bisher umfangreichste Sanierung des gesamten Baus

Welche Ausstellungen zeigt die Villa derzeit?

Die Villa zeigt 2026 mehrere Sonderausstellungen. Bis zum 29. November 2026 läuft in verkleinerter Form „Sehnsucht Pompeji“, die laut GDKE wegen großer Resonanz verlängert wurde; sie greift die Begeisterung für die Antike auf, die auch Ludwig I. prägte und sich in Architektur und Malerei der Villa spiegelt. Bis zum 30. November sind die Keramiken von Lotte Reimers („Leidenschaft für den Ton“, Landesmuseum Mainz) und das immersive Erlebnis „Slevogts Welt“ zu sehen.

„Slevogts Welt“ ist eine etwa 15-minütige Multimedia-Projektion mit VR-Brille über das Werk des Impressionisten Max Slevogt, die unter anderem seine Reise nach Ägypten 1914 und eine Panoramaansicht der Pfalz zeigt. Die Wikipedia verzeichnet seit 1980 eine vom Landesmuseum Mainz betreute Max-Slevogt-Galerie mit über 130 Gemälden in der Villa; ob und in welchem Umfang sie nach der Sanierung bis 2025 zugänglich ist, bitte vor dem Besuch bei der GDKE erfragen. Für März 2027 kündigt die GDKE „Hexenküche – Max Slevogts druckgrafische Experimente“ an, außerdem 2027 die Ausstellung „Terra Ludovici“; genaue Daten nennt sie dazu noch nicht.

Wann ist die Villa geöffnet, und was kostet der Eintritt?

Die Villa ist vom 14. März bis zum 31. Oktober von Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet, letzter Einlass 17 Uhr. Im November gilt ein kürzerer Betrieb, und von Dezember bis Mitte März ist das Haus geschlossen. Die Angaben stammen von der GDKE-Seite zur Villa Ludwigshöhe und gelten mit dem Stand Oktober 2026.

ZeitraumTageZeiten
14. März bis 31. OktoberMittwoch bis Sonntag und Feiertage10 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr
1. bis 30. NovemberSamstag, Sonntag und Feiertage10 bis 17 Uhr, letzter Einlass 16 Uhr
1. Dezember bis 13. Märzgeschlossengeschlossen
Eintritt (Stand Oktober 2026)Preis
Erwachsene6,00 €
Erwachsene, ermäßigt5,00 €
Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren3,00 €
Kinder bis einschließlich 5 Jahrefrei
Familienkarte 1 (1 Erwachsener mit bis zu 4 Kindern)6,00 €
Familienkarte 2 (2 Erwachsene mit bis zu 4 Kindern)12,00 €
Gruppen ab 10 Personen5,00 € je Erwachsener, 3,00 € je Kind oder Jugendlicher

Ermäßigten Eintritt erhalten unter anderem Auszubildende und Studierende bis 27 Jahre, Rentnerinnen und Rentner, Menschen mit Schwerbehindertenausweis, Inhaberinnen und Inhaber der Ehrenamtskarte Rheinland-Pfalz und der MuseumsCard Pfalz. Pfalzcard und Museums-PASS-Musées werden als Partner geführt. Tickets gibt es vor Ort oder online. Ein Audioguide in Deutsch, Englisch und Französisch kostet 1 Euro Leihgebühr gegen Vorlage eines Ausweises; für Gebärdensprache gibt es einen Videoguide. Gruppenführungen von 45 Minuten Dauer organisiert das Tourismusbüro Südliche Weinstraße in Edenkoben.

Wie kommen Sie zur Villa Ludwigshöhe?

Mit dem Auto fahren Sie über die A 65 bis zur Ausfahrt Edenkoben und folgen im Ort der Beschilderung zum Schloss; öffentliche Parkplätze liegen unterhalb der Villa und sind ausgeschildert. Mit dem Bus fahren Sie ab verschiedenen Haltestellen in Edenkoben und Umgebung bis zur Villa, zusätzlich verkehrt das Ruftaxi VRNflexline. Die Hinweise zu den Linien finden Sie auf der Seite Mit Bus und Bahn durch die Pfalz.

Die Villa liegt am Radweg Deutsche Weinstraße, den die Seite Radweg Deutsche Weinstraße beschreibt. Zu Fuß erreichen Sie sie auf einem Rundwanderweg von St. Martin über die Rietburg und über den Theresienweg ab Rhodt. Die Südliche Weinstraße gibt für den Theresienweg 5,2 Kilometer, 1:40 Stunden und 276 Höhenmeter an. Nahe der Villa steht die Talstation der Sesselbahn zur Burg; Näheres, auch zu Fahrzeiten und Preisen, enthält die Seite Rietburg und Rietburgbahn.

Was lässt sich mit dem Besuch verbinden?

Die Villa passt in einen Tag mit Edenkoben und der Rietburg. Die Stadt Edenkoben liegt unterhalb der Villa; die Stadt gehört zur Region Südliche Weinstraße. Zum Weinerlebnis gehören die Weinberge direkt am Haus. Eine Weinprobe lässt sich in den umliegenden Orten einplanen, Hinweise stehen auf der Seite zur Weinprobe.

Auf dem Schlossgelände gibt es eine Gastronomie, die ein Pächter führt; Zeiten und Reservierung erfragen Sie direkt bei ihm. Das Haus ist außerdem Veranstaltungsort für standesamtliche Trauungen und Feiern. Zur Zeit der Bayernherrschaft verbrachte die Königsfamilie hier regelmäßig den Sommerurlaub; die GDKE bietet Schulklassenführungen an, die das Leben des Hofes und des Dienstpersonals im 19. Jahrhundert zeigen.

Unterkunft & Camping in der Pfalz

Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.

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    Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.

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  • Camping & Wohnmobil

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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zur Villa Ludwigshöhe

Wem gehört die Villa heute?

Das Land Rheinland-Pfalz erwarb die Villa 1975 aus dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Betreut wird sie von der Direktion Burgen Schlösser Altertümer der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE).

Wie lange war die Villa wegen der Sanierung geschlossen?

Die GDKE nennt für die bisher umfangreichsten Sanierungsmaßnahmen den Zeitraum von 2019 bis 2025 und gibt keine einzelnen Schließzeiten an. Die Ausstellungen 2026 zeigen, dass das Haus wieder im Betrieb ist.

Kann ich in der Villa fotografieren?

Im Außenbereich ist das Fotografieren für private Zwecke erlaubt. Innerhalb der GDKE-Liegenschaften brauchen Sie dagegen eine ausdrückliche Genehmigung; Filmaufnahmen und kommerzielle Fotos müssen schriftlich beantragt werden. Für Drohnen über Landesliegenschaften gilt ein Genehmigungsvorbehalt.

Gibt es Führungen oder einen Audioguide?

Ja. Gruppenführungen durch die historischen Räume dauern 45 Minuten und werden über das Tourismusbüro Südliche Weinstraße in Edenkoben gebucht; die Preise nennt das Büro (Telefon 06323 9859-110). Einzelbesucher leihen für 1 Euro einen Audioguide in Deutsch, Englisch oder Französisch. Führungen in leichter Sprache bucht die Kulturpädagogik der GDKE auf Anfrage.

Ist die Villa im Winter offen?

Im November öffnet sie nur an Wochenenden und Feiertagen, vom 1. Dezember bis 13. März bleibt sie geschlossen. Die Rietburgbahn fährt 2026 noch bis 8. November.

Quellen: GDKE: Schloss Villa Ludwigshöhe; GDKE: Geschichte der Villa; GDKE: Eintrittspreise und Anreise; Pfalz.Touristik: Schloss Villa Ludwigshöhe; Wikipedia: Villa Ludwigshöhe. Stand: Oktober 2026.