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Burgen & Felsen

Wachtenburg über Wachenheim

Burgruine mit halbem Bergfried über den Weinbergen von Wachenheim

Stand: · 7 Min. LesezeitTermine geprüft am Wachenheim an der Weinstraße · Förderkreis

Burgruine mit hohem Rundturm auf einer Kuppe über Weinbergen, bewaldete Hügel dahinter
Rebhang Turm über den Reben. Nicht die Burg selbst. Symbolbild

Kurz gesagt

Die Wachtenburg ist die Burgruine über Wachenheim an der Weinstraße, im 12. Jahrhundert in der Stauferzeit entstanden und 1689 gesprengt. Der Förderkreis hält sie seit 1984 instand. Das Gelände ist ganzjährig und jederzeit frei zugänglich, die Burgschänke hat nach eigenen Zeiten von Mittwoch bis Sonntag geöffnet (Stand Oktober 2026).

Was ist die Wachtenburg, und wo liegt sie?

Die Wachtenburg ist die Ruine einer Spornburg auf einem hohen Bergsporn direkt über Wachenheim an der Weinstraße. Sie liegt an der mittleren Haardt, dem Höhenrücken am Ostrand des Pfälzerwalds, auf dem Schloßberg. Von den Burgen der Umgebung bietet sie nach der Wikipedia den besten Blick über den Rheingraben und gilt als Wahrzeichen des Ortes; der Beiname „Balkon der Pfalz“ ist dort ebenfalls zu lesen.

Die Anlage ist größer, als sie von unten wirkt. Die Ringmauer folgt dem Bergsporn und ist nach der Wikipedia über 400 Meter lang und acht Meter hoch; die ältere Oberburg ist dem Gelände folgend abgestuft und wird vom Bergfried überragt. Wachenheim selbst gehört zur Mittelhaardt, deren Weinorte die Seite Mittelhaardt beschreibt.

Wie alt ist die Wachtenburg, und wann wurde sie zerstört?

Die Burg entstand im 12. Jahrhundert, in der Stauferzeit; die erste urkundliche Erwähnung stammt nach der Wikipedia von 1257. Den Bergfried datiert der Burgenforscher Holger Grönwald in einem Beitrag auf der Website des Förderkreises nach 1193 und spätestens in das Jahr 1210, ein Bau der Stauferzeit mit der Schildmauer als Einheit. Die Schildmauer ist also älter als der Turm, der später daran stößt.

ZeitEreignis
12. Jh.Bau der Burg, wahrscheinlich auf Anordnung Konrads von Hohenstaufen
1257erste urkundliche Erwähnung
1273Rudolf von Habsburg kauft die Burg als Mitgift für seine Tochter
1277Pfalzgraf Rudolf I. gibt sie als Afterlehen an Emich IV. von Leiningen-Landeck
1375Burg und Ort werden im Krieg der Leininger mit Mainz, Worms und Speyer beschädigt
1410Übergang an die Pfalzgrafen von Zweibrücken-Veldenz
1470Zerstörung bei der Besitzergreifung durch Kurfürst Friedrich I., später nur teilweise wieder aufgebaut
1689Französische Truppen sprengen den Bergfried, die Hälfte bleibt stehen
1718Erblehen an den kurpfälzischen Minister Johann Ferdinand von Sickingen
1864Ludwig Heim aus Wachenheim kauft die Ruine
1883Albert Bürklin erwirbt sie, seine Erben schenken sie 1984 der Stadt Wachenheim
seit 1984Förderkreis pachtet die Ruine und saniert sie
Ruinierter Turm aus rotem Sandstein über herbstlich gefärbten Rebzeilen
Herbstreben Turmruine über Herbstreben. Symbolbild

Für die Sprengung 1689 nennt die Wikipedia General Mélac; der Förderkreis schreibt, dass nur etwa die Hälfte des Turms seit dem Jahr 1689 erhalten ist, weil ein Sprengversuch ihn spaltete. Heute misst der Turm über 23 Meter, ursprünglich waren es rund 30 Meter. Die Grundfläche betrug nach dem Förderkreis 8,25 mal 9,25 Meter; die Wikipedia nennt 10 mal 11 Meter. Wir geben die Maße des Förderkreises an, weil er die Burg vermisst und betreut.

Was sehen Sie beim Burgrundgang?

Der Rundgang folgt den QR-Tafeln des Förderkreises und beginnt am Haupttor. Vor dem äußeren Tor setzte nach der Beschreibung des Vereins eine drei bis vier Meter lange Zugbrücke an, die an der Unterseite mit Eisenplatten beschlagen war. Hinter dem Tor liegt der Torzwinger; erst danach gelangten Besucher in die eigentliche Burg. Der „neue“ Palas im Osten war weit geräumiger als der ältere, von seiner vorderen Palaswand steht die Außenseite.

Am Parkplatz verlief einst der Halsgraben, der nach den Angaben des Vereins bis zu zwölf Meter breit und sieben bis acht Meter tief war. Auf einem kleinen Felsplateau steht der halbe Bergfried; mit der Plattform bietet er den weitesten Blick. Zu den weiteren Stationen gehören die Ringmauer, an der die Hochschule Freiburg gemeinsam mit dem Förderkreis in mehreren Kampagnen forschte, die Flankierungstürme, die den Wandel der Waffentechnik zeigen, und der alte Burghof mit der Filterzisterne. Warum der Burghof so hoch liegt und der Zugang so viel tiefer, erklärt eine eigene Tafel.

Im alten Burghof untersuchten von 2007 bis 2009 Universitäten aus Freiburg und Berlin das Gelände archäologisch. Zwischen 2011 und 2013 entstand das unterirdische Funktionsgebäude, dessen Schlüsselübergabe die Vereinschronik für 2013 bis 2015 verzeichnet. Das Burgmuseum des Vereins zeigt die Fundstücke, die Sanierungen und das Modell der Burg.

Wer hält die Ruine instand?

Die Ruine wird seit 1984 vom Förderkreis zur Erhaltung der Ruine Wachtenburg e. V. instand gehalten. Die Erben der Familie Bürklin schenkten die Burg im selben Jahr der Stadt Wachenheim, der Verein pachtete sie. Auf der Vereinsseite zählt eine Chronik die Maßnahmen auf: die Sanierung des Turms 1984/85, den Ausbau der Burgschänke 1986, Mauersanierungen in den 1980er- und 1990er-Jahren, die Übergabe des sanierten Bergfrieds 2005, archäologische Grabungen von 2007 bis 2009 mit den Universitäten Freiburg und Berlin und ein unterirdisches Funktionsgebäude, das 2013 bis 2015 entstand.

Der Förderkreis beziffert die geleistete Arbeit auf mehr als 120.000 Arbeitsstunden. Die Sanierung des Bergfrieds 2004/05 kostete nach der Wikipedia rund 400.000 Euro; dabei wurde auch die über 100 Jahre alte Stahltreppe erneuert, die zur Aussichtsplattform führt. In einem Museum zeigt der Verein archäologische Funde und ein Modell der Burg im Maßstab 1:87; wann das Museum geöffnet ist, nennt die Seite nicht, bitte beim Förderkreis erfragen.

Wann kann man die Wachtenburg besuchen?

Das Burggelände ist laut Förderkreis ganzjährig und rund um die Uhr geöffnet, der Eintritt ist kostenlos. Das gesamte Gelände ist nach Angaben des Vereins noch nicht komplett für Gehbehinderte ausgebaut, die Burgschänke ist jedoch gut erreichbar. Die Burgschänke hat nach der Vereinsseite von Mittwoch bis Sonntag geöffnet (Mittwoch, Donnerstag und Sonntag 11 bis 20 Uhr, Freitag und Samstag 11 bis 21 Uhr), montags und dienstags bleibt sie geschlossen. Der Förderverein weist ausdrücklich darauf hin, dass er auf diese Zeiten keinen Einfluss hat; sie stehen mit dem Stand Oktober 2026 auf wachtenburg.de.

Der Förderkreis bietet außerdem Führungen an; Termine und Preise finden Sie auf seiner Website unter „Führungen“. Veranstaltungen und Arbeitseinsätze sind dort ebenfalls aufgeführt. Im Juni ist die Burg nach der Wikipedia einer der zentralen Orte des Wachenheimer Burg- und Weinfestes; für 2027 liegt kein geprüfter Termin vor.

Wie kommen Sie zur Wachtenburg?

Zu Fuß steigen Sie von Wachenheim hinauf: Der Aufstieg liegt nach den Angaben des Förderkreises zwischen Schlossgasse 12 und 13 und enthält Treppen. Einen barrierefreien Fußweg bildet die Schlossgasse; oben im Wald folgen Sie der Beschilderung. Mit dem Auto parken Sie in der Waldstraße 99 in Wachenheim, die der Förderkreis als Navigationsadresse nennt; von dort sind es noch einige Minuten zu Fuß, eine Zeitangabe nennt die Quelle nicht.

Mit der Bahn erreichen Sie Wachenheim auf der Pfälzischen Nordbahn zwischen Neustadt und Bad Dürkheim; nach der Seite zur Mittelhaardt hält sie tagsüber im Halbstundentakt. Am Haardtrand verläuft der Pfälzer Weinsteig; Wander- und Radwege ab Wachenheim zeigt die Tourist-Information auf wachenheim.de. Die nächste Burg an der Weinstraße ist die Hardenburg im Isenachtal. Eine Übersicht der Weinstraßen-Burgen liefert die Seite Burgen und Felsen der Pfalz, die Weinstraße selbst die Deutsche Weinstraße.

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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zur Wachtenburg

Muss man für die Wachtenburg Eintritt zahlen?

Nein, nach dem Förderkreis ist das Burggelände ganzjährig und rund um die Uhr geöffnet, der Eintritt kostet nichts. Das Museum und Führungen können abweichende Bedingungen haben.

Wem gehört die Burg?

Die Erben von Albert Bürklin schenkten die Burg 1984 der Stadt Wachenheim. Der Förderkreis hat sie gepachtet und saniert sie seitdem.

Wie hoch ist der Bergfried?

Erhalten sind über 23 Meter, ursprünglich war der Turm rund 30 Meter hoch. Seit der Sprengung 1689 steht nur etwa die Hälfte der Grundfläche; ein Sprengversuch spaltete den Turm.

Wann wurde der Bergfried saniert?

Die größte Sanierung der letzten Jahre betraf den Bergfried; sie begann nach der Wikipedia 2004 und endete im November 2005. Der Förderkreis nennt die „Übergabe des sanierten Bergfrieds“ im Jahr 2005 und führt für 2022/23 Arbeiten am Fundament des Bergfrieds auf.

Ist die Burg für Kinderwagen oder Rollstuhl geeignet?

Der Förderkreis schreibt, dass das Gelände nicht vollständig für gehbehinderte Personen ausgebaut ist, die Burgschänke aber gut erreichbar sei. Der Fußweg über die Schlossgasse ist als barrierefrei beschrieben.

Quellen: Förderkreis zur Erhaltung der Ruine Wachtenburg e. V.; Förderkreis: Öffnungszeiten; Förderkreis: Anreise; Tourist-Information Wachenheim; Wikipedia: Wachtenburg. Stand: Oktober 2026.