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Feste und Küche der Pfalz: Weinfeste, Märkte und Spezialitäten

Vom ersten Weinfest im März bis zum Glühwein im Advent

Stand: · 9 Min. Lesezeit

Mit Weinlaub geschmückter Bogen am Eingang eines Dorffests, dahinter leere Festbänke und ein Holzstand
Kerwe Kurz vor dem Fest: geschmückter Eingang und Festbänke. Symbolbild

Kurz gesagt

In der Pfalz wird fast das ganze Jahr gefeiert: von der Mandelblüte im März über mehr als 200 Weinfeste, Kerwen und Hoffeste bis zu den Weihnachtsmärkten im Advent. Die größten Feste sind der Dürkheimer Wurstmarkt im September und das Deutsche Weinlesefest in Neustadt. Dazu gehören eine deftige Küche mit Saumagen und Dampfnudeln und die Schorle im Halbliterglas.

Wann wird in der Pfalz gefeiert?

Die Festsaison beginnt mit der Mandelblüte im März und reicht bis in den Oktober; im Advent folgen die Weihnachtsmärkte. Nach Angaben von Pfalz.Touristik gibt es mehr als 200 Weinfeste im Jahr, von großen Stadtfesten bis zu kleinen Festen im Hof eines Weinguts. Zählt man Kerwen, Hoffeste, Weinwanderungen und Märkte hinzu, verzeichnen die regionalen Veranstaltungskalender mehrere Hundert Termine. Die dichteste Zeit liegt zwischen August und Oktober, wenn Weinlese, Federweißer und die beiden großen Herbstfeste zusammenfallen.

ZeitWas gefeiert wirdBeispiele
Ende Februar bis Mitte AprilMandelblüte, Hauptblüte meist Mitte bis Ende MärzMandelwochen, Gimmeldinger Mandelblütenfest als erstes Weinfest des Jahres
April bis Junierste Weinfeste und Hoffeste, SpargelzeitSpargelfest in Dudenhofen, erste Weinkerwen
Juni bis AugustHochsaison der Weinfeste und KerwenWeinkerwen in den Dörfern an der Weinstraße
Ende August bis OktoberFederweißer und ZwiebelkuchenFederweißenfeste, Herbstausschank bei Winzern
SeptemberDürkheimer Wurstmarkt, neun Festtage2027: 10. bis 14. und 17. bis 20. September (offiziell)
Ende September bis Mitte OktoberDeutsches Weinlesefest in Neustadt2026: 25. September bis 12. Oktober; 2027 noch nicht veröffentlicht
Oktober bis NovemberKeschdezeit, Kastanienmärkte, WildKastanienmärkte am Haardtrand, Donnersberger Genussmarkt
Ende November bis DezemberWeihnachtsmärkte, Glühwein vom WinzerMärkte in Städten, auf Burgen und in Winzerhöfen

Stand: 22.10.2026. Viele Feste haben eine feste Regel, etwa „Freitag vor dem zweiten Septembersonntag“ beim Wurstmarkt. Andere richten sich nach der Natur: Das Mandelblütenfest in Gimmeldingen wird erst kurzfristig nach dem Blütenstand angesetzt. Im Herbst lohnt der Blick an den Waldrand über den Weinbergen: Dort wachsen die Esskastanien, die in der Pfalz Keschde heißen. König Ludwig I. von Bayern ließ um seine Sommerresidenz Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben nach Angaben von Pfalz.Touristik mehr als 10.000 Kastanienbäume pflanzen. Monat für Monat mit Orten und Terminen sind die Feste im Weinfest-Kalender der Pfalz zusammengestellt.

Was unterscheidet Weinfest, Kerwe und Winzerfest?

Die Namen verraten den Ursprung. Ein Weinfest ist ein Fest rund um den Ausschank, eine Kerwe ein Kirchweihfest, ein Winzer- oder Weinlesefest feiert die Lese. In der Praxis verschwimmen die Grenzen: Viele Kerwen heißen heute Weinkerwe, und auf fast jedem Fest stehen Weinstände neben Bratwurst und Karussell.

  • Weinfest: Winzer und Vereine eines Ortes schenken an Ständen ihre Weine aus, meist an einem Wochenende auf dem Dorfplatz oder in einer Weinstraße. Dazu gibt es Pfälzer Küche und Musik.
  • Kerwe: pfälzisch für Kirchweih, ursprünglich das Fest zum Jahrestag der Weihe der Dorfkirche. Heute ist die Kerwe das große Dorffest mit Fahrgeschäften und Ausschank; an der Weinstraße oft als Weinkerwe.
  • Winzerfest und Weinlesefest: Herbstfeste zur Lesezeit, oft mit Umzug, Weinkönigin und Neuem Wein. Das bekannteste ist das Deutsche Weinlesefest in Neustadt.
  • Hoffest: ein Fest im Hof eines einzelnen Weinguts, kleiner und meist an einem Wochenende.
  • Weinwanderung und Weinbergnacht: Probierstände entlang eines Wegs durch die Weinberge, bei der Weinbergnacht am Abend, etwa in Bad Dürkheim.
  • Lebensmittelfeste: Feste für ein Produkt der Region, vom Spargel bis zur Esskastanie; in Kallstadt gibt es sogar eine Saumagenkerwe.

Auch der Dürkheimer Wurstmarkt hat diese Wurzeln: Er entstand aus einem Wallfahrtsmarkt, den der Abt des Klosters Limburg 1449 zum Kirchweihfest erklärte. Kein Fest im engeren Sinn, aber eng verwandt ist die Straußwirtschaft, in der Winzer zeitweise eigenen Wein und einfache Speisen anbieten; wie das funktioniert, beschreibt die Seite über Straußwirtschaften in der Pfalz.

Hoftor mit Weinlaub, grüner Girlande und einfarbigen Bändern zur Kerwe
Kerwe Zur Kerwe wird das Dorf geschmückt. Symbolbild

Welche Feste sollte man kennen?

Fünf Termine bestimmen das Festjahr stärker als alle anderen, vom ersten Weinfest im Frühjahr bis zu den Märkten im Advent. Für jeden gibt es eine eigene Seite mit Terminen, Programm und Anreise.

  • Mandelblüte: Ab Ende Februar, je nach Winter, blühen am Haardtrand die Mandelbäume, am stärksten meist Mitte bis Ende März. Wo die schönsten Bäume stehen und wie man den Blühstand verfolgt, steht auf der Seite über die Mandelblüte in der Pfalz.
  • Gimmeldinger Mandelblütenfest: Das erste Weinfest des Jahres findet im Neustadter Ortsteil Gimmeldingen statt, 2026 an zwei Wochenenden im März. Der Termin für 2027 steht noch nicht fest; wie er festgelegt wird, erklärt die Seite zum Mandelblütenfest in Gimmeldingen.
  • Dürkheimer Wurstmarkt: Neun Festtage im September auf dem Brühl in Bad Dürkheim, mit 36 Schubkarchständen, Weindorf und Riesenrad. Die Stadt bezeichnet ihn als größtes Weinfest der Welt; Geschichte, Termine bis 2030 und Tipps stehen auf der Seite über den Dürkheimer Wurstmarkt.
  • Deutsches Weinlesefest: Rund zweieinhalb Wochen von Ende September bis Mitte Oktober in Neustadt, mit dem Weindorf der Haiselscher, der Wahl der Deutschen und der Pfälzischen Weinkönigin und dem Winzerfestumzug. Alles zu Ablauf und Terminen auf der Seite zum Deutschen Weinlesefest.
  • Weihnachtsmärkte: Ab Ende November, 2026 ab dem ersten Advent am 29. November oder kurz davor, öffnen Märkte in den Städten, auf Burgen und in Winzerhöfen. Eine Auswahl mit Zeiträumen bietet die Seite über die Weihnachtsmärkte in der Pfalz.

Was isst man in der Pfalz?

Die Pfälzer Küche ist eine deftige Bauern- und Winzerküche mit Schweinefleisch, Kartoffeln, Sauerkraut und Hefeteig. Auf Festen und in den Hütten des Pfälzerwalds begegnen einem immer wieder dieselben Klassiker.

Holztisch mit Dubbeglas Schorle, Brotkorb und Brett mit Hausmacher Wurst
Weinstube Weck, Worscht un Woi: Brötchen, Wurst und Wein. Symbolbild
  • Saumagen: Schweinefleisch, Brät und Kartoffeln, im Schweinemagen gegart und in Scheiben serviert, oft angebraten. Seit Helmut Kohl ihn Staatsgästen vorsetzen ließ, ist er weit über die Pfalz hinaus bekannt.
  • Leberknödel und Bratwurst: Leberknödel, mundartlich Lewwerknepp, gibt es mit Sauerkraut und Kartoffelbrei. Mit Saumagen und Bratwurst zusammen ergeben sie den Pfälzer Teller, auch „Pälzer Dreifaltigkeit“ genannt.
  • Dampfnudeln: Hefeklöße, die im Topf mit Salzwasser und Fett garen und unten eine salzige Kruste bekommen. Man isst sie zu Kartoffelsuppe oder mit Wein- und Vanillesoße.
  • Grumbeersupp un Quetschekuche: Kartoffelsuppe mit Zwetschgenkuchen, das klassische Spätsommeressen. Grumbeer ist die Kartoffel.
  • Keschde: Esskastanien vom Haardtrand, im Herbst geröstet oder als Beilage zu Wild und Braten.
  • Weck, Worscht un Woi: Brötchen, Fleischwurst und Wein, der Imbiss aus dem Weinberg, den es auf vielen Festen gibt.

Wo man diese Küche außerhalb der Feste findet, ist schnell gesagt: in Weinstuben, Straußwirtschaften und vor allem in den Hütten des Pfälzerwalds. Rund 100 Hütten und Wanderheime gibt es in Pfalz und Saarpfalz, die meisten bewirtschaftet von Ortsgruppen des Pfälzerwald-Vereins und den Naturfreunden, oft ehrenamtlich und deshalb häufig nur am Wochenende geöffnet. Auf der Karte stehen dort Leberknödel, Saumagen, Bratwurst mit Kraut, Dampfnudeln und selbst gebackener Kuchen. Nach Angaben von Pfalz.Touristik ist die Pfälzer Hüttenkultur seit 2021 als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Öffnungszeiten wechseln; vor einer Wanderung lohnt ein Blick auf die Seite der jeweiligen Hütte oder des Pfälzerwald-Vereins.

Zu jedem dieser Gerichte, zu Spundekäs, Handkäs, Fleischknödeln und den regionalen Unterschieden zwischen Vorder- und Westpfalz steht mehr auf der Seite über die Pfälzer Küche mit Saumagen, Dampfnudeln und Leberknödeln. Seiten zu einzelnen Gerichten, zu Keschdefesten, zur Kerwe, zum Dürkheimer Riesenfass, zur Deidesheimer Geißbockversteigerung und eine Rezeptsammlung folgen in den nächsten Monaten.

Was trinkt man auf Pfälzer Festen?

Vor allem Wein und Weinschorle, und zwar im Schoppen von einem halben Liter. Das typische Glas dafür ist das Dubbeglas mit seinen runden Mulden, das gut in der Hand liegt. Bestellt wird Schorle „süß“ mit Zitronenlimonade oder „sauer“ mit Mineralwasser, und oft dominiert darin der Wein deutlich; auf dem Wurstmarkt trinkt man sie meist sauer. Woher das Glas kommt, was hineinpasst und wie die Pfälzer ihre Schorle mischen, erklärt die Seite über Dubbeglas und Weinschorle.

Im Herbst kommt der Federweißer hinzu, frischer, gärender Traubenmost, den es nach Angaben von Pfalz.Touristik etwa von Ende August bis Ende Oktober gibt, als Federroter auch aus roten Trauben. Dazu isst man Zwiebelkuchen oder Flammkuchen. Der Federweißer kommt direkt aus der Lese; wann sie beginnt und wie man sie miterleben kann, steht auf der Seite über die Weinlese in der Pfalz. Im Advent schenken viele Winzer Glühwein aus eigenem Wein aus.

Wie plant man einen Festbesuch?

Am besten mit Bus und Bahn, einer frühen Unterkunftsbuchung und einem Blick auf den aktuellen Termin. Die großen Feste liegen an Bahnstrecken: Bad Dürkheim erreicht man mit der Rhein-Haardtbahn aus Ludwigshafen und Mannheim und mit Regionalzügen, Neustadt ist ein Knoten der S-Bahn Rhein-Neckar. Zum Wurstmarkt und zum Winzerfestumzug setzen die Verkehrsbetriebe zusätzliche Züge ein, und die Parkplätze an den Festorten sind an Wochenenden früh belegt.

  • Termine prüfen: Kleinere Feste wechseln manchmal das Wochenende, das Mandelblütenfest richtet sich nach der Blüte. Der Weinfest-Kalender nennt neben dem Termin auch die Regel.
  • Unterkunft: An den Wochenenden der großen Feste sind Zimmer in den Festorten früh vergeben. Orte an der Bahnlinie sind eine gute Ausweichmöglichkeit.
  • Zeit wählen: Am vollsten sind die Freitag- und Samstagabende. Wer einen Sitzplatz sucht, kommt mittags oder an einem Werktag.
  • Mit Kindern: Die großen Feste haben Fahrgeschäfte; beim Wurstmarkt gibt es an den Eingängen Armbänder für die Telefonnummer der Eltern.
  • Rücksicht: Viele Weinfeste finden mitten in Wohnstraßen statt. Und im Herbst wird in den Weinbergen gearbeitet; Wirtschaftswege können dann von Traktoren und Lesemaschinen belegt sein.

Unterkunft & Camping in der Pfalz

Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.

  • Weingut & Gästezimmer

    Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.

    Übernachten beim Winzer
  • Hotel & Ferienwohnung

    Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.

    Hotels in der Pfalz
  • Camping & Wohnmobil

    Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.

    Camping in der Pfalz

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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zu Festen und Küche in der Pfalz

Wie viele Weinfeste gibt es in der Pfalz?

Pfalz.Touristik spricht von mehr als 200 Weinfesten im Jahr. Rechnet man Kerwen, Hoffeste, Weinwanderungen und Märkte hinzu, kommen die regionalen Kalender auf mehrere Hundert Veranstaltungen.

Wann beginnt die Weinfestsaison?

Mit der Mandelblüte im März. Das Gimmeldinger Mandelblütenfest gilt als erstes Weinfest des Jahres; danach folgen ab April die ersten Wein- und Hoffeste, die Hochsaison liegt im Sommer und Frühherbst.

Was ist eine Kerwe?

Kerwe ist das pfälzische Wort für Kirchweih. Ursprünglich feierte ein Dorf damit den Jahrestag der Weihe seiner Kirche; heute ist die Kerwe ein Dorffest mit Ausschank, Essen und Fahrgeschäften, an der Weinstraße oft als Weinkerwe.

Welches ist das größte Fest der Pfalz?

Der Dürkheimer Wurstmarkt in Bad Dürkheim mit rund 600.000 bis 700.000 Besuchern an neun Festtagen im September. Die Stadt bewirbt ihn als größtes Weinfest der Welt, eine unabhängige Rangliste dazu gibt es nicht.

Was ist das bekannteste Gericht der Pfalz?

Der Saumagen. Er wird oft zusammen mit Leberknödel und Bratwurst als Pfälzer Teller serviert, mit Sauerkraut und Brot und einer Rieslingschorle dazu.

Quellen: Pfalz.Touristik: Pfälzer Weinfeste; Pfalz.Touristik: Pfälzer Hüttenkultur; Pfalz.Touristik: Pfälzer Kastanien; Pfalz.Touristik: Pfälzer Kulinarik; Pfalz.Touristik: Herbstgenuss in der Pfalz; Stadt Bad Dürkheim: Dürkheimer Wurstmarkt; Stadt Neustadt an der Weinstraße: Deutsches Weinlesefest; Wikipedia: Pfälzer Küche. Stand: Oktober 2026.

Alle Seiten in diesem Bereich

  1. Weinfeste in der Pfalz: Kalender, Termine und die großen Feste

    Von der Mandelblüte bis zum Martinsfest: 114 Feste mit geprüften Terminen

  2. Weihnachtsmärkte in der Pfalz: Termine und Tipps

    Stadtmärkte, Burgweihnacht und Winzerhöfe im Advent 2026

  3. Mandelblüte in der Pfalz: wann, wo und wie man sie erlebt

    Rosa Frühling am Haardtrand, von Bockenheim bis zum Weintor

  4. Gimmeldinger Mandelblütenfest: Termin, Programm und Anreise

    Das erste Weinfest des Jahres unter blühenden Mandelbäumen

  5. Dürkheimer Wurstmarkt: Termine, Geschichte und Tipps

    Neun Festtage im September zwischen Schubkarchstand, Riesenrad und Riesenfass

  6. Deutsches Weinlesefest in Neustadt: Weinkönigin, Umzug und Termine

    Haiselscher, Krönungsabende und Winzerfestumzug zur Lesezeit in Neustadt

  7. Pfälzer Küche: Saumagen, Dampfnudeln und Leberknödel

    Deftige Bauern- und Winzerküche zwischen Saumagen, Dampfnudel und Keschde