Feste & Kulinarik
Dürkheimer Riesenfass: Weinstube im größten Fass
Das Holzfass am Wurstmarktplatz, in dem nie Wein lag

Kurz gesagt
Das Dürkheimer Riesenfass in Bad Dürkheim ist ein 1934 vom Küfermeister Fritz Keller gebautes Holzfass mit 1,7 Millionen Litern Rauminhalt, 15 Metern Länge und 13,5 Metern Durchmesser. Es wurde nie mit Wein gefüllt, sondern dient als Gaststätte. Das Fass innen sieht man nur bei einer Führung oder einem Bankett.
Was ist das Dürkheimer Riesenfass?
Das Dürkheimer Riesenfass ist ein Bauwerk in Form eines liegenden Weinfasses, das am Rand des Wurstmarktplatzes in Bad Dürkheim steht und als Gaststätte betrieben wird. Nach Angaben der Pfalz.Touristik ist es 15 Meter lang, hat einen Durchmesser von 13,5 Metern und fasst 1,7 Millionen Liter. Es gilt damit als größtes Fass der Welt und wird dort „größtes Denkmal des Deutschen Weins“ genannt.
Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Fass, das man erst noch füllen müsste. Tatsächlich hat nie ein Tropfen Wein darin gelegen. Die Pfalz.Touristik formuliert es so, dass das Fass statt mit Wein mit vielen Gästen aus aller Welt gefüllt gewesen sei. Der Vergleichsmaßstab ist das Heidelberger Fass im Schloss, das mit 221.000 Litern auf Platz zwei der Welt steht.
Die Zahlen lassen sich leicht greifbar machen: 1,7 Millionen Liter sind 17.000 Hektoliter oder 1.700 Kubikmeter, rechnerisch der Inhalt von mehr als 2,2 Millionen Flaschen zu 0,75 Litern. Das Heidelberger Fass fasst nur rund ein Siebtel davon. Weil das Riesenfass nie gefüllt wurde, ist es weniger ein Rekordhalter der Kellerwirtschaft als ein Rekord der Handwerkskunst und der Werbung für eine Weinstadt, die damit 1934 ein unverwechselbares Wahrzeichen bekam.
Wer in Bad Dürkheim ankommt, findet das Fass ohne Suche. Es liegt am Festplatz des Dürkheimer Wurstmarkts, am östlichen Stadtrand, und ist zu jeder Jahreszeit von außen zu besichtigen. Die Stadt selbst, ihre Saline und den Kurpark stellt die Seite über Bad Dürkheim vor.
Wer baute das Riesenfass, und warum?
Gebaut hat es der Dürkheimer Winzer und Küfermeister Fritz Keller im Jahr 1934. Nach der Chronik des Fassbetreibers ging dem Bau ein gewöhnliches Fass voraus, das Keller für seine Meisterprüfung gefertigt hatte; daraus sei die Idee zum Riesenfass gewachsen. Der Wurstmarkt zog damals schon viele Besucher aus der Rhein-Neckar-Region an, und die Stadt war über das Fest weithin bekannt.
Der Bau war eine Holzbauaufgabe von ungewöhnlicher Größe. Verbaut wurden nach den Angaben der Pfalz.Touristik rund 200 Tannen aus dem Schwarzwald, jeweils etwa 40 Meter hoch. Der Betreiber des Fasses nennt in seiner Chronik außerdem 178 Dauben, von denen jede aus einem einzigen Stamm gearbeitet sei, und einen nächtlichen Transport der überlangen Stämme mit Sondergenehmigung. Diese Einzelheiten stammen aus der Selbstdarstellung und lassen sich nicht in amtlichen Unterlagen nachprüfen; sie gelten deshalb hier als Überlieferung.
Von innen ist das Fass kein Raum mit aufgesetzter Fassoptik: Die Wände sind rund, die Decke wölbt sich, und wer die Führung mitmacht, hat nach den Worten der Pfalz.Touristik tatsächlich das Gefühl, in einem gigantischen Fass zu sein.
1958 kam der Anbau hinzu, den man „Bütt“ nennt. Dort läuft der normale Restaurantbetrieb; der eigentliche, obere Fassraum ist dagegen für Bankette und Führungen reserviert. Das Fass gehört seither zu den bekanntesten Bildern der Stadt und taucht in Reiseführern ebenso auf wie auf Ansichtskarten.

Kann man das Riesenfass besichtigen?
Ja, als Gast der Gaststätte oder bei einer Führung. Der Gastraum in der Bütt steht Besuchern offen, die dort essen und trinken; die Pfalz.Touristik nennt für das Restaurant eine durchgehend warme Küche bis 21 Uhr (Stand Oktober 2026, bitte vor dem Besuch prüfen). Den runden Innenraum des eigentlichen Fasses erreicht man dagegen nur bei einem Bankett oder bei einer Fassführung.
Die Führung dauert etwa 45 Minuten und beginnt vor dem Fass. Sie ist laut Pfalz.Touristik täglich außer in der Zeit von Weihnachten bis Silvester buchbar, in deutscher und englischer Sprache, und nur am Vormittag; der letzte Beginn liegt zwischen 10:30 und 11:30 Uhr. Teilnehmer erhalten einen Begrüßungssekt und hören, wer auf die Idee kam, woher das Holz stammte und wie sich die Frage nach dem Wein im Fass beantwortet. Wegen der Gäste im Restaurant ist eine Besichtigung außerhalb der Führung nicht vorgesehen. Preise und Termine ändern sich; maßgeblich sind die Angaben der Tourist-Information Bad Dürkheim.
Ein Besuch im Fass lässt sich gut mit einem Spaziergang verbinden. Vom Wurstmarktplatz führt der Weg an der Saline mit ihrem langen Gradierbau vorbei in den Kurpark, und wer mehr Zeit hat, geht weiter in die Weinberge am Rand der Stadt. Die Wanderwege an der Haardt beginnen praktisch vor der Tür; die Deutsche Weinstraße führt unmittelbar an Bad Dürkheim vorbei, und der Wanderweg Deutsche Weinstraße berührt die Stadt. Für einen Tag reicht das Programm Fass, Altstadt, Kurpark und ein Gang durch die Weinberge ohne Weiteres.
Wie hängen Riesenfass und Wurstmarkt zusammen?
Das Riesenfass steht am Rand des Festplatzes, auf dem seit Jahrhunderten der Wurstmarkt gefeiert wird, und gehört zu dessen Kulisse. Als Bauwerk entstand es 1934 und wurde schon in den 1930er-Jahren zum Wahrzeichen von Stadt und Fest. Im Festprogramm hat es keine eigene Rolle, aber auf Fotos, Plakaten und im Gedächtnis der Besucher ist das Fass mit dem Fest verbunden.
Wer zum Wurstmarkt kommt, nutzt das Fass als Treffpunkt und Orientierung. Es ist von allen Seiten des Platzes sichtbar und wird in den Wegbeschreibungen der Stadt häufig als Fixpunkt genannt. Die Geschichte des Festes, der Ablauf und die Termine stehen auf der Seite zum Wurstmarkt; das Riesenfass ist dort nur ein Absatz, hier das Thema.
Was gibt es im Riesenfass zu essen und zu trinken?
Das Fass wird als Gaststätte betrieben; im Angebot sind Speisen und Getränke, wie sie in einem Haus am Wurstmarktplatz zu erwarten sind, also Pfälzer Gerichte und Weine aus der Umgebung. Welche Gerichte aktuell auf der Karte stehen und an welchen Tagen geöffnet ist, ändert sich mit der Saison und liegt beim Betreiber; hier gilt: vor dem Besuch prüfen.
Als Einführung in die Gerichte empfiehlt sich die Übersicht zur Pfälzer Küche, die erklärt, was hinter Namen wie Leberknödel, Dampfnudel oder Grumbeersupp steckt. Wie ein Schoppen in der Pfalz serviert wird, steht auf der Seite zu Dubbeglas und Weinschorle.
Wie kommt man zum Riesenfass?
Am einfachsten mit Bahn, Rhein-Haardtbahn oder Bus und dann zu Fuß. Bad Dürkheim ist an den Nahverkehr der Rhein-Neckar-Region angeschlossen, die Rhein-Haardtbahn verbindet die Stadt seit 1913 mit Ludwigshafen und Mannheim. Vom Zentrum aus geht es durch den Kurpark zum Wurstmarktplatz. Wer mit dem Auto kommt, muss an den Festtagen im September mit voller Stadt rechnen. Genaue Verbindungen zeigt der aktuelle Fahrplan; allgemeine Hinweise zur Anreise stehen auf der Seite zur Anreise in die Pfalz.
Wer mehr als das Fass sehen möchte, verbindet den Besuch mit einem Spaziergang durch Kurpark und Saline oder mit einer Wanderung an der Haardt. Die Burgruinen oberhalb der Stadt sind von hier aus erreichbar, etwa die Klosterruine Limburg und die Hardenburg. Und weil Bad Dürkheim im Gebiet der Mittelhaardt liegt, bietet sich im Anschluss ein Besuch in einem der Weinorte der Umgebung an.
Unterkunft & Camping in der Pfalz
Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.
Weingut & Gästezimmer
Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.
Übernachten beim WinzerHotel & Ferienwohnung
Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.
Hotels in der PfalzCamping & Wohnmobil
Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.
Camping in der Pfalz
Hotels in der Pfalz vergleichen Partnerlink zu reise.de
Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.
Häufige Fragen zum Dürkheimer Riesenfass
Ist das Dürkheimer Riesenfass wirklich das größte Fass der Welt?
Mit 1,7 Millionen Litern Rauminhalt übertrifft es jedes bekannte Weinfass, auch das Heidelberger Fass mit 221.000 Litern. Allerdings ist es kein Lagerfass, sondern ein Gebäude in Fassform, das nie Wein enthielt; als größtes Weinfass, das tatsächlich befüllt war, gilt deshalb das Heidelberger Fass.
War jemals Wein im Riesenfass?
Nein. Nach den Angaben der Pfalz.Touristik wurde es nie mit Wein gefüllt, sondern war von Beginn an eine Gaststätte. Wie der Wein hinein- und hinausgekommen wäre, gehört nach der Ankündigung der Führung zu den Fragen, die dort beantwortet werden.
Wann wurde das Riesenfass gebaut und von wem?
Es wurde 1934 vom Dürkheimer Winzer und Küfermeister Fritz Keller gebaut. Der Anbau, in dem der normale Gaststättenbetrieb stattfindet, kam 1958 hinzu.
Kostet die Besichtigung Eintritt?
Von außen ist das Fass jederzeit frei zugänglich. Für die Führung gelten eigene Preise und Termine, die bei der Tourist-Information Bad Dürkheim zu erfragen sind; sie wechseln, und eine Buchung vorab ist üblich. Wer lediglich in die Gaststätte geht, zahlt nur, was er verzehrt.
Gibt es in der Nähe weitere Sehenswürdigkeiten?
Ja, zum Beispiel der Gradierbau der Saline mit dem Kurpark, die Altstadt und, am Hang über der Stadt, die Reste von Klosterruine Limburg und Hardenburg. Eine Übersicht bietet die Seite über Bad Dürkheim.
Quellen: Pfalz.Touristik: Das Dürkheimer Riesenfass (Führung); Pfalz.Touristik: Dürkheimer Riesenfass; Stadt Bad Dürkheim: Dürkheimer Wurstmarkt; Chronik des Fassbetreibers (Selbstdarstellung). Stand: Oktober 2026.