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Feste & Kulinarik

Dürkheimer Wurstmarkt: Termine, Geschichte und Tipps

Neun Festtage im September zwischen Schubkarchstand, Riesenrad und Riesenfass

Stand: · 10 Min. LesezeitTermine geprüft am 9 Festtage im September · Bad Dürkheim

Leere Festwiese am Morgen im Nebel mit abgedeckten Fahrgeschäften und Weinzelten, dahinter Weinberge
Festplatz Festwiese am frühen Morgen. Symbolbild

Kurz gesagt

Der Dürkheimer Wurstmarkt ist ein Wein- und Volksfest auf dem Wurstmarktplatz in Bad Dürkheim. Er beginnt am Freitag vor dem zweiten Septembersonntag und umfasst neun Festtage an zwei Wochenenden. 2027 wird vom 10. bis 14. und vom 17. bis 20. September gefeiert. Der Eintritt ist frei; 2026 kamen nach Angaben der Stadt mehr als 600.000 Gäste.

Was ist der Dürkheimer Wurstmarkt?

Der Wurstmarkt ist ein Weinfest mit Jahrmarkt: Auf dem Festplatz am Ostrand von Bad Dürkheim stehen Weinausschänke, Essensstände und Fahrgeschäfte nebeneinander, zwischen dem Gradierbau der Saline und dem Dürkheimer Riesenfass. Trotz des Namens steht der Wein im Mittelpunkt. Nach den Regeln der Stadt dürfen nur Weine und Sekte ausgeschenkt werden, die in Dürkheimer Lagen gewachsen, in Bad Dürkheim abgefüllt und im laufenden Jahr von der DLG oder der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz prämiert worden sind. Die Stadt spricht von rund 300 Weinen und Sekten im Angebot.

Der Name geht auf den Wurstverbrauch zurück. Schon für 1750 sind rund 11.000 verzehrte Würste überliefert, 1835 waren es 64.000, darunter gut 22.000 Bratwürste. Gegessen wurde vor allem Bratwurst mit Sauerkraut; 1966 kamen bereits rund 50.000 Grillhähnchen hinzu. Heute bieten zahlreiche Stände Pfälzer Spezialitäten an. Seit 2023 gibt es auf dem Wurstmarkt auch alkoholfreien Wein.

Die Stadt bewirbt den Wurstmarkt als „größtes Weinfest der Welt“. Das ist eine Selbstbeschreibung, keine gemessene Rangliste: Schon 1951 warb man mit „Größtes Deutsches Weinfest“, und als 1966 der Weinverbrauch erstmals über 200.000 Liter stieg, kam der Weltsuperlativ auf die Plakate. Unstrittig ist die Größenordnung: Jedes Jahr kommen rund 600.000 bis 700.000 Besucher, 2026 waren es nach Angaben der Stadt mehr als 600.000; als Rekord gilt das Jahr 2012 mit 685.000 Gästen, wie die Lokalzeitung damals meldete. Wie er sich zu den übrigen Festen der Region verhält, zeigt der Weinfest-Kalender der Pfalz. Die Stadt selbst stellt die Seite über Bad Dürkheim mit Kurpark, Saline und Riesenfass vor.

Wann ist der Wurstmarkt 2027 und in den Folgejahren?

Der Wurstmarkt 2027 findet vom 10. bis 14. September und vom 17. bis 20. September statt. Die Stadt Bad Dürkheim hat die Termine bis 2030 bereits veröffentlicht. Die Regel dahinter ist einfach: Das Fest beginnt immer am Freitag vor dem zweiten Sonntag im September. Das erste Festwochenende reicht von Freitag bis Dienstag, das zweite von Freitag bis Montag. Mittwoch und Donnerstag dazwischen heißen Zwischenmarkt.

JahrErstes WochenendeZweites WochenendeStatus
202611.–15. September18.–21. Septembervorbei, zur Orientierung
202710.–14. September17.–20. Septemberoffiziell
20288.–12. September15.–18. Septemberoffiziell
20297.–11. September14.–17. Septemberoffiziell
20306.–10. September13.–16. Septemberoffiziell

Stand: 22.10.2026, Quelle Stadt Bad Dürkheim. An allen Festtagen öffnet der Platz spätestens um 11 Uhr, am Eröffnungsfreitag laut Programm 2027 ab 13 Uhr. Die Fahrgeschäfte schließen spätestens um Mitternacht, im Festzelt spielt die Musik bis Mitternacht, ausgeschenkt wird nach Angaben der Stadt „bis zum letzten Gast“. Am Zwischenmarkt ruht der Festbetrieb weitgehend; dann haben nur ein Teil der Schubkarchstände und einige Essensstände etwa von mittags bis 22 Uhr geöffnet.

Woher kommt der Wurstmarkt?

Der Wurstmarkt ist aus einer Wallfahrt entstanden. Auf dem Michelsberg nordöstlich der Stadt stand eine Kapelle des Erzengels Michael, zu der die Gläubigen am Michaelstag, dem 29. September, pilgerten. Winzer und Bauern aus der Umgebung versorgten die Pilger mit Wein, Brot und Wurst, und daraus wuchs ein Jahrmarkt, der Michaelismarkt. Der älteste Beleg stammt aus dem Jahr 1417: Eine leiningische Rechnung verzeichnet Schuhleder, das „uff Sant Michels berg“ gekauft wurde. Ein sicherer Nachweis des Jahrmarkts folgt 1442, als die Stadt Speyer ihre Kaufleute zum Markt auf dem Michelsberg schickte und die Grafen von Leiningen ihnen 1443 freies Geleit zusagten.

Wann der Markt vom Berg auf die Wiesen zog, wird unterschiedlich dargestellt. Nach der Darstellung von regionalgeschichte.net verlegte der Abt des Klosters Limburg ihn 1449 auf die Brühlwiesen am Fuß des Michelsbergs und wandelte ihn in ein Kirchweihfest um; von 1456 bis 1549 fand er wieder oben an der Kapelle statt, spätestens 1577 endgültig unten auf dem Brühl, wo er bis heute liegt. Auf diese Jahreszahl 1449 bezog sich auch die Feier zum 500-jährigen Bestehen im Jahr 1949, bevor der ältere Beleg von 1417 bekannt wurde. Seitdem zählt die Stadt die Feste von 1417 an; 2026 war der 610. Wurstmarkt.

JahrEreignis
1155erste Erwähnung des „Monte sancti Michaelis“
1417ältester Beleg für den Markt auf dem Michelsberg
1442/1443Speyerer Kaufleute ziehen zum Jahrmarkt, Geleitbrief der Leininger
1449erste Marktordnung, Verlegung auf die Brühlwiesen
spätestens 1577Markt endgültig auf dem Brühl
um 1600Abbruch der Michaelskapelle (Neubau 1990)
1797Markthoheit geht an die Gemeinde Dürkheim
1832erste amtliche Nennung als „sogenannter Wurstmarkt“
1910/1913Vorverlegung auf das zweite und dritte Septemberwochenende
1913Rhein-Haardtbahn bringt Gäste aus Mannheim und Ludwigshafen
1934Bau des Dürkheimer Riesenfasses
1947/1948schlichte Herbstfeste, wegen Fleischmangels vor allem Fisch
1985neun Festtage
2020/2021Absage wegen der Corona-Pandemie

Im 19. Jahrhundert wandelte sich der Markt zum Vergnügungsfest mit Schaustellern, Zirkus und Karussell. Der Volksmund nannte ihn längst Wurstmarkt, spätestens ab 1867 ist nur noch dieser Name gebräuchlich. 1910 wurde der Termin vom Monatsende in die Septembermitte vorgezogen, weil das Wetter dann meist beständiger ist; die bayerische Staatsregierung bestätigte das 1913. Danach wuchs das Fest Tag um Tag: 1926 auf sechs Tage, 1951 auf sieben, 1965 auf acht und 1985 auf neun.

Was sind Schubkarchstände, und wo trinkt man was?

Schubkarchstände sind die traditionellen Weinausschänke des Wurstmarkts, das Herz des Festes. Der Name erinnert an die Winzer, die ihre Fässer früher auf Schubkarren zum Markt schoben, die Karren umdrehten und darauf ausschenkten. Heute baut die Stadt jedes Jahr 36 solcher Stände auf: lange Reihen mit Zeltplane und wetterfesten Vorhängen, darunter schmale Holzbänke und Tische, an denen man dicht an dicht mit Fremden sitzt. Getrunken wird der „Pälzer Schobbe“, also Wein oder Schorle im halben Liter, meist aus dem Dubbeglas; wie dieses Glas mit den Tupfen entstanden ist und wie man Schorle bestellt, erklärt die Seite über Dubbeglas und Weinschorle.

Reihe kleiner hölzerner Ausschankstände mit leeren Bänken am Morgen
Festplatz Hölzerne Ausschankstände am Morgen. Symbolbild

Wer lieber im Stielglas trinkt, geht ins Weindorf. Es besteht seit 1992 und umfasste zuletzt dreizehn Wein- und vier Gastronomiezelte mit Weißweinen, Rotweinen und Winzersekten, dazu Livemusik und Jazzkonzerte. Das dritte Gesicht des Festes ist das große Festzelt mit Volksfestmusik bis Mitternacht. Rund um diese drei Bereiche liegen Imbissstände, Marktstände und die Fahrgeschäfte mit Riesenrad.

Ein fester Termin für Mundartfreunde ist der Literarische Frühschoppen am ersten Wurstmarktmontag. Ab 7 Uhr wird in den Schubkarchständen ausgeschenkt, von 10 bis 13 Uhr tragen Dichter und Musiker auf einer kleinen Bühne bei den Ständen 20 bis 24 Texte und Lieder auf Pfälzisch vor, übertragen per Lautsprecher in alle Stände. Wer Frühstück mitbringt, sollte kalte Speisen wählen, denn Gaskocher sind verboten. Am letzten Montag folgt im Festzelt die „Pälzer Poesie“.

Was steht auf dem Programm?

Das Programm folgt seit Jahren demselben Gerüst. Der Auftakt ist der Eröffnungsfreitag: um 17 Uhr Platzkonzert auf dem Ludwigsplatz, eine halbe Stunde später der Aufzug von Winzern, Weinbotschaftern und Beschickern zum Festplatz, um 18 Uhr ein historisches Eröffnungsspiel am Nordende des Gradierbaus. Danach sticht der Wurstmarktwinzermeister das erste Fass an, Weinhoheiten und Stadtspitze erhalten das erste Glas, drei Böllerschüsse geben den Start.

Tag (Programm 2027)Programmpunkt
Freitag, 10. SeptemberFestbeginn 13 Uhr, Eröffnung ab 17 Uhr
Montag, 13. SeptemberLiterarischer Frühschoppen 10 Uhr, Inthronisierung der Bad Dürkheimer Weinhoheit 18 Uhr
Dienstag, 14. SeptemberSeniorennachmittag 15 Uhr, Höhenfeuerwerk 21 Uhr
Mittwoch und DonnerstagZwischenmarkt
Freitag, 17. SeptemberWeinprobe im Riesenrad 12 Uhr
Montag, 20. SeptemberPälzer Poesie 10 Uhr, Abschlussfeuerwerk 21 Uhr

Die beiden Feuerwerke sind die Abendhöhepunkte: das Höhenfeuerwerk am ersten Dienstag und das Abschlussfeuerwerk am letzten Montag, jeweils ab 21 Uhr über Festplatz, Gradierbau und Michaelskapelle. Die Stadt weist darauf hin, dass das Riesenrad auch während der Feuerwerke fährt. Stand des Programms: 22.10.2026; einzelne Punkte für 2027 sind noch offen.

Silhouette eines Riesenrads über Festzelten in der Abenddämmerung
Festplatz Riesenrad in der Dämmerung. Symbolbild

Am Rand des Platzes steht das Dürkheimer Riesenfass, ein 1934 vom Küfermeister Fritz Keller gebautes Holzfass mit rund 1,7 Millionen Litern Rauminhalt. Es dient seit seinem Bau als Weinstube und Restaurant, 1958 kam ein Anbau hinzu, und es machte Stadt und Fest schon in den 1930er-Jahren weithin bekannt. Wer den Wurstmarkt außerhalb der Saison sehen will, findet am Riesenfass und am Gradierbau das ganze Jahr über die Kulisse des Festes.

Wie kommt man am besten zum Wurstmarkt?

Am besten mit Bus und Bahn: Das empfiehlt die Stadt ausdrücklich, und das Angebot ist während des Festes deutlich größer als sonst. Der Bahnhof Bad Dürkheim liegt in Gehweite des Festplatzes. Dort halten die Regionalzüge der Deutschen Bahn, die zum Wurstmarkt verstärkt werden, und die Rhein-Haardtbahn, eine Überlandstraßenbahn der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH von Ludwigshafen und Mannheim.

2026 fuhr die Rhein-Haardtbahn an den Freitagen und Samstagen nach Angaben der rnv fast doppelt so oft wie üblich, abends im 10-Minuten-Takt, tagsüber alle 20 statt alle 30 Minuten; an den Sonntagen gab es gut 60 Prozent mehr Fahrten. Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar und die Bahn bieten zum Fest Verbindungen aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland, der Metropolregion Rhein-Neckar und aus Karlsruhe bis gegen 3 Uhr nachts an. Die Fahrpläne für 2027 sind noch nicht veröffentlicht (Stand: 22.10.2026); sie erscheinen beim VRN und auf der Wurstmarktseite der Stadt.

  • Auto: rund 2.200 bewirtschaftete und rund 1.500 weitere Parkplätze, ein Parkleitsystem führt zu den Flächen; an den Abenden der Wochenenden sind sie früh belegt.
  • Fahrrad: gesicherter Fahrradparkplatz auf der Rückseite des Gradierwerks Richtung Michaeliskapelle.
  • Reisebus: Ein- und Ausstieg in der Salinenstraße, Abstellplatz in der Kanalstraße mit Fahrer-Shuttle.

Was sollte man vor dem Besuch wissen?

Das Wichtigste vorab: Es gibt kein Ticket, der Eintritt ist frei, große Taschen und Rucksäcke sollte man zu Hause lassen, denn an den Eingängen kontrolliert ein Sicherheitsdienst. Der ganze Platz ist barrierefrei zugänglich; barrierefreie Toiletten liegen in einer Seitengasse beim Riesenfass und sind mit dem Euroschlüssel nutzbar. Ein Geldautomat steht ebenfalls am Riesenfass.

  • Zeit wählen: Die meisten Gäste kommen an den Freitag- und Samstagabenden, für die die rnv ihr Angebot fast verdoppelt. Wer einen Platz im Schubkarchstand sucht, kommt besser mittags oder an einem Werktag.
  • Kinder: An den Eingängen, bei der Tourist-Information und bei der Polizei gibt es Armbänder, auf die Eltern ihre Telefonnummer schreiben. Ein Wickelraum ist beim Deutschen Roten Kreuz auf dem Festplatz.
  • Hunde: sind erlaubt, die Stadt rät aber zum Wohl der Tiere davon ab.
  • Übernachten: In den Festtagen sind Zimmer in Bad Dürkheim und den Nachbarorten früh ausgebucht. Wer bleiben will, bucht Monate im Voraus oder weicht auf Orte entlang der Bahnlinien aus.
  • Maß halten: Ein Schoppen ist ein halber Liter. Wer Schorle bestellt, trinkt länger und bleibt klarer, und wer fährt, trinkt gar nicht.

Wer im Herbst ein zweites großes Fest erleben möchte: Wenige Tage nach dem Ende des Wurstmarkts beginnt in Neustadt das Deutsche Weinlesefest mit der Wahl der Weinkönigin, 2026 am 25. September. Mit Winzerdorf, Winzerfestumzug und Krönung ist es ganz auf die Weinlese ausgerichtet.

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Häufige Fragen zum Dürkheimer Wurstmarkt

Kostet der Wurstmarkt Eintritt?

Nein. Der Wurstmarkt ist frei zugänglich, Tickets gibt es nicht. Bezahlt wird nur, was man an den Ständen trinkt und isst oder für Fahrgeschäfte ausgibt.

Warum heißt das Fest Wurstmarkt, wenn doch der Wein im Mittelpunkt steht?

Der Name kommt vom großen Wurstverbrauch der Festgäste, der schon im 18. Jahrhundert überliefert ist. Amtlich taucht „Wurstmarkt“ erstmals 1832 auf, vorher hieß das Fest nach dem Michaelstag Michaelismarkt. Ausgeschenkt werden ausschließlich prämierte Weine aus Dürkheimer Lagen.

Ist der Wurstmarkt wirklich das größte Weinfest der Welt?

So bezeichnet ihn die Stadt Bad Dürkheim seit Jahrzehnten selbst; eine unabhängige weltweite Rangliste gibt es nicht. Sicher ist die Größenordnung von rund 600.000 bis 700.000 Besuchern im Jahr, mit 36 Schubkarchständen, einem Weindorf und rund 300 Weinen und Sekten.

Was ist der Zwischenmarkt?

So heißen Mittwoch und Donnerstag zwischen den beiden Festwochenenden. An diesen Tagen ruht der eigentliche Festbetrieb; nur ein Teil der Schubkarchstände und einige Essensstände sind etwa von mittags bis 22 Uhr geöffnet.

Gibt es auf dem Wurstmarkt auch alkoholfreie Getränke?

Ja. Neben Wasser, Saft und Limonade an den Ständen wird seit 2023 auch alkoholfreier Wein ausgeschenkt. Die klassische Schorle lässt sich zudem mit viel Wasser mischen.

Quellen: Stadt Bad Dürkheim: Dürkheimer Wurstmarkt; Stadt Bad Dürkheim: Häufig gestellte Fragen zum Wurstmarkt; Stadt Bad Dürkheim: Historisches; Stadt Bad Dürkheim: Pressemitteilung zum 610. Wurstmarkt; regionalgeschichte.net: Der Bad Dürkheimer Wurstmarkt; rnv: Zum Wurstmarkt mit der Rhein-Haardtbahn; Verkehrsverbund Rhein-Neckar; Wikipedia: Dürkheimer Wurstmarkt. Stand: Oktober 2026.