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Brunnen und Quellen im Pfälzerwald: Siebenbrunnen, Balkenbrunnen, Bachursprünge
Von Hirtenbrunnen bei Waldleiningen bis zum Speyerbach-Ursprung: gefasste Quellen im Pfälzerwald und ihre Geschichte

Kurz gesagt
Im Pfälzerwald speisen gefasste Quellen und Brunnen aus rotem Sandstein seit Jahrhunderten Vieh, Fuhrleute und Wanderer. Der Siebenbrunnen bei Fischbach floss 1927 erstmals aus sieben Röhren, der Johannes-Brunnen bei Maikammer wurde 1911 errichtet, und am Balkenbrunnen kaufte Maikammer 1740 Weinbergsbalken. Dazu kommen die Ursprünge von Speyerbach, Schwarzbach, Eckbach, Hochspeyerbach und Saarbach, die der Pfälzerwald-Verein mit beschrifteten Steinen kennzeichnet.
Warum gibt es im Pfälzerwald so viele gefasste Brunnen?
Der Pfälzerwald besteht aus Buntsandstein, und an Hängen und in Talanfängen treten Quellen aus. Über die Hochflächen zogen Hirten mit ihren Herden, Köhler, Holzfäller und Fuhrleute durch den Wald. Wer unterwegs trinken oder Vieh tränken wollte, musste die Quellen kennen. Deshalb wurden viele von ihnen gefasst, mit Sandsteinmauern eingerahmt und mit Trögen versehen.
Die Wege zu diesen Wasserstellen erklären sich oft nur durch die Steine am Wegrand. Der Pfälzerwald-Verein stellte seit dem frühen 20. Jahrhundert beschriftete Sandsteine auf, die in Schritten angeben, wie weit ein Brunnen entfernt liegt: „Haidhaldbrunnen 220 Schr.“, „Erlenbrunnen 140 Schr.“, „Heiden=Brunnen 100 Schr.“ oder „Zum Röhringsbrunnen 70 Schr. Rechts“. Der Hintergrund dieser Steinreihe steht auf der Seite Rittersteine im Pfälzerwald. Hier geht es um die Wasserstellen selbst, von den Hirtenbrunnen bei Waldleiningen bis zu den Quellen, aus denen Bäche wie der Speyerbach und der Schwarzbach entstehen.
Welche Brunnen liegen rund um Waldleiningen und den Roßrück?
Das Waldgebiet um Waldleiningen ist besonders reich an Brunnen. Im Sattel zwischen Großem und Kleinem Roßrück, an der Kreuzung der Kreisstraße 49 aus Mölschbach mit der B 48, liegt der Balkenbrunnen. Ein Stein mit der Inschrift „Balkenbrunnen 160 Schr.“ und ein weiterer mit der Aufschrift „Zum Balken-Brunnen“ weisen etwa 150 Meter talabwärts nach Westen zu dem gefassten Brunnen. Weinbergsbalken aus dem Pfälzerwald waren in der Vorderpfalz gefragt, denn im sogenannten Kammertbau wurden die Reben an Holzbalken angebunden. Eine Maikammerer Bürgermeisterrechnung, die den Zeitraum von Martini 1739 bis 1740 abdeckt, verzeichnet den Kauf von 100 beziehungsweise 150 Balken für die Gemeindeweinberge. Später ersetzten Sandsteine und Spanndrahtvorrichtungen die Holzbalken, heute stehen meist Metall- oder Kunststoffpfähle in den Reben.
Östlich des Stüterhofs, an der Römerstraße zwischen der B 48 und dem Dämmchen, entspringt der Haidhaldbrunnen am oberen Stüterloch an der Westseite des Leiterbergs. Er diente als Viehtränke, und die Wasserbehälter bestehen aus Sandstein. Am Wanderweg vom Stüterhof nach Schwarzsohl, direkt an der Gemarkungsgrenze zu Elmstein, liegt der Erlenbrunnen. Der Stein am Weg weist 140 Schritte nach Westen zum gefassten Brunnen; an der Quelle steht ein weiterer Stein mit der Inschrift „Quelle des Heils“. Auch diese Wasserstelle diente als Viehtränke.

Der Dammbrunnen auf der Hochebene des Dammbergs im Stiftswald Kaiserslautern erzählt von der Waldweide. Hirten legten hier einen ringförmigen Damm an und hoben die Erde im Innern aus, sodass ein kleiner Weiher entstand, dazu gab es einen Unterstand, eine Viehtränke und eine künstlich angelegte Suhle. Als die Waldweide endete, wurde das Gelände sich selbst überlassen. Später fasste das Forstamt die Höhenquelle in einen Brunnen, dessen Wasser durch eine Holzröhre in einer Sandsteinmauer fließt. Wie die Hirten und Förster im Wald lebten, beschreibt die Seite Forst, Jagd und Weide im Pfälzerwald.
Im unteren Großen Protztal, einem Seitental des Leinbachtals etwa einen Kilometer nordöstlich von Waldleiningen, fließt das Wasser des Protztalbrunnens aus einer Quelle unterhalb eines großen Felsens. Sie ist in einer steinernen Rinne gefasst und läuft einige Zehnermeter parallel zum Forstweg bis in den Leinbach. In den Felsen ist der Name „Protztalbrunnen“ eingraviert, und der Brunnen ist ein Naturdenkmal.
Was macht den Siebenbrunnen bei Fischbach besonders?
Im Langental nordöstlich von Fischbach, rund 400 Meter östlich des Forsthauses Schorlenberg, fließt das Wasser des Siebenbrunnens aus sieben Röhren. Daher stammt der Name. Die Inschrift auf dem Stein trägt das Jahr 1927 als Jahr der Erbauung, und in diesem Jahr wurde die Quelle erstmals gefasst. Neben dem Brunnen lädt ein Rastplatz zur Pause ein, und die Anlage mit ihren sieben gefassten Röhren ist ein Naturdenkmal.
Ganz in der Nähe, ebenfalls beim Forsthaus Schorlenberg, trägt der Buchelbrunnen die Jahreszahl 1927. Aus einer Felsenquelle fließt das Wasser in eine künstlich angelegte Mulde. Beim Bau der Autobahn am Schorlenberg lieferte diese Quelle Wasser für die Baustelle. Unweit davon, im Hundsbrunnertal nordwestlich von Hochspeyer, liegt der Hundsbrunnen. Hier ist der Stein in ein festes Bauwerk eingebunden: Eine mehrlagige Wand aus behauenen roten Sandsteinen leitet das Wasser über ein Rohr in eine Rinne, der Boden ist mit Sandsteinplatten belegt, und die Inschrift „Hundsbrunnen“ steht auf einer Sandsteintafel über dem Wasserauslass.
Wo vereinigen sich die Quellen im Edenkobener Tal?
Im Edenkobener Tal an der Schänzelstraße, nahe der Edenkobener Hütte des Pfälzerwald-Vereins, liegt der Hüttenbrunnen. Hier treffen Wasser aus dem Sauermilchtälchen, dem Hasselbächlein, der Morchenbergquelle, dem Meerlinsenbrunnen und dem Hüttenbrunnen selbst zusammen und bilden den Triefenbach. Wie am Hundsbrunnen ist der Ritterstein Teil einer gemauerten Anlage: Zwei kleine Treppen führen von Norden und Süden heran, eine mehrlagige Sandsteinwand schließt mit Platten ab, auf denen der Findling sitzt, und das Wasser fließt über ein gebogenes Rohr in einen kleinen Sandsteintrog.
Dieselbe Straße führt hinauf zum Steigerkopf, dessen Schlachtfeld die Seite Steigerkopf und Schänzel beschreibt. Wer von Edenkoben aus dem Tal folgt, kann den Hüttenbrunnen mit dem Besuch der Gedenkstätten und des Aussichtsturms verbinden, weitere Türme der Region stellt die Seite Aussichtstürme vor.

Welche Brunnen liegen über Maikammer und Sankt Martin?
Zwischen Maikammer und Sankt Martin liegen Brunnen, die Stifter und Vereine anlegten. Der Johannes-Brunnen am Weg vom Totenkopf zum Forsthaus Heldenstein wurde 1911 von Johann Stachel II errichtet, einem Küfer und Gutsbesitzer aus Maikammer, nach dem er benannt ist. Im Volksmund heißt er Stachelsbrunnen. Auf dem Brunnen steht die Inschrift „Johannes=Brunnen / Errichtet 1911 von / Johann Stachel II / Maikammer“, daneben ein Palmzweig als Zeichen des ewigen Lebens. Der Brunnen sollte Menschen und Vieh im Wald mit Wasser versorgen, vor allem Holzfuhrwerke und Waldarbeiter. Mehr über die Weinorte am Haardtrand steht auf den Seiten Maikammer und Sankt Martin.
Im Sankt Martiner Wald, auf etwa 397 Metern Höhe nördlich des Kleyenkopfes, liegt das Kathrinebrünnel, auch Katharinenbrunnen genannt. Seine Quelle speist einen kleinen Zulauf des Argenbachs. Anfang 1990 legte eine ehrenamtliche Gruppe um den damaligen Ortsbeigeordneten den Quellenwanderweg an, zu Ostern 1993 wurde der Quellstein gesetzt; vorher flossen nur einige Rinnsale ins Tal. In der Umgebung stehen Grenzsteine zwischen Maikammer und Sankt Martin mit der Jahreszahl 1822, dem Jahr der bayerischen Erstvermessung. Nordwestlich von Sankt Martin an der L 514 steht der Wetzbrunnen; auf seinem Brunnentrog sind Rillen erhalten, und der Name erinnert an das Wetzen von Äxten, Sicheln und Sensen.
Welche Brunnen gibt es bei Altdorf, Esthal und Lemberg?
Auch im Süden und Südosten des Waldes rahmen Brunnen die Wanderwege. Der Kohlbrunnen südöstlich des Helmbachweihers bei Altdorf trägt seinen Namen von der Köhlerei im Pfälzerwald: Eine Quelle entspringt an einem kleinen Waldweiher am Kohlbächlein. Rund einen Kilometer weiter östlich, am Waldpfad zur Hubertushütte südöstlich von Helmbach, weist ein Stein 70 Schritte nach rechts zum Röhringsbrunnen, wo eine kräftige Quelle aus einem Fels entspringt. Wie der Wald im Süden bewirtschaftet wurde, zeigt die Seite Holztrift im Pfälzerwald.
Im Heidenbrunnen nordwestlich von Esthal, zwischen Erdbeerenkopf und Heidenkopf unterhalb des Waldwegs von Schwarzsohl nach Esthal, wird das Wasser 100 Schritte südlich des Steins gefasst; neben dem Brunnen steht ein alter Steintrog. Westlich von Ruppertsweiler, beim Waldhaus Starkenbrunnen, kennzeichnet eine Metallplatte mit dem Namen die Quelle, die aus einer Buntsandsteinmauer mit Wasserrohr und Metalldeckel gefasst ist; der Stein wurde 1985 in die Reihe der Rittersteine des Pfälzerwald-Vereins aufgenommen.
Bei Lemberg steht südlich des Langenbergs, zwischen Salzwoog und Langmühle, der Klosterbrunnen neben einer Schutzhütte des Pfälzerwald-Vereins, die Mitglieder der Lemberger Ortsgruppe 1950 errichteten. Beim Bau fanden sie Keramikscherben aus dem 8. bis 13. Jahrhundert, und Grabungen oberhalb der Hütte legten Fundamentreste von drei Gebäuden frei, darunter ein romanisches Kapellenfenster. Von verschwundenen Siedlungen wie dieser handelt die Seite Verschwundene Orte im Pfälzerwald.
Wo entspringen Speyerbach, Schwarzbach, Eckbach und Hochspeyerbach?
Steine des Pfälzerwald-Vereins kennzeichnen die Ursprünge der großen Bäche des Waldes. Der Speyerbach entspringt bei Speyerbrunn in der Gemeinde Elmstein hinter dem Forsthaus unter einem großen Felsen. Sein Wasser fließt in eine Anlage aus Sandstein, die früher als Trink-, Tränk- und Waschstelle diente. Wenige Meter weiter bildet der Bach einen Weiher, das Flosswoog, in dem früher das Holz für die Holztrift gesammelt wurde. Der Stein an der Einmündung des Erlenbachtals westlich der K 40 zeigt mit zwei Pfeilen zum Speyerbach-Ursprung und zum Flosswoog mit Schleuse.

Der Schwarzbach, im Quellgebiet auch Burgalb genannt, entspringt südwestlich von Johanniskreuz auf der Gemarkung Trippstadt. Er ist rund 50 Kilometer lang und mündet in die Blies; mehr über den Ort im Herzen des Waldes steht auf der Seite Johanniskreuz. Der Eckbach entspringt westlich von Hertlingshausen im Eckbachtal bei Carlsberg, wo eine in Sandstein gefasste Quelle unter dem Stein liegt. Der Hochspeyerbach hat seinen Ursprung auf dem Gelände eines Schwimmbads an der Weiherstraße in Hochspeyer, in einem früheren Weiher; der Stein steht hinter einem Zaun. Der Saarbach schließlich entspringt nordwestlich von Ludwigswinkel zwischen dem Bach und der Landesstraße L 478 an der Ostseite der großen pfälzischen Wasserscheide.
Auch die Wieslauter hat einen solchen Stein; ihr sandsteingefasster Ursprung ist auf der Seite Grenzsteine im Pfälzerwald beschrieben.
Wie besucht man die Brunnen des Pfälzerwaldes?
Die meisten Brunnen liegen an markierten Wegen des Pfälzerwald-Vereins und lassen sich in Rundwanderungen verbinden. Rund um Waldleiningen und den Roßrück sind es der Balkenbrunnen, der Haidhaldbrunnen, der Erlenbrunnen und der Dammbrunnen, im Edenkobener Tal der Hüttenbrunnen, bei Maikammer der Johannes-Brunnen und das Kathrinebrünnel. Wer lieber an einem Bach beginnt, folgt dem Quellenwanderweg bei Sankt Martin oder dem Speyerbach vom Ursprung bei Speyerbrunn. Anregungen für Touren stehen auf den Seiten Rundwanderungen und Wanderheime. Wegweiser und Gedenksteine am Kalmit-Felsenmeer stellt die Seite Beschriftete Steine im Pfälzerwald vor.
Häufige Fragen zu Brunnen und Quellen im Pfälzerwald
Wofür stand der Balkenbrunnen?
Eine Maikammerer Bürgermeisterrechnung von 1740 verzeichnet den Kauf von 100 beziehungsweise 150 Weinbergsbalken. Die Balken stammten meist aus dem Pfälzerwald und dienten im Kammertbau zum Anbinden der Rebstöcke.
Wie viele Röhren hat der Siebenbrunnen?
Der Siebenbrunnen im Langental bei Fischbach hat sieben gefasste Röhren. Die Quelle wurde 1927 erstmals gefasst, und die Anlage ist ein Naturdenkmal.
Wer errichtete den Johannes-Brunnen bei Maikammer?
Den Brunnen errichtete 1911 der Küfer und Gutsbesitzer Johann Stachel II aus Maikammer. Er lebte von 1840 bis 1915.
Wie lang ist der Schwarzbach?
Der Schwarzbach ist rund 50 Kilometer lang. Er entspringt südwestlich von Johanniskreuz, heißt im Quellgebiet Burgalb und mündet in die Blies.
Wozu dienten die Dämme am Dammbrunnen?
Hirten legten am Dammbrunnen einen ringförmigen Damm an und hoben die Erde im Innern aus. So entstand ein kleiner Weiher, der als Viehtränke und Suhle diente.
Was ist das Flosswoog bei Speyerbrunn?
Das Flosswoog ist ein Weiher, den der Speyerbach wenige Meter unterhalb seiner Quelle bildet. Er diente der Holztrift, mit der Holz aus dem Wald zu Tal gebracht wurde.
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