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Felsen und Höhlen im westlichen Pfälzerwald: Altschlossfelsen, Bärenhöhlen und Galgenfels

Altschlossfelsen, Bärenhöhlen, Galgenfels und Gerstenfelsen: Naturdenkmäler aus mittlerem Buntsandstein im Südwesten der Pfalz

Stand: · 8 Min. LesezeitTermine geprüft am Altschlossfelsen 1,5 km · Bärenhöhle 37 m tief

Rote Sandsteinwand ragt aus einem Buchenwald im Pfälzerwald, Moos und Farne am Fuß
Pfälzerwald Sandsteinwand im Buchenwald. Symbolbild

Kurz gesagt

Im Westen und Süden des Pfälzerwaldes ragen Felsen aus dem mittleren Buntsandstein auf: der 1,5 Kilometer lange Altschlossfelsen bei Eppenbrunn mit bis zu 30 Metern Höhe, die Bärenhöhlen bei Rodalben mit der größten natürlichen Sandsteinhöhle der Pfalz sowie Galgenfels und Gerstenfelsen bei Waldfischbach-Burgalben am Holzlandweg.

Woraus bestehen die Felsen im westlichen Pfälzerwald?

Die Geologie des Pfälzerwaldes wird vor allem vom mittleren Buntsandstein geprägt, dem Hauptbuntsandstein. Er ist rund 245 Millionen Jahre alt und etwa 400 Meter mächtig. Immer wieder tritt er in Form bizarrer Felsformationen zutage. Ob Felsrippen, Türme, Überhänge oder Höhlen: Sie verdanken ihre Form der Verwitterung. Erosion, Frostsprengung und Wind haben das Gestein über Jahrmillionen geformt, und Wasser hat die heutige Gestalt zusätzlich beeinflusst. Der Sandstein stammt überwiegend aus dem Buntsandstein vor etwa 250 bis 245 Millionen Jahren, als das Gebiet noch die „Pfälzer Mulde“ war. Die Hebung zum Mittelgebirge begann vor rund 50 Millionen Jahren im Tertiär; sie hängt mit der alpidischen Gebirgsbildung und der Entstehung des Oberrheingrabens zusammen. Im Norden des Pfälzerwaldes entstehen durch die Verwitterung Blockhalden, das Felsenmeer. Südlich der B 10 liegen die Gipfel meist unter 500 Metern, häufig um 400 Metern, und Verwitterung und Erosion sind dort weiter fortgeschritten; der Teufelstisch bei Hinterweidenthal zeigt das besonders deutlich. Wie das Gebirge insgesamt entstand, erklärt die Seite Geologie der Pfalz, die bekannten Felsen im Dahner Felsenland zeigt Felsen im Pfälzerwald.

Das Gebiet umfasst etwa 1.700 Quadratkilometer und ist im Durchschnitt zu 82 Prozent bewaldet, in höheren Lagen zu 90 Prozent. Der Wasgau im Süden ist durch das Dahner und das Annweiler Felsenland geprägt; die Flüsse Speyerbach, Queich und Lauter entspringen im Gebirge und fließen zum Rhein. Der Naturpark entstand 1958, seit 1998 gehört der Pfälzerwald zum deutsch-französischen UNESCO-Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen.

Diese Seite stellt vier Felsengruppen im Westen und Süden vor, die als Naturdenkmal, Kulturdenkmal oder beides geschützt sind. Sie liegen weit auseinander, von Eppenbrunn an der französischen Grenze im Süden bis zum Holzland um Waldfischbach-Burgalben im Norden, und sie haben dieselbe Grundlage: den Sandstein des mittleren Buntsandsteins.

Was ist der Altschlossfelsen bei Eppenbrunn?

Der Altschlossfelsen, im Volksmund auch „Eppenbrunner Schloss“ genannt, liegt wenige Kilometer südwestlich von Eppenbrunn nahe der französischen Grenze, am nördlichen Ausläufer des 406 Meter hohen Brechenbergs. Die Felsgruppe ist 1,5 Kilometer lang und bis zu 30 Meter hoch. Sie ist nur zu Fuß erreichbar. Ein Wanderpfad am Fuß der Felsen führt zum lothringischen Ort Roppweiler, der 10,7 Kilometer lange Rundwanderweg „Altschlosspfad“ startet in Eppenbrunn und führt an den Felsen vorbei. Seit 1991 ist die Felsgruppe als Naturdenkmal und als Kulturdenkmal ausgewiesen, sie ist ein Wahrzeichen von Eppenbrunn.

Der Sandstein gehört zum mittleren Buntsandstein und ist rund 245 Millionen Jahre alt. Die Felsen widerstanden der Erosion stärker als das weichere Umland; als oberste Schicht liegt ein Härtling, der sich weniger stark verwitterte als seine Umgebung. Es entstanden Felsspalten, Überhänge und Wabenverwitterung, die Wand besteht aus einzelnen Sandsteintürmen und längeren Felsketten. Einige Risse und Fugen sind breit genug, um hindurchzusteigen, an einer Stelle führt ein schmaler Pfad auf die Felsen. Auf dem Plateau stehen lichter Wald und Moos. Besonders sind die schillernden Rottöne des Gesteins, seltene Flechtenarten an den Wänden und ein Schattenspiel, das mit dem Sonnenstand wechselt.

Welche Spuren der Besiedlung gibt es am Altschlossfelsen?

Der Altschlossfelsen war schon Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt, eine intensivere archäologische Beschäftigung begann ab 1954. 1964 entdeckte der Oberstudienrat L. Eckrich bei Grabungen mit einer Schülergruppe schwarze, geglättete Scherben der La-Tène-Zeit, die von 450 bis 50 vor Christus reichte.

Auf den vier Hauptfelsen finden sich außerdem Spuren einer Befestigung: eine Stufenanlage in einem Felsen, Einschnitte für Balkenverbindungen zwischen den Felsen, ein weiterer stufiger Schacht, Mauerreste, Pfostenlöcher, ein Bohrloch und Wandrinnen. Scherben aus dem Hochmittelalter lagen in einer Wandrinne, auf einem Felsen befindet sich eine Vertiefung von etwa vier Metern Durchmesser. Unterhalb der Felsen fanden sich am Nord- und Südhang Buckelquader; ähnliche Steine sitzen an Mauern in Roppweiler. Der Name „Altschlossfelsen“ weist auf eine Befestigung hin, schriftliche Quellen zur Nutzung fehlen. Eine Burganlage ist weder vor 1297 noch in der Grenzbeschreibung von 1605 zwischen Lothringen und Hanau-Lichtenberg erwähnt. Weitere Burgen der Gegend stellt die Seite Burgen im Wasgau vor, die Landschaft die Seite Wasgau.

Große flache Höhle unter einem weiten Sandsteinüberhang mit kleinem Quelltümpel und Farnen
Sandsteinhöhle Felsüberhang mit Quelltümpel. Symbolbild

Wie groß ist die obere Bärenhöhle bei Rodalben?

Die Bärenhöhlen liegen im Wald nordöstlich von Pirmasens nahe der Landesstraße 482 in Richtung Rodalben, im Landkreis Südwestpfalz. Die obere der beiden Höhlen am Bärenfelsen ist die größte natürliche Sandsteinhöhle der Pfalz: Die Anfangsbreite beträgt 27 Meter, die Höhe 9 Meter und die Tiefe 37 Meter. In der Höhle entspringt die Bärenfelsquelle, die über einen tiefer liegenden Felsen in ein Becken fällt. Am Ende der Höhle ragt ein freier Felssporn in den Raum, dessen Profil mit etwas Phantasie einem Adlerkopf ähnelt. Vor den Höhlen gibt es einen Rastplatz mit Tischen und Bänken sowie eine Bärenskulptur aus Sandstein des Rodalber Künstlers Stephan Müller.

Der Bärenfelsen lässt sich wie die bekannten Karlstalschichten dem mittleren Buntsandstein zuordnen; die Karlstalschlucht beschreibt die Seite Karlstalschlucht. Sandstein tritt auch an den Hängen des Tals zutage, etwa am Bruderfelsen, dem Wahrzeichen Rodalbens. Am nordöstlichen Bereich der Höhlen sind übereinanderliegende Schichten erkennbar; aus einem dieser Quellhorizonte tritt die Bärenfelsquelle durch eine nordostgerichtete Kluft aus. Erosion, Frostsprengung und Wind formten die Höhlen über Jahrmillionen.

Die Höhlen sind nur zu Fuß erreichbar, über den Rodalber Felsenwanderweg oder den Langenbachtalweg. Der Felsenwanderweg umrundet Rodalben auf etwa 42 Kilometern, die Höhlen gehören zu seinen Höhepunkten. Der Langenbachtalweg eignet sich auch für Kinder und Rollstuhlfahrer. Die nächste größere Stadt stellt die Seite Pirmasens vor.

Wer nutzte die Bärenhöhlen im Lauf der Zeit?

Franz Weiß beschrieb die obere Höhle bereits 1840 als beträchtlich tief in den Berg reichend, mit einer starken Quelle, die sich über die untere Höhle in ein tiefer liegendes Becken stürzt. Untersuchungen zeigen, dass der Pfälzerwald schon vor 8.000 Jahren besiedelt war; Funde von Felsschabern, Pfeilspitzen und Knochen mit geschärften Widerhaken belegen es. Gesichert ist, dass früher Schweinehirten in der Höhle Unterschlupf fanden.

Vom 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) gab es an den Höhlen eine Waldgaststätte, die Rodalber Bürger gern besuchten. Heute dienen die Höhlen als Wanderziel und Rastplatz; die Bärenhöhlen führt die Literatur als Naturdenkmal in Rheinland-Pfalz. Wandern im Pfälzerwald allgemein beschreibt die Seite Wandern im Pfälzerwald.

Was bietet der Galgenfels bei Waldfischbach-Burgalben?

Der Galgenfels liegt südöstlich von Waldfischbach-Burgalben im Landkreis Südwestpfalz auf einem Ausläufer des gleichnamigen Galgenbergs, auf rund 350 Metern über Normalnull. Die Felsen bestehen aus Buntsandstein. Der Fels ist ein Naturdenkmal und eine natürliche Aussichtsplattform mit Fernblick auf Waldfischbach-Burgalben, den Wallfahrtsort Maria Rosenberg, umliegende Dörfer und den gegenüberliegenden Querberg mit dem Aussichtspunkt „Wetterfähnchen“. Auf der Plattform ist eine Windrose eingehauen, die die Nachbarorte zeigt. An der Auffahrt zum Wanderparkplatz des Galgenbergs ist ein Mann am Galgen in den Sandstein gemeißelt.

Der Galgenfels liegt am Holzlandweg, einem Rundwanderweg von rund 37 Kilometern. Der Weg beginnt am Bahnhof Waldfischbach-Burgalben, führt über den Galgenfelsen durch dichte Mischwälder des Pfälzerwaldes und hinab ins Schwarzbachtal und dann durch kleinere Dörfer des „Holzlandes“. Zur Plattform führen eine Treppe im Nordwesten und ein Wanderweg im Süden; vom Bahnhof Waldfischbach-Burgalben sind es zu Fuß etwa 20 bis 25 Minuten. Östlich der Plattform liegen das Naturfreundehaus „Galgenberg“ und ein etwa drei Kilometer langer Waldlehrpfad. Der Fels ist einer von vier Naturdenkmälern in der Gemarkung Waldfischbach-Burgalben.

Natürliche Felsplattform an einem bewaldeten Hang mit weitem Blick über Waldhügel und ein Dorf im Dunst
Aussicht Felsplattform mit Fernblick. Symbolbild

Wie ragt der Gerstenfelsen aus dem Berghang?

Der Gerstenfelsen liegt etwa anderthalb Kilometer östlich von Waldfischbach-Burgalben auf dem Galgenberg, auf rund 280 Metern über Normalnull. Er ist eine Formation des Hauptbuntsandsteins, entstanden als Sedimentablagerung bei trockenem, wüstenähnlichem Klima. Die mächtige Felsformation ragt aus dem Berghang heraus und bildet so eine natürliche Überdachung. Auch er ist ein Naturdenkmal und einer der vier Naturdenkmäler der Gemarkung.

Der Rundwanderweg Holzlandweg führt am Gerstenfelsen vorbei. Zu den Naturdenkmälern am Weg gehört außerdem der Seelenfelsen. Südwestlich des Gerstenfelsens liegen das Naturfreundehaus „Galgenberg“ und der Waldlehrpfad.

Wie lassen sich die Felsen im westlichen Pfälzerwald verbinden?

Alle vier Felsgruppen liegen im Landkreis Südwestpfalz. Der Altschlossfelsen bei Eppenbrunn liegt im Süden des Gebirges nahe der französischen Grenze, die Bärenhöhlen zum Felsenwanderweg um Rodalben und Galgenfels und Gerstenfelsen zum Holzlandweg. Wer Felsen kennenlernen will, findet zusätzlich im Dahner Felsenland Möglichkeiten; die Seiten Dahner Felsenland, Dahner Felsenpfad und Teufelstisch stellen sie vor, das Klettern beschreibt Klettern im Pfälzerwald.

Häufige Fragen zu den Felsen im westlichen Pfälzerwald

Wie lang ist der Altschlossfelsen?

Die Felsgruppe bei Eppenbrunn ist 1,5 Kilometer lang und bis zu 30 Meter hoch.

Seit wann ist der Altschlossfelsen geschützt?

Seit 1991 ist er als Naturdenkmal und als Kulturdenkmal ausgewiesen.

Wie groß ist die obere Bärenhöhle bei Rodalben?

Anfangsbreite 27 Meter, Höhe 9 Meter, Tiefe 37 Meter. Sie ist die größte natürliche Sandsteinhöhle der Pfalz.

Wie lang ist der Holzlandweg?

Rund 37 Kilometer. Er beginnt am Bahnhof Waldfischbach-Burgalben und führt über den Galgenfelsen.

Wie alt ist der Sandstein der Felsen?

Der mittlere Buntsandstein ist rund 245 Millionen Jahre alt und etwa 400 Meter mächtig.

Was ist Wabenverwitterung?

Ein Muster aus Vertiefungen im Sandstein, das die Verwitterung am Altschlossfelsen hinterlässt, neben Felsspalten und Überhängen.

Quellen: KuLaDig: Altschlossfelsen bei Eppenbrunn; KuLaDig: Bärenhöhlen bei Rodalben; KuLaDig: Galgenfels in Waldfischbach-Burgalben; KuLaDig: Gerstenfelsen bei Waldfischbach-Burgalben. Stand: November 2026.