Land & Leute
Wirtschaft der Pfalz: Chemie, Wein, Tourismus und Mittelstand
Industrie am Rhein, Mittelstand, Weinbau und Tourismus mit Zahlen

Kurz gesagt
Die Wirtschaft der Pfalz ruht auf Industrie, Mittelstand, Weinbau und Tourismus. Prägend ist die chemische Industrie in Ludwigshafen. Die Industrie in Betrieben ab 50 Beschäftigten kam 2025 auf 283 Betriebe, rund 100.700 Beschäftigte und 65,2 Prozent Exportquote. Dazu kommen Gesundheitswesen, Handel und der Fremdenverkehr.
Wovon lebt die Wirtschaft der Pfalz?
Von einer Mischung aus großer Industrie am Rhein, einem breiten Mittelstand, Landwirtschaft mit Weinbau und dem Tourismus. Nach Angaben der IHK Pfalz gehören 99 Prozent der Unternehmen in Industrie, Handel und Dienstleistungen zum Mittelstand; zugleich prägen exportstarke Großbetriebe die Region. Die Unternehmen der Pfalz beschäftigen demnach rund 490.000 Menschen, etwa ein Drittel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Rheinland-Pfalz (Stand Ende 2023).
Flächen und Bevölkerung der Region stehen auf der Seite Die Pfalz in Zahlen. Wirtschaftlich gesehen ist die Pfalz kein einheitlicher Raum: Im Osten bilden Ludwigshafen, Frankenthal und der Rhein-Pfalz-Kreis zusammen mit Mannheim einen Ballungsraum, im Westen prägen Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken die Industrie, in der Mitte der Weinbau, im Südwesten der Wald. Die Zahlen auf dieser Seite beziehen sich auf die Pfalz und nicht auf das ganze Bundesland.
Welche Rolle spielt die chemische Industrie in Ludwigshafen?
Eine zentrale. Das Chemieunternehmen BASF wurde 1865 gegründet und baute sein Werk in Ludwigshafen auf der bayerischen Rheinseite auf. Der Standort ist bis heute der größte Arbeitgeber der Pfalz: Die IHK-Liste der größten Arbeitgeber (Stand 30. Juni 2023) führt BASF mit 34.169 Beschäftigten in der Pfalz; BASF selbst spricht von mehr als 30.000 Mitarbeitenden am Standort, was etwa einem Drittel der Belegschaft weltweit entspricht. Die Angaben schwanken je nach Quelle und Stichtag zwischen etwa 30.000 und 34.000.
Die chemische Industrie insgesamt kam 2025 in den Betrieben ab 50 Beschäftigten auf 21 Betriebe und 36.922 Beschäftigte, 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Strukturwandel ist hier spürbar; Stellenabbau, Kostendruck und Investitionen am Standort bestimmen die Berichte der letzten Jahre. Wer die Entwicklung verfolgen will, nutzt die Geschäftsberichte des Unternehmens und die Veröffentlichungen der Stadt. Die Stadtgeschichte erzählt die Seite zu Ludwigshafen am Rhein.
Wie stark ist die Industrie in der Pfalz insgesamt?
Sie zählte 2025 zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen: Die 283 Industriebetriebe ab 50 Beschäftigten erzielten rund 46,9 Milliarden Euro Umsatz, davon rund 30,6 Milliarden im Ausland, und hatten eine Exportquote von 65,2 Prozent. Die größten Branchen zeigt die Tabelle.
| Branche (Betriebe ab 50 Beschäftigten, 2025) | Betriebe | Beschäftigte |
|---|---|---|
| Chemische Erzeugnisse | 21 | 36.922 |
| Maschinenbau | 38 | 13.039 |
| Metallerzeugnisse | 36 | 4.953 |
| Gummi- und Kunststoffwaren | 29 | 4.157 |
| Reparatur und Instandhaltung von Maschinen | 26 | 4.005 |
| Nahrungs- und Futtermittel | 23 | 3.165 |
| Glas, Keramik, Steine und Erden | 13 | 2.418 |
| Papier und Pappe | 15 | 2.084 |
| Industrie insgesamt | 283 | 100.707 |
Der Maschinenbau erreicht mit 66,3 Prozent eine ähnliche Exportquote wie die Industrie insgesamt. Zu den größten Arbeitgebern außerhalb der Chemie zählen laut IHK-Liste von 2023 das Lkw-Werk in Wörth am Rhein mit rund 10.000 Beschäftigten, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen wie die Diakonissenanstalt Speyer-Mannheim-Bad Dürkheim, ein Handelsunternehmen in Bornheim und ein Logistikzentrum in Germersheim. Bei Kaiserslautern, Zweibrücken und Frankenthal sitzen Hersteller von Land-, Bau- und Pumpentechnik.
Wo sitzt die Industrie der Pfalz?
Konzentriert in wenigen Kreisen am Rhein. Allein auf Ludwigshafen entfielen 2025 mit 37 Betrieben 40.809 Industriebeschäftigte und 24,1 Milliarden Euro Umsatz, bei einer Exportquote von 73,8 Prozent. Der Landkreis Germersheim, zu dem Wörth am Rhein gehört, folgt mit 36 Betrieben, 15.965 Beschäftigten und 9,7 Milliarden Euro Umsatz. Im Westen liegen Kaiserslautern (7.002 Beschäftigte), Speyer (4.415) und Pirmasens (3.465) vorn.
Im Vergleich steht die Pfalz stark da: Sie stellt mit 100.707 von 260.072 Beschäftigten rund 39 Prozent der Industriearbeitsplätze in Rheinland-Pfalz und mit 46,9 von 96,5 Milliarden Euro rund 49 Prozent des Industrieumsatzes. Die Exportquote der Pfalz lag mit 65,2 Prozent über der von Rheinland-Pfalz (55,7 Prozent) und der von Deutschland (52,7 Prozent, vorläufig). Zugleich verlor die Pfalz 2025 Beschäftigte: Der Rückgang betrug 2,9 Prozent, in Pirmasens 7,8 Prozent und in Zweibrücken 9,5 Prozent. Die Industrie in Zweibrücken erzielt mit 78,5 Prozent die höchste Exportquote unter den Städten, für die Werte veröffentlicht sind.

Was ist aus der Schuhindustrie von Pirmasens und Hauenstein geworden?
Sie schrumpfte nach einer Strukturkrise Mitte der 1960er Jahre stark, ist aber nicht verschwunden. In Pirmasens bestätigten die Stadtakten schon 1771 die Gerberzunft; im 19. und 20. Jahrhundert wuchs der Ort zur Schuhstadt. In Hauenstein, rund 25 Kilometer entfernt, begann die Schuhindustrie am 1. April 1886 mit der ersten Fabrik außerhalb von Pirmasens; bis 1914 gab es dort 20 Fabriken mit mehr als 1.000 Beschäftigten. Als die Krise kam, hatte Pirmasens zeitweise die höchste Arbeitslosenquote in Rheinland-Pfalz. Heute produzieren nur wenige Firmen Schuhe, andere vermarkten sie und halten den Ruf als „Schuhstadt“ am Leben. Das Stadtbild beschreibt die Seite Pirmasens.
An die Geschichte erinnert das Deutsche Schuhmuseum in Hauenstein. Es zog in die Fabrik der Gebrüder Schwarzmüller von 1929 ein, die bis 1972 in Betrieb war, und eröffnete 1996 als Antwort auf die Krise der Branche. Auf rund 2.500 Quadratmetern in vier Geschossen zeigt es die Lebenswelten von Arbeitern und Fabrikanten; die Ernst-Tillmann-Sammlung umfasst nach Museumsangaben 3.300 Paar Schuhe aus 2.000 Jahren. Für das Haus gibt es ein Projekt zur Sanierung und Erweiterung, unter anderem mit barrierefreiem Zugang. Öffnungszeiten und Eintritt prüfen Sie auf den Seiten der Gemeinde Hauenstein; mehr zu den Museen der Region steht auf der Seite Museen in der Pfalz.
Welche Bedeutung haben Wein und Tourismus?
Beide prägen vor allem die Dörfer und kleineren Städte. Die Rebfläche der Pfalz betrug 2025 genau 23.640 Hektar; die Struktur des Anbaugebiets beschreibt die Seite Weinregion Pfalz in Zahlen. Der Tourismus zählte 2025 in Betrieben ab zehn Betten 1.897.668 Gästeankünfte und 4.429.320 Übernachtungen, 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr; die Auslastung der 40.820 Betten betrug 29,7 Prozent. Die meisten Übernachtungen entfielen auf den Landkreis Bad Dürkheim (926.301) und die Südliche Weinstraße (833.754).
Die IHK Pfalz bezeichnet den Fremdenverkehr als wichtige wirtschaftliche Grundlage vor allem der kleineren Dörfer und Gemeinden. Beschäftigtenzahlen für das Gastgewerbe liegen hier nicht vor; sie veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit. Weitere Zahlen zur Region stehen im Tourismusbereich des Statistischen Landesamts.
Welche Rolle spielt das US-Militär in der Westpfalz?
Eine große, aber schwer exakt zu fassende. Rund um Kaiserslautern und Ramstein liegt die Kaiserslautern Military Community, nach Presseangaben die größte US-Militärgemeinde außerhalb der USA mit rund 50.000 Angehörigen. Die Angaben zur Personenzahl liegen je nach Quelle zwischen etwa 50.000 und 54.000. Der Bundestag verwies 2017 auf Angaben von Verdi, wonach 2016 rund 7.200 Zivilbeschäftigte in Rheinland-Pfalz bei den US-Streitkräften arbeiteten, überwiegend in der Westpfalz. Der Beitrag zur regionalen Wirtschaft wird für das Fiskaljahr 2013 mit 2,26 Milliarden US-Dollar angegeben.
Zur Zukunft der Standorte gibt es derzeit politische Debatten. Aktuelle Zahlen und Entscheidungen dazu veröffentlichen die US-Streitkräfte und die Stadt Kaiserslautern. Auf dieser Seite wird nur die wirtschaftliche Bedeutung genannt, die in öffentlichen Quellen belegt ist.
Häufige Fragen zur Wirtschaft der Pfalz
Wie viele Menschen arbeiten in der Pfalz?
Nach Angaben der IHK Pfalz beschäftigen die Unternehmen der Pfalz rund 490.000 Menschen, etwa ein Drittel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Rheinland-Pfalz. Die Zahl stammt vom Jahresende 2023.
Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit?
Aktuelle Quoten veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit monatlich für jeden Agenturbezirk. Auf dieser Seite werden sie nicht genannt, weil sie sich ständig ändern und von Stadt zu Stadt stark abweichen.
Ist die BASF das größte Unternehmen?
Ja, gemessen an der Zahl der Beschäftigten in der Pfalz. Die Liste der größten Arbeitgeber von 2023 führt BASF mit 34.169 Beschäftigten vor allen anderen Unternehmen der Region.
Gibt es noch Schuhproduktion in der Pfalz?
Ja, in kleinem Umfang. Firmen in Pirmasens stellen weiter Schuhe her und vermarkten sie; die frühere Dominanz der Branche besteht nicht mehr.
Welche Rolle spielt die Landwirtschaft?
Der Weinbau ist die bekannteste Sparte, daneben prägen Gemüsefelder die Rheinebene. Einzelne Flächen- oder Beschäftigtenzahlen für die Landwirtschaft insgesamt wurden hier nicht erhoben.
Quellen: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Industrie- und Tourismusstatistik, Auswertung IHK Pfalz); Stadt Pirmasens; Hauenstein; Stadt Kaiserslautern; IHK Pfalz: Die größten Arbeitgeber in der Pfalz 2023; Wikipedia: Pfalz (Region); Rheinpfalz: Pirmasens und US-Militär. Stand: Oktober 2026.