Reiseplanung
Mit Bus und Bahn durch die Pfalz: Rheinland-Pfalz-Takt, Kuckucksbähnel und Co.
Bahnstrecken, Busse, Tickets und Ausflugszüge für Ausflüge ohne Auto

Kurz gesagt
Ohne Auto kommen Sie in der Pfalz gut zurecht: Die meisten Weinorte an der Haardt und viele Wanderziele im Pfälzerwald liegen an Bahnstrecken des Rheinland-Pfalz-Takts, in die Täler fahren Regionalbusse. Fast die ganze Pfalz gehört zum Verkehrsverbund Rhein-Neckar mit einem Tarif für Bus und Bahn. Das Deutschlandticket gilt im Nahverkehr, nicht aber im Kuckucksbähnel.
Wie ist der Nahverkehr in der Pfalz organisiert?
Der Nahverkehr in der Pfalz folgt einem landesweiten Taktfahrplan, dem Rheinland-Pfalz-Takt, und einem gemeinsamen Tarif. Den Takt führte das Land Rheinland-Pfalz ab Mai 1994 stufenweise ein, zuerst im Süden des Landes; Züge und wichtige Buslinien fahren seither in festen, aufeinander abgestimmten Abständen und treffen sich an Knotenbahnhöfen. Geplant, bestellt und bezahlt werden die Nahverkehrszüge und die regionalen Buslinien im Süden des Landes vom Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd mit Sitz in Kaiserslautern. Seit November 2025 bündelt die Landesmarke moveRLP Fahrplanauskunft, Tickets und Informationen für ganz Rheinland-Pfalz.
Für Fahrgäste wichtiger ist der Tarif. Fast die ganze Pfalz gehört zum Verkehrsverbund Rhein-Neckar, der am 1. Dezember 1989 gegründet wurde und heute Gebiete in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen umfasst. Das Tarifgebiet reicht nach Angaben des VRN von Kusel und Zweibrücken im Westen bis Wertheim und Bad Mergentheim im Osten. Innerhalb des Verbunds gilt ein Fahrschein für alle Busse, Straßenbahnen und Nahverkehrszüge, egal welches Unternehmen fährt. Angrenzende Gebiete gehören zu anderen Verbünden: Rheinhessen und die Nahe zum Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund, der Raum Karlsruhe zum Karlsruher Verkehrsverbund; an den Grenzen gelten Übergangsregeln.
Die Strukturen sind Sache des Bundeslands, nicht der Region: Rheinland-Pfalz-Takt und moveRLP gelten im ganzen Land, also auch in Mainz, Koblenz oder Trier. Die Pfalz ist darin der Süden mit dem dichtesten Netz, weil die Bahnstrecken aus dem 19. Jahrhundert, gebaut von den pfälzischen Eisenbahngesellschaften der bayerischen Zeit, bis heute das Gerüst bilden.
Welche Bahnstrecken erschließen die Pfalz?
Rückgrat ist die S-Bahn Rhein-Neckar, die von Mannheim und Ludwigshafen über Neustadt durch das Tal des Speyerbachs nach Kaiserslautern fährt; nach Angaben von moveRLP fahren S-Bahnen mindestens im 30- oder 60-Minuten-Takt. Von Neustadt aus erschließen weitere Strecken den Haardtrand nach Norden und Süden, von Landau und Kaiserslautern aus führen Nebenstrecken in den Pfälzerwald und ins Bergland. Die Liniennummern in der Tabelle stammen aus der Liniennetzübersicht des Landes und können sich mit jedem Fahrplanwechsel ändern.
| Strecke | Verlauf | Linien | Für wen |
|---|---|---|---|
| Pfälzische Ludwigsbahn | Ludwigshafen – Neustadt – Lambrecht – Kaiserslautern – Homburg | S1, S2, RE 1 | Neustadt, Wanderstarts im Speyerbachtal und Elmsteiner Tal |
| Pfälzische Nordbahn | Neustadt – Deidesheim – Bad Dürkheim – Freinsheim – Grünstadt – Monsheim | RB 45 | Mittelhaardt und Norden der Weinstraße bis Bockenheim |
| Maximiliansbahn | Neustadt – Edenkoben – Landau – Winden – Wissembourg bzw. Wörth – Karlsruhe | RB 51, RB 53, RE 6 | Südliche Weinstraße, Ausflug ins Elsass |
| Rhein-Haardtbahn | Bad Dürkheim – Ludwigshafen – Mannheim (Straßenbahn) | 4, 4A | Bad Dürkheim aus der Rhein-Neckar-Region |
| Kurbadlinie | Winden – Bad Bergzabern | RB 54 | Bad Bergzabern, Süden des Weinsteigs |
| Queichtalbahn | Landau – Annweiler am Trifels – Hauenstein – Hinterweidenthal – Pirmasens | RB 55 | Trifelsland, Wasgau, Keschdeweg |
| Biebermühlbahn | Kaiserslautern – Schopp – Waldfischbach – Pirmasens | RB 64 | Start des Pfälzer Waldpfads |
| Alsenztalbahn | Kaiserslautern – Winnweiler – Rockenhausen – Bad Kreuznach | RB 65 | Donnersberg, Pfälzer Höhenweg |
| Lautertalbahn | Kaiserslautern – Wolfstein – Lauterecken-Grumbach | RB 66 | Ende des Höhenwegs, Pfälzer Bergland |
| Eistalbahn | Frankenthal – Grünstadt – Ramsen | RB 46 | Leiningerland, Eiswoog |
| Donnersbergbahn | Mainz – Alzey – Kirchheimbolanden | RE 13, RB 31 | Donnersberg von Norden |
Für Weinwanderer ist die Strecke Neustadt – Bad Dürkheim – Grünstadt besonders praktisch, weil fast jedes Weindorf der Mittelhaardt einen Haltepunkt hat; die Straßenbahn von Ludwigshafen nach Bad Dürkheim ergänzt sie. Im Süden erreichen Sie über Landau und Winden die Weinorte der Südlichen Weinstraße und mit der Regionalbahn nach Wissembourg die französische Grenzstadt. Ins Innere des Pfälzerwalds kommen Sie über die Ludwigsbahn bis Lambrecht, Frankenstein und Hochspeyer, über die Queichtalbahn bis Hinterweidenthal und über die Strecke nach Pirmasens bis Schopp und Waldfischbach.

Welche Ausflugs- und Museumsbahnen fahren in der Pfalz?
Die bekannteste ist das Kuckucksbähnel, ein Museumszug der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte. Er fährt vom Hauptbahnhof Neustadt, Gleis 5, über Lambrecht ins Elmsteiner Tal; die eigentliche Museumsstrecke von Lambrecht nach Elmstein ist 12,9 Kilometer lang und folgt dem Speyerbach mit Halten in Erfenstein, Breitenstein und Helmbach. Nach Angaben des Eisenbahnmuseums (Stand Oktober 2026) dauert die Saison der Regelfahrten von Mai bis Oktober, dazu kommen Sonderfahrten wie Weinprobe- und Nikolausfahrten; die Karten für die Nikolausfahrten werden wegen der hohen Nachfrage verlost. Es gelten nur die eigenen Fahrkarten des Zuges, das Deutschlandticket gilt nicht. Fahrräder werden im Güterwagen mitgenommen, Hunde fahren kostenlos. Bei höchster Waldbrandstufe zieht eine Diesellok statt der Dampflok. Fahrtage und Uhrzeiten bitte vor dem Besuch im Fahrplan des Museums prüfen.
Die Wieslauterbahn führt von Hinterweidenthal an der Queichtalbahn durch das Dahner Felsenland nach Bundenthal-Rumbach und wird nur saisonal als Ausflugsstrecke befahren. 2026 fuhren nach langer Sperrung ab dem 27. Juni wieder Züge, wegen Brückenarbeiten aber nur bis Dahn Süd; vom 17. August bis 25. September ruhte der Betrieb erneut. Auf der Strecke gelten die normalen Fahrscheine einschließlich Deutschlandticket. Den aktuellen Stand finden Sie in der Fahrplanauskunft.
Andere Ausflugsverkehre sind unregelmäßig. Auf der Zellertalbahn zwischen Langmeil und Monsheim ruht der Ausflugsverkehr seit 2017; eine Wiederaufnahme war für 2026 geplant, galt im Frühjahr 2026 aber wegen ausstehender Bauarbeiten als unsicher. Prüfen Sie den aktuellen Stand in der Fahrplanauskunft. An ausgewählten Sonn- und Feiertagen der Saison verkehren außerdem direkte Ausflugszüge an die Weinstraße und nach Wissembourg, etwa aus Mainz oder Koblenz. Im Glantal, an der Grenze der Pfalz, lässt sich die stillgelegte Strecke zwischen Altenglan und Staudernheim mit Draisinen befahren.
Welche Tickets lohnen sich für Ausflüge?
Für die meisten Besucher lohnt sich entweder das Deutschlandticket oder ein Tagesticket. Preise nennen wir hier nicht, weil sie sich mehrmals im Jahr ändern; die aktuellen Fahrpreise stehen beim VRN und bei moveRLP.
| Ticket | Gilt wo | Für wen | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Deutschlandticket | Nahverkehr in ganz Deutschland | eine Person, Monatsabo | nicht im Kuckucksbähnel; Fahrrad und weitere Personen brauchen eigene Tickets |
| Rheinland-Pfalz-Ticket | Nahverkehr in Rheinland-Pfalz, im Saarland und bis Luxemburg | bis zu fünf Personen, ein Tag | für Familien und Gruppen |
| VRN-Tages-Ticket | gewählter Bereich im VRN | allein, zu zweit oder als Gruppe | für Rundtouren an einem Tag |
| VRN-Einzel-Ticket | eine Fahrt nach Wabentarif | Erwachsene ab 15, Kinder 6 bis 14 | beliebig viele Umstiege |
| Luftlinientarif | VRN | gelegentliche Fahrten | Abrechnung nach dem günstigeren von Luftlinie und Wabentarif |
| Einzel-Ticket Fahrrad | VRN | Radfahrer werktags 6 bis 9 Uhr | sonst ist die Mitnahme frei |
Die Fahrradmitnahme regelt im VRN eine einfache Regel (Stand Oktober 2026): Werktags vor 6 Uhr und ab 9 Uhr sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ganztägig fährt das Fahrrad kostenlos mit, werktags zwischen 6 und 9 Uhr brauchen Sie ein Fahrradticket. Jeder Fahrgast darf ein Fahrrad mitnehmen, Kinder unter 12 Jahren nur in Begleitung eines Erwachsenen. Pedelecs und Tandems bis 40 Kilogramm sind erlaubt, zusammengeklappte Falträder gelten als Gepäck. Mitgenommen wird nur, wenn Platz ist; Kinderwagen und Rollstühle haben Vorrang. In Bussen regeln die Unternehmen die Mitnahme einzeln.
Wie kommen Sie mit dem Bus in die Täler und Weindörfer?
Wo keine Bahn fährt, übernehmen Busse. Die regionalen Buslinien des Landes verbinden nach Angaben von moveRLP wichtige Orte in der Regel täglich im Stunden- oder Zweistundentakt und sind an die Züge angeschlossen. Daneben gibt es örtliche Linien in die Täler des Pfälzerwalds und zwischen den Weindörfern, die nicht direkt an der Bahn liegen, etwa St. Martin, Rhodt oder Weyher an der Südlichen Weinstraße. In die Karlstalschlucht bei Trippstadt etwa fährt eine Buslinie aus Kaiserslautern. Wie die Weindörfer an der Straße aufgereiht sind, zeigt die Seite zur Deutschen Weinstraße.
In einigen Gegenden ergänzt ein Rufbus den Linienverkehr. Der VRNflexline fährt nach Angaben des VRN in Landau rund um die Uhr und in vielen Gemeinden im Kreis Südliche Weinstraße, darunter Edenkoben, Edesheim, Rhodt, Weyher, Burrweiler, Gleisweiler und Hainfeld, täglich zwischen 8:30 und 24 Uhr (Stand Oktober 2026). Sie bestellen ihn über die App des VRN oder per Telefon; es gilt der VRN-Tarif, auch das Deutschlandticket. Das ist vor allem abends nützlich, wenn die letzte Linienfahrt schon vorbei ist.

Wie planen Sie Wanderungen mit Bus und Bahn?
Bus und Bahn machen Streckenwanderungen möglich, bei denen Sie nicht zum Auto zurückmüssen. Der Pfälzer Weinsteig etwa läuft parallel zu den Bahnstrecken am Haardtrand, sodass fast jede Etappe an einem Bahnhof beginnt und endet; ähnlich lassen sich Pfälzer Waldpfad, Pfälzer Höhenweg und Keschdeweg in Tagesetappen gehen. Für Runden ohne Rückfahrtsorgen eignen sich Touren, die direkt am Bahnhof starten; Vorschläge dafür sammelt die Seite zu den Rundwanderungen in der Pfalz.
Viele Hütten im Wald liegen weit von Haltestellen entfernt. Rechnen Sie den Weg von und zur Haltestelle in die Tour ein und prüfen Sie die Öffnungstage, bevor Sie eine Hütte als Ziel einplanen; das Verzeichnis der Pfälzerwald-Hütten erklärt, wie das geht. Für die Fahrplanauskunft eignen sich die Auskunft des VRN, die Seiten von moveRLP und der DB Navigator, die auch Busse und Straßenbahnen zeigen. Baustellen sind auf den Nebenstrecken häufig; 2026 waren etwa die Queichtalbahn und der Abschnitt Neustadt – Lambrecht zeitweise gesperrt. Planen Sie bei Ersatzverkehr mit Bussen mehr Zeit ein.
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Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.
Weingut & Gästezimmer
Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.
Übernachten beim WinzerHotel & Ferienwohnung
Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.
Hotels in der PfalzCamping & Wohnmobil
Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.
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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.
Häufige Fragen zu Bus und Bahn in der Pfalz
Gilt das Deutschlandticket im Kuckucksbähnel?
Nein. Das Kuckucksbähnel ist ein Museumszug mit eigenen Fahrkarten, die Sie am Kiosk in Neustadt, an den Bahnhöfen Lambrecht und Elmstein oder beim Schaffner kaufen. Für die Anfahrt mit der S-Bahn nach Neustadt oder Lambrecht gilt das Deutschlandticket dagegen.
Kann man mit dem Zug von der Weinstraße ins Elsass fahren?
Ja. Regionalbahnen fahren von Neustadt über Landau und Winden nach Wissembourg, eine weitere Linie von Wörth nach Lauterbourg. Vom Deutschen Weintor in Schweigen sind es rund drei Kilometer bis zum Bahnhof Wissembourg.
Fährt wirklich eine Straßenbahn bis Bad Dürkheim?
Ja, die Rhein-Haardtbahn verbindet Mannheim und Ludwigshafen über Maxdorf mit Bad Dürkheim. Sie ist Teil des Straßenbahnnetzes der Rhein-Neckar-Region und fährt im VRN-Tarif.
Welches Ticket passt für eine Familie an einem Ausflugstag?
Für Fahrten über weitere Strecken ist das Rheinland-Pfalz-Ticket für bis zu fünf Personen gedacht. Bleiben Sie in einem kleineren Gebiet, kann ein VRN-Tages-Ticket für Gruppen günstiger sein; vergleichen Sie vor der Fahrt in der Auskunft.
Muss man Fahrräder anmelden?
In Nahverkehrszügen nicht, solange Platz ist. Im VRN ist die Mitnahme außer werktags zwischen 6 und 9 Uhr kostenlos. Für Gruppen mit mehreren Rädern ist es sinnvoll, Fahrten außerhalb der Spitzenzeiten zu wählen.
Quellen: VRN: Wabensystem und Tarifgebiet; VRN: Fahrradmitnahme; VRN: VRNflexline; moveRLP: Rheinland-Pfalz-Ticket; Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd; Eisenbahnmuseum Neustadt: Kuckucksbähnel; Wochenblatt: Wieslauterbahn 2026; Wikipedia: SPNV-Linien in Rheinland-Pfalz. Stand: 26.10.2026.