Reiseplanung
Radfahren in der Pfalz: Radwege, E-Bike und Touren
Radwege, E-Bike und Zugmitnahme zwischen Rhein und Pfälzerwald

Kurz gesagt
Radfahren in der Pfalz heißt: flach am Rhein und im Vorland, hügelig am Haardtrand und im Wald. Die bekanntesten Routen sind der Radweg Deutsche Weinstraße und der Kraut-und-Rüben-Radweg. E-Bikes sind verbreitet, Räder dürfen im Regionalzug meist kostenlos mit, nur werktags von 6 bis 9 Uhr fällt eine Gebühr an.
Welche Radwege gibt es in der Pfalz?
Das Netz besteht aus Themenrouten, Flusstälern und Verbindungswegen, die meist beschildert sind. Die Pfalz.Touristik beschreibt die Pfalz als gut ausgebautes Radgebiet mit Rundtouren und Streckentouren und unterteilt die Tourenvorschläge in Touren am Wasser, genussvolle Touren, Natur- und Erlebnistouren sowie Familientouren. Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Wege ein; Längen sind, wo die Quellen streuen, gerundet.
| Route | Verlauf und Länge | Charakter |
|---|---|---|
| Radweg Deutsche Weinstraße | Bockenheim bis Schweigen, rund 95 km Hauptroute | Wirtschaftswege durch die Weinberge, viele kurze Anstiege |
| Kraut-und-Rüben-Radweg | Bockenheim bis Schweigen-Rechtenbach, 138 km | Landwirtschaftlicher Themenradweg durch die Rheinebene, meist eben |
| Rheinradweg | am Rhein entlang, auf der pfälzischen Seite zwischen Ludwigshafen und der Grenze | flach, Teil der europäischen Radroute EuroVelo 15 |
| Queichtalradweg | von Hauenstein durch das Queichtal über Annweiler und Landau Richtung Rhein | folgt dem Fluss, vom Wald in die Ebene |
| Lautertalradweg | Kaiserslautern bis Lauterecken, rund 34 km | Flusstal, Bahnstrecke in der Nähe |
Der Radweg Deutsche Weinstraße ist der klassische Weg für Weinfreunde und führt in Etappen von Dorf zu Dorf. Wer lieber ohne große Steigungen unterwegs ist, wählt den Kraut-und-Rüben-Radweg, der parallel dazu durch die Ebene verläuft. Beide Strecken starten in Bockenheim und enden am Deutschen Weintor, sind aber ganz verschiedene Erlebnisse: oben Reben und Aussicht, unten Felder, Dörfer und Bauernhöfe.
Wie anspruchsvoll ist das Radfahren in der Pfalz?
Das hängt von der Lage ab: In der Rheinebene und im Vorland fahren auch ungeübte Radler ohne Mühe, am Haardtrand und im Pfälzerwald warten Anstiege. Die Pfalz.Touristik stuft den Radweg Deutsche Weinstraße wegen der vielen Kuppen als schwer ein, obwohl er nur zwischen 110 und rund 270 Metern über dem Meer liegt; je nach Quelle ergeben sich rund 830 bis über 1.000 Höhenmeter Anstieg. Der Kraut-und-Rüben-Radweg dagegen kommt auf nur 340 Höhenmeter von Nord nach Süd und 280 in Gegenrichtung, mit zwei deutlichen Steigungen nördlich von Erpolzheim und westlich von Schweighofen.
Auf den Wegen zwischen den Weinbergen wechseln Asphalt, Betonplatten und Schotter. Viele Verbindungen laufen über Wirtschaftswege, die zur Erntezeit von Traktoren genutzt werden; im Herbst und im Frühsommer kann es dort voller sein und es liegt Erde auf dem Weg. In der offenen Rheinebene kann Gegenwind die Fahrt deutlich anstrengender machen. Wer plant, einen ganzen Tag unterwegs zu sein, sollte Wasser und Verpflegung mitnehmen, denn zwischen den Orten gibt es nicht überall Einkehr.

Lohnt sich ein E-Bike?
Für Weinstraße und Bergregionen lohnt es sich fast immer, vor allem für Gäste ohne eigenes Rad. Die Pfalz.Touristik führt auf einer Seite Anbieter auf, die Tourenräder, Gravelbikes, E-Bikes und Mountainbikes vermieten, und verweist auf ein Netz von Ladestationen sowie auf viele Einkehrmöglichkeiten, in denen Sie den Akku laden können. In Neustadt an der Weinstraße, Landau und Speyer gibt es außerdem das Leihrad des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRNnextbike) für kurze Wege in der Stadt.
Ein Pedelec nimmt den Anstiegen die Schärfe, ändert aber nichts an Wetter und Entfernung; es unterstützt nur, solange Sie selbst treten, und wiegt deutlich mehr als ein normales Rad, was beim Verladen in den Zug zählt. Rechnen Sie mit einem Akku, der bei Gegenwind und hügeligem Gelände deutlich schneller leer ist als bei Rückenwind in der Ebene, und planen Sie die Ladung in die Mittagspause ein. Gastgeber mit dem Zeichen Bett+Bike sind auf Radreisende eingerichtet; die Pfalz.Touristik pflegt dafür eine eigene Liste.
Wie funktioniert die Fahrradmitnahme im Zug?
In den Regionalzügen der Pfalz ist die Mitnahme grundsätzlich erlaubt, werktags zwischen 6 und 9 Uhr fällt eine Gebühr an, sonst ist sie kostenlos. Rollstühle, Kinderwagen und andere Fahrgäste haben bei Platzmangel Vorrang, einen Platz für das Rad können Sie im Nahverkehr nicht reservieren. Das Prinzip „mit dem Rad hin, mit dem Zug zurück“ funktioniert deshalb am besten außerhalb der Stoßzeiten und mit Reserve für den Fall, dass ein Zug voll ist. Am Wochenende im Sommer sind die Fahrradabteile schnell belegt, deshalb sollten Sie Gruppen früh einplanen.
Eine ganze Reihe von Strecken verläuft neben Bahnlinien: der Radweg Deutsche Weinstraße an der Strecke Neustadt–Bad Dürkheim–Grünstadt und Neustadt–Landau–Winden, der Lautertalradweg an der Lautertalbahn, der Queichtalradweg an der Queichtalbahn. Wie Linien und Takt aufgebaut sind, erklärt Mit Bus und Bahn durch die Pfalz. Für Radreisende mit viel Gepäck bietet die Bahn gemeinsam mit einem Paketdienst einen Haus-zu-Haus-Transport für Gepäck und Rad an.
Welche Tagestouren eignen sich für den Einstieg?
Für einen ersten Tag bieten sich Strecken an, die an beiden Enden einen Bahnhof haben. Zwischen Bad Dürkheim, Deidesheim und Neustadt verläuft die barrierefrei beschriebene Reben- und Rüben-Runde; der Weg ist wenige Kilometer lang, kommt mit geringen Steigungen aus und erlaubt Weinproben ohne Parkplatzsuche, weil die Bahn die Orte verbindet. Wer die Rheinebene mag, startet in Speyer und fährt am Rhein entlang; das Gelände ist dort flach, die Auwälder bringen Schatten, und die Stadt hat mit Dom und Altstadt ein Ziel, bei dem sich eine lange Pause lohnt.
Im Süden folgt der Queichtalradweg dem Fluss von Annweiler nach Landau, im Westen führt der Pirminius-Radweg von Hornbach nach Zweibrücken; eine Broschüre von Pfälzerwald Tourismus nennt ihn mit elf Kilometern Länge und bis auf drei kurze Abschnitte ebenerdig. Auf der Lauter zwischen Kaiserslautern und dem Pfälzer Bergland begleitet die Bahn das Tal, sodass Sie an jedem Haltepunkt aussteigen können, wenn die Kräfte nachlassen. Längere Touren lassen sich aus diesen Abschnitten zusammenstecken, indem Sie den Zug als Rückfahrt nutzen.
Unterwegs gelten die üblichen Regeln: Auf Wirtschaftswegen haben landwirtschaftliche Fahrzeuge Vorrang vor dem Freizeitverkehr, in Weinbergen sollten Sie die Wege nicht verlassen und Pflanzen nicht berühren, und an Spielplätzen und in Ortsdurchfahrten geht es im Schritttempo weiter. Ein Helm ist keine Pflicht, wird aber auf Abfahrten und bei Kindern dringend empfohlen. Wegen der Hitze im Sommer lohnt es sich, früh zu starten und Wasser für mindestens zwei Stunden mitzunehmen.
Wo finden Sie Karten, Routen und Beschilderung?
Die Pfalz.Touristik bietet die Radkarte der Pfalz zum Herunterladen an, die Ausgabe 2025 ist als PDF rund 26 Megabyte groß. Zur digitalen Planung eignet sich der Tourenplaner Rheinland-Pfalz, der Radrouten des Landes zeigt und die Planung eigener Touren erlaubt. Der frühere Radroutenplaner Radwanderland ist laut der Seite des Betreibers wegen einer Neustrukturierung abgeschaltet worden, stattdessen verweist sie auf andere Angebote; Informationen zu Infrastruktur und Planung des Radverkehrs im Land stellt die Landesseite radfahren.rlp.de bereit. Wenn Sie auf Haltestellen, Bahnhöfe und Mobilität schauen, hilft der Mobilitätsatlas des Landes.
Unterwegs folgen Sie den Wegweisern der jeweiligen Route. Themenrouten haben ein eigenes Routenlogo, an Kreuzungen zeigen Pfeile die Richtung. Auf Abschnitten, die als Teil mehrerer Routen gleichzeitig ausgewiesen sind, kann die Beschilderung dicht stehen und doch Fragen offenlassen. Ein Handy mit heruntergeladener Karte spart hier Zeit. Speziell für Mountainbiker gibt es im Pfälzerwald ein eigenes Streckennetz, dem die Seite Mountainbiken im Pfälzerwald gewidmet ist.
Wann ist die beste Zeit zum Radfahren?
Die Saison reicht von März bis Oktober, mit den angenehmsten Bedingungen im Mai und Juni sowie im September und Oktober. Im Hochsommer wird es in der Rheinebene heiß, Schatten ist auf den Wirtschaftswegen selten, und schon am Vormittag ist es dann sinnvoll, den Hauptteil der Strecke hinter sich zu haben. Im Herbst ist die Weinlese eine besondere Zeit: Die Wege sind dann belebt und die Straußwirtschaften geöffnet, aber Trecker und Lesewagen haben Vorrang. Ausführlicher zu Wetter und Jahreszeiten finden Sie die Seite zur besten Reisezeit.
Für Menschen, die auf ebene Wege angewiesen sind, nennt die Pfalz.Touristik barrierefreie Radwege, darunter eine Route zwischen Bad Dürkheim und Neustadt (die Reben- und Rüben-Runde) und eine Strecke an Glan und Odenbach mit 13,4 Kilometern Länge. Für Rollstuhlfahrende und Handbikerinnen ist die Auswahl aber klein, mehr dazu auf der Seite Barrierefrei reisen in der Pfalz.
Unterkunft & Camping in der Pfalz
Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.
Weingut & Gästezimmer
Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.
Übernachten beim WinzerHotel & Ferienwohnung
Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.
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Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.
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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.
Häufige Fragen zum Radfahren in der Pfalz
Wie viele Tage braucht man für die Weinstraße mit dem Rad?
Mit Pausen rechnet man für die rund 95 Kilometer des Radwegs Deutsche Weinstraße zwei bis drei Tage, die reine Fahrzeit liegt bei etwa sieben Stunden. Es gibt Bahnhöfe unterwegs, sodass Sie die Tour abkürzen oder verteilen können. Wer nur Teilstücke fährt, kommt mit einem Tag aus und nimmt für die Rückfahrt die Bahn.
Ist die Pfalz für Kinder auf dem Rad geeignet?
Ja, auf den ebenen Teilen, etwa im Kraut-und-Rüben-Radweg und in den Flusstälern. Der Kraut-und-Rüben-Radweg ist bis auf zwei Steigungen als familienfreundlich beschrieben. Kürzere Tagesetappen und Pausen an Spielplätzen halten Kinder bei Laune.
Kann ich mir ein Rad in der Pfalz leihen?
Ja. Verleihstationen bieten Tourenräder, E-Bikes, Gravelbikes und Mountainbikes an, in Neustadt, Landau und Speyer gibt es zusätzlich das VRNnextbike. Eine Liste führt die Pfalz.Touristik.
Gibt es geführte Radtouren?
Ja, die Pfalz.Touristik listet geführte Touren in allen vier Regionen, auch mit Mountainbike und Pedelec, und im Mountainbikepark Pfälzerwald Kurse mit Guides. Termine und Preise legen die Anbieter selbst fest.
Wo finde ich fahrradfreundliche Unterkünfte?
Die Pfalz.Touristik führt ein Verzeichnis „Bett+Bike“ mit Gastgebern, die auf Radler eingerichtet sind. Welche Leistungen ein Betrieb für Radfahrende bietet, nennt jeder Gastgeber selbst.
Quellen: Pfalz.Touristik: Radfahren; Pfalz.Touristik: Pfälzer Radwege; Pfalz.Touristik: Radverleih und Ladestationen; Tourenplaner Rheinland-Pfalz; Land Rheinland-Pfalz: Radverkehr; Radwanderland Rheinland-Pfalz: Streckensteckbrief Kraut-und-Rüben-Radweg. Stand: Oktober 2026.