Land & Leute
Geografie der Pfalz: Pfälzerwald, Haardt, Rheinebene und Bergland
Von der Rheinebene über die Haardt bis zum Donnersberg

Kurz gesagt
Die Pfalz liegt im Süden von Rheinland-Pfalz zwischen Rhein, Frankreich und Saarland. Fünf Landschaften prägen sie: von Ost nach West die Rheinebene, der Haardtrand mit der Weinstraße, der Pfälzerwald und das Westpfälzer Hügelland, im Norden das Nordpfälzer Bergland. Der höchste Punkt ist der Donnersberg mit 687 m, der tiefste liegt mit rund 87 m bei Frankenthal am Rhein.
Wo liegt die Pfalz, und wo verlaufen ihre Grenzen?
Die Pfalz bildet den Süden von Rheinland-Pfalz und grenzt an vier Nachbarn: Im Osten bildet der Rhein auf rund 80 km die Grenze zu Baden-Württemberg und Hessen, im Süden liegt Frankreich mit dem Elsass und Lothringen, im Westen das Saarland, im Norden die übrigen Teile von Rheinland-Pfalz, nämlich Rheinhessen um Worms und Alzey sowie das Nahe- und Hunsrückgebiet um Bad Kreuznach und Birkenfeld. Die Fläche beträgt rund 5.450 km², das sind 27,5 Prozent des Landes.
Die Grenzen sind teils natürlich, teils historisch. Der Rhein und auf einem Abschnitt im Süden die Lauter zwischen Wissembourg und Lauterbourg sind Flussgrenzen. Die Nordgrenze dagegen folgt keiner Landschaftslinie, sondern den Kreisgrenzen des früheren bayerischen Regierungsbezirks; deshalb gehören Teile des Nordpfälzer Berglands zur Pfalz, andere zum Kreis Bad Kreuznach. Auch im Westen verläuft die Grenze zum Saarland mitten durch zusammenhängende Landschaften, seit die Saarpfalz um Homburg 1920 abgetrennt wurde. Welche Städte und Kreise heute dazugehören, erklärt die Seite Pfalz oder Rheinland-Pfalz.
Welche Landschaften gibt es in der Pfalz?
Die Pfalz gliedert sich in fünf große Landschaften, die von Osten nach Westen deutlich ansteigen. Die Übergänge sind auf wenigen Kilometern sichtbar: Wer von Speyer nach Westen fährt, durchquert eine flache Ebene, erreicht an der Weinstraße eine Hügelzone mit Reben und steht dann vor dem steilen, bewaldeten Rand des Pfälzerwalds.
| Landschaft | Lage | Höhe | Prägung |
|---|---|---|---|
| Vorderpfälzer Tiefland und Rheinniederung | Osten, zwischen Haardt und Rhein | rund 90–150 m | Ackerbau, Gemüse, Altrheinarme, Auwälder, Städte |
| Haardtrand mit Deutscher Weinstraße | schmaler Streifen am Ostrand des Gebirges | rund 120–250 m | Weinbau, Mandeln, Esskastanien, Weindörfer |
| Pfälzerwald mit Haardt und Wasgau | Mitte und Süden | rund 200–673 m | Buntsandstein, Wald, tiefe Täler, Felsen, Burgen |
| Westrich mit Sickinger Höhe und Westpfälzischer Moorniederung | Westen um Zweibrücken, Pirmasens, Landstuhl | rund 220–450 m | offene Hochflächen, Muschelkalk, Feuchtwiesen |
| Nordpfälzer Bergland mit Donnersberg | Norden um Kusel und Kirchheimbolanden | rund 200–687 m | Kuppen, Täler, Felder, kleine Dörfer |
Die Vorderpfalz ist der pfälzische Anteil am Oberrheinischen Tiefland. Sie ist die am dichtesten besiedelte Landschaft, mit Ludwigshafen, Frankenthal, Speyer und den großen Dörfern dazwischen. Die Pfalz.Touristik nennt die Rheinebene den „Gemüsegarten Deutschlands“; angebaut werden Spargel, Erdbeeren, Frühkartoffeln und Feldgemüse, im Kreis Germersheim seit dem 16. Jahrhundert auch Tabak. Am Rhein selbst prägen Altrheinarme, Baggerseen und Auwälder die Landschaft, etwa in der Hördter Rheinaue. Im Süden schließt der Bienwald an, ein großes, flaches Waldgebiet an der französischen Grenze.
Der Haardtrand ist der Übergang zwischen Ebene und Gebirge. Hier liegt die Deutsche Weinstraße mit dem größten Teil des Weinbaugebiets, das 2025 auf 23.640 ha bestockte Rebfläche kam (Statistisches Landesamt). Der Pfälzerwald schützt den Streifen vor Westwind und Regen, die Hänge sind nach Osten zur Sonne geneigt. Wie sich das auf Temperatur und Niederschlag auswirkt, zeigt die Seite Klima in der Pfalz, die Zahlen zum Weinbau stehen auf der Seite Weinanbaugebiet Pfalz in Zahlen.

Der Pfälzerwald nimmt gut ein Drittel der Pfalz ein. Je nach naturräumlicher Abgrenzung umfasst er 1.589 oder 1.771 km², zu 82 bis 90 Prozent bewaldet, und gilt als größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands. Sein Ostrand heißt Haardt, sein Süden mit den bizarren Felsen um Dahn Wasgau; jenseits der Grenze setzt sich das Gebirge als Nordvogesen fort. Das Schutzgebiet des früheren Naturparks Pfälzerwald ist mit rund 1.780 bis 1.800 km² etwas größer, weil es auch den Haardtrand bis zur Weinstraße einschließt.
Im Westrich öffnet sich die Landschaft. Die Sickinger Höhe und das Zweibrücker Hügelland bilden eine Hochfläche aus Muschelkalk mit Feldern und Wiesen, die an einer markanten Stufe zum Landstuhler Bruch abfällt. Diese rund 20 km lange und bis zu 7 km breite Senke zwischen Hauptstuhl und Kaiserslautern, auch Westpfälzische Moorniederung genannt, war früher ein großes Moor. Nördlich davon beginnt das Nordpfälzer Bergland, ein Land aus Kuppen und Tälern zwischen rund 200 und über 600 m, das überwiegend zur Nahe entwässert. Sein Mittelpunkt ist das Massiv des Donnersbergs.
Wie hoch sind die Berge der Pfalz?
Der höchste Berg der Pfalz ist der Donnersberg mit 687 m im Nordpfälzer Bergland, nicht im Pfälzerwald. Dessen höchster Gipfel ist die Kalmit bei Maikammer mit 673 m. Die Höhenunterschiede sind für ein Mittelgebirge groß: Zwischen dem Rhein bei Frankenthal und den Gipfeln der Haardt liegen fast 600 m, auf einer Luftlinie von nur gut 30 km.
| Berg oder Punkt | Höhe | Landschaft | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Donnersberg (Königsstuhl) | 687 m | Nordpfälzer Bergland | höchster Berg der Pfalz, Rhyolith, keltischer Ringwall |
| Kalmit | 673 m | Haardt, Pfälzerwald | höchster Berg des Pfälzerwalds, Wetterstation |
| Kesselberg | 662 m | Haardt, Pfälzerwald | zweithöchster Gipfel des Pfälzerwalds |
| Eschkopf | 610 m | mittlerer Pfälzerwald | auf der Hochfläche der Frankenweide |
| Rehberg | 577 m | Wasgau | höchster Berg im deutschen Teil des Wasgaus |
| Weinbiet | 553 m | Haardt bei Neustadt | Wetterstation des DWD |
| Rheinniederung bei Frankenthal | rund 87 m | Oberrheinisches Tiefland | tiefster Punkt der Pfalz |
Die Höhenangaben sind gerundet; der Donnersberg wird je nach Messung mit 686,5 oder 687 m angegeben. Für Wanderer zählt vor allem, dass die Haardt sehr steil ist: Von den Weindörfern auf rund 200 m geht es auf wenigen Kilometern um 400 bis 500 Höhenmeter hinauf. Touren, Wege und Hütten in diesen Höhenlagen beschreibt der Bereich Wandern in der Pfalz.
Welche Flüsse und Seen prägen die Pfalz?
Der wichtigste Fluss ist der Rhein, der die Pfalz im Osten auf rund 80 km begrenzt. Fast alle anderen Gewässer entspringen im Pfälzerwald. Mitten durch das Gebirge verläuft von Süd-Südwest nach Nord-Nordost die Wasserscheide zwischen Rhein und Mosel: Was östlich davon abfließt, erreicht den Rhein direkt, was westlich abfließt, nimmt den langen Weg über Saar und Mosel oder über die Nahe.
- Zum Oberrhein: Speyerbach (durch Neustadt nach Speyer), Queich (durch Annweiler und Landau nach Germersheim), Lauter oder Wieslauter (durch Dahn und Wissembourg, im Unterlauf Grenzfluss zu Frankreich), dazu Isenach und Eckbach im Norden.
- Zur Nahe: Glan, der auf rund 68 km durch die Pfalz fließt und nach dem Rhein der längste Fluss der Region ist, die Lauter aus Kaiserslautern, die in den Glan mündet, und die Alsenz im Norden.
- Zur Saar: der Schwarzbach aus dem westlichen Pfälzerwald, dessen Wasser über Blies, Saar und Mosel den Rhein erst bei Koblenz erreicht.
Natürliche Seen gibt es kaum. Gewässer machen nur 1,26 Prozent der Fläche aus, und gut 60 Prozent davon liegen in den Städten und Kreisen am Rhein, als Altrheinarme und Baggerseen. Im Pfälzerwald wurden über Jahrhunderte kleine Stauweiher angelegt, in der Pfalz Woog genannt, ursprünglich für Mühlen, Fischzucht und die Holztrift; bekannt sind etwa der Gelterswoog bei Kaiserslautern und der Eiswoog bei Ramsen. Entlang der Queich wird seit mehr als 500 Jahren eine Wiesenbewässerung betrieben, die die UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt hat.
Wie ist die Landschaft der Pfalz entstanden?
Die Landschaft der Pfalz ist das Ergebnis von zwei großen Vorgängen: der Ablagerung mächtiger Sandsteinschichten vor rund 250 Millionen Jahren und dem Einbruch des Oberrheingrabens seit etwa 35 Millionen Jahren. Der rote Buntsandstein, der Felsen, Burgen und Dorfkirchen prägt, entstand am Beginn der Trias vor etwa 251 bis 243 Millionen Jahren unter wüstenhaften Bedingungen aus Sand, den Flüsse und Wind ablagerten.

Als sich im Tertiär das Gebiet zwischen Pfälzerwald und Schwarzwald absenkte, blieben beide Ränder als Gebirge stehen. Die Haardt ist die westliche Bruchkante dieses Grabens, der Rand fällt deshalb so steil zur Ebene ab. Der Graben selbst füllte sich mit Kies, Sand und Ton, auf denen heute Äcker, Gemüse und ein Teil der Reben stehen. Im Pfälzerwald schnitten Bäche tiefe, enge Täler in den weichen Sandstein; härtere Schichten blieben als Felstürme stehen, wie im Dahner Felsenland.
Anders ist der Norden aufgebaut. Der Donnersberg besteht aus Rhyolith, einem granitähnlichen vulkanischen Gestein, das im Erdaltertum, im Rotliegend, im Untergrund erstarrte und später durch Abtragung freigelegt wurde. Am Südwesthang wurde früher Erz abgebaut, etwa in den Kupfergruben bei Imsbach. Die Westricher Hochfläche liegt auf dem jüngeren Muschelkalk; anders als der Sandstein des Pfälzerwalds ist sie nicht durchgehend bewaldet, sondern überwiegend Acker- und Grünland.
Welche Naturräume und Schutzgebiete gibt es?
Das größte Schutzgebiet ist das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Die UNESCO erkannte den Naturpark Pfälzerwald 1992 als Biosphärenreservat an, 1998 wurde er mit den Nordvogesen zum ersten grenzüberschreitenden Biosphärenreservat in Europa zusammengeschlossen. Es umfasst insgesamt 310.500 ha, davon 177.842 ha in der Pfalz. Der deutsche Teil, bis 2020 als Naturpark Pfälzerwald geführt, heißt seitdem Biosphärenreservat Pfälzerwald.
Ein Biosphärenreservat ist kein Nationalpark: Es soll Natur und Nutzung verbinden. In 16 Kernzonen, die zusammen rund 2,3 Prozent der Fläche ausmachen, bleibt der Wald sich selbst überlassen, die größte im Quellgebiet der Wieslauter mit 2.296 ha. In den Pflege- und Entwicklungszonen wird Holz geschlagen, gewandert und Weinbau betrieben. In den Rheinauen liegen weitere Naturschutzgebiete, darunter die Hördter Rheinaue, im Süden kommt der Bienwald hinzu.
Häufige Fragen zur Geografie der Pfalz
Ist der Pfälzerwald ein Gebirge?
Ja, ein Mittelgebirge aus Buntsandstein mit Gipfeln bis 673 m. Er ist zugleich das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands und setzt sich in Frankreich als Nordvogesen fort.
Was ist der Unterschied zwischen Haardt und Pfälzerwald?
Die Haardt ist der östliche Rand des Pfälzerwalds, der steil zur Weinstraße abfällt. Hier liegen die höchsten Gipfel wie Kalmit und Kesselberg. Der Name Haardt steht deshalb oft auch für den Gebirgsrand über den Weindörfern.
Gehört der Donnersberg zum Pfälzerwald?
Nein. Der Donnersberg liegt im Nordpfälzer Bergland bei Kirchheimbolanden und besteht aus vulkanischem Gestein, nicht aus Buntsandstein. Er ist mit 687 m höher als jeder Gipfel des Pfälzerwalds.
Wo liegt der tiefste Punkt der Pfalz?
In der Rheinniederung auf der Gemarkung von Frankenthal, nur wenige hundert Meter vom Rhein entfernt, auf rund 87 m über dem Meer.
Gibt es in der Pfalz Seen zum Baden?
Natürliche Seen fast nicht, aber zahlreiche Baggerseen und Altrheinarme in der Rheinebene sowie Stauweiher im Pfälzerwald. An vielen ist Baden erlaubt, an manchen wegen Naturschutz oder Kiesabbau verboten; deshalb vor Ort auf Hinweise achten.
Quellen: Pfalz.Touristik: Pfälzerwald; Pfalz.Touristik: Die Rheinebene; Pfalz.Touristik: Pfälzer Bergland und Donnersberger Land; Statistisches Bundesamt: Kreise nach Fläche am 31.12.2024; Wikipedia: Pfälzerwald; Wikipedia: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord; Wikipedia: Pfalz (Region). Stand: Oktober 2026.