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Reiseplanung

Klima in der Pfalz: Temperaturen, Sonne und Niederschlag im Jahr

Warm und trocken an der Haardt, feuchter und kühler im Pfälzerwald

Stand: · 9 Min. LesezeitDWD-Normalwerte 1991–2020 · 10 Stationen

Feigenzweig mit grünen Früchten vor einer Sandsteinmauer und sonnigen Reben unter blauem Himmel
Weinberg Feigen gedeihen im milden Klima am Haardtrand. Symbolbild

Kurz gesagt

Die Pfalz hat ein gemäßigtes, vom Atlantik geprägtes Klima mit großem Gefälle auf kurzer Strecke: Am Haardtrand und in der Rheinebene liegt das Jahresmittel bei rund 11 °C bei nur 520 bis 600 mm Niederschlag, im Pfälzerwald und in der Westpfalz ist es ein bis zwei Grad kühler und fast doppelt so nass. Sonne gibt es überall reichlich.

Wie ist das Klima in der Pfalz?

Das Klima der Pfalz ist gemäßigt und wird überwiegend vom Atlantik bestimmt, doch zwischen Westpfalz und Rhein ändert es sich auf wenigen Dutzend Kilometern sehr deutlich. Der Grund ist das Relief: Feuchte Luft aus Westen und Südwesten steigt an den Höhen der Westpfalz und des Pfälzerwalds auf, kühlt ab und regnet sich aus. Östlich des Gebirges, am Haardtrand, sinkt sie wieder ab, erwärmt sich und wird trockener. Die Deutsche Weinstraße liegt damit im Regenschatten des Pfälzerwalds.

Dazu kommt die Lage am Rand des Oberrheingrabens. Die Tiefebene zwischen Pfälzerwald und Schwarzwald gilt als die wärmste Großlandschaft Deutschlands, mit den wärmsten Sommern und milden Wintern. Häufige Südwestlagen bringen Luft aus dem Mittelmeerraum, absinkende Luft an der westlichen Grabenkante kann sie zusätzlich erwärmen. Wie Haardt, Pfälzerwald, Rheinebene und Nordpfälzer Bergland zusammenhängen, erklärt die Seite zur Geografie der Pfalz mit ihren Landschaften.

Die Zahlen auf dieser Seite sind Klimanormalwerte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für 1991 bis 2020, also dreißigjährige Mittel. Sie beschreiben, womit man in einem Monat im Durchschnitt rechnen kann, nicht das Wetter eines bestimmten Tages. Für aktuelle Aussichten, Warnungen und Ausflugsziele bei Regen ist die Seite Wetter in der Pfalz gedacht.

Wie unterscheiden sich Weinstraße, Pfälzerwald und Westpfalz?

Am Haardtrand und in der Vorderpfalz ist es am wärmsten und trockensten, im Inneren des Pfälzerwalds und in der Westpfalz kühler und deutlich feuchter. Die Unterschiede zeigen sich vor allem beim Niederschlag: Grünstadt im Norden der Weinstraße misst im Mittel 516 mm im Jahr, Bad Dürkheim 537 mm. Die Station Hermersbergerhof auf der Hochfläche des Pfälzerwalds kommt auf 979 mm, fast das Doppelte. Unter den rund 5.600 Niederschlagsstationen der DWD-Liste gehört Bad Dürkheim zu den trockensten vier Prozent.

Station (DWD)LandschaftHöheTemperaturNiederschlagSonne
Grünstadtnördliche Weinstraße160 m–516 mm–
Bad DürkheimMittelhaardt107 m11,2 °C537 mm1.712 h
LimburgerhofRheinebene96 m11,3 °C573 mm1.721 h
Neustadt/WeinstraßeHaardtrand163 m11,3 °C589 mm1.728 h
WeinbietGipfel der Haardt553 m9,0 °C629 mm1.758 h
Bad BergzabernSüdliche Weinstraße210 m11,0 °C786 mm1.750 h
KaiserslauternWestpfalz271 m10,2 °C764 mm1.684 h
Annweiler-BindersbachPfälzerwald, Queichtal250 m10,3 °C910 mm1.743 h
PirmasensWestrand des Pfälzerwalds385 m9,5 °C912 mm1.720 h
HermersbergerhofHochfläche des Pfälzerwalds547 m–979 mm–

Auffällig ist, dass der Niederschlag nach Süden zunimmt: Bad Bergzabern an der Südlichen Weinstraße erhält mit 786 mm deutlich mehr Regen als Bad Dürkheim, weil der Pfälzerwald dort niedriger ist und weniger abschirmt. Und selbst das Weinbiet, mit 553 m einer der höchsten Punkte der Haardt bei Neustadt, bleibt mit 629 mm vergleichsweise trocken, weil es am Ostrand des Gebirges liegt. Die Sonnenscheindauer schwankt dagegen nur wenig: Fast alle Stationen der Pfalz kommen auf 1.680 bis 1.760 Stunden im Jahr.

Im Vergleich mit ganz Deutschland ist die Vorderpfalz deutlich wärmer: Das Gebietsmittel für Deutschland liegt im selben Zeitraum bei 9,3 °C und 791 mm, für Rheinland-Pfalz bei 9,7 °C und 773 mm. Neustadt an der Weinstraße erreicht 11,3 °C; nur an rund 15 der knapp 1.100 Stationen in der Temperaturliste des DWD ist das Jahresmittel höher, die meisten davon am Oberrhein, in Frankfurt und in Köln. Bei der Sonne liegt die Weinstraße mit gut 1.700 Stunden etwas über dem deutschen Mittel von rund 1.665 Stunden, ist aber kein Spitzenreiter.

Welche Monatswerte gelten an der Weinstraße und im Pfälzerwald?

An der Weinstraße liegt das Monatsmittel im Juli bei 20,7 °C und im Januar bei 2,4 °C; in Pirmasens am Westrand des Pfälzerwalds sind es 18,2 und 1,3 °C. Der Unterschied von rund einem bis zwei Grad zieht sich durch das ganze Jahr. Beim Niederschlag fällt in Bad Dürkheim der meiste Regen von Mai bis August, oft in Schauern und Gewittern; in Pirmasens ist der Dezember der nasseste Monat, weil dort die Tiefdruckgebiete des Winterhalbjahrs mehr Regen bringen. Der April ist an beiden Orten der trockenste Monat.

MonatBad Dürkheim °CPirmasens °CBad Dürkheim mmPirmasens mmBad Dürkheim Sonne h
Januar2,41,3408247
Februar3,32,0407377
März7,05,33770134
April11,29,23153191
Mai15,313,15275213
Juni18,816,45674228
Juli20,718,25279242
August20,017,65272226
September15,413,63969166
Oktober10,69,74378102
November6,35,2428250
Dezember3,22,25410538
Jahr11,29,55379121.712
Klimadiagramm mit Monatsmitteln von Temperatur und Niederschlag 1991 bis 2020 für Bad Dürkheim und Pirmasens
Grafik Bad Dürkheim an der Weinstraße ist wärmer und deutlich trockener als Pirmasens im Pfälzerwald. Quelle: Deutscher Wetterdienst. Grafik: Pfalz.info

Die Temperaturen sind Mittelwerte über Tag und Nacht. An einem durchschnittlichen Julitag steigt das Thermometer an der Weinstraße also deutlich über 20 °C, nachts sinkt es darunter. Die Sonne scheint in den Sommermonaten an der Weinstraße rund 230 bis 240 Stunden im Monat, im Dezember nicht einmal 40 Stunden. Welche Monate sich für Mandelblüte, Wandern, Weinfeste oder Lese eignen, beschreibt die Seite beste Reisezeit für die Pfalz; hier geht es nur um die Messwerte.

Wie viel Frost, Hitze und Schnee gibt es?

An der Weinstraße gibt es im Mittel rund 60 Frosttage und rund 20 heiße Tage im Jahr, auf den Höhen der Haardt fast 80 Frosttage und kaum Hitze. Ein Frosttag ist ein Tag, an dem die Temperatur unter 0 °C fällt, ein Eistag einer, an dem sie den ganzen Tag unter 0 °C bleibt; an einem Sommertag werden mindestens 25 °C erreicht, an einem heißen Tag mindestens 30 °C.

Kenntage im Jahr (1991–2020)Bad Dürkheim, 107 mBad Bergzabern, 210 mWeinbiet, 553 m
Frosttage (Tiefstwert unter 0 °C)625078
Eistage (Höchstwert unter 0 °C)101227
Sommertage (mindestens 25 °C)645336
Heiße Tage (mindestens 30 °C)19127

Der Frost konzentriert sich auf Dezember bis Februar; im April gibt es in Bad Dürkheim im Mittel noch knapp zwei Frosttage, in Bad Bergzabern weniger als einen. Spätfrost nach dem Austrieb ist für Reben und Mandelblüten die eigentliche Gefahr, nicht der Winter selbst. Heiße Tage fallen fast nur in Juni, Juli und August, im Juli sind es in Bad Dürkheim im Mittel sieben.

Reben mit weißem Raureif in der Ebene an einem Wintermorgen mit Nebel
Winter Frostmorgen in der Ebene. Symbolbild

Schnee bleibt in der Rheinebene und an der Weinstraße meist nur wenige Tage liegen. Häufiger und länger liegt er auf den Höhen des Pfälzerwalds, des Nordpfälzer Berglands und am Donnersberg, der mit 687 m der höchste Berg der Pfalz ist. Die Zahl der Eistage, an denen es den ganzen Tag friert, zeigt den Unterschied: zehn in Bad Dürkheim, 27 auf dem Weinbiet.

Warum wachsen Feigen, Mandeln und Esskastanien an der Haardt?

Milde Winter, warme Sommer und die geschützte Lage am Ostrand des Pfälzerwalds erlauben an der Weinstraße Pflanzen, die sonst eher am Mittelmeer stehen. Am bekanntesten sind die Mandelbäume, deren Blüte im Frühjahr die Saison eröffnet; je nach Winter blühen sie von Ende Februar bis Mitte April, meist am stärksten Mitte bis Ende März. Die Pfalz.Touristik schätzt die Zahl der Feigenbäume und Feigensträucher in der Region auf rund 50.000, mehr als irgendwo sonst in Deutschland. Die Früchte reifen meist von Mitte Juli bis Mitte September, in warmen Jahren kommt eine zweite Ernte im Spätherbst hinzu.

Am Haardtrand wachsen außerdem ausgedehnte Bestände von Esskastanien, in der Pfalz Keschde genannt. Sie wurden vermutlich von den Römern eingeführt; ihre Blüte färbt den Waldrand Mitte bis Ende Juni gelblich, ihre Früchte werden ab Anfang oder Mitte Oktober gesammelt. Nach Darstellung der Pfalz.Touristik kommt die Edelkastanie mit den steigenden Temperaturen gut zurecht und wird deshalb inzwischen auch in Regionen gepflanzt, in denen sie bisher nicht heimisch war. In Gärten und Ortslagen sieht man zudem Pinien, Zypressen, Hanfpalmen und winterharte Bananenstauden. Daher stammt der Werbebegriff von der „Toskana Deutschlands“, der den Vergleich allerdings deutlich überzeichnet: Die Pfalz bleibt ein mitteleuropäisches Mittelgebirgsland mit Frost im Winter.

Wie verändert der Klimawandel das Klima und den Weinbau?

Es ist messbar wärmer geworden. Das Gebietsmittel für Rheinland-Pfalz, das der DWD seit 1881 berechnet, lag von 1881 bis 1910 bei 8,1 °C, von 1961 bis 1990 bei 8,6 °C und von 1991 bis 2020 bei 9,7 °C. Im Jahrzehnt 2016 bis 2025 waren es bereits 10,5 °C. Die beiden wärmsten Jahre der Reihe waren 2022 mit 11,2 °C und 2023 mit 11,1 °C. Auch die Hitze nimmt zu: Im Landesmittel gab es von 1961 bis 1990 rund fünf heiße Tage im Jahr, von 1991 bis 2020 rund zehn, im letzten Jahrzehnt fast 14. Beim Jahresniederschlag zeigt die Landesreihe dagegen keinen klaren Trend; entscheidend ist, wann der Regen fällt und wie viel davon bei Hitze verdunstet.

ZeitraumMitteltemperatur Rheinland-PfalzHeiße Tage im Jahr
1881–19108,1 °C–
1961–19908,6 °C5,0
1991–20209,7 °C10,0
2016–202510,5 °C13,8

Für den Weinbau hat das zwei Seiten. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts treiben die Reben bei warmem Frühjahr immer häufiger früh aus, sodass Nachtfröste die jungen Triebe gefährden; schon ab etwa −1 °C wird es kritisch. 2018 begann die Rebblüte teils zwei Wochen vor dem langjährigen Mittel, bei sehr wenig Regen. Langfristig sieht das Institut fehlende Niederschläge als echte Belastung. Zugleich reifen die Trauben zuverlässiger aus: Für 2026 erwartet das Institut in der Pfalz trotz Trockenheit rund 2,1 Millionen Hektoliter Most, zwölf Prozent mehr als 2025, aber fünf Prozent weniger als im langjährigen Mittel, bei sehr hoher Traubenreife.

Für Reisende bedeutet das vor allem: heißere Sommertage an der Weinstraße, eine Lese, die tendenziell früher beginnt, und eine längere warme Saison im Herbst. Wer im Juli oder August wandert, findet im Pfälzerwald kühlere Luft als im Rebland, sollte aber früh starten. Wie sich Regionen und Reisearten für einen Aufenthalt unterscheiden, steht auf der Seite Urlaub in der Pfalz.

Unterkunft & Camping in der Pfalz

Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.

  • Weingut & Gästezimmer

    Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.

    Übernachten beim Winzer
  • Hotel & Ferienwohnung

    Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.

    Hotels in der Pfalz
  • Camping & Wohnmobil

    Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.

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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zum Klima in der Pfalz

Ist die Pfalz die wärmste Region Deutschlands?

Die Vorderpfalz gehört zum Oberrheingraben, der als wärmste Großlandschaft Deutschlands gilt. Neustadt an der Weinstraße liegt mit 11,3 °C im Jahresmittel unter den wärmsten Stationen des DWD, einige Stationen in Köln, Frankfurt, Heidelberg und am südlichen Oberrhein sind aber noch wärmer. Für die ganze Pfalz gilt das nicht: Pirmasens hat nur 9,5 °C.

Wie viel regnet es an der Deutschen Weinstraße?

Im Norden und in der Mitte der Weinstraße fallen im Mittel nur rund 520 bis 600 mm im Jahr, deutlich weniger als im deutschen Mittel von 791 mm. Nach Süden nimmt der Regen zu, Bad Bergzabern misst 786 mm. Der meiste Regen fällt dort von Mai bis August in Schauern und Gewittern.

Wann ist es in der Pfalz am heißesten?

Der Juli ist der wärmste Monat, mit 20,7 °C Tagesmittel in Bad Dürkheim, knapp vor dem August. Heiße Tage mit mindestens 30 °C gibt es an der Weinstraße im Mittel rund 19 im Jahr, fast alle zwischen Juni und August. In den letzten Jahren lag die Zahl meist darüber.

Wie kalt wird der Winter in der Pfalz?

Der Januar ist an der Weinstraße mit 2,4 °C im Mittel mild, in Pirmasens sind es 1,3 °C. Frost gibt es an der Weinstraße an rund 60 Tagen, Dauerfrost an rund zehn. Schnee hält sich in der Ebene selten länger, auf den Höhen von Pfälzerwald und Donnersberg häufiger.

Woher stammen die Klimawerte auf dieser Seite?

Alle Stationswerte sind Klimanormalwerte 1991 bis 2020 des Deutschen Wetterdienstes aus dessen offenem Datenangebot, die Landes- und Deutschlandmittel stammen aus den DWD-Gebietsmitteln. Die Werte der Station Pirmasens beruhen nach DWD-Kennung teils auf einer kürzeren Messreihe am heutigen Standort.

Quellen: Deutscher Wetterdienst, vieljährige Mittelwerte 1991–2020 (Temperatur, Niederschlag, Sonnenschein, Kenntage); Deutscher Wetterdienst, Gebietsmittel Rheinland-Pfalz und Deutschland ab 1881; Deutsches Weininstitut: Klima und Witterung; Deutsches Weininstitut: Ernteschätzung 2026; Pfalz.Touristik: Pfälzer Feigen; Pfalz.Touristik: Die Keschde und das Klima; Wikipedia: Oberrheinische Tiefebene. Stand: Oktober 2026.