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Alsterweiler bei Maikammer: Winzerdorf mit Denkmalzone und Fachwerk von 1582

Straßendorf mit geschützter Denkmalzone, Winzerhöfen des 16. bis 19. Jahrhunderts und dem Königstein von 1824

Stand: · 8 Min. LesezeitTermine geprüft am um 1250 erwähnt · Denkmalzone Ortskern

Winzerdorf mit verputzten Häusern, Rundbogentoren aus rotem Sandstein und Weinbergen vor den bewaldeten Hängen der Haardt
Alsterweiler Ortsbild am Haardtrand. Symbolbild

Kurz gesagt

Alsterweiler ist ein Ortsteil von Maikammer im Landkreis Südliche Weinstraße und ein Straßendorf der Vorderpfalz am Rand des Pfälzerwalds. Der Name erinnert an den Vogel Elster, die Ersterwähnung fällt in die Zeit um 1250. Der Ortskern ist als Denkmalzone geschützt: Winzerhöfe des 16. bis 19. Jahrhunderts mit Hochkeller, Rundbogentor und rotem Sandstein, dazu ein Fachwerkhaus mit der Jahreszahl 1582, ein Renaissanceportal von 1601 und die Kapelle Mariä Schmerzen.

Wo liegt Alsterweiler und woher kommt der Name?

Alsterweiler liegt in der Weinbaulandschaft am Rand des Pfälzerwalds, im Landkreis Südliche Weinstraße. Politisch gehört der Ort zur Ortsgemeinde Maikammer, mit der er zusammengewachsen ist; bis 1938 trug die Gemeinde den Doppelnamen Maikammer-Alsterweiler. Vom Ortsrand aus reicht der Blick auf das Haardtgebirge und hinüber zum Hambacher Schloss. Die Landschaft ordnet die Seite Haardt ein, die größeren Nachbarstädte sind Neustadt an der Weinstraße und Edenkoben.

Der Ortsname leitet sich vom Vogel Elster ab. Zu den überlieferten Schreibweisen zählen Aglasterwilre, Agelesterwilre und Alschderweiler. Die urkundliche Ersterwähnung fällt in die Zeit um 1250; das benachbarte Maikammer ist seit 1264 belegt. Beide Orte teilen seit Jahrhunderten Fluren, Wege und Weinberge.

Wie ist der Ortsgrundriss von Alsterweiler aufgebaut?

Alsterweiler ist ein Straßendorf. Die Hauptstraße bildet die Achse, im Norden zweigt die Turmstraße ab, im Nordosten die Friedhofstraße, nach Süden führen mehrere Stichwege in die Feldflur. Die Bebauung ist dicht und besteht aus kleinformatigen Zwei- und Dreiseithöfen. Auf schmalen, langgestreckten Grundstücken stehen die Wohnhäuser unmittelbar an der Straße, dahinter folgen Wirtschaftsgebäude und Hausgärten. Zwischen den Gärten und der Feldflur sind Reste einer historischen Wegeführung erhalten.

Der Grundriss ist alt. Die mittelalterliche Parzellenstruktur in Form großgliedriger Langgewannfluren lässt sich noch ablesen, und das Urkataster von 1837 zeigt den Ort in derselben Form wie heute: Der Ortsgrundriss ist seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unverändert. Im Norden, Süden und Westen geht das Dorf ohne harte Kante in die offene Feldflur über. Der Ortsrand ist grün, und von dort sind die Dachlandschaften mit Sattel- und Krüppelwalmdächern weithin sichtbar.

Schmale Dorfgasse mit verputzten Winzerhäusern, Fenstergewänden aus rotem Sandstein, Hoftor mit Rundbogen und Weinberg im Hintergrund
Winzerhöfe Winzerhöfe mit Rundbogentor. Symbolbild

Was kennzeichnet die Winzerhöfe und ihre Bauweise?

Im Straßenbild überwiegen verputzte Massivbauten des 18. und 19. Jahrhunderts mit Gliederungen aus rotem Sandstein, etwa an Fenstergewänden, Ecken und Portalen. Der Weinbau hat den häufigsten Haustyp geprägt, das Winzerhaus. Typisch sind der Hochkeller, der das Erdgeschoss über das Straßenniveau hebt, und die Torfahrt mit einem repräsentativen Rundbogen. Sie führt in den Hof hinter dem Wohnhaus. Den Weinbau der Pfalz beschreibt die Seite Weinbaugeschichte.

Zu den prägenden Details zählen Zierbrunnen, Fassadennischen mit Hausfiguren und Steinriegel an den Kelleröffnungen. Der Steinriegel an einem Hochkeller in der Hauptstraße 25 entstand im frühen 18. Jahrhundert, der Renaissance-Torbogen in der Hauptstraße 35 im frühen 17. Jahrhundert. Dazu kommen Sattel- und Krüppelwalmdächer, die dem Dorf eine ruhige, einheitliche Dachlandschaft geben. Auf den Hausnummern der Hauptstraße sind Baujahre zwischen 1639 und 1910 erfasst: Die Häuser Hauptstraße 26 bis 28 setzen im Jahr 1639 ein, Hauptstraße 25 entstand zwischen 1708 und 1715, Hauptstraße 8 im Jahr 1751, die Nummern 42 und 44 zwischen 1890 und 1910.

Welche Höfe und Häuser sind besonders alt?

Der Dreiseithof Hauptstraße 6 an der Kreuzung von Friedhofstraße und Hauptstraße ist in die Jahre zwischen 1550 und 1590 datiert. Die Gebäude sind verwinkelt angeordnet und folgen dem Verlauf der Friedhofstraße. Das Haupthaus ist zweigeschossig, steht traufständig zur Straße und trägt ein massives Walmdach. Die Straßenfront bestimmt ein massives Hoftor zwischen dem Wohnhaus und einem kleinen Nebengebäude, daran schließt eine giebelständige Scheune an. Die Anlage wirkt burgartig und wehrhaft, der Blick in den Hof ist versperrt. Die Fenstergewände bestehen aus rotem Sandstein, die Fenster haben Klappläden; die Fassade wurde 2010 neu verputzt, zuvor war sie horizontal gegliedert. Im Inneren finden sich Renaissance-Elemente, im rückwärtigen Teil ein barocker Saal mit Stuckausstattung und einer Ofennische.

Das Fachwerkhaus Hauptstraße 39 trägt die Jahreszahl 1582 auf einem Sandsteinquader an der rechten Seite. Das Gebäude steht mit dem Giebel zur Straße, hat ein Krüppelwalmdach und ruht auf einem Hochkeller; das Hochparterre ist massiv gebaut. Das Fachwerk des Obergeschosses kragt auf kleinen Sandsteinkonsolen vor und ist deutlich sichtbar, im Giebel sitzt ein Zwillingsfenster mit hölzernen Rundbögen, darunter erkennt man zwei Andreaskreuze. Im Hof finden sich eine Haustür mit Kielbogen und ein Altan. Die Entwicklung der Fachwerkformen in einem anderen Dorf der Südlichen Weinstraße beschreibt die Seite Hayna.

Der Dreiseithof Hauptstraße 58 geht auf die Renaissance zurück. Ein spätgotischer Stichbogen am Portal trägt die Jahreszahl 1601. Das Wohnhaus ist ein eingeschossiger Putzbau auf hohem Sockel aus dem frühen 17. Jahrhundert, darüber sitzen zwei kleine Rundfenster, die den Dachraum mit Licht versorgen. Das Nebengebäude zeigt im Erdgeschoss ein Renaissance-Doppelfenster mit Anlaufvoluten und Steinmetzzeichen; die Scheune im rückwärtigen Bereich ist teilweise in Fachwerk errichtet. Vergleichbare Renaissancebauten gibt es im benachbarten Maikammer, etwa in der Marktstraße 5 und der St.-Martiner-Straße 6. Zwei weitere Höfe sind erfasst: der Hakenhof Hauptstraße 41 aus der Zeit ab 1600 und die barocke Hofanlage Hartmannstraße 61 ab 1796.

Warum steht der Ortskern als Denkmalzone unter Schutz?

Der historische Kern von Alsterweiler ist als Denkmalzone „Ortskern Maikammer-Alsterweiler“ ein gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal nach § 5 des Denkmalschutzgesetzes von Rheinland-Pfalz. Zur Zone gehören Teile der Hauptstraße, der Turmstraße und der Friedhofstraße. Die Abgrenzung folgt dem historischen Ortsgrundriss. Geschützt ist nicht ein einzelnes Haus, sondern das Gesamtbild aus Straßenraum, Hofstruktur, Dachlandschaft und Detailformen.

Die Zone wurde 2020 von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wissenschaftlich nachqualifiziert. Die Bearbeiterinnen werteten dafür Literatur und historische Karten aus, kartierten das Gelände, nahmen Gebäude auf, sichteten Archive und befragten Ortskundige. Insgesamt sind im Ortsteil 24 Einzelobjekte in der Kulturlandschaftsdatenbank erfasst, darunter Höfe, Wohnhäuser, Bildstöcke und ein Wappenstein. Ähnliche Zonen in der Nachbarschaft sind der Ortskern von Kirrweiler und der Kern von Maikammer. Für Baumaßnahmen innerhalb der Zone ist eine denkmalrechtliche Genehmigung nötig.

Was zeigen Kapelle, Kredenburg, Wappenstein und Bildstöcke?

Die katholische Kapelle Mariä Schmerzen steht in der Hauptstraße. Sie ist ein klassizistischer Bau; die Alsterweiler Kapelle wird auf die Jahre 1845 bis 1859 datiert. Der Weg zu ihr und der Weinlehrpfad in Maikammer sind auf der Seite Maikammer beschrieben.

Die sogenannte Kredenburg in der Friedhofstraße 101 ist ein Wohnhaus mit Gestaltungselementen der Neorenaissance. Das heutige Gebäude ist ein Neubau des 19. Jahrhunderts; die ursprüngliche Burg stand an einem anderen Ort. Der Wappenstein „von Hattstein“ in der Mühlstraße 18 ist ab 1580 datiert. Ein Missionskreuz von 1852 und mehrere Bildstöcke markieren Wege und Fluren: Die Bildstöcke im Weyhergässel sind in die Zeit zwischen 1750 und 1800 datiert, der Bildstock „Tretter im Eizum“ ist ab 1718 belegt, die Stöcke „Humm“ ab 1816, „Gros auf den Heldwiesen“ ab 1817 und „Müller“ ab 1833. Die jüngeren Stöcke „im Kalkofen“ (ab 1870), „im oberen Grund“ (ab 1882) und „zwischen den Wegen“ (ab 1952) zeigen, dass die Tradition der Wegekreuze bis in die Gegenwart reicht. Hinzu kommt die Flurlage „An der Ziegelscheuer“, die in den Jahren 1580 bis 1602 erscheint und an eine frühere Ziegelei erinnert.

Giebel eines Fachwerkhauses mit Zwillingsfenster, zwei Andreaskreuzen und vorkragendem Obergeschoss auf Sandsteinkonsolen
Fachwerk Fachwerkgiebel mit Andreaskreuzen. Symbolbild

Was ist der Königstein auf der Kalmit?

Auf dem Gipfel der Kalmit, mit 673 Metern der höchsten Erhebung des Pfälzerwalds, steht ein Denkmal, das Bürger aus Alsterweiler mitgebaut haben. Die Bürger von Maikammer und Alsterweiler wollten zum 25. Regierungsjubiläum des Königs Maximilian I. Joseph von Bayern ein Monument errichten; das Jubiläum fiel auf den 16. Februar 1824. Maximilian Joseph (1756 bis 1825) war ab 1806 König von Bayern, zuvor von 1795 bis 1797 Herzog von Pfalz-Zweibrücken und von 1799 bis 1806 als Maximilian IV. Kurfürst von Pfalz-Bayern. Das Denkmal wird auch Königstein genannt.

Der Stein ist rund 5,5 Meter hoch und als verjüngte Säule aus vier Zylindern auf einem quadratischen Postament aus behauenen Sandsteinquadern gebaut. Die Vorderseite ist nach Osten ausgerichtet und trägt in einer Kartusche eine lateinische Inschrift, die mit den Worten „Maximiliano Josepho Regi Bavariae Primo“ beginnt. Sinngemäß erklärt sie, dass die Bürger der Dörfer Maikammer und Alsterweiler das Denkmal im 25. Regierungsjahr aus Treue, Frömmigkeit und Dankbarkeit errichteten. Ein kleinerer, zurückgesetzter Sockel trägt an vier Seiten Inschriften in Schilden, darunter die Namen Valentin Speyerer und Franz Ries. Den Stein schuf der Steinhauer Johann Martin Baumann. Im Abrechnungsverzeichnis von 1824 findet sich sogar der Vorschlag, den Berg in „Maxhöhe“ umzubenennen; der Name setzte sich nicht durch. 2025 sanierte die Gemeinde Maikammer das Denkmal und setzte eine neue Kugel auf.

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Häufige Fragen zu Alsterweiler

Wo liegt Alsterweiler?

Alsterweiler ist ein Ortsteil von Maikammer im Landkreis Südliche Weinstraße, am Rand des Pfälzerwalds.

Seit wann gibt es Alsterweiler?

Die urkundliche Ersterwähnung fällt in die Zeit um 1250. Das benachbarte Maikammer ist seit 1264 belegt.

Welches ist das älteste datierte Haus?

Das Fachwerkhaus Hauptstraße 39 trägt die Jahreszahl 1582 auf einem Sandsteinquader. Das Portal des Hofs Hauptstraße 58 trägt die Jahreszahl 1601.

Woher kommt der Name?

Der Name leitet sich vom Vogel Elster ab.

Passend dazu: Ein Wegweiserstein am Felsenmeer der Kalmit trägt noch den Doppelnamen Maikammer-Alsterweiler: Beschriftete Steine im Pfälzerwald.

Passend dazu: Der Bildstock von Nicolaus Gros am Kapellenweg und weitere Bildstöcke der Gewannen erklärt die Seite Bildstöcke in Maikammer und Alsterweiler.

Quellen: KuLaDig: Denkmalzone Ortskern Maikammer-Alsterweiler; KuLaDig: Ortsteil Alsterweiler; KuLaDig: Dreiseithof Hauptstraße 6; KuLaDig: Fachwerkhaus Hauptstraße 39; KuLaDig: Dreiseithof Hauptstraße 58; KuLaDig: Denkmal für König Maximilian I. auf dem Kalmitgipfel. Stand: November 2026.