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Städte & Orte

Annweiler am Trifels: Stadt unter der Reichsburg

Reichsstadt im Queichtal unterhalb des Trifels

Stand: · 7 Min. LesezeitTermine geprüft am

Fachwerkhäuser an einem Bach mit hölzernem Wasserrad
Annweiler Fachwerk und Wasserrad am Bach. Symbolbild

Kurz gesagt

Annweiler am Trifels ist eine Stadt mit rund 7.200 Einwohnern im Queichtal, am Fuß der Reichsburg Trifels. Bis 1949 hieß sie nur Annweiler; 1219 erhielt sie Stadtrechte, später war sie die kleinste Reichsstadt. Sehenswert sind das Gerberviertel mit dem Durchlass Schipkapass, das Museum unterm Trifels und die Lage zwischen Weinbergen und Pfälzerwald, mit direkter Bahnanbindung.

Wo liegt Annweiler und warum heißt es „am Trifels“?

Annweiler liegt im Queichtal am Ostrand des Pfälzerwalds, wo die Queich aus dem Wald in die Weinbaulandschaft austritt. Die Stadt gehört zum Landkreis Südliche Weinstraße und ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Ihr Name hat sich 1949 geändert: Am 3. März 1949 erhielt sie den Zusatz „am Trifels“, weil die Reichsburg Trifels über der Stadt den Ruf des Ortes bestimmt.

Erstmals urkundlich erwähnt ist Annweiler 1176; eine angebliche frühere Nennung von 1086 erwies sich als Fälschung des 18. Jahrhunderts. Am 14. September 1219 verlieh König Friedrich II. die Stadtrechte, im 18. Jahrhundert war Annweiler die kleinste aller Reichsstädte. Die Reichsburg auf dem Berg ist die eigentliche Geschichte: In den Jahren 1125 bis 1298 wurden dort mit Unterbrechungen die Reichskleinodien, darunter die Reichskrone, aufbewahrt, und 1193 saß der englische König Richard Löwenherz auf dem Trifels gefangen. Alles dazu steht auf der Seite zur Reichsburg Trifels; diese Seite beschreibt die Stadt darunter.

Nach 1798 war Annweiler unter französischer Verwaltung Sitz eines Kantons mit 30 weiteren Gemeinden, 1816 kam es mit der Pfalz an Bayern. Im 16. und 17. Jahrhundert prägten Gerber die Wirtschaft, später kamen eine Emaille-Fabrik und Brauereien dazu. Heute ist der Tourismus ein erheblicher Wirtschaftsfaktor.

Was ist in der Altstadt zu sehen?

Das Gerberviertel mit der Stadtmühle und dem Durchlass Schipkapass ist als Denkmalzone ausgewiesen. Zum Rundgang gehören die protestantische Stadtkirche, das Wahrzeichen der ehemaligen Reichsstadt, und der Marktplatz mit dem Rathausbrunnen. Die Stadt stellt auf ihrer Seite einen Stadtrundgang als PDF zum Download bereit.

Am östlichen Eingang der Altstadt, direkt am Schipkapass, liegt das Museum unterm Trifels. Es zeigt auf 800 Quadratmetern in drei Fachwerkhäusern und einer ehemaligen Wassermühle, wie sich die Burg, die Stadt und die Landschaft entwickelt haben. Der chronologische Rundgang beginnt in der Steinzeit, behandelt die Gefangenschaft von Richard Löwenherz und stellt Kaiser Friedrich II., den Stadtvater von Annweiler, als lebensgroße Sitzfigur dar. Ein Raum zeigt eine mittelalterliche Bauhütte; in den Räumen zu Wald und Handwerk sieht man Trockenspeicher und Trockengalerien des Gerbereihandwerks, die in Deutschland nur noch selten erhalten sind. Nach Angaben der Stadt gelten (Stand Oktober 2026, ab 14. März) folgende Zeiten: Montag geschlossen, Dienstag bis Freitag 13 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag 10 bis 17 Uhr; mit der Pfalzcard ist der Eintritt frei. Winterzeiten können davon abweichen, bitte prüfen Sie die Seite des Museums.

Kleiner Stadtplatz mit Brunnen unter einem bewaldeten Berg mit Burg
Stadtplatz Stadtplatz unter dem Burgberg. Symbolbild

Wo kann man draußen spazieren?

Zur Erholung dienen der Kurpark und der Ambertpark, im Stadtteil Bindersbach liegt das Kurhaus Trifels mit einem Park, der als Naturdenkmal gilt. Südlich außerhalb des Ortes befindet sich die Naturbegräbnisstätte Trifelsruhe. Das Naturschutzgebiet Haardtrand – Auf dem Kirchberg liegt teilweise auf der Gemarkung der Stadt, der äußerste Osten der Gemarkung gehört zum Vogelschutzgebiet Haardtrand, was für Naturbeobachter im Frühjahr interessant sein kann. Als Naturdenkmale gelten außerdem der Park des Kurhauses und der Asselstein, einer der markanten Felsen der Gegend; zu Felsformen und Kletterregeln siehe die Seiten zu den Felsen der Pfalz.

An den Wegen stehen mehrere Rittersteine. Der Ritterstein 47 am Grimmeisenpfad erinnert an Albert Grimmeisen, den in Annweiler geborenen Bergsteiger, der 1908 bei einer Klettertour tödlich verunglückte. Im Umland beginnen mehrere Wanderungen, von denen die Seite zum Pfälzer Waldpfad eine beschreibt.

Wovon lebte die Stadt, und gibt es hier Wein?

Wein ist in Annweiler eine Nebensache. Der Weinbau ist größtenteils zum Erliegen gekommen, im Nordosten der Gemarkung gibt es nur noch die Lage Königsgarten. Das unterscheidet die Stadt von den Winzerdörfern an der Haardt, auch wenn Weinberge zum Landschaftsbild der Umgebung gehören. Wer Pfälzer Wein probieren möchte, fährt wenige Minuten nach Osten, etwa nach Leinsweiler.

Prägend war über Jahrhunderte der Wald. Annweiler bekam 1304 von Albrecht von Habsburg eine Waldexklave in der Frankenweide geschenkt, in der heute das Forsthaus Annweiler steht, und die Stadt ist Sitz eines Forstamtes. Im 16. und 17. Jahrhundert prägten Gerber die Wirtschaft; die Stadtmühle in der Altstadt stand jahrhundertelang. Im 20. Jahrhundert kamen eine Emaille-Fabrik und zwei Brauereien dazu. Größter Arbeitgeber ist heute die Kartonfabrik Buchmann, außerdem sind ein Hersteller von Präzisionsmessgeräten und Zulieferer der Automobilindustrie ansässig.

Zum 800. Jubiläum der Stadtrechte feierte Annweiler 2019, im selben Jahr war die Stadt Gastgeber des Rheinland-Pfalz-Tags vom 28. bis 30. Juni. Seit 2003 findet jährlich die Kunstmeile des Vereins Kunst und Kultur Annweiler statt, aus deren Teilnehmern die Stadt seit 2008 den Kunstpreis vergibt.

Welche Feste und Konzerte gibt es?

Das größte Fest ist das Richard-Löwenherz-Fest, ein Mittelaltermarkt, der seit 2005 im Stadtkern stattfindet und bereits bei der ersten Auflage weit über 10.000 Besucher zählte. Im Oktober feiert die Stadt das Keschdefescht rund um die Esskastanie; Keschde heißen die Edelkastanien, die im Pfälzerwald wachsen. Dazu kommen der Kultursommer mit Konzerten auf dem Rathausplatz und im Park sowie ein Kunsthandwerker- und ein Weihnachtsmarkt.

Im Kaisersaal der Burg Trifels werden die Trifels-Serenaden aufgeführt. Genaue Daten für 2027 waren im Oktober 2026 nicht veröffentlicht; die Termine stehen im Veranstaltungskalender der Stadt. Zur Kastanie gibt die Seite zum Pälzer Keschdeweg Einordnung. Wer zur Weinlese kommt, findet im Weinfest-Kalender passende Orte in der Nähe.

Wie kommt man nach Annweiler?

Annweiler liegt an der Queichtalbahn Landau–Rohrbach. Nach einem Nachschlagewerk bestehen seit 1994 stündliche Verbindungen nach Landau und nach Pirmasens, seit 2012 gibt es außerdem den Halt Annweiler-Sarnstall; die Fahrt von Landau dauert grob eine Viertelstunde bis zwanzig Minuten (Fahrplan prüfen). Über Landau bestehen Anschlüsse nach Neustadt und Karlsruhe. Das Büro für Tourismus der Verbandsgemeinde sitzt am Messplatz, etwa fünf Gehminuten vom Rathaus entfernt.

Mit dem Auto erreichen Sie die Stadt auf der B 10 von Landau oder Pirmasens; sie führt westlich der Stadt durch drei Tunnel, Barbarossa-, Löwenherz- und Staufertunnel. Zur Burg Trifels führt von Annweiler eine Straße zum Parkplatz, von dem aus rund 25 Minuten zu Fuß zu gehen sind; Details, Zeiten und Eintritt nennt die Seite zur Reichsburg Trifels. Für Übernachtungen verweisen wir auf den Hub Übernachten.

Für die Planung eines Tagesausflugs lohnt es sich, Stadt und Burg zu trennen. Wer morgens die Reichsburg besucht, hat nachmittags Zeit für den Altstadtrundgang und das Museum; da das Museum montags geschlossen ist, bietet sich dieser Tag eher für Wald und Burg an. Im Winter verkürzen Dunkelheit und Wetter die Tage, bei Regen und Eis kann der Anstieg zur Burg beschwerlich sein. Welche Jahreszeit sich für die Südpfalz anbietet, erklärt die Seite zur besten Reisezeit; bei schlechtem Wetter helfen die Hinweise unter Wetter und Ausflugsziele bei Regen.

Unterkunft & Camping in der Pfalz

Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.

  • Weingut & Gästezimmer

    Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.

    Übernachten beim Winzer
  • Hotel & Ferienwohnung

    Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.

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  • Camping & Wohnmobil

    Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.

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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zu Annweiler am Trifels

Wie viele Einwohner hat Annweiler?

Zum 31. Dezember 2024 waren es 7.160 Einwohner. Annweiler ist nach Einwohnern die drittgrößte Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße. Im Jahr 1815 hatte die Stadt erst 1.758 Einwohner.

Seit wann heißt die Stadt Annweiler am Trifels?

Am 3. März 1949 erhielt Annweiler die Zusatzbezeichnung. Der Name lehnt sich an die Reichsburg Trifels an, die über der Stadt liegt und überregional bekannt ist.

Was zeigt das Museum unterm Trifels?

Es behandelt die Geschichte der Burg, der Stadt und der Landschaft, vom Steinzeitmenschen bis zur Gefangenschaft von Richard Löwenherz. Zu sehen sind außerdem Handwerksräume mit Trockengalerien der Gerber.

Was ist das Keschdefescht?

Ein Fest im Oktober rund um die Esskastanie, die im Pfälzerwald Keschde genannt wird. Es gehört zu den regelmäßigen Veranstaltungen der Stadt.

Kann man mit der Bahn nach Annweiler fahren?

Ja, die Stadt liegt an der Queichtalbahn von Landau aus. Fernverkehr gibt es nicht, in Landau, Neustadt oder Karlsruhe steigen Sie in den Fernzug um. Der Bahnhof trägt seit 1949 ebenfalls den Zusatz „am Trifels“.

Quellen: Stadt Annweiler am Trifels: Museum unterm Trifels; Stadt Annweiler am Trifels: Tourismus; Stadt Annweiler am Trifels: Trifelsland; Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Bevölkerung 31.12.2024); Wikipedia: Annweiler am Trifels. Stand: Oktober 2026.