Städte & Orte
Bad Dürkheim: Kurstadt, Wurstmarkt und Riesenfass
Heilbad an der Isenach mit Gradierwerk, Riesenfass und großen Weinlagen

Kurz gesagt
Bad Dürkheim ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises und ein staatlich anerkanntes Heilbad an der Deutschen Weinstraße, dort, wo die Isenach aus dem Pfälzerwald in die Rheinebene tritt. Die Stadt mit 19.159 Einwohnern (Ende 2024) ist bekannt für den Wurstmarkt, das Riesenfass, ihr Gradierwerk und einen der größten Weinbauorte der Pfalz.
Wo liegt Bad Dürkheim und was gehört zur Stadt?
Bad Dürkheim liegt im Norden der Mittelhaardt am Ostrand des Pfälzerwalds, genau an der Stelle, an der das Tal der Isenach die Haardt durchbricht. Neustadt an der Weinstraße liegt rund 15 Kilometer südlich, Ludwigshafen und Mannheim knapp 20 Kilometer östlich, Kaiserslautern rund 30 Kilometer westlich.
Die Gemarkung ist auffallend lang gestreckt: Sie folgt der Isenach rund 20 Kilometer von ihrer Quelle tief im Pfälzerwald über die Altstadt bis in den Dürkheimer Bruch, eine feuchte Wiesenniederung in der Ebene. Im Westen gehören große Waldflächen dazu, der höchste Punkt ist der Drachenfels mit 570,8 m. Nördlich der Kernstadt erhebt sich mit rund 147 m der kleine Michelsberg, ein Rebhügel mit der Michaelskapelle, deren Wallfahrt am Anfang der Wurstmarkt-Geschichte steht.
Zur Stadt gehören neben der Kernstadt fünf Ortsbezirke. Grethen und Hardenburg liegen westlich im Isenachtal und damit schon im Wald, Seebach ist im Südwesten mit der Kernstadt zusammengewachsen. Ungstein (mit dem Weiler Pfeffingen) im Nordosten und Leistadt auf einer Anhöhe im Norden sind Weindörfer, die erst 1969 und 1972 eingemeindet wurden. Wer Bad Dürkheim besucht, erlebt also beides: eine kleine Kurstadt mit Einkaufsstraßen und Kurpark und ringsum Rebhänge, Weindörfer und Wald.
Bad Dürkheim ist Sitz der Kreisverwaltung, und die Stadt hat eine lange Geschichte als Residenz. 1360 erhielt der Ort erstmals Stadtrechte, ab 1725 residierten hier die Grafen und späteren Fürsten von Leiningen. Ihr barockes Schloss brannten französische Truppen 1794 nieder; an seiner Stelle stehen heute das Kurhaus und ein Hotel. Den Namenszusatz „Bad“ trägt die Stadt seit 1904, nachdem sie schon 1847 wegen ihrer Heilquellen den Zusatz „Solbad“ erhalten hatte.
Warum ist Bad Dürkheim ein Kurort?
Bad Dürkheim ist ein staatlich anerkannter Kurort mit dem Prädikat „Heilbad“; Grundlage sind salzhaltige Heilquellen, die seit dem Mittelalter belegt sind. Salzquellen werden hier ab 1387 erwähnt, eine erste Saline entstand 1594. Bis 1913 wurde in Dürkheim Salz gesiedet, danach diente die Sole nur noch der Gesundheit.
Wahrzeichen dieser Tradition ist das Gradierwerk, das man vor Ort meist einfach „Saline“ nennt. Die heutige Anlage entstand zwischen 1847 und 1850, ist 333 Meter lang und bis zu 18 Meter hoch. In ihr sind rund 250.000 Reisigbündel zu Wänden geschichtet, über die Salzwasser aus einer Heilquelle rieselt. Dabei verdunstet Wasser, die Luft in der Umgebung wird salzhaltig und an heißen Tagen spürbar kühler. Eine umlaufende Galerie von mehr als 600 Metern Länge erlaubt das Inhalieren im Freien. Zweimal, 1992 und 2007, legten Brandstifter Feuer; nach dem zweiten Brand wurde das Gradierwerk neu aufgebaut und im Oktober 2010 wiedereröffnet.

Östlich des Gradierwerks schließt der etwa acht Hektar große Kurpark an. Die Isenach fließt seit 2013 wieder offen hindurch, dazu gibt es eine öffentliche Kneipp-Anlage. Ende 2025 hat die Stadt eine neue Therme mit Thermalbad und Sauna eröffnet; das bisherige Salinarium besteht als Freizeitbad weiter. Für Besucher ist das vor allem an Regentagen und im Winter ein Argument, denn Kurpark, Gradierwerk und Therme liegen nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt.
Was ist in und um Bad Dürkheim sehenswert?
Die bekanntesten Ziele sind das Riesenfass am Wurstmarktgelände, die Klosterruine Limburg und die Hardenburg im Isenachtal sowie die Spuren von Kelten und Römern rund um die Stadt. Wer zwei Tage einplant, kann Stadt, Burgen und einen Römerweg gut verbinden.
Das Dürkheimer Riesenfass ist ein Gebäude in Fassform, kein Weinbehälter. Der Küfermeister Fritz Keller ließ es 1934 aus Holz bauen; für die 178 Fassdauben wurden im Nordschwarzwald fast 200 Tannen gefällt. Mit 13,5 Metern Durchmesser hätte es ein Fassungsvermögen von rund 1,7 Millionen Litern und gilt damit als größtes Fass der Welt. Innen ist es als Weinstube eingerichtet; der normale Gaststättenbetrieb läuft überwiegend in der „Bütt“, einem 1958 angebauten zweiten Holzbau.
| Ziel | Was es ist | Lage | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Riesenfass | Fass-Bauwerk von 1934, heute Gaststätte | Brühlwiesen, nordöstlich der Altstadt | direkt am Wurstmarktplatz |
| Gradierwerk und Kurpark | 333 m lange Salzanlage von 1847–1850 | Innenstadt, nahe Bahnhof | ganzjährig zugänglich |
| Klosterruine Limburg | Ruine einer salischen Benediktinerabtei, Baubeginn um 1025 | Limburgberg über der Isenach | zu Fuß über Grethen erreichbar |
| Hardenburg | Ruine einer der größten Burgen der Pfalz, Sitz der Grafen von Leiningen | über dem Ortsteil Hardenburg | Besucherzentrum im Torrondell; Öffnungszeiten prüfen |
| Villa rustica Weilberg | römisches Weingut mit Kelterbecken, Freilichtmuseum | in den Weinbergen bei Ungstein | Blick in die Rheinebene |
| Kriemhildenstuhl und Heidenmauer | römischer Steinbruch und keltischer Ringwall | Höhenrücken nördlich der Isenach | am Römer-Rundwanderweg |
| Stadtmuseum im Haus Catoir | Stadt- und Weinbaugeschichte, Archäologie | Innenstadt | gut bei Regen |
| Pfalzmuseum für Naturkunde | Naturkundemuseum der Pollichia | Herzogmühle in Grethen | gut mit Kindern |
Die Klosterruine Limburg zählt zu den bedeutendsten Bauten der frühen Salierzeit. An der Stelle einer salischen Burg begann um 1025 der Bau einer Benediktinerabtei, die bis zur Reformation bestand. Gut zwei Kilometer westlich thront die Hardenburg über dem Tal; sie war seit dem 13. Jahrhundert Sitz der Grafen von Leiningen und erhielt ihre heutige Gestalt im 16. Jahrhundert. Nach einer Sanierung bis 2012 gibt es dort ein Besucherzentrum mit Funden und Multimedia-Führung.
Älter noch sind die Zeugnisse auf dem Höhenrücken nördlich der Isenach: Die Heidenmauer ist der Rest eines keltischen Ringwalls aus der Zeit um 500 v. Chr. mit rund 2,5 Kilometern Länge, der Kriemhildenstuhl ein römischer Steinbruch, in dessen Wände Legionäre Zeichen und Inschriften gemeißelt haben. In den Weinbergen bei Ungstein liegt das römische Weingut Weilberg, das 1981 bei einer Flurbereinigung entdeckt und teilweise wieder aufgebaut wurde.
Welche Feste feiert Bad Dürkheim?
Das größte Fest ist der Dürkheimer Wurstmarkt im September, daneben haben sich die Weinbergnacht im März, das Stadtfest an Christi Himmelfahrt und der Dürkheimer Advent etabliert. Viele Besucher planen ihre Reise gezielt um eines dieser Feste herum.
Der Wurstmarkt auf den Brühlwiesen geht auf eine mittelalterliche Wallfahrt zur Michaelskapelle zurück und gilt nach eigener Darstellung als größtes Weinfest der Welt. Er beginnt nach der festen Regel am Freitag vor dem zweiten Sonntag im September und läuft an zwei Wochenenden; 2026 waren es der 11. bis 15. und der 18. bis 21. September. Für 2027 hat die Stadt den 10. bis 14. und den 17. bis 20. September veröffentlicht. Geschichte, Ausschankstände und Anreise beschreibt die eigene Seite zum Dürkheimer Wurstmarkt.
| Fest | Zeit | Termin (Stand 22.10.2026) |
|---|---|---|
| Weinbergnacht (Weinprobe auf einem beleuchteten Rundweg durch die Weinberge) | März | 2027: 5. und 6. März (veröffentlicht) |
| Stadtfest mit Entenrennen auf der Isenach | Wochenende um Christi Himmelfahrt | 2027 noch nicht veröffentlicht |
| Dürkheimer Wurstmarkt | zwei Wochenenden im September | 2027: 10.–14. und 17.–20. September (veröffentlicht) |
| Römische Weinlese am Weilberg | Anfang Oktober | 2026: 3. und 4. Oktober; 2027 noch nicht veröffentlicht |
| Dürkheimer Advent | Adventswochenenden | Programm vor dem Besuch prüfen |
Dazu kommen die Weinkerwen in den Ortsbezirken und viele Hoffeste der Weingüter. Wer an den beiden Wurstmarkt-Wochenenden übernachten will, sollte früh buchen, denn dann sind Stadt und Umland stark ausgelastet.
Was macht den Weinbau in Bad Dürkheim aus?
Bad Dürkheim gehört mit rund 820 Hektar bestockter Rebfläche zu den größten Weinbaugemeinden der Pfalz. Nach den Zahlen des Statistischen Landesamts für 2017 lag die Stadt in Rheinland-Pfalz auf Rang sechs; rund zwei Drittel der Fläche tragen weiße Sorten.
Die Weinberge ziehen sich vom Haardtrand über die Hügel um Ungstein und Leistadt bis in die Ebene. Bekannte Einzellagen tragen Namen wie Michelsberg, Spielberg, Fuchsmantel oder Herrenberg; sie gehören zu den Großlagen Feuerberg, Hochmess und Honigsäckel. Riesling ist wie überall an der Mittelhaardt die wichtigste Sorte, daneben spielen Burgundersorten und Rotweine eine große Rolle. Neben gut 30 familiengeführten Weingütern gibt es in der Stadt zwei Winzergenossenschaften.
Dass in Dürkheim schon sehr früh Wein angebaut wurde, zeigt das römische Weingut am Weilberg mit seinen Kelterbecken. Wie sich die Landschaft der Weinorte nach Süden fortsetzt, zeigt die Seite über die Weinorte der Mittelhaardt; die nächste Station mit historischer Altstadt ist das rund sechs Kilometer südlich gelegene Weinstädtchen Deidesheim.

Wie kommt man nach Bad Dürkheim?
Mit Bus und Bahn ist Bad Dürkheim gut erreichbar: Der Bahnhof am Rand der Innenstadt wird von Regionalbahnen und von der Rhein-Haardtbahn bedient. Von Mannheim aus dauert die Fahrt etwa eine Stunde, egal ob man über Ludwigshafen, Neustadt oder Freinsheim fährt.
- Regionalbahn: Bad Dürkheim liegt an der Pfälzischen Nordbahn zwischen Neustadt und Grünstadt; werktags fahren die Züge zweimal pro Stunde, nach Neustadt und Grünstadt sind es jeweils rund 20 Minuten. Wachenheim und Deidesheim liegen an derselben Strecke.
- Rhein-Haardtbahn: Die schmalspurige Überlandstraßenbahn von 1913 verbindet die Stadt über Maxdorf mit Ludwigshafen-Oggersheim und fährt als Linie 4 weiter nach Mannheim.
- Bus: Stadt- und Regionalbusse fahren im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN); zentrale Haltestelle ist der Bahnhof.
- Auto: Die Bundesstraßen 37 und 271 kreuzen sich in der Stadt, von Ludwigshafen führt die A 650 heran. An Festwochenenden ist der Parkraum knapp.
Für die Deutsche Weinstraße ist Bad Dürkheim ein günstiger Standort, weil man von hier per Bahn sowohl die nördlichen Orte um Grünstadt als auch die Mittelhaardt bis Neustadt erreicht. Wie die ganze Route von Bockenheim bis Schweigen verläuft, zeigt die Seite zur Deutschen Weinstraße.
Wo kann man rund um Bad Dürkheim wandern und Rad fahren?
Rund um Bad Dürkheim treffen sich mehrere bekannte Wege: Der Pfälzer Weinsteig und der Pfälzer Mandelpfad führen am Haardtrand durch die Stadt, der Pfälzer Hüttensteig verläuft über ihre Waldgemarkung. Dazu kommen regionale Fernwanderwege des Pfälzerwald-Vereins mit farbigen Wegzeichen.
Für eine Tagestour mit Geschichte eignet sich der Römer-Rundwanderweg: Er verbindet auf 21,7 Kilometern die Villa rustica in Wachenheim, das Weingut am Weilberg, den Kriemhildenstuhl, die Heidenmauer und weitere Stationen; Tafeln erklären unterwegs die Funde. Kürzer ist der Aufstieg von der Innenstadt zum Kriemhildenstuhl, von dem man über die Stadt bis in die Rheinebene blickt. Ins Isenachtal führen Wege zur Limburg und zur Hardenburg, im Wald lädt eine Reihe von Hütten zur Einkehr ein; deren Öffnungszeiten wechseln und sollten vorher beim Pfälzerwald-Verein oder bei der Hütte geprüft werden.
Radfahrer finden in Bad Dürkheim den westlichen Startpunkt des Salier-Radwegs, der Radweg Deutsche Weinstraße führt durch die Stadt, und im Nordosten der Gemarkung verläuft der Kraut-und-Rüben-Radweg durch die Ebene. Die Fahrradmitnahme in den Zügen erleichtert Streckentouren mit Rückfahrt per Bahn.
Unterkunft & Camping in der Pfalz
Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.
Weingut & Gästezimmer
Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.
Übernachten beim WinzerHotel & Ferienwohnung
Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.
Hotels in der PfalzCamping & Wohnmobil
Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.
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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.
Häufige Fragen zu Bad Dürkheim
Ist Bad Dürkheim ein Heilbad?
Ja. Bad Dürkheim ist ein staatlich anerkannter Kurort und trägt nach dem Kurortrecht des Landes das Prädikat „Heilbad“. Grundlage sind Sole-Heilquellen; sichtbar wird die Kurtradition am 333 Meter langen Gradierwerk und im Kurpark.
Kann man in das Dürkheimer Riesenfass hinein?
Ja, das Riesenfass ist eine Gaststätte. Der normale Betrieb findet zum großen Teil in der angebauten „Bütt“ statt; in den oberen Teil des eigentlichen Fasses gelangen nach Angaben der Pfalz.Touristik vor allem Gäste größerer Veranstaltungen und Teilnehmer von Führungen.
Wann ist der Wurstmarkt 2027?
Die Stadt Bad Dürkheim hat für 2027 den 10. bis 14. und den 17. bis 20. September angegeben (Stand: 22.10.2026). Das entspricht der Regel, nach der der Wurstmarkt am Freitag vor dem zweiten Sonntag im September beginnt.
Lohnt sich Bad Dürkheim ohne Auto?
Ja. Bahnhof, Kurpark, Gradierwerk, Riesenfass und Innenstadt liegen nah beieinander, und die Regionalbahn erreicht Deidesheim und Neustadt in wenigen Minuten. Für Limburg, Hardenburg und die Römerstätten braucht man gute Schuhe oder einen Stadtbus.
Was kann man in Bad Dürkheim bei Regen unternehmen?
Bei schlechtem Wetter bieten sich das Stadtmuseum im Haus Catoir, das Pfalzmuseum für Naturkunde in Grethen und die Therme an. Auch das Besucherzentrum der Hardenburg und eine Einkehr im Riesenfass sind wetterunabhängig.
Quellen: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Kommunaldatenprofil Landkreis Bad Dürkheim; Stadt Bad Dürkheim: Dürkheimer Wurstmarkt; Stadt Bad Dürkheim: Römer in der Pfalz; Pfalz.Touristik: Das Dürkheimer Riesenfass; Wikipedia: Gradierwerk (Bad Dürkheim); Wikipedia: Bad Dürkheim. Stand: Oktober 2026.