Städte & Orte
Burrweiler: Annaberg, Wetterkreuz Teufelsberg und Burgstelle Geisberg
Weindorf am Haardtrand mit Wallfahrtskapelle, Wetterkreuz und der Burgstelle der Geisburg

Kurz gesagt
Burrweiler ist ein Weindorf im Landkreis Südliche Weinstraße am Haardtrand, über dem sich der 598 Meter hohe Teufelsberg erhebt. Auf dem Annaberg in 423 Metern Höhe steht die neugotische Wallfahrtskapelle St. Anna von 1895/96, am Gipfel des Teufelsbergs das 1909 geweihte Wetterkreuz, und am Zugang zum Modenbachtal liegt die Burgstelle Geisberg, die 1372 erstmals in einer Urkunde erscheint. Dazu kommen Grenzsteine des 18. und 19. Jahrhunderts im Wald zwischen Burrweiler, Hainfeld und Ramberg.
Wo liegt Burrweiler und wie ist die Landschaft aufgebaut?
Burrweiler liegt am Haardtrand, dort, wo die Weinberge der Vorderpfalz in die bewaldeten Hänge des Pfälzerwalds übergehen. Der Ort gehört zum Landkreis Südliche Weinstraße und liegt an der Deutschen Weinstraße zwischen Edenkoben und Landau. Oberhalb des Dorfes erhebt sich der Teufelsberg mit 598 Metern; sein Ausläufer, der Annaberg, reicht bis 423 Meter und liegt rund 170 Meter über der Ortslage. Nordwestlich des Ortes öffnet sich das Modenbachtal, am Ostende des Bergrückens Geisberg liegt die Burgstelle.
Die Landschaft prägt der Weinbau. Wie die Lage Schäwer schon im Namen auf ihren Schieferboden hinweist, beschreibt die Seite Weinlagen. Die Haardt als Gebirgsrand ordnet die Seite Haardt ein, den Wald dahinter die Seite Pfälzerwald. Für Burrweiler sind drei Orte kennzeichnend, die sich zu einer Tageswanderung verbinden lassen: die Wallfahrtskapelle auf dem Annaberg, das Wetterkreuz auf dem Teufelsberg und die Burgstelle am Geisberg.
Wie entstand die St. Anna-Kapelle auf dem Annaberg?
Die katholische Wallfahrtskapelle St. Anna steht auf dem Annaberg in 423 Metern Höhe. An derselben Stelle gab es Vorgängerbauten: Eine Kapelle von 1716 wurde 1765 durch einen Neubau ersetzt, und dieser musste später dem heutigen Gebäude weichen. Die Kirchengemeinde Burrweiler baute die heutige Kapelle in den Jahren 1895 und 1896. Unterstützt wurde der Neubau vom 1884 gegründeten St. Anna-Verein. Wichtige Förderer waren Pfarrer Michael Hendel aus Burrweiler und Pfarrer Jakob Philipp aus Gleisweiler, die die Sankt-Anna-Wallfahrt stärken wollten. Das Richtfest fand am 28. September 1895 statt, die Weihe am 30. Juni 1896.
Ein früherer Erweiterungsentwurf des Mainzer Dombaumeisters Joseph Heinrich August Lucas wurde nicht umgesetzt. Die Pläne für Gebäude und Inneneinrichtung lieferte der Neustadter Architekt Wilhelm Schulte I (1858 bis 1920), der als Kirchenarchitekt bekannt war; sein Sohn Wilhelm Schulte II wurde später Diözesanbaurat. Die Steine des Bauplatzes tragen die Initialen der Grafen von der Leyen, denn der Platz wurde aus der gemeinsamen Haingeraide von Burrweiler und Gleisweiler ausgemarkt, also aus dem Waldbesitz, den beide Gemeinden gemeinsam nutzten.

Was zeigt die Kapelle innen und wie lebt die Wallfahrt?
Das Gebäude ist ein neugotischer Putzbau des Historismus. Die Innenausmalung folgt dem Nazarenerstil, einer romantisch-religiösen Kunstrichtung des 19. Jahrhunderts. Nur der Chorraum besitzt noch den Originalanstrich, große Teile der Wandmalerei wurden bei Renovierungen entfernt. Die Ausstattung umfasst einen Hochaltar und zwei Seitenaltäre, die beiden Querhäuser sind mit Fresken gestaltet. Spätere Arbeiten sind gut belegt: 1911 wurde die Fassade neu verputzt, 1926 das Dach erneuert und nach einem Sturm 1931 erneut eingedeckt, in den 1930er Jahren kam an der Ostseite eine Beichtkapelle hinzu, 1938 wurde die Fassade erneut erneuert und 1984 ein Vorbau ergänzt. Das Gebäude ist ein gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal und im Verzeichnis der Kulturdenkmäler des Landkreises Südliche Weinstraße erfasst.
Die Verehrung der heiligen Anna, der Mutter Marias, erreichte im 15. und 16. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Papst Sixtus IV. führte 1481 den Annatag ein, Papst Gregor XIII. 1584 das Annafest. Der Annaberg ist im Bistum Speyer ein Zentrum der Annaverehrung; eine weitere Anna-Kapelle steht in Niederschlettenbach. Im Sommer finden regelmäßig Wallfahrten statt. Ein Kreuzweg wurde 1880 angelegt, in der Nähe steht eine Kreuzigungsgruppe. Ernst Niebergall, ab 1927 Pfarrer in Burrweiler, förderte die Wallfahrt im 20. Jahrhundert. In der Nähe liegt die St. Anna-Hütte des Pfälzerwald-Vereins; Hütten im Pfälzerwald stellt die Seite Hütten vor.
Warum steht ein Wetterkreuz auf dem Teufelsberg?
Oberhalb der Kapelle erhebt sich der 598 Meter hohe Teufelsberg. Auf dem Gipfel steht das Wetterkreuz, im Volksmund auch Bischofskreuz genannt. Es wurde 1909 vom Speyerer Bischof Konrad von Busch (1847 bis 1910) eingeweiht; den Stein schuf der Steinmetz Johann Minges. Es ist das höchstgelegene Wetterkreuz am Haardtrand. Das Kreuz steht auf einem hügelartigen Sockel, auf dem ein kleines Kreuz eingemeißelt ist. Darunter steht ein Bibelzitat mit Lobpreis, das dem heiligen Antonius von Padua zugeschrieben wird und das Kreuz Christi gegen feindliche Mächte anruft.
Der Hintergrund ist die Weinbaugeschichte. Die Weinberge am Haardtrand wurden oft von Unwettern heimgesucht, und eine zerstörte Ernte konnte für einen Winzerbetrieb den Verlust eines ganzen Jahres bedeuten. Deshalb gehörten Bittprozessionen zu den Wetterkreuzen zur frommen Praxis. Man wanderte auch an freien Tagen oder abends dorthin, um gegen Unwetter und Krankheiten zu beten. Der Aufstieg führt über einen steilen Kreuzweg, der von der Sankt-Anna-Kapelle hinaufführt; die Kapelle ist zugleich Ausgangspunkt eines beschilderten Wanderwegs zum Kreuz. Von der Kapelle auf 423 Metern bis zum Gipfel auf 598 Metern sind es 175 Höhenmeter, die der Kreuzweg in kurzer Strecke überwindet. Das Kreuz gehört zur Gruppe der Wetterkreuze am Haardtrand. Oben öffnet sich ein weiter Blick über die Rheinebene, nach Osten in Richtung der Ebene nördlich von Landau. Weitere Wege am Gebirgsrand sind auf der Seite Pfälzer Weinsteig beschrieben.
Was weiß man über die Burgstelle Geisberg?
Nordwestlich von Burrweiler, nahe dem Zugang zum Modenbachtal, liegt am Ostende des Bergrückens Geisberg die Burgstelle der Geisburg. Es war eine recht kleine Anlage, die zum Wohnen und zur Verteidigung diente. Heute zeigt der baumbewachsene Burghügel kein aufgehendes Mauerwerk mehr. Gründer und Gründungszeit sind unbekannt. Eine Errichtung als Reichsburg der Stauferzeit schließt der Burgenforscher Alexander Thon aus, weil eine Geisburg im Hochmittelalter in den Schriftquellen nicht ein einziges Mal nachzuweisen ist. Erwähnt wird die Burg erstmals im 14. Jahrhundert.
1372 versprach Kaiser Karl IV. Heinrich dem Jüngeren von Fleckenstein die Belehnung mit der Geisburg und den Gemeinden Burrweiler, Flemlingen und Wernersberg, falls die Linie des damaligen Lehnsinhabers Johann von Dahn ohne Erben aussterben würde. Diese Bedingung trat nicht ein, die Burg blieb bei den Herren von Dahn. Weitere königliche Belehnungen an Familienmitglieder folgten 1401, 1403, 1433, 1442 und 1446. Spätestens 1446 war die Anlage eine Ganerbenburg, also eine Burg mit mehreren Besitzern. Zur Einordnung mittelalterlicher Burgen dient die Seite Burgengeschichte.
Rund hundert Jahre später erscheint die Burg in einem familieninternen Teilungsvertrag, damals war sie schwer beschädigt. 1544 hielt Christoph von Neudahn eine Burghälfte, den Rest der Ruine erhielten Reinhard, Philipp und Simon Wecker. Wichtiger als die Ruine waren den Anteilseignern die Dörfer Burrweiler, Flemlingen und Wernersberg, die noch im 17. Jahrhundert als Reichslehen vergeben wurden. Nach dem Aussterben der Herren von Dahn im Jahr 1603 hatte Johann Reinhard von Schönenburg das Lehen inne, nach seinem Tod 1617 sein Sohn Philipp Friedrich. Dieser verkaufte es 1657 an Damian Hartard von der Leyen (1624 bis 1678), dessen Familie das Gut bis zur Franzosenzeit behielt.

Die Burgstelle ist frei zugänglich. Flurbereinigungs- und Verschönerungsmaßnahmen in den 1940er und vor allem den 1970er Jahren legten Mauerreste frei, die nicht dokumentiert, teilweise beseitigt oder überdeckt wurden. Die Anlage ist heute zu einem Landschaftsgarten umgestaltet; Besucher belohnt vor allem die weite Aussicht. Weitere Burgen der Region stellt die Seite Burgen vor.
Welche Grenzsteine stehen im Wald bei Burrweiler?
Im Wald nordwestlich des Dorfes treffen die Gemarkungen von Burrweiler, Hainfeld und Ramberg zusammen. Dort steht an der Landesstraße 506, die vom Modenbachtal nach Ramberg führt, der Ritterstein Nr. 234 mit der Inschrift „Ramberger Waldhaus Drei Buchen 300 m“. Ein eingravierter Pfeil weist zum Ramberger Waldhaus, das rund 300 Meter entfernt liegt; das Kürzel „PWV“ steht für den Pfälzerwald-Verein. Rittersteine gehören zur Kategorie der Orientierungspunkte, die Wanderern den Weg erleichtern und auf bemerkenswerte Stellen wie Quellen, Felsen oder Grenzen hinweisen.
Neben dem Ritterstein steht ein alter Grenzstein, der die Grenze zwischen der zweiten und dritten Haingeraide markiert. Es ist ein Dreimärker mit drei Inschriften: „H 68“ für Hainfeld mit der Jahreszahl 1823, „BW 56“ für Burrweiler mit der Jahreszahl 1780 und „R 107“ für Ramberg. Die Rittersteine im Pfälzerwald und ihre Markierungen erläutert die Seite Markierungen und Karten.
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Häufige Fragen zu Burrweiler
Wie hoch liegt die St. Anna-Kapelle?
Die Wallfahrtskapelle steht auf dem Annaberg in 423 Metern Höhe, rund 170 Meter über dem Ort.
Wann wurde das Wetterkreuz auf dem Teufelsberg geweiht?
Das Wetterkreuz wurde 1909 von Bischof Konrad von Busch geweiht. Der Teufelsberg ist 598 Meter hoch.
Ist von der Geisburg noch etwas zu sehen?
Der baumbewachsene Burghügel zeigt kein aufgehendes Mauerwerk mehr. Die Burgstelle ist frei zugänglich und bietet eine weite Aussicht.
Wie kommt man zum Wetterkreuz?
Die Wallfahrtskapelle ist Ausgangspunkt eines beschilderten Wanderwegs zum Wetterkreuz. Der Aufstieg führt über einen steilen Kreuzweg.
Wer baute die heutige Kapelle?
Die Kirchengemeinde Burrweiler baute sie 1895/96 nach Plänen des Neustadter Architekten Wilhelm Schulte I.
Passend dazu: Warum der Dreimärker bei Ramberg die Zeichen BW, H und R trägt und was die Haingeraiden waren, erklärt die Seite Haingeraiden im Pfälzerwald.
Passend dazu: Das Bischofskreuz auf dem Teufelsberg und die übrigen Wetterkreuze des Haardtrandes stellt die Seite Wetterkreuze am Haardtrand vor.
Quellen: KuLaDig: Sankt Anna-Kapelle in Burrweiler; KuLaDig: Wetterkreuz auf dem Teufelsberg in Burrweiler; KuLaDig: Burgstelle Geisberg bei Burrweiler; KuLaDig: Ritterstein Nr. 234 Ramberger Waldhaus Drei Buchen 300 m. Stand: November 2026.