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Dackenheim: Lorscher Kodex 768, Chorturm um 1200 und die Lage Liebesbrunnen
Weindorf in der Verbandsgemeinde Freinsheim mit Urkunde von 768, romanischem Chorturm um 1200, Hakenhöfen des 16. bis 19. Jahrhunderts und der Lage Liebesbrunnen

Kurz gesagt
Dackenheim gehört zur Verbandsgemeinde Freinsheim im Landkreis Bad Dürkheim; Nachbarorte sind Freinsheim, Herxheim am Berg und Kirchheim. Der Ort erscheint 768 als „Dagatisheim“ im Lorscher Kodex; Funde belegen eine Besiedlung seit der Hallstattzeit. Die katholische Pfarrkirche mit ihrem romanischen Chorturm der Wormser Schule um 1200, Hakenhöfe des 16. bis 19. Jahrhunderts und die Weinlage Liebesbrunnen prägen das Ortsbild.
Wo liegt Dackenheim?
Dackenheim liegt im Landkreis Bad Dürkheim am Haardtrand. Das Dorf gehört zu den acht Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Freinsheim; die Kreisstadt ist Bad Dürkheim. Straßen führen in die Nachbarorte Freinsheim, Herxheim am Berg und Kirchheim an der Weinstraße; dieses Netz aus Weinorten bestimmt den Charakter der Gegend. Als Weinbaubereich zählt das Dorf zur Mittelhaardt, der Landschaft an der Deutschen Weinstraße, die auf der Seite Haardt als Gebirgsrand beschrieben wird.
Die Straßennamen im Ort verraten die Verbindungen zu den Nachbarn: Es gibt eine Freinsheimer Straße, eine Kirchheimer Straße und einen Herxheimer Weg. Dazu kommen Kirchenstraße und Schulstraße, in denen die beiden Kirchen und ein früher Hakenhof stehen.
Was belegen die Funde aus Hallstatt- und Keltenzeit?
Archäologische Funde auf der Gemarkung zeigen, dass der Boden um Dackenheim schon Jahrhunderte vor der ersten Urkunde besiedelt war. Sie reichen bis in die Hallstattzeit, die ältere Eisenzeit, und in die späte Keltenzeit, also bis kurz vor der römischen Eroberung. Welche Spuren die Römer in der Pfalz hinterließen, beschreibt die Seite Römer in der Pfalz.
Von dieser Besiedlung ist kein Bauwerk erhalten; sie ist durch Funde im Boden belegt. Die Endung „-heim“ im Ortsnamen ist typisch für fränkische Gründungen, die im Frühmittelalter entlang des Haardtrandes entstanden.
Warum steht Dackenheim im Lorscher Kodex?
768 wird Dackenheim im Lorscher Kodex als „Dagatisheim“ erwähnt. Der Kodex ist das Urkundenbuch des Klosters Lorsch an der Bergstraße, in dem Schenkungen an das Kloster verzeichnet sind. Das Kloster Lorsch gehörte im Frühmittelalter zu den großen Grundbesitzern am Oberrhein; viele Dörfer der Vorderpfalz treten durch solche Schenkungen erstmals ins Licht der Geschichte. Die Nachbarorte Weisenheim am Berg mit 771 und Kirchheim mit 764 stehen in derselben Quelle. Wie sich der Weinbau in dieser Zeit entwickelte, ordnet die Seite Weinbaugeschichte der Pfalz ein.
Die Namensform „Dagatisheim“ zeigt, wie sich der heutige Ortsname über die Jahrhunderte abgeschliffen hat: Aus der langen Form mit dem Personennamen am Anfang wurde Dackenheim.

Was macht die katholische Pfarrkirche besonders?
Die katholische Pfarrkirche St. Maria Immaculata in der Kirchenstraße 1 prägt mit ihrem Quaderturm das Ortsbild. Ihr Kern gehört dem 12. Jahrhundert an; die Kirche gehörte einst zum Kloster Höningen. Der Turm ist ein romanischer Chorturm der Wormser Schule und entstand um 1200. Ein Chorturm ist ein Turm, in dessen Erdgeschoss der Altarraum liegt, sodass der Chor unmittelbar unter dem Glockengeschoss ruht. Die Formen des Turmes zeigen Ähnlichkeiten mit dem Dom zu Worms.
Im 15. Jahrhundert wurde der Turm aufgestockt und erhielt später eine barocke Haube. Das Langhaus ist ein Saalbau des 18. Jahrhunderts, der 1839 umgebaut und erweitert wurde. An den Chor schließt sich eine spätgotische Sakristei an. Im Kirchhof steht der Grabstein der Familie Karr, der an einen 1814 Verstorbenen erinnert. Die Umfassungsmauer des früheren Kirchhofs und des ehemaligen katholischen Pfarrhauses ist erhalten; in ihr sitzt ein Tor mit der Jahreszahl 1727, und ein ehemaliger Kellereingang trägt die Zahl 1601. In der Gartenmauer ist außerdem eine barocke Pforte erhalten.
Dackenheim hat zwei Kirchen für zwei Konfessionen: Die protestantische Kirche in der Schulstraße 3 ist ein barocker Walmdachbau von 1705. An ihr hängt eine Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Die Konfessionen in den Dörfern der Pfalz erklärt die Seite Religion. Die Chorturmkirche gehört zu einer Gruppe romanischer Kirchen am Haardtrand, zu der auch St. Jakob in Herxheim am Berg und die Kirche in Weisenheim am Sand zählen.
Was zeigt das Dackenheimer Wappen?
Das Wappen der Gemeinde zeigt Maria mit dem Kind und die heilige Katharina sowie einen Stern. Es geht auf ein Gerichtssiegel von 1513 zurück. Gerichtssiegel waren Zeichen der Dorfgerichte, die Streitigkeiten innerhalb der Gemarkung entschieden und Urkunden beglaubigten. Die Pfarrkirche am Ort trägt den Namen St. Maria Immaculata.
Die Wappen der Dörfer rund um Dackenheim erzählen jeweils eine eigene Geschichte: In Herxheim am Berg trägt es eine Hacke auf einem Dreiberg, in Bobenheim am Berg ein Gemarkungszeichen, in Erpolzheim eine Traube und den halben Leininger Adler. Wer sie nebeneinander liest, sieht die Herrschaftsverhältnisse am Haardtrand wie in einem Bilderbuch.
Welche Höfe prägen die Freinsheimer Straße?
Entlang der Freinsheimer Straße verzeichnet die Denkmalliste der Landesdenkmalpflege gleich mehrere Anwesen. Vor der Nummer 2 steht ein Hoftorpfeiler mit der Jahreszahl 1589, an der Nummer 8 ist ein Sandsteinrelief von 1575 eingemauert, und an der Nummer 12 ein Wappenstein, der vor 1623 entstand.
Die Nummer 4 ist eine Hofanlage des 18. Jahrhunderts mit einem Krüppelwalmdachbau aus der zweiten Hälfte des Jahrhunderts und einer Torfahrt des 16. oder frühen 17. Jahrhunderts. Die Torfahrt ist die überbaute Einfahrt in den Hof, durch die früher Wagen und Fuhrwerk fuhren; die Hofanlage prägt das Straßenbild. Die Nummer 7 ist ein Fachwerkhaus des 17. Jahrhunderts, teils massiv und verputzt, mit einem Ladeneinbau der 1930er-Jahre. Die Nummer 11 ist ein spätbarockes Wohnhaus des 18. Jahrhunderts mit älteren Teilen, im Jahr 1923 verändert, mit einem Hoftor von 1798.
Das Weingut an der Nummer 18 ist ein Hakenhof des 19. Jahrhunderts. Der Hakenhof ist eine in der Pfalz verbreitete Hofform: Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude stehen im Winkel zueinander und fassen einen Hof an zwei Seiten. Das spätklassizistische Wohnhaus stammt von 1855, der Erker wurde 1902 angebaut. Scheune und Stall tragen ein Krüppelwalmdach; Waschküche, Stall und Backhaus entstanden 1862.

Was erzählen Schulstraße und Kirchheimer Straße?
Ein früher Wohnbau des Dorfes ist der Hakenhof in der Schulstraße 2. Das Wohnhaus trägt die Jahreszahl 1587, die Kellerpforte 1604; 1934 wurde der Hof verändert. Die Torpfeiler sind im Stil der Renaissance gehalten.
In der Kirchheimer Straße führt die Spurensuche in die Zeit der Klöster. An der Nummer 20 ist in der Scheune ein Quader mit der Jahreszahl 1525 als Spolie vermauert, das heißt als wiederverwendeter Stein aus einem älteren Gebäude. Dazu kommt ein aufgestelltes Rundbogentor mit Wappenschlussstein. Die Nummern 22 und 24 sind die Hofmauer und die Toranlage des ehemaligen Mönchhofs; das Rundbogentor an der Nummer 24 trägt einen Schlussstein mit der Jahreszahl 1757. Bei der Nummer 30 steht ein spätbarockes Wegekreuz.
An der Ecke von Freinsheimer Straße und Herxheimer Weg steht ein Kriegerdenkmal für 1914/18, um 1930 entstanden, mit einer aufwendig gestalteten Schauwand, einem kleinen Brunnen und Figuren. Auf dem Friedhof sind zwei Grabmäler hervorzuheben: die Familiengrabstätte Winkels-Herding mit gusseisernem Gitter und einer Ädikula, einem kleinen Aufbau mit Kreuzigungsszene, vom Ende des 19. Jahrhunderts, und das Grabmal von Christian Schowalter, gestorben 1887, ein Sandsteinblock mit pflanzlichen Ornamenten.
Wie lesen Sie Jahreszahlen an Toren und Mauern?
Die Denkmalliste verwendet Fachwörter, die man beim Gang durch das Dorf wiedererkennt. „Bezeichnet“ heißt, dass eine Jahreszahl am Bau selbst eingemeißelt ist, etwa auf einem Torpfeiler, einem Sandsteinrelief oder einem Kellergewände. An der Mauer des ehemaligen Kirchhofs trägt ein Sandsteinsturz ein Chronogramm: Bestimmte Buchstaben der lateinischen Inschrift sind zugleich römische Zahlzeichen und ergeben zusammen die Jahreszahl. Eine Spolie ist ein wiederverwendeter Stein, wie der Quader von 1525 in der Scheune der Kirchheimer Straße. Ein Wappenschlussstein sitzt im Scheitel eines Rundbogens und trägt das Wappen des Bauherrn.
Wer in Dackenheim von der Kirchenstraße über die Schulstraße zur Freinsheimer Straße geht, begegnet damit Zahlen von 1525 bis 1934: dem Renaissance-Hof in der Schulstraße, dem Relief von 1575 in der Freinsheimer Straße, den barocken Toren des 18. Jahrhunderts und dem Weingut mit Erker von 1902.
Was ist die Lage Dackenheimer Liebesbrunnen?
In der Weinlage Dackenheimer Liebesbrunnen werden Riesling und Silvaner angebaut. Der Riesling ist die bekannteste Weißweinrebe der Pfalz; die Eigenschaften beider Sorten stehen auf der Seite Rebsorten. Wie eine Einzellage von einer Großlage unterschieden wird und was die Namen auf dem Etikett bedeuten, steht auf der Seite Weinlagen.
Nach der Lage ist das Liebesbrunnenfest benannt. Es wird jedes Jahr am letzten Wochenende im Juli gefeiert. Die Pfalz kennt viele solcher Dorffeste, die Seite Weinfeste beschreibt sie im Überblick, und die Strauß- und Hofwirtschaften des Haardtrandes stellt die Seite Straußwirtschaften vor.
Was gibt es heute zu erleben?
Dackenheim eignet sich für einen ruhigen Tag zwischen Reben und Gassen. Wer die Hakenhöfe der Freinsheimer Straße, den Chorturm und die Kirchheimer Straße verbindet, sieht mehrere Jahrhunderte Baugeschichte auf engem Raum. Wanderwege durch die Weinberge stellt die Seite Weinwanderungen vor; der Wanderweg Deutsche Weinstraße und der Radweg Deutsche Weinstraße erschließen die Weinorte der Mittelhaardt. Den Schlüssel zur katholischen Kirche gibt es im Pfarrhaus.
Wer weitere Dörfer der Gegend kennenlernen möchte, findet auf den Seiten zu Kallstadt, Herxheim am Berg und Weisenheim am Berg ähnliche Ortsbilder mit eigener Geschichte.
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Häufige Fragen zu Dackenheim
Wann wurde Dackenheim erstmals erwähnt?
768 als „Dagatisheim“ im Lorscher Kodex.
Wie alt ist die katholische Kirche?
Der romanische Chorturm der Wormser Schule entstand um 1200, das Langhaus im 18. Jahrhundert, der Umbau und die Erweiterung folgten 1839.
Welche Rebsorten wachsen in der Lage Liebesbrunnen?
Vor allem Riesling und Silvaner.
Wann findet das Liebesbrunnenfest statt?
Am letzten Wochenende im Juli.
Was zeigt das Wappen?
Maria mit Kind, die heilige Katharina und einen Stern, nach einem Gerichtssiegel von 1513.
Zu welcher Verbandsgemeinde gehört Dackenheim?
Zur Verbandsgemeinde Freinsheim im Landkreis Bad Dürkheim.
Quellen: Verbandsgemeinde Freinsheim: Dackenheim; regionalgeschichte.net: St. Jakob in Herxheim am Berg; GDKE Rheinland-Pfalz: Denkmalverzeichnis Landkreis Bad Dürkheim. Stand: November 2026.