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Städte & Orte

Hauenstein: Schuhdorf im Wasgau

Schuhdorf und Luftkurort im südwestlichen Pfälzerwald

Stand: · 7 Min. LesezeitTermine geprüft am

Rote Sandsteinfelsen über einem Waldtal, ein Dorf am Talgrund
Hauenstein Felsen über dem Waldtal. Symbolbild

Kurz gesagt

Hauenstein ist ein Luftkurort mit rund 3.500 Einwohnern im südwestlichen Pfälzerwald und der Mittelpunkt des Wasgaus, wenn es um Schuhe geht. Das Deutsche Schuhmuseum zeigt den größten Schuh der Welt, der Ort liegt an der Deutschen Schuhstraße und ist Startpunkt für Wanderungen zu Felsen, Hütten und zum Queich-Ursprung.

Warum ist Hauenstein das Schuhdorf?

Hauenstein war ab dem 19. Jahrhundert ein Zentrum der Schuhherstellung. Die Einwohnerzahl stieg dadurch stark: 1886 zählte der Ort 683 Einwohner, 1913 bereits 1.900 und 1961 schon 4.406. Das Schusterdenkmal im Ort weist auf das Handwerk hin, aus dem die Manufakturen hervorgingen. Die große Nachbarstadt Pirmasens teilt diese Geschichte, Hauenstein blieb aber ein Dorf, dessen Fabriken heute weitgehend geschlossen sind. Nach Nachschlagewerken produziert nur noch ein größerer Schuhhersteller im Ort, viele andere Betriebe stellten auf Schuhhandel um.

Der Tourismus löste gegen Ende des 20. Jahrhunderts die Schuhindustrie als wichtigsten Wirtschaftszweig ab. Hauenstein ist heute Freizeitregion mit Hotels, Ferienwohnungen und Gastronomie im Naturpark Pfälzerwald. Seit 2002 soll alle vier Jahre die Deutsche Schuhkönigin in Hauenstein gekürt werden, eine Initiative des Verbandes der Deutschen Schuhindustrie in Rheinland-Pfalz.

Was zeigt das Deutsche Schuhmuseum?

Das Deutsche Schuhmuseum in der Turnstraße 5 ist das Zentrum des Schuhthemas. Es wurde 1996 eröffnet und nach einer Renovierung des denkmalgeschützten Gebäudes mit neuer Konzeption wieder geöffnet; die Dauerausstellung zeigt auf drei Stockwerken Schuhgeschichte, Schuhherstellung, Schuhhandel, Schuhwerbung, Promi-Schuhe und Stil-Ikonen, aber auch die Schattenseiten der Branche.

Spektakulärstes Stück ist der größte Schuh der Welt: 7,14 Meter lang, 4,20 Meter hoch, rund 1.500 Kilogramm schwer; er wurde 2008 ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen und steht seit 2022 in einer eigenen Riesenvitrine im Eingangsbereich. Hinzu kommt die Schuh-Muster-Kollektion der Fabrik Salamander mit über 4.000 Paaren, die 2018 aus Kornwestheim übergeben wurde und in Auswahl ausgestellt ist. Das Pfälzische Sportmuseum befindet sich im oberen Stockwerk des Hauses.

Das Museum ist von März bis November täglich von 9.30 bis 17 Uhr geöffnet, auch sonn- und feiertags; im Februar von 13 bis 16 Uhr, im Dezember und Januar bleibt es geschlossen, ist aber telefonisch erreichbar (Stand Oktober 2026, Öffnungszeiten laut Museum). Pfälzerwald-Card und Rheinpfalzcard geben nach Angaben des Museums eine Ermäßigung; die Eintrittspreise nennt die Museumsseite.

Alte Schusterwerkbank mit Leisten, Lederstücken und Handwerkszeug
Schuhhandwerk Werkbank eines Schuhmachers. Symbolbild

Seit wann gibt es die Schuhindustrie in Hauenstein?

Erstmals erwähnt wird Hauenstein 1345 in einer Urkunde zur pfälzischen Kirchengeschichte. Die Schuhfertigung prägte das Dorf vom ausgehenden 19. Jahrhundert an: Nach dem Vorbild des rund 20 Kilometer entfernten Pirmasens, wo 1857 die erste Fabrik entstand, eröffneten die Brüder Carl-August und Anton Seibel 1886 die erste Hauensteiner Schuhfabrik. Schon 1890 machte sich Anton Seibel mit einer zweiten selbstständig, zahlreiche Unternehmer folgten. Bis 1914 gab es 14 Fabriken mit 1.140 Beschäftigten, den Höchststand erreichte der Ort 1961 mit 36 Fabriken. Danach war der Boom zu Ende, und nur eine einzige Schuhfabrik hat bis heute überdauert.

Dass der Ort das Erbe sichtbar macht, zeigt sich im Besucherangebot: Die Gläserne Schuhfabrik bietet nach einem Nachschlagewerk eine Schauproduktion zum Mitmachen, und nach Angaben des Museums erlaubt ein Kombiticket neben dem Museum auch den Eintritt in das Besucher- und Erlebniszentrum der Josef Seibel Schuhfabrik. Nachschlagewerke nennen rund ein Dutzend Geschäfte mit mehr als einer halben Million Paar Schuhen und etwa 40 verkaufsoffene Sonntage von März bis Oktober; diese Seite empfiehlt keinen der Betriebe, aber die Zahl erklärt, warum an Sonntagen viel Betrieb im Ort herrscht.

Welche Felsen und Aussichtspunkte liegen am Ort?

Auf der Gemarkung liegen acht Naturdenkmale, darunter der Neding mit Felsentor und Nedingfelsen, der Burghalder, der Backelstein und der Kreuzfelsen mit Aussichtspunkt. Die nördliche Ortseinfahrt führt durch einen großen Felsdurchbruch, den die Karten schlicht „Der Felsen“ nennen. Die Ruine der Burg Backelstein ist Denkmalzone, von ihr haben Reste der mittelalterlichen Wehranlage überdauert. Hauenstein gehört außerdem zum Klettergebiet Pfälzer Wald; zu Felsen und Kletterregeln siehe die Seiten Felsen der Pfalz und Klettern in der Pfalz. Sperrungen, Brutzeiten und Regeln für einzelne Felsen legen die zuständigen Stellen fest; verbindlich sind deren aktuelle Angaben, nicht die Beschreibung auf dieser Seite.

Im Süden der Gemarkung stehen vier Rittersteine. Der Stein 214 markiert den Ursprung der Queich, der Stein 218 erinnert an ein karolingisches Gehöft, das im Paddelweiher versunken sein soll, und der Stein 220 an die frühmittelalterliche Holzburg Backelstein. Der Paddelweiher ist ein Ausflugsziel am Ortsrand.

Welche Wanderungen beginnen in Hauenstein?

Der Ort bezeichnet sich als Urlaubsregion mitten im Wasgau-Felsenland und nennt sieben zertifizierte Premiumwanderwege sowie fünf Hauensteiner Schuhwanderwege, darunter den Schusterpfad und den Zwicktritschenweg. Spazierwanderwege lassen sich laut Gemeinde innerhalb eines Vormittags oder Nachmittags gehen und haben nur wenige moderate Steigungen. Durch Hauenstein führt der Prädikatsweg Pfälzer Waldpfad von Schweigen-Rechtenbach nach Kaiserslautern, ergänzt durch eine Nebenroute des Pälzer Keschdewegs. Eine Einordnung der Landschaft bietet die Seite zum Wasgau.

Zu Hütten im Wald zählen das Wanderheim Dicke Eiche im äußersten Süden und die Paddelweiher-Hütte; Öffnungszeiten stehen im Verzeichnis der Pfälzerwald-Hütten und auf den Seiten der Gemeinde. Mountainbiker nutzen die Strecken 11 und 12 des Mountainbikeparks Pfälzerwald, vor Ort bieten Trail-Guides Touren an. Radfahrer starten am Queichtalradweg nach Germersheim oder folgen dem Pirminius-Radweg von Wilgartswiesen nach Hornbach. Für Badegäste gibt es das Wasgaufreibad, das die Gemeinde als eines der schönsten Freibäder der Pfalz beschreibt; es ist ein Sommerziel mit Felspanorama.

Welche Feste und Kultur gibt es?

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen zählen das Frühlingsfest, der Faschingsumzug, das Sommernachtsfest der Pfadfinder, das Waldfest des Musikvereins, die Kerwe und der deutsch-französische Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt. Die Initiative „Kultur im Dorf“ organisiert Konzerte, Lesungen, Kabarett und historische Vorträge; der Eintritt ist meist frei, um eine Spende wird gebeten. Das genaue Programm steht im Veranstaltungskalender auf hauenstein.de. Feste mit Termin für 2027 hatte die Gemeinde im Oktober 2026 nicht veröffentlicht.

Weinfeste gibt es in Hauenstein nicht; die Gemeinde verweist auf Pfälzer Wein in der Gastronomie. Wer die Weinstraße verbinden will, findet im Weinfest-Kalender Termine im Osten.

Wie kommt man nach Hauenstein?

Die B 10 führt knapp nördlich am Ort vorbei und verbindet Pirmasens mit Landau. Parallel verläuft die 1875 eröffnete Bahnstrecke Landau–Rohrbach. Der historische Bahnhof Hauenstein am nordwestlichen Ortsrand ist zum Haltepunkt zurückgestuft; der 2010 eröffnete Haltepunkt Hauenstein Mitte liegt auf der Gemarkung der Nachbargemeinde Wilgartswiesen. Wer aus Richtung Weinstraße kommt, steigt in Landau um; Hinweise zum Netz geben die Seite Mit Bus und Bahn durch die Pfalz. Wer mit dem Rad unterwegs ist, kann das Fahrrad in den Regionalzügen der Strecke in der Regel mitnehmen; an Wochenenden im Sommer lohnt es sich, etwas früher am Bahnsteig zu sein.

Mit dem Auto biegen Sie von der B 10 auf die Landesstraße 495 ab, die durch den Ort bis Völkersweiler führt. Wohnmobilstellplätze gibt es am Schuhmuseum, im Winterhalbjahr sind dort allerdings Ver- und Entsorgungsanlagen abgestellt. Übernachtungsmöglichkeiten bietet der Hub Übernachten.

Für die Planung gilt: Das Museum ist von März bis November täglich offen, im Winter dagegen kaum; Wanderungen sind dafür das ganze Jahr möglich,; die Öffnungszeiten der Hütten schwanken dagegen je nach Jahreszeit und Betreiber. Ein Tag lässt sich gut aufteilen, vormittags das Museum, nachmittags ein Spazierweg zu Neding oder Backelstein. Wer die Felsen sicher begehen will, informiert sich vorab über die Markierungen auf der Seite zu Wegmarkierungen und Wanderkarten; bei Regen sind die Buntsandsteinstufen rutschig.

Unterkunft & Camping in der Pfalz

Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.

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Häufige Fragen zu Hauenstein

Wie viele Einwohner hat Hauenstein?

Zum 31. Dezember 2024 waren es 3.541 Einwohner. Hauenstein ist die fünftgrößte Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz.

Wie groß ist der größte Schuh der Welt?

Er misst 7,14 Meter in der Länge und 4,20 Meter in der Höhe und wiegt rund 1.500 Kilogramm. Das Guinness-Buch der Rekorde führt ihn seit 2008, im Schuhmuseum steht er seit 2022.

Wann hat das Schuhmuseum geöffnet?

Von März bis November täglich 9.30 bis 17 Uhr, im Februar 13 bis 16 Uhr, im Dezember und Januar geschlossen. Die aktuellen Zeiten stehen auf der Seite des Museums.

Wo entspringt die Queich?

Am Südrand der Gemarkung von Hauenstein; ein Ritterstein mit der Nummer 214 markiert den Queich-Ursprung. Der Queichtalradweg beginnt im Ort und führt bis Germersheim.

Gibt es einen Bahnhof?

Ja, den Haltepunkt Hauenstein am Ortsrand und den Haltepunkt Hauenstein Mitte, der auf Wilgartswieser Gemarkung liegt. Beide Halte sind an der Strecke Landau–Rohrbach.

Quellen: Deutsches Schuhmuseum Hauenstein: Öffnungszeiten; Deutsches Schuhmuseum Hauenstein; Ortsgemeinde Hauenstein: Gästeinfo; Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Bevölkerung 31.12.2024); Wikipedia: Hauenstein (Pfalz). Stand: Oktober 2026.