Pfalz.info

Bereiche · entlang der Route

  1. Wein & Weinstraße
  2. Wandern & Pfälzerwald
  3. Burgen & Felsen
  4. Städte & Orte
  5. Camping & Unterkünfte
  6. Feste & Kulinarik
  7. Reiseplanung
  8. Land & Leute

km 0 Bockenheim Schweigen km 85

Städte & Orte

Landstuhl: Sickingenstadt am Westrand des Pfälzerwalds

Sickingenstadt zwischen Burgruine und Moorniederung

Stand: · 7 Min. Lesezeit

Burgruine auf bewaldetem Hügel über einer Kleinstadt, feuchte Wiesen im Vordergrund
Landstuhl Burgruine über Stadt und Bruch. Symbolbild

Kurz gesagt

Landstuhl ist die Sickingenstadt am Westrand des Pfälzerwalds, mit rund 8.300 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis Kaiserslautern. Über der Stadt liegt die Ruine der Burg Nanstein, in der Franz von Sickingen 1523 starb. Dazu kommen eine kleine Altstadt, die Burgspiele im Sommer, das Landstuhler Bruch als Moorlandschaft und die Lage an der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken.

Wo liegt Landstuhl und was macht die Lage aus?

Landstuhl liegt an der Sickinger Stufe, die zwei unterschiedliche Naturräume verbindet: im Norden die überwiegend trockengelegte Westpfälzische Moorniederung, das Landstuhler Bruch, im Süden die Sickinger Höhe. Der Ort sitzt im Einschnitt des Hembachs, der über den Mohrbach zum Glan fließt. Im Süden erheben sich der Kahlenberg mit 462 Metern und der Hörnchenberg mit 453 Metern.

Die Lage erklärt die historische Bedeutung. Hier verläuft seit jeher einer der wenigen Wege zwischen Rhein und Saar, den die Ludwigsbahn 1849 aufnahm. Die Stadt liegt rund 20 Kilometer westlich von Kaiserslautern und kann deshalb auch als Ausflugsziel von dort betrachtet werden. Zur Westpfalz als Landschaft siehe die Seite Westpfalz; Landstuhl selbst ist keine Weinstadt, Reben wachsen hier nicht.

Der Name geht auf einen Königshof zurück: Der Königshof Nannenstul wird gemeinsam mit dem Königshof Lutera um das Jahr 850 im Lorscher Reichsurbar erwähnt. Um 1160 ließ Kaiser Barbarossa auf dem Berg südlich des Ortes die Burg Nanstein bauen; eine Ringmauer umschloss Burg, Ort und Bürglin. 1326 wird Landstuhl erstmals als Stadt genannt.

Wer war Franz von Sickingen, und was hat er mit der Burg zu tun?

Franz von Sickingen war ein Reichsritter aus dem Geschlecht, dem Landstuhl seit dem Ende des 15. Jahrhunderts gehörte. Nach seiner Niederlage im Pfälzischen Ritteraufstand zog er sich auf die Burg Nanstein zurück, wurde dort 1523 bei der Belagerung durch den Erzbischof von Trier, den Pfalzgrafen bei Rhein und den Landgrafen von Hessen schwer verwundet und starb. Die Burg wurde 1689 von französischen Truppen zerstört.

Die Ruine ist heute staatlich betreut; Eintritt, Öffnungszeiten und winterliche Schließungen bei Glätte beschreibt die Seite Burg Nanstein. Auf der Burg finden im Sommer die Burgspiele statt, eine Aufführung der Heimatfreunde Landstuhl e. V. („Das etwas andere Theater“). Die Spielzeit 2025 lief vom 21. Juni bis zum 30. August mit dem Stück „Scaramouche“ und einer Sommerpause; Termine für 2026 und 2027 nennt die Seite der Verbandsgemeinde nicht, aktuelle Angaben stehen beim Veranstalter. Außerdem bietet die Verbandsgemeinde, wie ihre Startseite ankündigt, Taschenlampenführungen auf der Burg an.

Altstadtgasse mit Steinhäusern, die zu einem Kirchturm führt
Altstadt Gasse zum Kirchturm. Symbolbild

Wie entwickelte sich die Stadt nach Sickingen?

Von 1798 bis 1814 war Landstuhl unter französischer Verwaltung Sitz eines gleichnamigen Kantons und einer Mairie, zu der auch Bann und Kindsbach gehörten. Danach kam der Ort an das Königreich Bayern und gehörte von 1818 bis 1862 zum Landkommissariat Homburg, aus dem ein Bezirksamt wurde. Als 1920 der Bezirk mit Homburg dem neuen Saargebiet zugeschlagen wurde, wechselte Landstuhl in das neu gebildete Bezirksamt Kaiserslautern und war bis 1938 Sitz einer Außenstelle. Seit 1939 ist der Ort Sitz des Landkreises Kaiserslautern, ab 1972 auch der Verbandsgemeinde Landstuhl.

Dieser Verlauf zeigt, warum die Stadt eine Brücke zwischen Pfalz und Saarland ist: Die Grenze von 1920 verlief nur wenige Kilometer westlich. Heute haben in der Stadt unter anderem ein Klinikverbund und eine Genossenschaftsbank ihren Sitz. Zur Saarpfalz, die bis 1919/1920 zur bayerischen Pfalz gehörte und heute zum Saarland zählt, siehe die Seite Pfalz oder Rheinland-Pfalz?.

Was gibt es in der Stadt außer der Burg?

Die Verbandsgemeinde beschreibt auf ihrer Seite einen Altstadtrundgang durch Landstuhl. Zu den Denkmälern gehört die Alte Kapelle, der erhaltene Chor der ehemaligen mittelalterlichen Kirche St. Andreas. Aus römischer Zeit stammen die Sickinger Würfel, Reste eines Säulengrabmals aus dem 2. Jahrhundert. Auf dem Kirchberg westlich der Stadt steht der 19 Meter hohe Bismarckturm, den der Industrielle Carl Ferdinand von Stumm-Halberg 1900 stiftete. Als Denkmalzonen sind der Alte Friedhof aus dem 18. und 19. Jahrhundert und der Jüdische Friedhof ausgewiesen; unter den Einzelobjekten befindet sich die Villa Benzino.

Die Stadt ist Heimat des Fanfarenzugs „Sickinger Herolde“ und des Kindertheaters, das 2011 einen Mundartpreis gewann. Auf dem Kirchberg liegt außerdem das Landstuhl Regional Medical Center, ein Militärkrankenhaus der US-Streitkräfte, das als größte Einrichtung dieser Art außerhalb der USA gilt. Es ist kein Besucherziel, prägt aber den Kirchberg und erklärt die Verbindung der Stadt zur Kaiserslautern Military Community.

Welche Natur gibt es rund um Landstuhl?

Im Stadtgebiet gibt es sechs Naturdenkmale, darunter die Mammutbäume zwischen Landstuhl und Langwieden, die der Oberförster Schütz 1868 für den Freiherrn von Stumm pflanzte. Sie gehören mit mehr als 41 Metern Höhe und über 2 Metern Stammdurchmesser zu den höchsten Bäumen in Rheinland-Pfalz.

Die Naturschutzgebiete Moorwiesen-Ringgasser Bruch und Östliche Pfälzer Moorniederung liegen teilweise auf der Gemarkung. Das Landstuhler Bruch ist eine offene, flache Landschaft. Wanderer finden die Nordroute der Pfälzer Jakobswege, den Fernwanderweg Franken-Hessen-Kurpfalz mit rotem Kreuz und den Saar-Rhein-Wanderweg mit schwarzem Punkt auf weißem Balken; für Radfahrer führt der Sickinger Mühlenradweg durch die Stadt. Landstuhl ist außerdem nördlicher Endpunkt eines Mühlenwegs im Wallhalbtal. Für Ziele im Pfälzerwald selbst eignet sich ein Ausflug zur Karlstalschlucht bei Trippstadt, die zur selben Verbandsgemeinde gehört.

Südlich der Stadt beginnt die Sickinger Höhe, die Nordspitze der Westricher Hochfläche. Sie erhielt ihren Namen von den Herren von Sickingen, denen große Teile des Gebiets gehörten. Die hügelige Hochfläche liegt zu etwa einem Drittel im Landkreis Kaiserslautern und zu zwei Dritteln im Landkreis Südwestpfalz und fällt an der Sickinger Stufe in bewaldeten Stufen steil zum Landstuhler Bruch ab. Wer von Landstuhl aus wandert, bewältigt deshalb auf kurzer Strecke einen deutlichen Höhenunterschied; dafür bieten sich oben weite, offene Ausblicke ins Westrich. Im Süden geht die Höhe fast unmerklich ins Zweibrücker Hügelland über, wo Zweibrücken liegt.

Welche Feste und Veranstaltungen gibt es?

Die Stadt betreibt einen Veranstaltungsbereich auf der Seite der Verbandsgemeinde, in dem Konzerte, Theater und Märkte stehen. Unter „Musik, Kunst, Theater“ führt die Verbandsgemeinde außerdem die Stadthalle und die Naturbühne am Falkenstein. Auf der Seite ist außerdem ein „Celebramus“-Festumzug aus dem Jahr 2023 dokumentiert.

Ein festes Datum für 2027 war im Oktober 2026 nicht veröffentlicht. Wer Termine sucht, nutzt den Veranstaltungskalender auf landstuhl.de.

Wie kommt man mit Bahn und Auto nach Landstuhl?

In Landstuhl zweigt die Bahnstrecke nach Kusel von der Strecke Mannheim–Saarbrücken ab, die aus der Ludwigsbahn von 1849 hervorging. Am Bahnhof halten nach Angaben des Nachschlagewerks unter anderem die S-Bahn-Linien S1 und S2 der S-Bahn RheinNeckar sowie Regional-Express-Züge; Intercity-Halte sind selten geworden. Die Fahrt von Kaiserslautern dauert nach unserer Einschätzung rund zehn Minuten (Fahrplan prüfen). Für die Reise nach Kusel steigen Sie in Landstuhl um. Hinweise zum Netz bietet die Seite Mit Bus und Bahn durch die Pfalz.

Mit dem Auto erreichen Sie die Stadt über die A 6 und die A 62; das Autobahnkreuz Landstuhl-West liegt bereits auf der Gemarkung von Ramstein-Miesenbach, südlich der Stadt durchquert die A 62 den Hörnchenbergtunnel. Zufahrt und Parken zur Burg beschreibt die Seite zur Burg.

Unterkunft & Camping in der Pfalz

Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.

  • Weingut & Gästezimmer

    Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.

    Übernachten beim Winzer
  • Hotel & Ferienwohnung

    Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.

    Hotels in der Pfalz
  • Camping & Wohnmobil

    Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.

    Camping in der Pfalz

Hotels in der Pfalz vergleichen Partnerlink zu reise.de

Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zu Landstuhl

Wie viele Einwohner hat Landstuhl?

Zum 31. Dezember 2024 waren es 8.332 Einwohner. Damit ist Landstuhl die bevölkerungsreichste Stadt im Landkreis Kaiserslautern.

Warum heißt Landstuhl Sickingenstadt?

Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts gehörte der Ort dem Geschlecht der von Sickingen, deren bekanntestes Mitglied Franz von Sickingen war. Er starb 1523 nach der Belagerung der Burg Nanstein.

Wann wurde die Burg Nanstein zerstört?

1689 durch französische Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Von der Anlage ist eine Ruine erhalten, die Sie nach den Regeln der Seite zur Burg besichtigen können.

Wie hoch sind die Mammutbäume?

Mehr als 41 Meter bei über 2 Metern Stammdurchmesser. Sie wurden 1868 gepflanzt und gelten als Naturdenkmal.

Gibt es in Landstuhl Weinbau?

Nein, die Stadt liegt in der Westpfalz weit von den Weinanbaugebieten. Pfälzer Wein finden Sie an der Deutschen Weinstraße, wie auf der Seite zur Deutschen Weinstraße beschrieben.

Kommt man von Landstuhl mit dem Zug nach Kusel?

Ja, in Landstuhl zweigt die Strecke nach Kusel von der Hauptstrecke Mannheim–Saarbrücken ab, die Fahrt endet am Bahnhof Kusel. Prüfen Sie vor der Reise den Fahrplan, weil der Takt auf der Nebenstrecke geringer ist.

Quellen: Verbandsgemeinde Landstuhl: Burgspiele; Verbandsgemeinde Landstuhl: Sickingenstadt Landstuhl; Verbandsgemeinde Landstuhl: Veranstaltungen; Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Bevölkerung 31.12.2024); Wikipedia: Landstuhl. Stand: Oktober 2026.