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Städte & Orte

Laumersheim: Stadtrechte 1364, Schloss der Herren von Flörsheim und die Palmenkapelle

Winzerort im Leiningerland mit Weinbau seit 769, Stadtrechten von 1364, Schloss der Herren von Flörsheim, Chorturmkirche St. Bartholomäus und der Palmenkapelle

Stand: · 8 Min. LesezeitTermine geprüft am Weinbau seit 769 · Stadtrechte 1364

Mandelbäume in rosa Blüte am Rand eines Weinbergs an einem sanften Hang, klarer blauer Himmel im Vorfrühling
Mandelblüte Mandelblüte am Weinberg. Symbolbild

Kurz gesagt

Laumersheim liegt im Landkreis Bad Dürkheim in der Verbandsgemeinde Leiningerland. Der Ort erscheint 769 und 774 in den Urkundenbüchern der Klöster Lorsch und Weißenburg, die schon damals Weinbau erwähnen. 1364 erhielt er mit kaiserlicher Erlaubnis Stadtrechte, gehörte später zum Hochstift Worms und zur Kurpfalz und besaß ein Schloss. Die Denkmalzone des Ortskerns, die Kirche St. Bartholomäus mit spätgotischem Chorturm und die Heiligkreuz-Kapelle auf dem Palmberg prägen das Winzerdorf.

Wo liegt Laumersheim?

Laumersheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim und liegt im Nordwesten der Metropolregion Rhein-Neckar. Der Winzerort gehört zur Verbandsgemeinde Leiningerland, die 2018 aus den Verbandsgemeinden Grünstadt-Land und Hettenleidelheim hervorging. Der Name Leiningerland erinnert an die Grafen von Leiningen; Weinorte der Gegend an der Deutschen Weinstraße stellt die Seite zur Weinstraße vor.

Nachbarn sind Großkarlbach, mit dem eine Straße den Ort verbindet, und weitere Winzerorte der Vorderpfalz. Südlich des Dorfes erhebt sich der Palmberg, auf dem die Heiligkreuz-Kapelle steht.

Was belegen die Urkunden von 769 und 774?

In den Urkundenbüchern der Klöster Lorsch und Weißenburg wird 769 und 774 Weinbau in Laumersheim erwähnt. Damals hieß der Ort Luitmaresheim, das Heim eines fränkischen Siedlers namens Luitmar, auf den die Gründung zurückgeht. Der Ortsname folgt damit dem Muster der Dörfer auf „-heim“, die in fränkischer Zeit an der Haardt entstanden. Mehr zum Weinbau in dieser Epoche steht auf der Seite Weinbaugeschichte der Pfalz. Besitz in Laumersheim hatten neben den Bischöfen von Worms die Klöster Weißenburg, Lorsch, Kleinfrankenthal, Limburg und Höningen sowie das Andreasstift in Worms; das Kloster Nonnenmünster unterhielt einen Klosterhof.

1190 hatte Pfalzgraf Konrad von Staufen hier Besitz. 1387 sind in den Urkunden zur pfälzischen Kirchengeschichte Weingärten auf dem Kirchgarten erwähnt. Ein Ortsadel ist vom 12. bis zum 16. Jahrhundert belegt.

Warum bekam Laumersheim 1364 Stadtrechte?

Mit kaiserlicher Erlaubnis erhielt Laumersheim 1364 Stadtrechte, verbunden mit der Genehmigung zur Befestigung und zur Abhaltung eines Wochenmarktes. Das Dorf gehörte damals zum Hochstift Worms, dem weltlichen Herrschaftsgebiet des Bischofs von Worms. Die Stadtrechte gingen zu Beginn des 15. Jahrhunderts wieder verloren. Die Stadt Worms und ihre Rolle als Bischofssitz stellt die Seite Worms vor.

1419 wurde Laumersheim durch einen Vergleich zwischen dem Hochstift Worms und der Kurpfalz zum Gemeinschaftsbesitz beider. Hochstift und Kurpfalz unterhielten hier eine gemeinsame Zollstätte. Wie die Kurpfalz ihr Gebiet verwaltete, erklärt die Seite Kurpfalz. 1689 zerstörten französische Truppen den Ort. Später gehörte Laumersheim wieder allein dem Hochstift Worms.

Blühende Wiese mit Margeriten und Klee auf einer sanften Anhöhe, ein Weißdornstrauch, blauer Himmel mit Quellwolken
Blumenwiese Blumenwiese. Symbolbild

Was war das Laumersheimer Schloss?

Seit dem 14. Jahrhundert war Laumersheim Sitz der Herren von Flörsheim, die hier eine ehemals wormsische Wasserburg besaßen. Die Kurpfalz vergab die Burg später an die ansässigen Adelsgeschlechter. Die Grafen von Oberndorf bauten sie 1783 zum Schloss um.

Erhalten sind Reste: In der Hauptstraße 35 steht ein barocker Mansardwalmdachbau des 18. Jahrhunderts mit einer repräsentativen Torfahrt von 1724. Vom Vorgängerbau zeugen eine Bauinschrift, ein Wappen, Reliefbüsten und Putten von 1550 sowie ein Wappenrelief von 1492. In der Burgstraße 4 ist ein Renaissance-Hoftor um 1600 erhalten, an Nr. 9 steht ein Hoftorpfeiler aus Sandstein, der 1587 bezeichnet ist. „Bezeichnet“ heißt, dass die Jahreszahl am Bau selbst eingemeißelt ist. Die Burgen der Region beschreibt die Seite Burgengeschichte.

Was ist die Kirche St. Bartholomäus?

Die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus in der Hauptstraße 30 hat einen spätgotischen Chorturm aus dem 14. Jahrhundert, der 1746 aufgestockt wurde, und einen spätbarocken Saalbau von 1721. Neben dem Portal steht ein Sandsteinkruzifix aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Als Kapelle ist die Kirche schon 1258 belegt, 1316 wird sie erneut erwähnt. Sie stand unter dem Patronat des Klosters Kirschgarten bei Worms. Ein Chorturm ist ein Turm, in dessen Erdgeschoss der Altarraum liegt.

Eine reformierte Pfarrei bestand von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Dreißigjährigen Krieg und dann wieder. Die katholische Pfarrei wurde aus Berghaselbach nach Laumersheim verlegt. Die protestantische Kirche in der Hauptstraße 4 ist ein Saalbau in barockisierendem Heimatstil, der 1951 bis 1953 nach Plänen des Frankenthaler Architekten Hans Buch entstand. Wie sich die Konfessionen in der Pfalz verteilen, erklärt die Seite Religion.

Was verbirgt sich hinter der Palmenkapelle?

Auf dem Palmberg innerhalb der Laumersheimer Gemarkung lag einst das Dorf Berghaselbach. Es kam 1565 in kurpfälzischen Besitz und war schon 1733 wüst, also verlassen. An der Stelle des verschwundenen Ortes steht die katholische Kapelle zum Heiligen Kreuz, auch Palmenkapelle genannt, ein alter Wallfahrtsort. Die Kapelle ist ein achteckiger Zeltdachbau von 1722 und liegt südlich des Ortes.

Von Berghaselbach blieb nur die Kapelle; die Pfarrei zog nach Laumersheim um. Wege durch die Weinberge der Gegend beschreibt die Seite Weinwanderungen.

Was umfasst die Denkmalzone Ortskern?

Die Denkmalzone umfasst den historischen Ortskern um die katholische Kirche: Burgstraße 1 bis 5, Hauptstraße 17a bis 37 und 22 bis 40 sowie Mühlstraße 1 bis 11 und 2 bis 12 und 30 bis 44. Zu ihr gehören das ehemalige Schloss, Schulhäuser, das Rathaus sowie Wohn- und Wirtschaftsbauten des 17. bis 20. Jahrhunderts.

Das Rathaus in der Hauptstraße 32 ist ein spätklassizistischer Walmdachbau von 1843, aufgestockt 1862. Das Gasthaus „Zur Krone“, früher „Zum Löwen“, in der Hauptstraße 24 ist eine spätbarocke Hofanlage der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts; im Giebel sitzt ein Renaissancefenster als wiederverwendeter Stein, in der Torfahrt steht eine Löwenskulptur, und eine Tür im umgebauten Wirtschaftsbau trägt die Jahreszahl 1746. Das Gasthaus „Zum weißen Lamm“ in Nr. 38 hat einen Kern des 16. oder 17. Jahrhunderts, wurde im 18. Jahrhundert überformt und besitzt einen spätklassizistischen Anbau mit Tanzsaal.

Reifendes Weizenfeld in der Rheinebene an einem warmen Sommerabend im langen goldenen Licht, ferne Baumreihe
Weizenfeld Weizenfeld in der Rheinebene. Symbolbild

Bei den Hakenhöfen, den Hofanlagen mit winkelförmig angeordneten Gebäuden, ragen Hauptstraße 19 und 40 heraus. Nr. 19 ist ein spätbarocker Putzbau mit Fachwerk des 18. Jahrhunderts, Nr. 40 ein Krüppelwalmdachbau mit Fachwerk, der 1723 umgebaut wurde und im Kern älter ist. Das frühere katholische Schulhaus, Hauptstraße 25, ist ein eingeschossiger Krüppelwalmdachbau der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Hauptstraße 26 ein Eckwohnhaus mit spätbarockem Fachwerk des zweiten Drittels des 18. Jahrhunderts.

Die Hofanlage Mühlstraße 44 ist ein spätbarocker Krüppelwalmdachbau von 1773 mit einem Renaissance-Hoftor von 1613 und einem Gewölbekeller. In der Mühlstraße 1 gibt es eine spätbarocke Torfahrt von 1718. Torpfeiler von 1590 neben der Hauptstraße 48, eine Spolie von 1571 an Nr. 51 und ein barocker Volutenstein von 1733 an Nr. 55 ergänzen die Reihe datierter Einzelstücke. Ein Wegekreuz an der Hauptstraße 12 trägt auf dem Sockel die Jahreszahl 1730 als Chronogramm: Bestimmte Buchstaben der lateinischen Inschrift sind zugleich römische Zahlzeichen und ergeben zusammen die Zahl.

Welche Friedhöfe und Mühlen gibt es?

Der Gemeindefriedhof in der Friedhofstraße wurde 1884 erweitert. Dort stehen das Kriegerdenkmal für 1914 bis 1918, ein sterbender Soldat von 1929, das Kriegerdenkmal 1939 bis 1945 in Gestalt eines Adlers und das Familiengrabmal Meder und Hase mit einer klassizistischen Trauernden um 1910 bis 1920. Der katholische Friedhof an der Obersülzer Straße wurde 1882 angelegt und besitzt ein Neurenaissancetor, ein neugotisches Friedhofskreuz von 1882, Pfarrergräber und mehrere Grabmäler der Zeit um 1900.

Südlich des Ortes liegt die Weidenmühle; an einem Nebengebäude ist ein reliefierter Türsturz des 18. Jahrhunderts erhalten. Ein barockes Portal ist an der Schlossstraße 2 erhalten.

Was zeigt das Laumersheimer Wappen?

Das Wappen wurde am 4. Dezember 1924 vom Bayerischen Ministerium verliehen. Das obere Feld ist schwarz und mit goldenen Kreuzchen belegt; darin steht ein schräger silberner Schlüssel, das Symbol des Hochstifts Worms und zugleich der Himmelsschlüssel als Attribut des Petrus. Das Bistum Worms war Territorialherr über Laumersheim. Im unteren blauen Feld stehen ein sechsstrahliger Stern und ein Halbmond in Gold, als besondere Kennzeichen des Ortes.

Das Wappen hat eine sehr alte Tradition. Ein Gerichtssiegel im Staatsarchiv zeigt neben dem Schlüssel den Pfalzlöwen, weil das Amt Dirmstein mit Laumersheim gemeinschaftlich der Kurpfalz und dem Hochstift Worms gehörte. 1633 wurde das Wappen in Renaissance-Form im Gerichtssiegel erneuert. Ab 1753 gibt es ein drittes Siegel, auf dem der heilige Bartholomäus als Kirchenpatron den Laumersheimer Schild vor sich hält; der Pfalzlöwe ist darauf verschwunden, weil der Ort danach nur noch dem Hochstift Worms gehörte.

Wer war Johann Christian Eberle?

Johann Christian Eberle wurde am 3. Mai 1869 in Laumersheim geboren und starb am 7. Dezember 1937 in Dresden. Eberle erneuerte das deutsche Sparkassenwesen und begründete den bargeldlosen Zahlungsverkehr.

Was gibt es heute zu entdecken?

Laumersheim eignet sich für einen ruhigen Rundgang. Wer an der Kirche St. Bartholomäus beginnt, folgt der Hauptstraße vorbei an Rathaus, Gasthäusern und Hakenhöfen zu den Resten des Schlosses und findet in der Burgstraße die Renaissance-Tore. Von dort führt ein Weg in die Weinberge hinauf zur Heiligkreuz-Kapelle auf dem Palmberg. Der Kraut-und-Rüben-Radweg erschließt die Dörfer der Gegend mit dem Rad, und die Mühlen des Eckbachs beschreibt die Seite zu Großkarlbach.

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Häufige Fragen zu Laumersheim

Wann wurde Laumersheim erstmals erwähnt?

769 und 774 als „Luitmaresheim“ in den Urkundenbüchern der Klöster Lorsch und Weißenburg.

Wann bekam Laumersheim Stadtrechte?

1364 mit kaiserlicher Erlaubnis; sie gingen zu Beginn des 15. Jahrhunderts wieder verloren.

Wie alt ist die Kirche St. Bartholomäus?

Der spätgotische Chorturm stammt aus dem 14. Jahrhundert, der Saalbau von 1721; als Kapelle ist sie schon 1258 belegt.

Was ist die Palmenkapelle?

Die Heiligkreuz-Kapelle auf dem Palmberg, ein achteckiger Zeltdachbau von 1722 an der Stelle des verschwundenen Dorfes Berghaselbach.

Was zeigt das Wappen?

Den Schlüssel des Hochstifts Worms im oberen Feld sowie Stern und Halbmond im unteren.

Zu welcher Verbandsgemeinde gehört Laumersheim?

Zur Verbandsgemeinde Leiningerland im Landkreis Bad Dürkheim.

Passend dazu: Mit dem Nachbarort schloss Laumersheim im 15. Jahrhundert einen Burgfrieden; mehr zu Dirmstein.

Quellen: Ortsgemeinde Laumersheim: Historie; Ortsgemeinde Laumersheim; GDKE Rheinland-Pfalz: Denkmalverzeichnis Landkreis Bad Dürkheim. Stand: November 2026.