Städte & Orte
Leiningerland: Weinberge, Burgen und Täler im Norden
Historische Landschaft mit Burgen, Weinbergen und Eistal

Kurz gesagt
Das Leiningerland ist eine historische Landschaft im Nordosten der Pfalz mit rund 200 Quadratkilometern, benannt nach den Grafen von Leiningen. Es reicht vom Rand des Pfälzerwalds über die Weinberge nördlich von Bad Dürkheim bis in die Rheinebene. Bekannt sind die Burgen Altleiningen und Neuleiningen, der Eckbach, das Eistal und viele Weinorte.
Was ist das Leiningerland und wo genau liegt es?
Das Leiningerland ist eine historische Landschaft im Nordosten der Pfalz, die nach dem Adelsgeschlecht der Leininger benannt ist. Sie liegt überwiegend im Landkreis Bad Dürkheim und erstreckt sich über gut 20 Kilometer von Südwest nach Nordost, ungefähr von der Linie Ramsen–Carlsberg bis zur Linie Bockenheim–Dirmstein. Die Breite beträgt etwa 8 Kilometer.
Der Begriff beschreibt eine Region, keine Verwaltungsgrenze. Die Verbandsgemeinde Leiningerland entstand zum 1. Januar 2018 aus den Verbandsgemeinden Grünstadt-Land und Hettenleidelheim und umfasst den flächenmäßig größten Teil davon; die Stadt Grünstadt gehört nicht dazu, ist aber ihr Verwaltungssitz. Zum historischen Leiningerland zählt man außerdem die Gegend um Eisenberg, die heute im Donnersbergkreis liegt. Die Stadt selbst beschreibt die Seite zu Grünstadt; hier geht es um das Land drumherum.
Landschaftlich hat das Leiningerland Anteil an drei Räumen: den nordöstlichen Ausläufern des Pfälzerwalds im Westen, dem Grabenbruch mit dem Nordteil der Deutschen Weinstraße bei Grünstadt und der Tiefebene im Osten, wo bei Dirmstein die Rebenhänge in die Rheinebene übergehen. Das Klima reicht von gemäßigt und feucht im Mittelgebirge bis mild und trocken im Tiefland; an der Bruchstufe liegen fruchtbare Lössböden, in denen die Erosion Steilwände geschaffen hat, die als Naturdenkmäler und Biotope gelten.
Woher kommt der Name Leiningerland?
Der Name geht auf die Grafen von Leiningen zurück, ein vermutlich fränkisches Adelsgeschlecht vom oberen Eckbach. Ihre Stammburg Leiningen ist das heutige Altleiningen; der Eckbach hieß im Mittelalter Leinbach, nach dem „Leinbaum“, mit dem Spitzahorn oder Sommerlinde gemeint sein konnte.
Neben den Leiningern waren die Kurfürsten von der Pfalz und die Fürstbischöfe von Worms die wichtigsten Herren der Gegend. Große Zerstörungen brachte der Pfälzische Erbfolgekrieg (1689 bis 1697), in dem Truppen Frankreichs unter General Mélac die Region verwüsteten; auch die Stammburgen Altleiningen und Neuleiningen gingen in Flammen auf. Von 1816 bis nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Pfalz unter bayerischer Verwaltung, 1969 kam der Westteil zum neuen Landkreis Bad Dürkheim. Der Ort Dirmstein, der heute zum Leiningerland gerechnet wird, gehörte übrigens nie den Leiningern.

Welche Burgen und Orte sind im Leiningerland sehenswert?
Die Burgen Altleiningen und Neuleiningen sind die Wahrzeichen der Region; dazu kommen Reste der Burg Battenberg und der Emichsburg in Bockenheim. Weitere Ziele sind die Orte Dirmstein und Großkarlbach, das Kloster Höningen sowie das Eistal mit dem Eiswoog. Die Tourist-Information der Verbandsgemeinde nennt die Burgen, Museen, den Eiswoog, Dirmstein und Großkarlbach als Sehenswürdigkeiten.
- Altleiningen: Die Burg über dem gleichnamigen Ort ist teilweise restauriert und beherbergt eine Jugendherberge, ein Freibad im ehemaligen Burggraben und die Burgspiele Altleiningen. Im Ortsteil Höningen sind Bauteile des Augustiner-Chorherrenstifts St. Peter, der ehemaligen Lateinschule und die romanische Kirche St. Jacob erhalten.
- Neuleiningen: Die Burg liegt mitten im Ort, rund fünf Kilometer nordöstlich. Sie beherbergt das Museum im Burgturm zur Heimatgeschichte; das Museum an der Münze ergänzt es.
- Bockenheim: Am Nordende der Weinstraße stehen die Reste der Emichsburg; der Ort ist Standort des Hauses der Deutschen Weinstraße, das die Seite zum Bockenheim beschreibt.
- Dirmstein: Die Laurentiuskirche wurde 1742 bis 1746 nach modifizierten Plänen von Balthasar Neumann als Zweikirche für Katholiken und Protestanten unter einem Dach errichtet. Im Ortskern liegen drei schlossartige Herrenhäuser und zwei englische Gärten.
- Großkarlbach: Das Mühlenmuseum in der Dorfmühle wurde 2007 eröffnet; der Ort ist für das Kändelgassenfest bekannt.
- Eistal: Der Oberlauf des Eisbachs ist teilweise naturbelassen; Hauptattraktionen sind der sechs Hektar große Stausee des Eiswoogs und die Brücken der Eistalbahn.
Die Burgen werden hier nur genannt: Zugang, Öffnung und Geschichte erklärt die jeweilige Burg- oder Gemeindeseite. Allgemein zu den Burgen der Pfalz informiert der Hub Burgen und Felsen.
Welche Wanderwege gibt es im Leiningerland?
Drei Wege prägen die Region: der Leininger Burgenweg, der Eckbach-Mühlenwanderweg und der Leininger Klosterweg.
| Weg | Länge | Verlauf |
|---|---|---|
| Leininger Burgenweg | 22 km | Rundweg ab Neuleiningen, links über dem Eckbachtal bachaufwärts bis Nackterhof; benannt nach Neuleiningen, Altleiningen und Battenberg |
| Eckbach-Mühlenwanderweg | 23 km | entlang des Eckbachs von Südwest nach Nordost, vorbei an 23 ehemaligen Mühlen; 1997 geschaffen |
| Leininger Klosterweg | 16 km | verbindet seit 2015 die ehemaligen Klöster Höningen und Hertlingshausen |
Beim Burgenweg ist der Eckbach der rote Faden: Der Weg verläuft über dem Tal bachaufwärts, quert den Bach bei Nackterhof und kehrt nach einer weiteren Querung zum Ausgangspunkt zurück. Der Mühlenwanderweg wurde auf Initiative des Mühlenforschers Wolfgang Niederhöfer angelegt; in Altleiningen speist der 20-Röhren-Brunnen, der aus einem um 1600 in den Fels getriebenen Stollen versorgt wird, heute den Großteil des Wassers im oberen Eckbach. Einmal im Jahr, meist Anfang Oktober, wird die Landesstraße 395 durch das Eistal zum „Autofreien Eistal“ für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Wer weiter nach Süden wandern möchte, folgt dem Pfälzer Mandelpfad, der in Bockenheim beginnt.
Was hat das Leiningerland mit Wein zu tun?
Der Mittel- und Ostteil des Leiningerlandes ist stark vom Weinbau geprägt; die Weinberge gehören zum Weinanbaugebiet Pfalz. Im Sommerhalbjahr findet fast an jedem Wochenende irgendwo ein Fest statt, ob Kerwe, Jahrmarkt oder Weinfest. Überregional am bekanntesten ist das Kändelgassenfest in Großkarlbach, auch das Burg-Weinfest in Neuleiningen lockt viele Gäste.
Seit 1950 wird die Weingräfin des Leiningerlandes gewählt, die in den folgenden zwölf Monaten die Region bei Festen vertritt. Das Amt, bis 1985/86 „Weingräfin der Unterhaardt“ genannt, erinnert an die Gräfin Eva (1481 bis 1543), die im Bauernkrieg 1525 die Burg Neuleiningen vor der Zerstörung bewahrt haben soll. Bewerbungen für die Amtszeit 2027/28 nimmt die Verbandsgemeinde bis zum 30. November 2026 an. Wer Wein probieren möchte, findet südlich der Region in Freinsheim mit Stadtmauer und Rotweinwanderung ein Ziel.
Weitere feste Termine sind der Pfälzische Mundartdichterwettstreit, den Bockenheim seit 1953 jeweils im Oktober austrägt, und die Bockenheimer Mundarttage im Frühjahr. Der Marathon Deutsche Weinstraße wird nach Angaben der Literatur in geraden Jahren ausgetragen, mit Start und Ziel am Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim; Daten für 2028 lagen am 29.10.2026 nicht vor.
Wie komme ich ins Leiningerland und was ist Standort für Besuche?
Das Tor zur Region ist Grünstadt: Hier kreuzen sich Deutsche Weinstraße und Autobahn A 6. Die Regionalbahn führt von Neustadt über Freinsheim bis Grünstadt, weitere Züge fahren von Frankenthal und auf der Eistalbahn bis Ramsen. Mit dem Auto kommen Sie über die A 6 an; im Eistal führt die Landesstraße 395 von Asselheim nach Enkenbach.
Die Tourist-Information der Verbandsgemeinde Leiningerland hat montags bis donnerstags von 8:30 bis 13 und von 13:30 bis 16 Uhr geöffnet, freitags von 8:30 bis 13 Uhr, vom 1. Juli bis 31. Oktober 2026 freitags bis 15 Uhr und an Wochenenden von 10:30 bis 14:30 Uhr (Stand Oktober 2026); die Verbandsgemeinde ist unter 06359 8001-0 erreichbar. Eine zweite Anlaufstelle ist die Touristinformation im Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim. Eine Übersicht der Verbindungen im Land bietet die Seite zu Bus und Bahn in der Pfalz.
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Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.
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Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.
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Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.
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Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.
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Häufige Fragen zum Leiningerland
Ist das Leiningerland dasselbe wie die Verbandsgemeinde Leiningerland?
Nein. Das Leiningerland ist die historische Landschaft; die Verbandsgemeinde seit 2018 umfasst den größten Teil davon, aber nicht alles. Grünstadt ist Verwaltungssitz, gehört aber selbst nicht dazu.
Wie groß ist das Leiningerland?
Die Gesamtfläche beträgt knapp 200 Quadratkilometer. Es erstreckt sich über gut 20 Kilometer von Südwest nach Nordost bei etwa 8 Kilometern Breite.
Wer war Gräfin Eva?
Gräfin Eva (1481 bis 1543) soll 1525 im Bauernkrieg die Burg Neuleiningen vor der Zerstörung durch aufständische Bauern bewahrt haben. An sie erinnert das Amt der Weingräfin.
Wo kann ich im Leiningerland Informationen bekommen?
In der Tourist-Information der Verbandsgemeinde in Grünstadt und im Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim. Die Verbandsgemeinde führt Veranstaltungen, Unterkünfte und Ausflugsziele auf ihrer Tourismusseite, und der Tourismusverein „Leiningerland. Das Tor zur Pfalz“ ergänzt das Angebot.
Wo beginnt der Leininger Burgenweg?
Der 22 Kilometer lange Burgenweg beginnt nach der Beschreibung am Burg- und Weindorf Neuleiningen und führt oberhalb des Eckbachtals bachaufwärts zum Nackterhof. Benannt ist er nach den drei Leininger Burgen Neuleiningen, Altleiningen und Battenberg.
Quellen: Verbandsgemeinde Leiningerland; Verbandsgemeinde Leiningerland: Sehenswürdigkeiten; Leiningerland. Das Tor zur Pfalz e. V.; Stadt Grünstadt; Wikipedia: Leiningerland. Stand: Oktober 2026.