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Städte & Orte

Leinsweiler: Slevogthof und Weinberge

Kleines Weindorf mit Maler-Sommersitz und Burgruinen

Stand: · 7 Min. Lesezeit

Landhaus mit Terrasse am Hang über Weinbergen im goldenen Herbstlicht
Leinsweiler Landhaus über den Weinbergen. Symbolbild

Kurz gesagt

Leinsweiler ist ein kleines Weindorf mit rund 500 Einwohnern am Haardtrand, nordwestlich von Landau, und die kleinste Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Landau-Land. Bekannt ist es für den Slevogthof, den Sommersitz des Malers Max Slevogt, für das Rathaus mit Arkadenhalle von 1619, die Ruinen Neukastel und Anebos und die Lage am Pfälzer Weinsteig.

Wie sieht das Dorf aus und woher kommt der Name?

Leinsweiler liegt etwa neun Kilometer westlich von Landau am Haardtrand, wo die Weinberge in den Südteil des Pfälzerwalds übergehen, den man Wasgau nennt. Der Birnbach fließt durch den Ort. Nachbarn sind unter anderem Ranschbach, Ilbesheim, Eschbach und im Westen Annweiler am Trifels.

Der Name soll auf eine fränkische Freifrau namens Landswinda zurückgehen, der ein König den Ort zu Lehen gab; als „Lantsindewilare“ wird der Ort im Jahr 985 erwähnt, als er dem Kloster Weißenburg entzogen wurde. Die Besiedlung reicht weiter zurück, ein Faustkeil belegt die Altsteinzeit. Bis ins späte 18. Jahrhundert gehörte der Ort zu Pfalz-Zweibrücken, 1815 hatte er 400 Einwohner. 1988 wurde Leinsweiler im Wettbewerb der Deutschen Weinstraße als „Das schöne Winzerdorf“ ausgezeichnet.

Das Ortsbild bestimmen enge Gassen, gut erhaltene Fachwerkhäuser und das Rathaus an der Weinstraße 5 von 1619 mit seiner Arkadenhalle, daneben der Dorfbrunnen von 1581. Der Ortskern ist Denkmalzone. Die Gemeinde unterhält ein Büro für Tourismus im Haus des Gastes in der Hauptstraße 4. Unter den Arkaden wird traditionell am Samstag vor dem ersten Advent der Christbaum aufgestellt und geschmückt.

Was ist der Slevogthof?

Der Slevogthof, auch Schlossgut Neukastel genannt, ist der frühere Sommersitz des Malers Max Slevogt (1868–1932), der den Hof 1914 erwarb und bis zu seinem Tod mit Unterbrechungen dort lebte und arbeitete. Slevogt gehört zu den großen deutschen Impressionisten; er malte oft die Pfälzer Landschaft, und eine seiner Leidenschaften galt der Oper.

Der Hof war ursprünglich ein Versorgungshof der Burg Neukastel und wurde wie die Burg im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 zerstört. Ab 1828 baute man ihn wieder auf. Heute sieht man im Musikzimmer die von Slevogt ausgemalten Wände, auf denen er seine Lieblingsopern großflächig darstellte. Nach seinem Tod blieb der Hof im Besitz der Nachfahren, die ihn 2011 verkauften; er befindet sich heute in Privatbesitz. Das Haus lädt zu Ausstellungen, Konzerten und Lesungen ein, und zu den festen Terminen zählt das Adventswochenende „Neukastel glüht“ mit Kunsthandwerk und Kunstausstellung. Besichtigungen, Führungen und Eintritt regelt der Betreiber; aktuelle Angaben finden Sie auf der Website des Slevogthofs. Öffnungszeiten und Eintritt bitte vor dem Besuch dort prüfen.

Dorfstraße mit Fachwerkhäusern, Blumen an den Fenstern und kleinem Kirchturm
Dorfstraße Fachwerk an der Dorfstraße. Symbolbild

Was ist an der Martinskirche und im Ort sehenswert?

Die evangelische Martinskirche ist ein bedeutendes Kulturdenkmal. Nach Angaben der Gemeinde geht ihre Geschichte bis ins 7. oder 8. Jahrhundert zurück, als sie als Kapelle zum Hof der Ortsgründerin gestiftet wurde; im 13. Jahrhundert entstand der Saalbau mit spätgotischem Chor, Langhaus und Turm. Eine Sonnenuhr von 1596 und die Kirchenhofpforte aus dem 18. Jahrhundert zählen zu den Besonderheiten. Seit 1978 hat die Kirche eine Klais-Orgel, die bei den Leinsweiler Musikwochen erklingt.

Die Kirche liegt am Sternenweg, einem Pilgerweg, und ist im Sommer täglich bis 18 Uhr geöffnet (Stand Oktober 2026, Angabe der Gemeinde); einen Pilgerstempel gibt es im Büro für Tourismus. Weitere Wege führen aus dem Ort hinaus zu den Felsen am Westrand der Gemarkung, etwa Jungturm, Fensterfels und Münzfels. Im Gemeindegebiet liegen drei Naturdenkmale, darunter der Felsen der Burg Neukastel.

Welche Burgruinen liegen um Leinsweiler?

Auf der Gemarkung stehen drei Ruinen: Neukastel oberhalb des Slevogthofs, Anebos und Scharfenberg. Neukastel zählt nicht zur Trifelsgruppe, Anebos und Scharfenberg dagegen bilden zusammen mit der Reichsburg die Burgengruppe über Annweiler. Nach den Angaben der GDKE, die auf der Seite zur Reichsburg Trifels zitiert werden, sind die beiden Schwesterburgen ganzjährig und kostenfrei zugänglich. Der Annweilerer Burgenweg, ein zertifizierter Premiumweg von 7,7 Kilometern, verbindet sie.

Für Wanderer ist das praktisch: Wer von Leinsweiler aufsteigt, erreicht die Ruinen auf Waldwegen; der Aufstieg ist bergig, festes Schuhwerk ist ratsam, und Hin- und Rückweg sollten Sie auf markierten Wegen planen. Allgemeine Hinweise zu Burgen und Kindern enthält die Seite Burgen mit Kindern.

Ein weiterer Anlaufpunkt ist die Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben, wo nach Angaben der GDKE ein immersives Erlebnis „Slevogts Welt“ mit VR-Brille das Werk des Malers zeigt. Es dauert rund 15 Minuten und enthält unter anderem Slevogts Reise nach Ägypten 1914 und eine Panoramaansicht der Pfalz. Wer beide Orte verbinden möchte, plant einen Tag: vormittags der Hof in Leinsweiler, nachmittags die Villa, deren Seite Villa Ludwigshöhe Zeiten und Eintritt nennt.

Slevogt zählt zu den Malern, die die Pfalz als Motiv entdeckten. Der Hof nennt unter seiner Geschichte das Zusammenkommen mit Freunden und Künstlern. Musikalisch ist der Ort bis heute: Die Leinsweiler Musikwochen finden an der Orgel der Martinskirche statt.

Welche Weine wachsen in Leinsweiler?

Leinsweiler ist Winzerort mit der Einzellage Sonnenberg, zu der die Sublagen Rothenberg, Am Heiligen Bäumel und Sonnenberg gehören; sie ist Teil der Großlage Herrlich im Bereich Südliche Weinstraße. Die Lagen am Haardtrand liegen im Schutz des Pfälzerwalds. Zu den Rebsorten der Südpfalz zählen unter anderem Riesling und Burgunder; Hintergründe dazu bieten die Seiten Riesling und Grau-, Weiß- und Spätburgunder. Weingüter und Gastgeber finden Sie im Verzeichnis der Gemeinde unter „Unternehmen“; diese Seite nennt keine einzelnen Betriebe.

Weil der Ort klein ist, sind Probierstuben nicht ständig besetzt. Fragen Sie vorher an und lesen Sie die allgemeinen Hinweise auf der Seite zur Weinprobe in der Pfalz.

Welche Wanderwege führen durch Leinsweiler?

Durch den Ort verlaufen der Prädikatswanderweg Pfälzer Weinsteig und der Themenweg Pälzer Keschdeweg. Östlicher Endpunkt des vom Rehberg ausgehenden August-Becker-Wanderwegs ist die Gemeinde, im äußersten Westen kreuzt der Saar-Rhein-Wanderweg mit dem schwarzen Punkt auf weißem Balken die Gemarkung. Der Radweg Deutsche Weinstraße führt durch den Ort; mehr dazu auf der Seite zum Radweg Deutsche Weinstraße.

Eine Rundwanderung verbindet am besten Dorf, Slevogthof und die Ruine Neukastel mit einem Abstecher zu den Felsen. Für Wanderer, die die Burgen im Westen suchen, bildet der Ort einen sinnvollen Ausgangspunkt, weil Anebos und Scharfenberg nahe liegen. Der Weinsteig führt als markierter Fernwanderweg von Nord nach Süd am Haardtrand entlang, sodass sich Etappen mit Bus und Zug bequem verknüpfen lassen.

Wie kommt man nach Leinsweiler?

Leinsweiler hat keinen Bahnhof. Der Ort ist über die Buslinie 530 des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar angebunden, die von Landau kommt. Umsteigen können Sie am Hauptbahnhof Landau, Hinweise zum Nahverkehr gibt die Seite Mit Bus und Bahn durch die Pfalz. Mit dem Auto folgen Sie der Landesstraße 508, die in diesem Abschnitt die Deutsche Weinstraße ist; der Ort liegt zwischen Landau und Annweiler.

Wer übernachten möchte, findet im Hub Übernachten einen Einstieg. Die Gastgeberliste der Gemeinde zeigt Hotels, Ferienwohnungen und Ferienhäuser, die Sie direkt anfragen können.

Für die Reiseplanung gilt: Im Frühjahr, wenn die Mandelbäume entlang des Haardtrands blühen, und im Herbst zur Lese ist der Ort am lebendigsten; im Advent lockt „Neukastel glüht“ am Hof. Wann welche Jahreszeit sich lohnt, fasst die Seite zur besten Reisezeit zusammen. Da Leinsweiler wenige Einwohner und eine überschaubare Zahl an Gastbetrieben hat, sollten Sie an Wochenenden im Herbst früh buchen und Weingut-Besuche anmelden.

Unterkunft & Camping in der Pfalz

Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.

  • Weingut & Gästezimmer

    Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.

    Übernachten beim Winzer
  • Hotel & Ferienwohnung

    Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.

    Hotels in der Pfalz
  • Camping & Wohnmobil

    Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.

    Camping in der Pfalz

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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zu Leinsweiler

Wie viele Einwohner hat Leinsweiler?

Zum 31. Dezember 2024 waren es 507 Einwohner. Damit ist Leinsweiler die kleinste Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Landau-Land.

Wer war Max Slevogt?

Ein Maler des deutschen Impressionismus (1868–1932), der 1914 den Hof Neukastel erwarb. Im Musikzimmer finden sich seine Wandmalereien mit Opernszenen.

Kann man den Slevogthof besichtigen?

Der Hof ist seit 2011 in Privatbesitz und bietet Ausstellungen, Veranstaltungen und Führungen. Wann Besichtigungen möglich sind, erfahren Sie auf der Website des Hofes.

Welche Burgen liegen bei Leinsweiler?

Auf der Gemarkung stehen die Ruinen Neukastel, Anebos und Scharfenberg. Anebos und Scharfenberg gehören zur Trifelsgruppe.

Wann steht der Christbaum auf dem Dorfplatz?

Traditionell am Samstag vor dem ersten Advent, geschmückt wird er unter den Arkaden des Rathauses.

Quellen: Gemeinde Leinsweiler: Kirchen; Gemeinde Leinsweiler: Tourismus und Kultur; Gemeinde Leinsweiler: Veranstaltungen; Slevogthof: Geschichte; Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Bevölkerung 31.12.2024); Wikipedia: Leinsweiler. Stand: Oktober 2026.