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Meckenheim in der Pfalz: Römerfunde, Kurpfalz, Kirchen von 1748 und Weinbau
Vorderpfälzisches Weindorf mit Besiedlung seit der Jungsteinzeit: fränkisches Dorf um 500, 1287 zur Kurpfalz, zwei Kirchen von 1748 und über 200 Hektar Wein

Kurz gesagt
Meckenheim liegt in der Vorderpfalz östlich von Deidesheim, im Landkreis Bad Dürkheim. Das Dorf ist eine der ältesten Siedlungen der Gegend: Steinbeile aus der Jungsteinzeit, keltische Vorratsgruben, ein römisches Hausfundament mit einem Vier-Götter-Stein und zwölf Gräber der Merowingerzeit belegen Besiedlung über Jahrtausende. 1287 kaufte Pfalzgraf Ludwig II. den Ort, der damit zur Kurpfalz kam. Über 200 Hektar Weinberge und ein breiter Obst- und Gemüseanbau prägen die Gemarkung.
Wo liegt Meckenheim und wozu gehört es?
Meckenheim gehört zur Verbandsgemeinde Deidesheim und liegt östlich der Deutschen Weinstraße in der Rheinebene. Der Ort ist eine Weinbaugemeinde, die zugleich für Obst, Gemüse und Kartoffeln bekannt ist, vieles davon wird ab Hof verkauft. Felder, Weinberge und große Obstplantagen umgeben das Dorf, und mehrere Destillerien stellen Brände her, die über die Region hinaus bekannt sind. Die Verbandsgemeinde hat ihren Sitz in Deidesheim; mehr zum Weinstraßenabschnitt steht auf der Seite Mittelhaardt.
Welche Spuren hinterließen Jungsteinzeit, Kelten und Römer?
Die Gemarkung wurde früh besiedelt. Aus der Jungsteinzeit bis 2000 vor Christus stammen sechs Steinbeile. Aus der Bronzezeit von 2000 bis 800 vor Christus gibt es einzelne Funde, aus der Hallstattzeit zwischen 800 und 400 vor Christus Vorratsgruben der Kelten. Um 50 vor Christus wanderten die Nemeter ein.
Die Römerzeit dauerte in der Gegend von 50 vor Christus bis 406 nach Christus. Aus dieser Zeit sind in Meckenheim ein Hausfundament, weitere Funde und der Vier-Götter-Stein bekannt. Ein Vier-Götter-Stein ist ein Steinsockel, dessen vier Seiten Götterbilder tragen. Einen Überblick über Villen, Straßen und Funde der römischen Pfalz gibt die Seite Römer in der Pfalz.
Wie entstand das fränkische Dorf?
Um 500 entstand das fränkische Dorf Meckenheim. Aus der Merowingerzeit von 481 bis 751 sind zwölf Gräber mit Funden belegt. 768 wird in einer Urkunde die erste Schenkung aus Meckenheim an das Kloster Lorsch festgehalten; bald darauf folgten weitere Schenkungen an andere Klöster. Eine Zeittafel steht unten; die Klöster der Region beschreibt die Seite Klöster und Abteien.

Wer besaß Meckenheim im Mittelalter?
991 übernahm Herzog Otto Güter des Klosters Weißenburg in Meckenheim. Vor 1200 erhielt Werner II. von Bolanden Rechte über diese Weißenburger Güter. In den Jahren 1223, 1234 und 1236 erwarb das Domkapitel Besitz im Dorf. 1250 werden die Ritter von Meckenheim zum ersten Mal erwähnt.
1287 kaufte Pfalzgraf Ludwig II. Meckenheim; von da an gehörte der Ort zur Kurpfalz, die das Land links des Rheins über Jahrhunderte prägte (Kurpfalz). 1459 und 1460 brannten die Leininger das Dorf nieder. Die Einführung der Reformation folgte 1556, die Ägidiuskirche wurde 1585 neu gebaut.
Wie überstand Meckenheim Dreißigjährigen Krieg und die Kriege des 18. Jahrhunderts?
Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 brachte große Verwüstungen. 1641 hatten die Bewohner das Dorf verlassen. 1689 floh die Bevölkerung vor den Franzosen. Zwischen 1701 und 1763 führten vier große Kriege zu Verwüstungen und Plünderungen. In dieser Zeit fiel 1707 die Kirche bei der Kirchenteilung an die Katholiken, die Protestanten bauten in den Jahren 1747 und 1748 eine eigene Kirche.
Nach den Kriegen ordnete das Dorf seine Fluren neu: 1722 gab es eine Flurbereinigung. 1782 wurde die Nachtweide umgebrochen, 1789 begann die Pflasterung der Straßen. Zwischen 1791 und 1798 brachten die Revolutionskriege große Not und Schäden. Von 1793 bis 1814 war Meckenheim französisch, die großen Güter wurden versteigert. 1816 kam die Pfalz zu Bayern.
Was zeigen die beiden Kirchen von 1748?
Die katholische Kirche St. Ägidius im Kirchgarten ist ein spätbarocker Saalbau von 1748 mit einem zwiebelhaubenbekrönten Glockentürmchen. 1964 wurde sie erweitert. Ein Saalbau ist eine Kirche mit einem einzigen Raum ohne Seitenschiffe. Zum Pfarrhof an der Hauptstraße 96 gehören ein Walmdachbau mit sandsteingegliederter Fassade von 1721 und ein Kelterhaus, dessen Torgewände die Jahreszahl 1582 trägt; Kirche und früherer Kirchhof bilden zusammen mit dem Hof eine bauliche Gesamtanlage.
Die protestantische Kirche an der Hauptstraße 59 ist ebenfalls ein spätbarocker Saalbau mit Glockentürmchen und trägt die Jahreszahl 1748. Sie besitzt eine Walcker-Orgel von 1854. Das Portal wurde um 1925 von J. Brunner aus Neustadt als Kriegerdenkmal verändert. Zur Ausstattung gehören ein spätklassizistischer Kenotaph von etwa 1825 und zwei Grabplatten mit Wappenreliefs aus dem 18. Jahrhundert. Das protestantische Pfarrhaus an der Hauptstraße 52 ist ein großvolumiger Gründerzeitbau von 1885.

Welche Höfe und Tore stehen an der Hauptstraße?
Die Hauptstraße bewahrt Bauten aus drei Jahrhunderten. Ein Dreiseithof an der Hauptstraße 28 hat ein spätbarockes Wohnhaus mit Krüppelwalmdach und Fachwerk, das 1777 datiert ist, eine Toranlage von 1816 und eine Bruchsteinscheune mit einem Kern aus dem 18. Jahrhundert, die 1855 verändert wurde. Der Vierseithof an der Hauptstraße 50 hat ein Wohnhaus mit teils Zierfachwerk und einem Kern von 1700, daneben eine Toranlage mit Wappenstein von 1588 und einen Bogen von 1703.
Das Haus an der Hauptstraße 54 ist ein gründerzeitliches Wohnhaus von 1887 mit einem Kern aus dem 16. oder 17. Jahrhundert. Es hat eine Torfahrt von 1731, einen dreiteiligen Ladeneingang von 1824, zwei Sandsteinhochreliefs von 1681 und 1700. Das Eckwohnhaus an der Hauptstraße 57 trägt an der Toranlage die Jahreszahlen 1535 und 1698. Weitere Einzelheiten sind kleiner, aber alt: ein Stichbogen einer früheren Mannpforte von 1783 an der Hauptstraße 70, ein Kellerportal von 1584 an der Nummer 77, eine Gartenpforte von 1731 an der Nummer 78, ein Renaissance-Torbogen an der Nummer 113a und ein Doppelwohnhaus von 1742 an der Nummer 118. Daneben stehen ein spätbarocker Putzbau von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an der Hauptstraße 10, dessen Dachhäuschen aus dem späten 19. Jahrhundert stammt, und zwei Schlusssteine an der Hauptstraße 83, von denen einer 1774 datiert ist. Eine Mannpforte ist die kleine Tür im großen Hoftor.
Der Friedhof an der Hochdorfer Straße wurde 1837 angelegt und später erweitert. Er besitzt ein spätbarockes Fünf-Wunden-Kreuz von 1750 und ein neugotisches Schaftkreuz von etwa 1890.
Wie wuchs das Dorf im 18. und 19. Jahrhundert?
Vor 1765 baute die Gemeinde ihr zweites Rathaus an der Hauptstraße 98. 1824 entstanden dort ein neues Schul- und Gemeindehaus, 1837 wurde der Friedhof angelegt. 1872 baute man das heutige Rathaus an der Hauptstraße 58.
Wie kamen Genossenschaften, Bahn und Strom ins Dorf?
1894 gründeten die Meckenheimer eine landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft und die Raiffeisenkasse; beide wurden 1938 zusammengelegt. Die Lokalbahn Ludwigshafen–Dannstadt wurde 1890 eröffnet und 1911 bis Meckenheim verlängert; 1955 wurde sie stillgelegt und durch Buslinien ersetzt. 1913 kamen elektrisches Licht und Kraftstrom ins Dorf, 1928 die Wasserleitung. Die Gemeinde legte 1934 ein Schwimmbad an und baute 1936 die Obstmarkthalle.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Pfalz 1947 zum neuen Land Rheinland-Pfalz (Pfalz und Rheinland-Pfalz). Die Gemeinde legte 1952 und 1954/55 den Sportplatz mit Sportheim an, baute 1955 zwei Siedlungen, 1956 folgte die Gasleitung. 1961 entstand die neue Volkshochschule, ab 1962 wurden die Feldwege befestigt, 1963 die Umgehungsstraße Niederkirchener/Rödersheimer Straße gebaut. 1964 folgten die Kanalisation, der Abriss des alten Schulhauses und die Erweiterung der katholischen Pfarrkirche.
Wie prägen Wein und Obstbau das Dorf?
Meckenheim ist eine Weinbaugemeinde mit über 200 Hektar Weinbergen und einem breiten Spektrum an Rebsorten; einen Überblick gibt die Seite Rebsorten. Ergänzt wird der Weinbau durch Obst, Gemüse und Kartoffeln; viele Höfe und Häuser verkaufen Obst, Gemüse, Kartoffeln und Wein direkt an der Straße. Weine werden bei den Winzern und in den Gasthäusern verkostet. Die Genossenschaft bestand seit 1894, der Winzerverein wurde 1922 gegründet, und 1936 wurde die Obstmarkthalle gebaut. Die Geschichte des Weinbaus in der Pfalz beschreibt die Seite Weinbau in der Pfalz.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| Um 500 | Fränkisches Dorf Meckenheim |
| 768 | Erste Schenkung an das Kloster Lorsch |
| 991 | Herzog Otto übernimmt Weißenburger Güter |
| 1250 | Erste Nennung der Ritter von Meckenheim |
| 1287 | Kauf durch Pfalzgraf Ludwig II., Kurpfalz |
| 1459/1460 | Die Leininger brennen das Dorf nieder |
| 1556 | Reformation |
| 1641 | Bewohner verlassen den Ort |
| 1707 | Kirchenteilung, die Kirche fällt an die Katholiken |
| 1747/1748 | Bau der protestantischen Kirche; Neubau der katholischen Kirche 1748 |
| 1793 bis 1814 | Französische Herrschaft |
| 1816 | Pfalz kommt zu Bayern |
| 1872 | Bau des heutigen Rathauses |
| 1894 | Genossenschaft und Raiffeisenkasse |
| 1911 | Lokalbahn bis Meckenheim verlängert |
| 1922 | Winzerverein gegründet |
| 1936 | Obstmarkthalle gebaut |
| 1947 | Pfalz kommt zu Rheinland-Pfalz |
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Häufige Fragen zu Meckenheim
Seit wann gibt es Meckenheim?
Das fränkische Dorf entstand um 500. Besiedlung ist in der Gemarkung aber schon aus der Jungsteinzeit belegt. 768 wird die erste Schenkung an das Kloster Lorsch festgehalten.
Seit wann gehört Meckenheim zur Kurpfalz?
Seit 1287, als Pfalzgraf Ludwig II. den Ort kaufte.
Wann wurden die Kirchen gebaut?
Die katholische Kirche St. Ägidius und die protestantische Kirche sind beide spätbarocke Saalbauten von 1748. Die protestantische Kirche besitzt eine Walcker-Orgel von 1854.
Wie viel Wein wird in Meckenheim angebaut?
Über 200 Hektar Weinberge. Der Winzerverein wurde 1922 gegründet, die Genossenschaft bestand bereits seit 1894.
Was ist die Obstmarkthalle?
Eine Markthalle für Obst, die die Gemeinde 1936 baute. Neben Wein werden in Meckenheim Obst, Gemüse und Kartoffeln angebaut.
Gab es in Meckenheim eine Bahn?
Ja. Die 1890 eröffnete Lokalbahn Ludwigshafen–Dannstadt wurde 1911 bis Meckenheim verlängert und 1955 stillgelegt, danach übernahmen Buslinien.
Quellen: Gemeinde Meckenheim: Die Historie von Meckenheim; GDKE Rheinland-Pfalz: Denkmalverzeichnis Landkreis Bad Dürkheim. Stand: November 2026.