Pfalz.info

Bereiche · entlang der Route

  1. Wein & Weinstraße
  2. Wandern & Pfälzerwald
  3. Burgen & Felsen
  4. Städte & Orte
  5. Camping & Unterkünfte
  6. Feste & Kulinarik
  7. Reiseplanung
  8. Land & Leute

km 0 Bockenheim Schweigen km 85

Städte & Orte

Pirmasens: Schuhstadt am Rand des Wasgaus

Landgrafenstadt, Schuhmetropole und Science Center am Pfälzerwald

Stand: · 7 Min. LesezeitTermine geprüft am

Breite Treppenanlage mit Terrassen und Brunnen an einem Hang, Stadtdächer ringsum im Abendlicht
Pirmasens Treppen und Brunnen am Hang. Symbolbild

Kurz gesagt

Pirmasens ist eine kreisfreie Stadt mit rund 40.000 Einwohnern am Westrand des Pfälzerwalds und gehört zum nördlichen Wasgau. Sie war im 19. und 20. Jahrhundert das Zentrum der deutschen Schuhindustrie. Heute lohnt sie vor allem wegen des Science Centers Dynamikum, der Treppen- und Platzanlagen am Hang und als Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren.

Wie ist Pirmasens entstanden und wo liegt es?

Pirmasens liegt am südwestlichen Rand des Pfälzerwalds, im Nordwesten des Wasgaus, und wird vollständig vom Landkreis Südwestpfalz umschlossen. Im Westen schließt das Pirmasenser Hügelland an, das schon zum Zweibrücker Hügelland gehört. Wie Rom soll die Stadt auf sieben Hügeln stehen; tatsächlich zählt man in der Kernstadt sieben Erhebungen, darunter den Horeb, an dessen Fuß der Ort ursprünglich entstand. Der Name geht auf den heiligen Pirminius zurück, den Gründer des Klosters Hornbach, dessen Klosterhof Pirminiseusna zur Keimzelle wurde.

Im 18. Jahrhundert machte Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt den Ort zur Garnisons- und Residenzstadt; seine Soldaten ließ er in Grenadierhäusern wohnen, und die Stadt wurde um das noch heute im Grundriss erkennbare Oval angelegt. Nach seinem Tod 1790 blieb die Entwicklung lange stehen. Der zweite Aufschwung kam zwischen 1870 und 1914, als Pirmasens zum Zentrum der deutschen Schuhindustrie wurde. Dieser Aufstieg beruhte auf einer einzigen Branche; als die Produktion seit den 1970er Jahren und verstärkt in den 1990ern ins Ausland ging, folgten Arbeitsplatzverluste und ein langer Strukturwandel. Die Einwohnerzahl, die nach 1970 deutlich gesunken war, liegt seit etwa 2011 bei rund 40.000.

Wer die Stadt besucht, sieht deshalb zwei Schichten: das barocke Grundgerüst aus Schlossplatz, Exerzierplatz und Kirchen der 1750er Jahre und die Gründerzeit mit großen Fabrikbauten im Gelände der ganzen Stadt.

Was kann man in Pirmasens besichtigen?

Das wichtigste Ziel ist das Dynamikum, ein Mitmach-Science-Center in der Fröhnstraße 8, das nach Angaben des Hauses Naturwissenschaft und Technik zum Selbstausprobieren bietet. Es gilt als das erste Science Center in Rheinland-Pfalz und sitzt im früheren Schuhwerk Rheinberger. Nach der Website des Betreibers öffnet es dienstags bis freitags von 9 bis 16 Uhr und samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr; zu Heiligabend, am ersten Weihnachtstag, an Silvester und Neujahr bleibt es geschlossen (Stand Oktober 2026, Eintrittspreise bitte beim Dynamikum erfragen). Nebenan liegt der Strecktalpark, eine renaturierte Industriebrache mit Wasserspielplatz, Barfußpfad und Freiluftexponaten.

Im Alten Rathaus am unteren Schlossplatz zeigt das städtische Museum Dauerausstellungen zur Stadtgeschichte und zur Schuhherstellung sowie ein Scherenschnittkabinett. Im Forum Alte Post, einem 1891 bis 1893 im Stil der Neorenaissance errichteten ehemaligen Postamt unweit des Bahnhofs, erinnert das Hugo-Ball-Kabinett an den in Pirmasens geborenen Mitbegründer des Dadaismus, während die Landpartie die städtische Sammlung des Malers Heinrich Bürkel zeigt. Das Westwall-Museum liegt im Stadtteil Niedersimten. Öffnungszeiten stehen jeweils auf den Tourismusseiten der Stadt.

Blick über die Dächer einer Hangstadt am Rand der bewaldeten Sandsteinlandschaft
Ausblick Stadtdächer vor dem Wald. Symbolbild

Zu den sichtbaren Wahrzeichen zählen drei Anlagen, die die Stadt als Sehenswürdigkeiten führt: die Münztreppe, die Vogeltreppe und der Mauerblimmelcher. Zwischen dem unteren und dem oberen Schlossplatz verbindet die umgestaltete Schlosstreppe die beiden Ebenen und bildet mit dem Stierbrunnen eine Gesamtanlage. Oberhalb davon fällt die Pfarrkirche St. Pirmin mit ihrer Doppelturmfassade auf, die von fast überall in der Stadt zu sehen ist; sie entstand 1897 bis 1900 und wurde nach den Kriegszerstörungen vereinfacht wiederaufgebaut. Die Johanneskirche und die Lutherkirche aus den 1750er Jahren gelten als die ältesten erhaltenen Gebäude der Stadt, zwei große Sandstein-Obelisken außerhalb der alten Stadtgrenze markierten einst die Ausfallstraßen.

Was hat es mit der Schuhstadt auf sich?

Pirmasens war über ein Jahrhundert die Stadt der Schuhe, und das erklärt viel von dem, was man sieht: die Fabrikgebäude im ganzen Stadtgebiet, den Namen des Dynamikum-Standorts, die Straßenbilder der Gründerzeit. Heute gibt es nach den vorliegenden Quellen nur noch einen größeren Schuhhersteller am Ort; die großen Arbeitgeber sind inzwischen ein Kunststoffhersteller, eine Handelskette und das städtische Krankenhaus.

Das Rheinberger-Werk ist ein Beispiel für den Umbau. Seine westliche Hälfte entstand 1905/06 in klassizistischer Reformarchitektur, der vorgelagerte Verwaltungsbau aus den 1920er Jahren zeigt moderne Einflüsse. Fabrikant Gustav Rheinberger wurde 1957 Ehrenbürger der Stadt. Für alle, die Strukturwandel nicht nur im Museum sehen wollen: Die Stadt hat mit dem Strecktalpark eine Fläche, die im Zuge der gescheiterten Bewerbung um die Landesgartenschau 2000 aus einer Industriebrache und früheren Gerberei entwickelt wurde.

Wie gut eignet sich Pirmasens für Wandern und Radfahren?

Als Ausgangspunkt ist die Stadt stärker, als ihre Größe vermuten lässt. Der Pfälzer Waldpfad und der Pfälzer Jakobsweg führen durch das Stadtgebiet, außerdem die Wege Felsenwald, Hexenklamm und Teufelspfad, die die Stadt auf ihrer Tourismusseite nennt. Der Fernwanderweg Pirmasens–Belfort beginnt hier. Für Einsteiger in den Südwesten des Waldes beschreibt die Seite zum Wasgau, welche Felsen und Burgen weiter südlich liegen.

Für Radfahrer nennt die Stadt unter anderem den Dynamikum-Rundweg, den Radweg Rückenwind nach Bitche im Elsass, den Pirminius-Radweg und die Schlabbeflicker-Tour. Mountainbiker finden Strecken wie den Wasgau Bike Marathon. Wer E-Bikes mieten will, findet die Anbieter auf der Seite der Stadt.

Welche Feste gibt es in Pirmasens?

Die größten Feste der Stadt sind nach der Darstellung in Nachschlagewerken die Landgrafentage auf dem Schlossplatz Anfang April und das Schlabbeflicker-Festival am ersten Augustwochenende. Es gibt einen Wochenmarkt dienstags, donnerstags und samstags auf dem Exerzierplatz, den Maimarkt Ende April, den Grenadiermarkt im Herbst, den Novembermarkt mit Riesenrad am Schlossplatz und den Belznickelmarkt als Weihnachtsmarkt.

Im Herbst läuft das grenzüberschreitende Festival Euroclassic, das die Stadt mit Zweibrücken, Blieskastel und dem Pays de Bitche veranstaltet. Festgelegte Termine für 2027 haben wir im Oktober 2026 nicht gefunden; maßgeblich ist der Veranstaltungskalender der Stadt. Wein spielt in Pirmasens keine Rolle, die Brauerei Park & Bellheimer hat hier ihren Sitz, und die Weinstraße liegt gut 40 Kilometer östlich.

Wie kommt man nach Pirmasens?

Mit der Bahn erreichen Sie Pirmasens über den Verteilerbahnhof Pirmasens Nord, von dem die Strecke Landau–Rohrbach und die Biebermühlbahn nach Kaiserslautern abzweigen; die 6,97 Kilometer lange Stichstrecke führt von dort zum Hauptbahnhof. Das bedeutet in der Praxis meist einen Umstieg. Den Überblick zum Nahverkehr bietet die Seite Mit Bus und Bahn durch die Pfalz.

Mit dem Auto verbindet die A 8 die Stadt mit dem Saarland und Luxemburg, der einspurige Abschnitt der A 62 mit Kaiserslautern und Trier, die B 10 mit der Rheinebene und Landau. Parken und ÖPNV beschreibt die Stadt auf ihrer Tourismusseite. Die nächsten größeren Städte sind Zweibrücken im Westen und Kaiserslautern im Norden.

Was liegt in der Umgebung von Pirmasens?

Nach Westen liegt Hornbach, dessen Kloster der heilige Pirminius 742 gründete und das der Stadt Pirmasens den Namen gab. Richtung Südosten beginnt der Kern des Wasgaus: Hauenstein mit dem Deutschen Schuhmuseum und den Sandsteinfelsen der Umgebung, danach die Felsenlandschaft um Dahn, die in der Seite zum Dahner Felsenland beschrieben ist. Die Burgen der Gegend, etwa Wegelnburg und Berwartstein, finden Sie unter Burgen im Wasgau.

Die Entfernungen sind für Tagesausflüge günstig: Mit dem Auto sind Hauenstein und Zweibrücken jeweils in rund 20 bis 30 Minuten zu erreichen. Wer ohne Auto reist, plant die Anschlüsse besser vorab, denn die Verbindungen in die Fläche sind auf dieser Seite des Pfälzerwalds dünner getaktet als im Rheintal. Ein Besuch im Dynamikum bei Regen und ein Waldspaziergang bei Sonne lassen sich in der Stadt gut kombinieren, denn der Strecktalpark und die ersten Wanderwege beginnen praktisch am selben Ort.

Unterkunft & Camping in der Pfalz

Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.

  • Weingut & Gästezimmer

    Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.

    Übernachten beim Winzer
  • Hotel & Ferienwohnung

    Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.

    Hotels in der Pfalz
  • Camping & Wohnmobil

    Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.

    Camping in der Pfalz

Hotels in der Pfalz vergleichen Partnerlink zu reise.de

Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zu Pirmasens

Wie viele Einwohner hat Pirmasens?

Am 31. Dezember 2024 hatte Pirmasens nach dem Statistischen Landesamt 39.761 Einwohner. Seit 2011 ist die Zahl laut Stadtgeschichte bei etwa 40.000 stabil.

Warum heißt Pirmasens Schuhstadt?

Seit dem 19. Jahrhundert war der Ort das Zentrum der deutschen Schuhindustrie, mit Fabriken, Zulieferern und einer Schuhfachschule. Als die Produktion ins Ausland ging, blieb davon vor allem die Bausubstanz und die Erinnerung, die in den Museen weitergepflegt wird.

Lohnt sich das Dynamikum auch ohne Kinder?

Das Haus wendet sich nach eigener Darstellung an kleine und große Forscher; Erwachsene können die Versuchsstationen ebenso nutzen. Für einen Besuch sollten Sie ein bis zwei Stunden einplanen und die Öffnungszeiten vorher auf der Seite des Hauses prüfen.

Wer war Hugo Ball?

Hugo Ball wurde 1886 in Pirmasens geboren und gilt als Mitbegründer des Dadaismus, der 1916 im Zürcher Cabaret Voltaire entstand. In Pirmasens sind ihm das Hugo-Ball-Kabinett im Forum Alte Post und eine Sammlung in der Stadtbücherei gewidmet.

Wo liegt Pirmasens im Verhältnis zur Weinstraße?

Im Westen der Pfalz, am Rand des Pfälzerwalds, und damit gut 40 Kilometer von der Deutschen Weinstraße entfernt. Per Auto oder Zug über Landau erreichen Sie die Weinorte der Südlichen Weinstraße in etwa einer Stunde.

Quellen: Stadt Pirmasens: Tourismus; Dynamikum Science Center Pirmasens; Stadt Pirmasens; Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Bevölkerung 31.12.2024); Wikipedia: Pirmasens. Stand: Oktober 2026.