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Wattenheim: Erwähnung 1221, Denkmalzone, Fliegenstein und Burgmuseum
Dorf auf einem Bergkegel am Pfälzerwald mit Erwähnung von 1221, Denkmalzone im Ortskern, zwei Kirchen, Menhir Fliegenstein, Steinkreuzen im Wald und Burgmuseum

Kurz gesagt
Wattenheim liegt im Landkreis Bad Dürkheim auf einem Bergkegel am Rand des Pfälzerwaldes, im Norden öffnet sich der Blick ins Eisenberger Becken und zum Donnersberg. Der Ort wird 1221 erstmals erwähnt und gehörte zur Grafschaft Leiningen. Die Denkmalzone im Ortskern umfasst zwei Kirchen, Pfarrhäuser, Rathaus, Schule und Höfe des 18. und 19. Jahrhunderts, im Wald stehen ein Menhir und mehrere Steinkreuze.
Wo liegt Wattenheim?
Wattenheim liegt im Landkreis Bad Dürkheim und gehört zur Verbandsgemeinde Leiningerland. Der Ort sitzt auf einem leicht ansteigenden Bergkegel in etwa 330 Metern Höhe. In Richtung Norden öffnet sich ein weites Panorama in das Eisenberger Becken bis zum Donnersberg, nach Süden und Westen grenzt der Ort unmittelbar an den ausgedehnten Pfälzerwald. Wattenheim ist eine der waldreichsten Gemeinden des Leiningerlandes und als „Tor zum Pfälzer Wald“ bekannt. Die Gemeinde liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar und im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen.
Die Bundesautobahn 6 liegt nah beim Dorf. Nachbarorte sind Hettenleidelheim in rund drei Kilometern Entfernung und Altleiningen mit seiner Burg. Die Kreisstadt Bad Dürkheim und Grünstadt sind die nächsten größeren Orte.
Was weiß man über die Geschichte des Ortes?
Wattenheim wird 1221 erstmals urkundlich erwähnt. Im Juni 2022 feierte die Gemeinde mit einem großen Dorffest das Jubiläum „800 plus 1 Jahre“. Der Ort gehörte zur Grafschaft Leiningen und wurde mit seinem Landesherrn protestantisch. Das hatte Folgen für die Nachbarn: Das benachbarte Leidelheim war Filiale der Pfarrei Wattenheim, Hettenheim Filiale des nassauischen Eisenberg. Beide Pfarrorte wurden protestantisch, und so hörten die Bewohner der beiden katholischen Wormser Dörfer 70 Jahre lang protestantische Predigten, bis sie um 1625 nach Neuleiningen umgepfarrt wurden. Die Geschichte der beiden Dörfer erzählt die Seite zu Hettenleidelheim.
Zu den Grafen von Leiningen führt die Seite zur Burg Altleiningen; die Burgengeschichte der Region fasst die Seite Burgengeschichte zusammen.
Was umfasst die Denkmalzone im Ortskern?
Der Ortskern von Wattenheim steht als Denkmalzone unter Schutz. Er umfasst die Hauptstraße mit den ungeraden Hausnummern von 1 bis 47 und den geraden von 4 bis 44, die Hettenleidelheimer Straße 11 und 13, die Kirchengasse 1 bis 5 und das Pfarrbrunnengässchen. Das geschlossene Straßenbild eines typisch pfälzischen Dorfes des 18. und 19. Jahrhunderts umfasst zwei Kirchen, Pfarrhäuser, einen ehemaligen herrschaftlichen Hof, das Rathaus, die Schule, die Steuereinnehmerei und Torhausbauten.
Das ehemalige Rathaus an der Hauptstraße 11 ist ein repräsentativer spätbarocker Krüppelwalmdachbau von 1730. Das ehemalige katholische Pfarrhaus an der Hauptstraße 10 ist ein zweifarbig gefasster klassizistischer Walmdachbau, errichtet 1830 bis 1832 nach Plänen von Bernhard Spatz aus Speyer.

Welche Kirchen besitzt Wattenheim?
Die protestantische Kirche in der Kirchengasse 4 hat einen Chorturm aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, dessen Glockengeschoss, Helm und Haube aus der Barockzeit stammen. Der barocke Saal trägt die Jahreszahl 1772. Das protestantische Pfarrhaus in der Kirchengasse 2 ist ein eineinhalbgeschossiger Neurenaissancebau von 1894.
Die katholische Pfarrkirche St. Alban an der Hauptstraße ist eine dreischiffige neugotische Halle aus Sandsteinquadern, erbaut 1892/93 nach den Plänen von Wilhelm Schulte senior aus Neustadt. Sie bestimmt das Ortsbild und erhebt sich in der Dorfmitte. Das zugehörige Pfarrhaus in der Hauptstraße 48 ist ein stattlicher Walmdachbau von 1895.
Der umfriedete Friedhof an der Friedhofstraße besitzt eine Bruchsteinmauer mit gründerzeitlichen Gittertoren. In die Mauer sind vier barocke Grabplatten eingelassen, außerdem stehen dort zwei Grabkreuzfüße, zwei barocke Grabkreuze und zwei barocke Grabplatten des 18. Jahrhunderts. Zwei gusseiserne Grabkreuze gehören zur Familie Hofmann, ein neugotisches Grabkreuz zu B. Pfister (gestorben 1884). Die Ruhestätte der Familie J. Alles um 1900 ist aufwendig gestaltet, das Kriegerdenkmal für 1870/71 trägt die Jahreszahl 1903. Ädikulen, kleine Tempelchen über den Gräbern, zeigen die Anlagen der Geschwister Rudolph, der Familie Rauch ab 1913 und der Eheleute Derk; die Familien Pfister und Schmelz besitzen seit 1887 eine dreiteilige Anlage im Stil der Neurenaissance.
Welche Höfe und Wohnhäuser prägen die Hauptstraße?
Das Ortsbild bestimmen Vierseit- und Hakenhöfe. Der Vierseithof Hauptstraße 1 stammt aus dem 18. und 19. Jahrhundert, das Wohnhaus mit Krüppelwalmdach aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde 1844 erweitert. Gegenüber steht ein Balkenkreuz mit Kunststeinkorpus, das 1844 und 1867 renoviert wurde. Der ehemalige Blumencronsche Hof in der Hauptstraße 3, 5 und 7 ist ein dreizehnachsiger Krüppelwalmdachbau des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts, an dem ein barocker Wappenstein als wiederverwendetes Bauteil sitzt.
Die Hofanlage Hauptstraße 15 trägt die Jahreszahl 1801, ihre Torfahrt wurde 1875 überbaut. Der Vierseithof Hauptstraße 28 hat ein spätbarockes Wohnhaus vom Ende des 18. Jahrhunderts, rückwärtig die Jahreszahl 1823 und einen Gewölbestall auf Säulen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Vierseithof Hauptstraße 67 besteht aus mehreren Bauten: Das Wohnhaus besteht aus einem spätbarocken Krüppelwalmdachbau von 1792 und einem Torhausbau von 1816, eine Kellerpforte trägt die Jahreszahl 1839, die Wirtschaftsbauten stammen von 1788, und ein Bauerngarten wurde um 1900 angelegt. In der Hettenleidelheimer Straße 6 steht ein Hakenhof des 18. und frühen 19. Jahrhunderts mit einem Wohnhaus, das 1823 umgebaut wurde.
An Fassaden finden sich Details aus Stein: An der Hauptstraße 12 sitzen in der Fassadenmitte spätbarocke Architekturteile mit einem ehemaligen Türsturz von 1789, einer Figurennische und einem Fenster mit reich profiliertem Gewände, dazu ein szenisches Relief in Rokoko-Tradition. Zwei Sandsteinreliefs hängen an der Hauptstraße 66, eine Inschriftplatte mit Bauinschrift von 1839 an der Staufergasse 17, und bei der Speyerer Straße 5 steht eine spätbarocke Pietà aus Holz aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Schulhaus in der Hauptstraße 34 ist ein anspruchsvoller Putzbau im Rundbogenstil, bezeichnet 1839 bis 1842.

Was liegt im Wald westlich von Wattenheim?
Im Wald westlich des Ortes stehen ein Menhir und mehrere Wegekreuze, die das Denkmalverzeichnis aufführt. Am Waldrand, am Weg von Wattenheim zum Lauberhof, liegt ein Menhir, der sogenannte Fliegenstein: ein Sandsteinblock, der ein Hügelgrab bekrönt. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein ehemaliger Grenzstein mit Wappenrest und Hufeisenrelief. Grenzsteine im Pfälzerwald behandelt die Seite zu den Grenzsteinen.
An der alten Hochstraße westlich des Dorfes stehen mehrere Kreuze. Im Wald nahe der Platte und unmittelbar südlich der Autobahn liegt das Combekreuz, ein Steinkreuzfragment. Hinter dem Combekreuz steht der Metzgerstein, das Oberteil eines Sandsteinkreuzes mit den Jahreszahlen 1744, 1746 und 1749. Etwa zwei Kilometer östlich davon, beim Kleinen Bühl, steht das Waßner- oder Jakobskreuz, ein Sandsteinkreuzfragment von 1866. Zu alten Wegen im Pfälzerwald führt die Seite zu den Altstraßen.
Die Autobahnmeisterei an der Hettenleidelheimer Straße südlich der Autobahn ist eine rechtwinklige Anlage aus eingeschossigen, sandsteinverkleideten Bauten. Das Magazingebäude besteht teils aus Fachwerk und Backstein, die Anlage entstand um 1936/37. Weitere Wegekreuze stehen auf der Gemarkung, darunter ein Sandsteinkreuz mit Gusseisenkruzifix bei der Leininger Straße 11.
Was zeigt das Burgmuseum?
In der Carlsberger Straße 21 steht das Burgmuseum, das Museum der mitteleuropäischen Burgen von Arnulf Schott. Im Mittelpunkt steht das Burgmodell „Trutzegge-Loewenstein“, das den europäischen Burgenbau von 1100, der Zeit der Salier, bis um 1500 und der Verbreitung der Feuerwaffen unter Kaiser Maximilian I. in einem Modell vereint. Über hundert Burgen und Stadtmauern lieferten die Anregungen. Das Modell hat 112 Türme, 19 Tore und 15 Burghöfe. Es versteht sich als Denkmal für die Kultur der Ritter und als Sinnbild des Vereinten Europa.
Im Pfälzerwald und an seinem Rand stehen zahlreiche echte Burgen, die die Seite zu den Burgen im Wasgau und die Seite zu den Burgen der Pfalz vorstellen. Weitere Museen der Region sind auf der Seite Museen zusammengefasst.
Welche Wanderwege beginnen in Wattenheim?
Mehrere Wanderwege führen wenige hundert Meter vom Ortskern entfernt vorbei: der Leininger Burgenweg, der Panoramawanderweg und der Leininger Klosterweg. Wenige hundert Meter vom Ortsausgang kreuzen sich der Burgenweg und der Panoramawanderweg, von dort lassen sich mehrere Rundwege beginnen. Schnell erreichbar sind auch Wanderungen bis in das Gebiet der Deutschen Weinstraße, etwa auf dem Pfälzer Weinsteig.
Ein Ausflug führt zur Burg Altleiningen, drei Kilometer von Wattenheim entfernt. Der Weg verläuft am Hetschmühlweiher und am Hammermühlweiher entlang durch das Amseltal; der Hetschmühlweiher ist ein Angelgewässer. Die Erlebnislandschaft Erdekaut am Nordende von Hettenleidelheim in Richtung Eisenberg bietet drei Rundwanderwege mit Aussichtspunkten. Zu Wanderungen im Gebiet allgemein führt die Seite zum Pfälzerwald, zur Geschichte der Waldnutzung die Seite zur Forstgeschichte.
Wie lässt sich Wattenheim erkunden?
Ein Rundgang beginnt an der protestantischen Kirche in der Kirchengasse, führt durch die Hauptstraße mit ihren Höfen zur katholischen Kirche St. Alban und zum ehemaligen Rathaus und endet am Friedhof. Wer mehr Natur sucht, wandert vom Ortsrand in den Wald zu Fliegenstein und Combekreuz oder zum Hetschmühlweiher.
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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.
Häufige Fragen zu Wattenheim
Wann wird Wattenheim erstmals erwähnt?
1221; die Gemeinde feierte das Jubiläum im Juni 2022.
Wo liegt Wattenheim?
Auf einem Bergkegel in etwa 330 Metern Höhe am Rand des Pfälzerwaldes, mit Blick nach Norden ins Eisenberger Becken.
Was ist der Fliegenstein?
Ein Menhir am Waldrand westlich des Ortes: ein Sandsteinblock, der ein Hügelgrab bekrönt.
Welche Wanderwege führen am Ort vorbei?
Der Leininger Burgenweg, der Panoramawanderweg und der Leininger Klosterweg.
Was zeigt das Burgmuseum?
Ein Modell mit 112 Türmen, 19 Toren und 15 Burghöfen, das den europäischen Burgenbau von 1100 bis um 1500 vereint.
Zu welcher Verbandsgemeinde gehört Wattenheim?
Zur Verbandsgemeinde Leiningerland im Landkreis Bad Dürkheim.
Quellen: Ortsgemeinde Wattenheim: Freizeit und Tourismus; Ortsgemeinde Wattenheim: Burgmuseum; Verbandsgemeinde Leiningerland: Wattenheim; GDKE Rheinland-Pfalz: Denkmalverzeichnis Landkreis Bad Dürkheim. Stand: November 2026.