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Städte & Orte

Zweibrücken: Rosengarten und Herzogsstadt

Rosenstadt im Westen, einst Residenz der Herzöge

Stand: · 7 Min. LesezeitTermine geprüft am

Rosengarten mit Teich und weißer Pergola, blühende Rosenbeete im Sommer
Rosengarten Rosenbeete, Teich und Pergola. Symbolbild

Kurz gesagt

Zweibrücken ist mit rund 33.000 Einwohnern die kleinste kreisfreie Stadt der Pfalz und liegt im äußersten Westen, an der Grenze zum Saarland. Sie war Residenz der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken und trägt den Beinamen Rosenstadt. Sehenswert sind der Rosengarten, das barocke Schloss samt Herzogsvorstadt und die Fasanerie mit dem Landgestüt.

Warum war Zweibrücken eine Residenzstadt?

Zweibrücken war seit dem frühen 15. Jahrhundert bis 1793 Hauptort des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken, eines Territoriums der Wittelsbacher, das mehr als zwei Jahrhunderte lang eine eigene Hofhaltung hatte. Besonders sichtbar ist die Zeit, in der das Herzogtum unter schwedischer Herrschaft stand: Karl XII. von Schweden war als Pfalzgraf auch Herzog von Zweibrücken und ließ nach 1708 mehrere Bauten errichten. Im 18. Jahrhundert wurde die Stadt zum Hofort der barocken Herzöge, deren Linie später zum bayerischen Königshaus führte.

Die Gebäude, die davon blieben, sind wenige, weil Zweibrücken im Zweiten Weltkrieg zu großen Teilen zerstört wurde. Das Residenzschloss, das nach Plänen des schwedischen Baumeisters Jonas Erikson Sundahl 1720 bis 1725 entstand, wurde 1965 wiederaufgebaut und ist Sitz des Pfälzischen Oberlandesgerichts. Es gilt als größter pfälzischer Profanbau im Barockstil nordischer Prägung. Von außen ist es frei zu sehen, innen laufen Gerichtsgeschäfte.

Die Herzogsvorstadt entstand 1762 bis 1772 aus mehreren Barockbauten nach Plänen von Christian Ludwig Hautt. Die erhaltenen Teile beherbergen heute Stadtverwaltung, Amts- und Landgericht, Stadtarchiv und das Stadtmuseum. Älteste Kirche der Stadt ist die spätgotische Alexanderskirche, deren Bau 1493 begann; die Karlskirche entstand 1708 bis 1711 im Auftrag Karls XII. und wurde nach der Zerstörung 1970 als Gemeindezentrum wieder eingeweiht.

Was erwartet Besucher im Rosengarten?

Der Rosengarten ist das bekannteste Ziel der Stadt und nach Angaben des Betreibers ein Ganzjahresgarten mit über 45.000 Rosen, 900 Staudensorten und mehr als 250 Gehölzvarietäten. Die Vollblüte der Rosen fällt in den Juni, Juli und August; im Mai blühen die Iris, im September und Oktober die Astern.

Die Kasse ist in der Saison bis einschließlich April täglich von 8.30 bis 18 Uhr geöffnet, von Mai bis September von 8.30 bis 19 Uhr, im Oktober und am 1. November von 8.30 bis 17 Uhr; der Garten ist spätestens um 20 Uhr zu verlassen. Am 2. November 2026 beginnt die Winterpause, die nächste Saison startet am 1. April 2027 (Stand Oktober 2026, Quelle: Besucherinformation des RosenGartens). Der Eintritt betrug zuletzt 5,50 Euro für Erwachsene, 3,50 Euro ermäßigt und 2,00 Euro für 6- bis 17-Jährige; Kinder bis fünf Jahre zahlen nichts, ein Feierabendticket ab 18.30 Uhr kostet 4 Euro. Ein Café im Garten ist von April bis zum 1. November täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet, bei anhaltend schlechtem Wetter kann es schließen.

Barocke Schlossfassade aus hellem Sandstein an einem Platz mit Bäumen
Schloss Barocke Schlossfassade am Platz. Symbolbild

Als Gegenstück entstand 1974 bis 1976 im Naherholungsgebiet Fasanerie der Wildrosengarten auf rund zwei Hektar, in dem nach Angaben der Stadt Wild-, Park- und Strauchrosen in fast 1.000 Arten wachsen. Beide Gärten verbindet der etwa 2,5 Kilometer lange Rosenweg, den man zu Fuß oder mit dem Rad geht. Auf der Internetseite des Gartens sind außerdem ein Rosarium, mehrere Themengärten, eine Picknickwiese und ein Spielplatz aufgeführt, sodass sich ein Besuch auch mit Kindern über mehrere Stunden ausdehnen lässt; für Gruppen bietet der Garten Führungen gegen Anmeldung an, deren Pauschale zusätzlich zum Eintritt anfällt. Zweibrücken darf sich Rosenstadt nennen, alle zwei Jahre wird eine Rosenkönigin gewählt, die die Stadt bei Anlässen vertritt.

Was gibt es in der Fasanerie zu sehen?

Die Fasanerie ist das Naherholungsgebiet am Stadtrand mit barockem Gartendenkmal, Wildrosengarten und dem Landgestüt. Das Denkmal „Tschifflik“ ist eine terrassierte Gartenanlage mit Wasserspielen; die Stadt beschreibt sie als Station der BarockStraße SaarPfalz, teilrenoviert und jederzeit kostenfrei zugänglich.

Der Name Tschifflik leitet sich von einem türkischen Wort für Landhaus ab. Karl XII. stellte das Gelände seinem Freund, dem Exilkönig Stanislaus Leszczynski von Polen, zur Verfügung, der dort von 1714 bis 1719 lebte; der Landsitz im türkischen Stil trägt seinen Namen. Den Fasanengarten legte Herzog Christian IV. nach 1740 an. Auf Christians Regierungszeit geht auch das Landgestüt zurück, das das Land Rheinland-Pfalz unterhält (Träger ist heute eine Stiftung) und Hengste für die Zucht des Zweibrücker Pferdes bereithält. Besucher sehen vor allem die Anlagen von außen; wer die Ställe kennenlernen möchte, fragt über die Gästeführungen der Stadt nach Terminen.

Welche Museen und Gärten lohnen noch?

Das Stadtmuseum erzählt im früheren Wohnhaus des Hofgärtners Petri die Geschichte der Stadt und zeigt wechselnde Sonderausstellungen. Dazu kommen Gärten, die die Stadt unter ihren Tourismusseiten aufführt, etwa der Garten Rücker im Stadtteil Ixheim: ein privat angelegter Garten, den die Stadt als donnerstags von 10 bis 16 Uhr kostenfrei zugänglich beschreibt.

Die Bibliotheca Bipontina ist eine wissenschaftliche Regionalbibliothek, deren Bestand auf gerettete Teile der herzoglichen Bibliotheken zurückgeht und Erstausgaben ab dem 16. Jahrhundert enthält. Sie ist keine Besucherattraktion im üblichen Sinn, zeigt aber, wie wertvoll das Erbe der Residenz war. Im Süden der Innenstadt befindet sich der Himmelsbergstollen, eine in den Sandstein gehauene Kelleranlage; Führungstermine für Stollen und Felsenkeller erfragen Sie beim Kultur- und Verkehrsamt.

Am Stadtrand liegt zudem ein großes Outlet-Center, das viele Tagesgäste anzieht; es wird hier nur als Hinweis erwähnt.

Welche Feste und Veranstaltungen gibt es?

Die Stadt nennt auf ihrer Seite über 50 Großveranstaltungen im Jahr, darunter den Fastnachtsumzug, das Stadtfest, das Straßentheater-Spektakel, das Festival Euroclassic, die Freien Klappstuhl-Konzerte und den Weihnachtsmarkt. Den Großveranstaltungskalender 2026 stellt das Kultur- und Verkehrsamt als Download bereit; ein Kalender für 2027 war im Oktober 2026 nicht zu finden.

Das Stadtfest fand nach früheren Angaben am letzten vollständigen Juliwochenende statt, die Pferderennen auf der Rennwiese im Stadtzentrum im April und Juni, der Turnerjahrmarkt zu Pfingsten. Im Rosengarten gibt es von Frühjahr bis Herbst eigene Veranstaltungen wie die Zweibrücker Rosentage mit Gartenmärkten, deren Termine der Garten selbst veröffentlicht. Zur Planung zählt auch das Wetter: Von Anfang November bis Ende März ist der Rosengarten geschlossen, und die Stadt ist dann deutlich ruhiger.

Was verbindet Zweibrücken mit dem Saarland?

Die Stadt liegt nur wenige Kilometer von der Landesgrenze entfernt, und der Alltag richtet sich zum Teil nach Westen. Das nahe Homburg gehörte wie die übrige Saarpfalz bis 1919/1920 zur bayerischen Pfalz und liegt heute im Saarland; Zweibrücken blieb bei Rheinland-Pfalz. Wer von der Pfalz aus kommt, merkt das vor allem an den Verbindungen: Bus und Bahn fahren über die Landesgrenze, und manche Angebote gelten für beide Seiten.

Ein Beispiel nennt der Rosengarten selbst: Hotelgäste im Saarland können mit der kostenlosen Saarland Card freien Eintritt in den Garten erhalten. Wer eine Reise nach Saarbrücken oder in den Saarpfalz-Kreis plant, kann Zweibrücken deshalb gut als Halt einbauen. Die Grenze zur Pfalz erklärt die Seite Pfalz oder Rheinland-Pfalz? ausführlicher.

Wie erreicht man Zweibrücken?

Der Hauptbahnhof liegt an der Strecke Landau–Pirmasens–Zweibrücken–Homburg, Züge fahren also Richtung Pirmasens und ins Saarland. In der Praxis ist ein Umstieg nötig, wenn Sie aus der Vorderpfalz kommen; Hinweise zum Nahverkehr finden Sie auf der Seite Mit Bus und Bahn durch die Pfalz. Der Flugplatz Zweibrücken bedient seit dem 3. November 2014 keine Linienflüge mehr.

Mit dem Auto erreichen Sie die Stadt über die A 8, die Pirmasens, Saarbrücken und Luxemburg verbindet. Im Stadtzentrum stehen nach Angaben des Nachschlagewerks über 4.000 Parkplätze zur Verfügung, was die Anreise an Veranstaltungstagen erleichtert. Zum Rosengarten gibt es einen eigenen Parkplan auf der Seite des Gartens.

Wer weiter in die Region möchte, startet von hier nach Pirmasens oder erkundet die Hügel der Westpfalz. Eine größere Stadt in der Umgebung ist Kaiserslautern.

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Häufige Fragen zu Zweibrücken

Wie viele Einwohner hat Zweibrücken?

Zum 31. Dezember 2024 zählte die Stadt nach dem Statistischen Landesamt 33.323 Einwohner. Sie gilt damit als die kleinste kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz.

Wann blühen die Rosen in Zweibrücken?

Die Hauptblüte liegt nach Angaben des Rosengartens im Juni, Juli und August, die zweite Blüte reicht bis in den Oktober. Ab Mitte Mai öffnen die ersten Rosen.

Was kostet der Eintritt in den Rosengarten?

Nach den Angaben des Gartens kostete die Tageskarte für Erwachsene zuletzt 5,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, für 6- bis 17-Jährige 2 Euro. Preise können sich zur neuen Saison ändern, deshalb lohnt der Blick auf die Seite des Gartens.

Ist die Fasanerie kostenpflichtig?

Das barocke Gartendenkmal Tschifflik ist nach Angaben der Stadt jederzeit kostenfrei zugänglich. Für den Rosengarten dagegen gilt die Eintrittsregelung.

Was ist das Besondere am Zweibrücker Pferd?

Das Zweibrücker ist eine Warmblutzucht, die auf das Landgestüt zurückgeht. Das Gestüt geht auf die Regierungszeit Herzog Christians IV. zurück; es stellt Hengste für die Zucht bereit.

Quellen: RosenGarten Zweibrücken: Besucherinformation; RosenGarten Zweibrücken: Blühkalender; Stadt Zweibrücken: Gärten; Stadt Zweibrücken: Feste und Veranstaltungen; Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Bevölkerung 31.12.2024); Wikipedia: Zweibrücken. Stand: Oktober 2026.