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Camping & Unterkünfte

Camping am See in der Pfalz: Weiher, Baggerseen und Rheinauen

Zelten am Wasser: Waldweiher im Pfälzerwald und Baggerseen der Rheinebene

Stand: · 7 Min. LesezeitTermine geprüft am

Badesteg an einem Waldsee mit Stellplätzen am Ufer im Sommer
Waldsee Badesteg am Waldsee. Symbolbild

Kurz gesagt

Zelten am Wasser geht in der Pfalz an zwei Orten: an Weihern im Pfälzerwald und an Baggerseen und Altrheinarmen in der Rheinebene. Ob sich ein See zum Baden eignet, zeigt der amtliche Badegewässeratlas des Landes. Die gesetzliche Badesaison dauert vom 1. Juni bis 31. August; wild gezeltet werden darf auch am Ufer nicht.

Wo kann man in der Pfalz am See campen?

Am See zu campen heißt in der Pfalz meist: ein Platz mit eigener Badestelle oder in kurzer Gehzeit zu einem Badegewässer. Die Auswahl teilt sich in zwei Landschaften. Im Pfälzerwald liegen Plätze an Weihern wie dem Clausensee im Schwarzbachtal, im Dahner Felsenland bei Dahn und Ludwigswinkel sowie am Gelterswoog bei Kaiserslautern. In der Rheinebene sind es Baggerseen und Altrheinarme, zum Beispiel im Raum Germersheim, Speyer, Frankenthal und Bobenheim-Roxheim.

Der Badegewässeratlas des Landes führt für die Region Pfälzerwald 13 Badegewässer, darunter Clausensee, Gelterswoog, Neudahner Weiher, Schöntalweiher, Saarbacher Hammer und das Naturfreibad Otterberg. Die Südliche Vorderpfalz mit Germersheim hat 8 Einträge, etwa den Germersheimer See, den Sondernheimer See und zwei Baggerseen bei Neuburg und an der Johanniswiese; die Nördliche Vorderpfalz mit den Seen um Frankenthal, Lambsheim und Bobenheim-Roxheim kommt hinzu. Welche davon einen Campingplatz haben, entnehmen Sie den Listen der Gemeinden und der Pfalz.Touristik; diese Seite nennt keine einzelnen Betriebe. Eine Übersicht aller Landschaften finden Sie auf Camping in der Pfalz, die Besonderheiten des Waldes beschreibt Camping im Pfälzerwald.

GewässerOrtDaten laut Atlas
ClausenseeSchwarzbachtal bei Waldfischbach-Burgalben4,5 ha, größte Tiefe 5,3 m, ganzjährig zugänglich
GelterswoogKaiserslautern, Pfälzerwald15 ha, größte Tiefe 3,2 m, geöffnet nach Aushang
Naturfreibad OtterbergOtterberg0,2 ha, Ende Mai bis Ende September täglich 9 bis 20 Uhr
Germersheimer SeeGermersheim, Rheinebene10,4 ha, größte Tiefe 9,5 m

Die Tabelle zeigt, wie verschieden die Gewässer sind: Ein flacher Waldweiher erwärmt sich im Hochsommer schnell, ein tiefer Baggersee bleibt kühler und hat steile Ufer. Wer mit Kleinkindern kommt, bevorzugt die flachen Weiher mit Liegewiese; Schwimmer, die Strecke machen wollen, fahren an einen Baggersee.

See in den Rheinauen mit Schilf und kleinem Kiesstrand im Abendlicht
Rheinauen Baggersee in den Rheinauen. Symbolbild

Wie sauber ist das Wasser, und wer prüft es?

Das Wasser der amtlichen Badegewässer wird in Rheinland-Pfalz vor und während der Saison untersucht: Die Gesundheitsämter der Kreisverwaltungen prüfen die Keimbelastung, das Landesamt für Umwelt die chemische, physikalische und biologische Beschaffenheit einschließlich der Blaualgen. Die Ergebnisse stehen im Badegewässeratlas Rheinland-Pfalz, der auch Profile, Karten und aktuelle Warnungen zeigt. Zuständig ist demnach das Landesamt für Umwelt, nicht das Landesuntersuchungsamt, wie man gelegentlich liest.

Insgesamt meldete das Land 2025 66 EU-Badeseen, die Warnmeldung im August 2026 nennt 68 EU-Badegewässer, von denen an elf Hinweisschilder wegen Blaualgen standen. Auf Basis der letzten vier Jahre waren nach der Mitteilung des Landesamts alle bis auf einen See „ausgezeichnet“ oder „gut“; der Germersheimer See erhielt die Einstufung „ausreichend“. Die Einstufung ist ein Rückblick und keine Prognose für den Tag Ihres Besuchs. Entscheidend sind die aktuellen Messwerte und die Schilder am Ufer.

Ein Badeverbot kommt bei sehr hohen Werten ab 75 Mikrogramm je Liter Cyanobakterien-Chlorophyll; es wird von den unteren Wasserbehörden mit den Gesundheitsämtern verhängt. Darunter gibt es Warnungen, die die Behörden an Ufer und im Atlas veröffentlichen. Ausgangslage für Camper: Der Atlas lässt sich am Morgen auf dem Handy prüfen, und der Platzbetreiber weiß meist, ob gerade eine Warnung gilt.

Darf man an jedem See baden?

Nein. Nicht jedes Gewässer ist ein Badegewässer, und viele Baggerseen, Weiher und Altrheinarme sind privat, gesperrt oder für die Natur reserviert. Als Faustregel gilt: Gebadet wird dort, wo eine Badestelle ausgewiesen ist, eine Aufsicht oder wenigstens eine Betreibergemeinde zuständig ist und Schilder keine Verbote zeigen. Das gilt auch für den eigenen Zeltplatz am Ufer.

Für den Rhein gilt: Das Landesamt rät grundsätzlich vom Baden in Flüssen wie dem Rhein ab, wegen Strömung und Schiffsverkehr. Ein Beispiel für ein Verbot im Wald ist der Vogelwoog bei Kaiserslautern, der in einem Naturschutzgebiet liegt; dort ist Baden verboten, wie die Stadt in einer Pressemitteilung erklärt hat. Die Pfalz.Touristik erinnert zudem, dass Gewässer Strömungen und Untiefen haben und Badeverbote und Baderegeln zu beachten sind. Einzelheiten zu Badestellen und Freibädern bietet die Seite Baden in der Pfalz.

Am Gelterswoog betreibt die Stadt Kaiserslautern ein Strandbad. Wer dort zeltet, sollte die Öffnungszeiten des Bades von denen des Campingplatzes trennen: Das Bad hat Zeiten, der Zeltplatz eigene. Auch Hunde sind unterschiedlich geregelt; einige Badestellen verbieten sie, andere dulden sie außerhalb der Liegewiese. Die Regeln lesen Sie am Eingang oder erfragen sie vorab; mehr zu Hunden am Wasser steht auf der Seite Urlaub mit Hund.

Was ist beim Zelten in den Rheinauen anders?

In der Rheinebene liegen Plätze in Auwald und an stillen Altrheinarmen. Das Gelände ist flach, der Boden schwer und nach Regen lange feucht, und das Wasser des Rheins kann bei Hochwasser Teile der Aue überfluten. Fragen Sie, ob der Platz hochwassergefährdet ist und wie der Betreiber Gäste warnt. Der Auwald ist reich an Insekten; im Frühsommer können Stechmücken zur Plage werden, ein Mückenschutz gehört ins Gepäck.

Dafür hat die Rheinebene im Hochsommer Vorteile. Die Wege sind eben, Radwege führen am Altrhein entlang, und mit dem Fahrrad erreichen Sie Städte wie Speyer und Germersheim. Viele Plätze in dieser Landschaft haben einen hohen Anteil an Dauercampern; für Durchreisende bleiben dann weniger Stellflächen frei, und Gäste sollten rechtzeitig fragen. Erfahrungsgemäß sind die Plätze unter der Woche entspannter als an Wochenenden.

Wie wählt man den Platz am Wasser aus?

Beginnen Sie mit dem Gewässer, nicht mit dem Platz. Das Profil im Badegewässeratlas nennt bei vielen Seen Größe, Tiefe, Öffnungszeiten, Schattenplätze und Regeln für Surfer; so erkennen Sie, ob es flach genug für Kinder ist und ob das Ufer Schatten bietet. Danach klären Sie mit dem Platz, ob die Badestelle zum Gelände gehört, ob für sie Eintritt zu zahlen ist und wer die Aufsicht übernimmt. Am Clausensee beispielsweise gehört der Strand zum Platz, der Eintritt ist kostenpflichtig, wie die Pfalz.Touristik schreibt.

Dann kommt die Lage auf dem Gelände. Stellflächen direkt am Ufer sind begehrt, bieten aber wenig Schatten und im Sommer viel Betrieb; Flächen in zweiter Reihe sind ruhiger. Mit Kindern lohnt eine Fläche, von der aus Sie das Wasser sehen. Mit einem Zelt ist der Wind am See ein Thema: Weiher im Wald sind geschützt, Baggerseen in der Ebene können im Sommer Gewittersturm und starke Böen erleben.

Und schließlich die Mitnahme: Wer Boote, Schlauchboote oder Stand-up-Paddles mitbringt, fragt zuerst nach den Regeln des Gewässers, denn Wassersport ist an vielen Seen eingeschränkt oder verboten. Auch Angeln, Drohnen und Grillen am Ufer unterliegen den Vorschriften des Betreibers oder der Gemeinde. Das Prinzip ist dasselbe wie überall im Wald und am Wasser: Alles, was Sie mitbringen, nehmen Sie wieder mit, und hinterlassen Sie die Stelle so, wie Sie sie vorgefunden haben.

Wann ist die beste Zeit?

Der Juli und August bringen die wärmsten Wassertemperaturen und die meisten Gäste. Wer ohne Gedränge baden will, kommt unter der Woche oder zu Beginn und Ende der Saison, nimmt dafür aber kühleres Wasser in Kauf. Nach dem 31. August enden die Messungen der EU-Badegewässer. Außerhalb der Saison baden Sie auf eigenes Risiko, auch wenn der See ganzjährig zugänglich ist, wie es der Atlas für den Clausensee ausweist.

Gewitter sind im Sommer häufig. Verlassen Sie bei Blitz und Donner das Wasser und suchen Sie keinen Schutz unter einzelnen Bäumen. Der Wald kühlt, doch bei langer Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr, und Grillen am Seeufer ist nur an freigegebenen Stellen erlaubt.

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Häufige Fragen zum Camping am See in der Pfalz

Wo sehe ich, ob ein See gerade gesperrt oder gewarnt ist?

Im Badegewässeratlas Rheinland-Pfalz und auf den Schildern am Ufer. Der Atlas zeigt Messwerte, Profile und Warnhinweise zu den amtlichen Badegewässern.

Ist die Badesaison überall gleich lang?

Gesetzlich ist die Saison der EU-Badegewässer der Zeitraum vom 1. Juni bis 31. August. Einzelne Betreiber öffnen ihre Bäder früher oder länger; maßgeblich ist der Aushang des Betreibers.

Darf ich mit dem Hund an den See?

Das hängt vom Gewässer ab. Manche Weiher untersagen Hunde, andere erlauben sie außerhalb der Liegewiese. Bei Blaualgen sollten Hunde nicht aus dem Wasser trinken.

Kann ich im Rhein baden?

Nein, das Landesamt rät vom Baden in Flüssen wie dem Rhein grundsätzlich ab. Nutzen Sie Baggerseen und ausgewiesene Badestellen.

Gibt es Plätze nur für Zelte am See?

Zelten ist nur auf ausgewiesenen Plätzen erlaubt. Für Wandernde gibt es die Trekkingplätze, die allerdings im Wald liegen und nicht am Badesee.

Quellen: Badegewässeratlas Rheinland-Pfalz; Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz, Blaualgen in Badegewässern; Landesamt für Umwelt, Wasserqualität der Badeseen 2025; Pfalz.Touristik, Clausensee; Pfalz.Touristik, Uffbasse: Tipps für rücksichtsvolles Verhalten; Stadt Kaiserslautern, Pressemitteilung zum Vogelwoog. Stand: Oktober 2026.