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Wandern & Pfälzerwald

Aussichtstürme in der Pfalz: Luitpoldturm, Weinbiet und Co.

Zwölf Türme zwischen Donnersberg, Haardt und Wasgau im Überblick

Stand: · 8 Min. LesezeitTermine geprüft am

Runder Turm aus Sandsteinquadern mit Plattform über herbstlichem Laub- und Nadelwald
Aussichtsturm Steinerne Türme über den Baumkronen. Kein bestimmter Turm. Symbolbild

Kurz gesagt

In der Pfalz stehen auf vielen Gipfeln Aussichtstürme, die meisten aus rotem Sandstein und über 100 Jahre alt. Die höchsten sind der Bismarckturm am Peterskopf (36 m), der Humbergturm in Kaiserslautern und der Luitpoldturm auf dem Weißenberg. Die meisten Türme sind frei zugänglich und nur zu Fuß erreichbar; einige sind zeitweise gesperrt.

Welche Aussichtstürme gibt es in der Pfalz?

Die bekanntesten Aussichtstürme der Pfalz stehen an der Haardt über der Weinstraße, im Inneren des Pfälzerwalds, im Wasgau und im Nordpfälzer Bergland. Viele wurden zwischen 1860 und 1910 von Verschönerungsvereinen, Gemeinden oder dem Pfälzerwald-Verein gebaut, oft zu Ehren bayerischer Könige, denn die Pfalz gehörte damals zu Bayern. Die Tabelle nennt nur Türme, deren Daten belegt sind; Höhen und Stufenzahlen weichen je nach Quelle teilweise ab. Den Zugang haben wir im Oktober 2026 geprüft, er kann sich durch Sanierungen oder Sturmschäden jederzeit ändern.

TurmBerg und OrtBerghöheTurmhöheBaujahrZugang (Stand Oktober 2026)Einkehr in der Nähe
WeinbietturmWeinbiet, Neustadt-Gimmeldingen554 m21,5 bis 22 m1870–1874zu den Öffnungszeiten des WeinbiethausesWeinbiethaus (PWV)
BismarckturmPeterskopf, Bad Dürkheim493,5 m36 m1901–1903vor dem Besuch prüfenHütte in der Weilach (PWV)
EckkopfturmEckkopf, Deidesheim516 m25 m1975vor dem Besuch prüfenGaststätte am Turm, an einigen Wochenenden
LudwigsturmBlättersberg, Rhodt unter RietburgStandort 604,9 m15 m1889vor dem Besuch prüfen–
SchänzelturmSteigerkopf, Edenkoben613,6 m13 m1874vor dem Besuch prüfen–
LuitpoldturmWeißenberg, Merzalbenca. 610 m34,6 m (andere Quelle: 30 m)1909vor dem Besuch prüfen–
EschkopfturmEschkopf bei Johanniskreuz608,3 mca. 20 m1902vor dem Besuch prüfen–
RehbergturmRehberg, Annweiler576,8 m14 m1862laut Pfalz.Touristik jederzeit zugänglich–
StäffelsbergturmStäffelsberg, Dörrenbach480,8 m24 m (Plattform 21 m)1964vor dem Besuch prüfen–
LudwigsturmDonnersberg, DannenfelsStandort 674,5 m27 m1864–1865laut Pfalz.Touristik wegen Sanierung gesperrtKeltenhütte (PWV)
HumbergturmGroßer Humberg, Kaiserslautern427,9 m35,8 m1900laut Trägerverein ganzjährig rund um die Uhr–
SelbergturmSelberg, Rothselberg546 mca. 18 m1969laut Pfalz.Touristik frei zugänglich–

Nicht in der Liste steht der Turm auf der Kalmit, dem höchsten Berg des Pfälzerwalds: Der 21 Meter hohe Bau von 1928/29 trägt heute Funk- und Messtechnik und ist seit Jahrzehnten für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Aussicht genießen Sie dort von der Terrasse des Kalmithauses.

Welche Türme stehen an der Haardt über der Weinstraße?

An der Haardt bieten die Türme den weitesten Blick über die Rheinebene, weil der Gebirgsrand hier mehrere hundert Meter steil abfällt. Der Weinbietturm auf dem Weinbiet über Neustadt ist ein gedrungener, achteckiger Sandsteinturm von 1870 bis 1874, der der Stadt Neustadt gehört. Seit 1952 beherbergt er eine Station des Deutschen Wetterdienstes, seit 2004 vollautomatisch. Er ist zu denselben Zeiten zugänglich wie das benachbarte Weinbiethaus der Ortsgruppe Gimmeldingen des Pfälzerwald-Vereins; das Haus hat laut Öffnungszeitenabfrage des Vereins (Stand Oktober 2026) mittwochs, freitags, samstags und sonntags sowie an Feiertagen geöffnet, von April bis Oktober von 11 bis 18 Uhr, von November bis März von 11 bis 17 Uhr. Hinauf führen Wege ab Neustadt-Haardt, Gimmeldingen und Lindenberg, etwa mit dem Roten Punkt markiert.

Der Bismarckturm auf dem Peterskopf bei Bad Dürkheim ist mit 36 Metern der höchste Turm auf dieser Seite. Er entstand 1901 bis 1903, gehört dem Drachenfels-Club und hat drei Aussichtsplattformen; von der obersten in 30 Metern Höhe reicht der Blick ungehindert über die Rheinebene bis zum Taunus und zum Nordschwarzwald. Der Pfälzer Weinsteig führt auf seiner zweiten Etappe vorbei. Der Eckkopfturm über Deidesheim ist eine teilweise mit Holz verkleidete Stahlkonstruktion von 1975 mit 107 Stufen; zwei Vorgänger stürzten 1920 bei einem Sturm ein beziehungsweise brannten 1975 ab. Bei sehr guter Sicht erkennen Sie von seiner Plattform in 541 Metern Höhe die Frankfurter Hochhäuser in rund 90 Kilometern Entfernung. Unter dem Turm öffnen Vereine aus der Umgebung an einigen Wochenenden und Feiertagen eine Gaststätte; die Termine vergibt die Verbandsgemeinde Deidesheim.

Weiter südlich stehen zwei kleinere Türme aus der Zeit nach 1870. Der 15 Meter hohe Ludwigsturm am Blättersberg bei Rhodt unter Rietburg, 1889 vom Verschönerungsverein Edenkoben gebaut und nach König Ludwig I. benannt, steht nahe der Rietburg. Der achteckige Schänzelturm auf dem Steigerkopf über Edenkoben von 1874 erinnert an ein Gefecht von 1794; je nach Höhe des Waldes ist die Sicht hier eingeschränkt.

Enge Wendeltreppe aus abgetretenen Sandsteinstufen mit Eisengeländer, Licht aus einem Schlitzfenster
Turmtreppe Wendeltreppe in einem alten Turm. Symbolbild

Welche Türme lohnen sich im Pfälzerwald und im Wasgau?

Im Inneren des Gebirges zeigen die Türme vor allem das Meer der bewaldeten Höhenrücken, das den Pfälzerwald als größtes zusammenhängendes Waldgebiet ausmacht. Der Luitpoldturm auf dem Weißenberg bei Merzalben ist der bekannteste: ein viereckiger Sandsteinturm, den der Pfälzerwald-Verein 1908 bis 1909 errichten ließ und nach Prinzregent Luitpold von Bayern benannte. Wikipedia nennt 34,6 Meter Gesamthöhe und 164 Stufen, die Pfalz.Touristik 30 Meter und 184 Stufen. Auf halber Höhe lädt ein Erker mit Sitzbank zur Pause ein, oben zeigen Orientierungstafeln markante Ziele bis zu den Vogesen. Der Pfälzer Waldpfad führt am Turm vorbei; mit dem Auto führt eine schmale Forststraße Richtung Hermersbergerhof in die Nähe, der Weiler liegt rund 1,3 Kilometer südlich des Turms.

Der Eschkopfturm auf dem 608 Meter hohen Eschkopf bei Johanniskreuz wurde 1902 als Vermessungspunkt gebaut; seine 98 Stufen führen zu einem Rundblick vom Donnersberg bis ins Elsass. Im Wasgau steht auf dem Rehberg bei Annweiler mit dem Rehbergturm der älteste Turm der Liste, 1862 aus freiwilligen Beiträgen errichtet. Von seiner zinnengekrönten Plattform in knapp 590 Metern Meereshöhe sehen Sie auf die drei Burgen am Trifels, über den Wasgau bis ins Elsass und in die Rheinebene; er ist laut Pfalz.Touristik jederzeit zugänglich. Ganz im Süden bietet der runde Betonturm auf dem Stäffelsberg bei Dörrenbach von 1964 einen Blick über die Südliche Weinstraße bis zum Schwarzwald; sein Vorgänger von 1887 wurde 1947 auf Anordnung der französischen Militärregierung gesprengt.

Welche Türme gibt es im Norden und Westen der Pfalz?

Der Ludwigsturm auf dem Donnersberg steht auf dem höchsten Berg der Pfalz. Der 27 Meter hohe, achteckige Turm von 1864/65 hat 142 Stufen und wird vom Donnersbergverein betreut. Bei klarem Wetter reicht der Blick über Rheinhessen, den Pfälzerwald, den Hunsrück und bis zum Wormser Dom. Die Pfalz.Touristik meldet ihn derzeit wegen Sanierungsarbeiten als gesperrt (Abruf Oktober 2026); prüfen Sie vor dem Besuch, ob er wieder offen ist. Einkehren können Sie auf dem Plateau in der Keltenhütte, die die Ortsgruppe Kirchheimbolanden des Pfälzerwald-Vereins verpachtet hat.

Der Humbergturm im Süden von Kaiserslautern ist mit 35,8 Metern fast so hoch wie der Bismarckturm. Bürger der Stadt gründeten 1896 einen Verein für den Bau; nachdem der erste Turm noch während der Bauzeit einstürzte, wurde er am 2. September 1900 eingeweiht. Nach Angaben des Humbergturm-Vereins ist er an 365 Tagen rund um die Uhr zugänglich. Im Nordpfälzer Bergland steht auf dem Selberg bei Rothselberg eine rund 18 Meter hohe Stahlkonstruktion von 1969, die frei zugänglich ist und weit über die offene Kuppenlandschaft blickt.

Blick von oben über ein Meer bewaldeter Hügel im Herbst mit einer Rodungsinsel im Tal
Fernsicht Fernsicht über den Wald. Symbolbild

Wann ist die Fernsicht am besten?

Die beste Fernsicht haben Sie an klaren, trockenen Tagen nach dem Durchzug einer Kaltfront und bei Hochdrucklagen im Herbst und Winter. Dann ist die Luft oft so sauber, dass von der Haardt aus der Odenwald, der Nordschwarzwald und manchmal der Taunus zu sehen sind. Im Herbst bildet sich bei Hochdruck häufig eine Inversion: Kalte, feuchte Luft bleibt als Nebel in der Rheinebene liegen, während die Gipfel darüber in der Sonne stehen. Wer früh am Morgen auf einen Haardtturm steigt, sieht dann ein Nebelmeer, aus dem nur die Höhen ragen. Im Sommer trüben Dunst und Wärme die Sicht häufig schon am Vormittag.

Worauf sollten Sie beim Turmbesuch achten?

Die meisten Türme sind enge Steinbauten mit Wendeltreppen, die bei Andrang nur abwechselnd begangen werden können. Steigen Sie bei Gewitter nicht auf einen Turm und verlassen Sie ihn sofort, wenn sich eines nähert, denn Türme und Gipfel ziehen Blitze an. Bei Sturm, Eis und Schnee sind Plattformen und Außentreppen gefährlich; einige Türme werden im Winter je nach Wetter geschlossen. Kinder sollten Sie auf den Plattformen an der Hand halten, auch wenn Brüstungen und Geländer vorhanden sind.

Öffnungszeiten, Schlüsselregelungen und kleine Eintrittsbeiträge legen die Träger fest, meist Ortsgruppen des Pfälzerwald-Vereins, Gemeinden oder Heimatvereine. Diese Regeln ändern sich, deshalb nennen wir sie nur, wo eine aktuelle Quelle vorliegt. Viele Türme lassen sich mit einer Hüttenrast verbinden; welche Hütten wann geöffnet haben, steht im Verzeichnis der Pfälzerwald-Hütten. Touren, die mehrere Aussichtspunkte verbinden, finden Sie unter den schönsten Rundwanderungen in der Pfalz.

Unterkunft & Camping in der Pfalz

Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.

  • Weingut & Gästezimmer

    Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.

    Übernachten beim Winzer
  • Hotel & Ferienwohnung

    Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.

    Hotels in der Pfalz
  • Camping & Wohnmobil

    Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.

    Camping in der Pfalz

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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zu den Aussichtstürmen in der Pfalz

Welcher Aussichtsturm in der Pfalz ist der höchste?

Unter den hier aufgeführten Türmen ist der Bismarckturm am Peterskopf bei Bad Dürkheim mit 36 Metern der höchste, knapp vor dem Humbergturm in Kaiserslautern mit 35,8 Metern. Am höchsten über dem Meer steht der Ludwigsturm am Donnersberg auf 674,5 Metern.

Kann man auf den Turm der Kalmit steigen?

Nein. Der Turm auf der Kalmit trägt Funk- und Messtechnik und ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Gute Alternativen in der Nähe sind der Weinbietturm über Neustadt und der Ludwigsturm am Blättersberg.

Kosten die Aussichtstürme Eintritt?

Die meisten Türme sind frei zugänglich. Einzelne Vereine erheben einen kleinen Beitrag für die Erhaltung oder geben den Schlüssel gegen Pfand aus; die aktuelle Regel erfahren Sie beim jeweiligen Träger.

Welcher Turm eignet sich für einen kurzen Ausflug?

Kurze Zugänge haben der Luitpoldturm vom Weiler Hermersbergerhof (rund 1,3 Kilometer), der Rehbergturm vom Rehbergparkplatz bei Annweiler und der Ludwigsturm am Donnersberg, der vom Parkplatz auf dem Berg in wenigen Minuten erreichbar ist, sobald er wieder geöffnet ist.

Sind die Türme mit Kinderwagen erreichbar?

Meist nicht, denn die Zugänge sind Waldpfade und Forstwege, und die Treppen im Turm sind schmal. Planen Sie mit Kleinkindern eine Trage ein.

Quellen: Pfalz.Touristik: Luitpoldturm; Pfalz.Touristik: Ludwigsturm Donnersberg; Pfalz.Touristik: Rehbergturm; Pfalz.Touristik: Stäffelsbergturm; Pfälzerwald-Verein: Öffnungszeiten der Hütten abfragen; Humbergturm-Verein Kaiserslautern; Wikipedia: Weinbietturm; Wikipedia: Eckkopfturm; Wikipedia: Luitpoldturm; Wikipedia: Peterskopf. Stand: Oktober 2026.