Wandern & Pfälzerwald
Bienwald: größter Wald der Rheinebene, Wandern und Radfahren
Zwölftausend Hektar Eichen, Kiefern und Bäche an der Grenze zum Elsass

Kurz gesagt
Der Bienwald ist mit rund 12.000 Hektar das größte Waldgebiet der pfälzischen Rheinebene und liegt im Süden der Pfalz an der französischen Grenze. Eichen im feuchteren Westen und Kiefern im trockenen Osten bilden ein Mosaik aus Bruchwald, Dünen und Bachtälern. Markiert sind 229 Kilometer Wanderwege und 142 Kilometer Radwege.
Was macht den Bienwald aus?
Der Bienwald liegt ganz im Süden der Pfalz an der französischen Grenze und ist mit rund 12.000 Hektar das größte Waldgebiet in der pfälzischen Rheinebene. Südpfalz-Tourismus beschreibt ihn als Mosaik: trockene Dünen und nasse Erlenbruchwälder, Wiesen und Weiden, Wildkatzen und Wildbienen. Grob unterteilt sich der Wald in die feuchteren Standorte westlich der Bundesstraße 9 mit viel Laubholz, vor allem Eichen, und die trockeneren Regionen östlich der Nord-Süd-Verkehrsader mit vielen Kiefern. Als Trittsteinbiotop stellt der Bienwald einen Verbindungskorridor vom Rhein zum Pfälzerwald her. Damit er so bleibt, sorgt ein Besucherlenkungskonzept dafür, dass das Naturerlebnis erleichtert und sensible Bereiche zugleich geschützt werden.
In den Schwemmfächer-Landschaften des Bienwalds verlaufen zahlreiche Bäche; Bruchbach, Otterbach und Heilbach sind nur drei davon. In manchen Sommern führen einige nur wenig Wasser, doch an ihren Ufern wächst eine eigene Pflanzenwelt. Eine eigene Geschichte erzählen die hölzernen Straßenschilder, denn im Bienwald trägt jeder Waldweg einen eigenen Namen, zum Beispiel „Mordsallee“. Wie die Rheinebene landschaftlich insgesamt aufgebaut ist, erklärt die Seite Vorderpfalz und Rheinebene; Tiere und Pflanzen der Region stehen auf der Seite Natur in der Pfalz.
Welche Wanderungen führen durch den Bienwald?
Südpfalz-Tourismus hat insgesamt 229 Kilometer Wanderwege und 142 Kilometer Radwege neu markiert. Sie führen zum Teil auf verschlungenen Pfaden an römischen Meilensteinen, Keltengräbern und Westwallbunkern vorbei. Ein Beispiel ist der Schaidter Westwallweg, ein Rundkurs von 8,9 Kilometern mit einer Gehzeit von etwa zweieinhalb Stunden, der Naturerlebnis und zeitgeschichtliche Information verbindet. Tafeln am Weg und die App „Actionbound“ erklären die Höckerlinien, Schützenstände und Bunkerruinen. Diese Relikte sind heute Lebensräume für Fledermäuse und Eidechsen, und die riesigen Panzergräben sind im Lauf der Zeit zu Wasserlandschaften geworden. Die Hintergründe zur Befestigung beschreibt die Seite Westwall in der Südpfalz.
Der Weg verläuft auch über den „Mundatweg“, der die frühere Grenze zwischen dem Kloster Weißenburg und dem Bistum Speyer markiert. Heute folgt ihm in Teilen die Grenze zwischen den Landkreisen Germersheim und Südliche Weinstraße. Höhepunkt der Rundwanderung ist die Bismarckeiche, die einer der mächtigsten Bäume ihrer Art im Bienwald ist: In Brusthöhe misst ihr Umfang rund 5,5 Meter, ihr Alter wird auf 300 bis 350 Jahre geschätzt. Im Bienwald ist es Tradition, charakteristische und starke Eichen stehen zu lassen, obwohl die Eiche seit Jahrhunderten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Forstwirtschaft ist. Rund 50 solcher Starkeichen haben mehr als vier Meter Umfang.
Der Bienwaldmühle-Rundweg ist eine flache Tagestour von 22,9 Kilometern durch den westlichen Teil entlang des früheren Westwallgebietes von Schaidt und Steinfeld zur Bienwaldmühle und zum Weißen Kreuz. Bei Steinfeld und Kapsweyer durchquert er den „Viehstrich“, eine Landschaft aus Dörfern zwischen Weiden und Äckern. Nach etwas mehr als der Hälfte erreicht man den Waldgasthof Bienwaldmühle an der Lauter, die hier die Grenze zu Frankreich bildet. Von der Mühle nach Schaidt geht es über Pfade am Denkmal „Weißes Kreuz“ vorbei zur Bismarckeiche und zu weiteren Westwall-Resten wie einem Ein-Mann-Bunker. Startpunkte sind auch die Bahnhöfe Steinfeld und Kapsweyer. Südpfalz-Tourismus führt diese Tour auf seiner Tourenseite am 31. Oktober 2026 als geschlossen; vor der Anfahrt lohnt der Blick auf den aktuellen Status.

Welche Radtouren gibt es um und durch den Bienwald?
Die Bienwald-Bäche-Tour ist eine kurze Tagesetappe von 33,8 Kilometern, die ebene Strecken an den Bächen verbindet. Besonders abwechslungsreich sind die Abschnitte in Büchelberg und zwischen Freckenfeld und Kandel. Büchelberg liegt wie eine Oase mitten im Waldgebiet und bietet mit seinen Streuobstwiesen im Frühling eine reiche Blüte, die Bachniederungen zwischen Freckenfeld und Kandel haben blütenreiche Wiesen und Weiden. Wer im Süden nicht auf der Landstraße fahren möchte, wählt die autofreie Variante durch den Wald bei Scheibenhardt und Bienwaldmühle. Weil Abschnitte im Wald geschottert sind, empfiehlt Südpfalz-Tourismus geeignete Räder.
Die Radroute „Rund um den Bienwald“ ist 63,6 Kilometer lang; dafür sind rund viereinhalb Stunden Fahrzeit zu rechnen. Sie führt auf markierten Radwegen und wenig befahrenen Straßen um den Wald herum, durch den „Südpfälzer Viehstrich“ zwischen Kandel und Schweighofen, die Rheinauen bei Neuburg und Hagenbach, die Wiesenfelder bei Scheibenhardt und Berg und die Niederungen wie die Bruchbach-Otterbach-Niederung bei Jockgrim. Der Südpfalz-Radweg (Strecke 53,5 Kilometer) beginnt in Scheibenhardt am PAMINA-Radweg Lautertal, führt durch den Bienwald nach Kandel und dann durch das größte Tabakanbaugebiet Deutschlands über Hatzenbühl und Hayna zu den Queichwiesen bei Offenbach und nach Bornheim. Dort liegt das Storchenzentrum mit Dauerausstellung. Die Strecke kreuzt die Trasse der Südpfalz-Draisinenbahn und endet in Kirrweiler. Allgemeine Hinweise zum Radfahren bietet die Seite Radfahren in der Pfalz.
Für Familien gibt es die deutsch-französische Radtour „Bienwald und Lauter“ mit 54,7 Kilometern auf ebenen, überwiegend befestigten Wegen von Wissembourg nach Kandel und über Scheibenhardt zurück. Unterwegs liegen in Kandel der Abenteuer-Kletterpark FunForest, eine Fußballgolf-Anlage und das Waldschwimmbad, auf der französischen Seite in Lauterbourg der AquaPark Alsace. Südpfalz-Tourismus schlägt vor, die Tour auf zwei Tage zu teilen und in Kandel zu übernachten. Scheibenhardt gibt es einmal auf deutscher und einmal auf französischer Seite; eine Brücke trennt beide. Für einen Ausflug ins Elsass eignet sich die Seite Wissembourg.
Was gibt es in Büchelberg zu entdecken?
Büchelberg ist der Ort mitten im Wald. Südpfalz-Tourismus zählt dort zwei Entdeckungspfade zu seinen Erlebnis- und Entdeckerpfaden: den Entdeckungspfad Streuobstwiesen und den Bienenlehrpfad. Der Streuobstpfad führt durch Wald und Streuobstwiesen und erklärt auf interaktiven Schautafeln den Artenreichtum und die Obstsorten der Streuobstwiesen. Der Bienen-Entdeckungspfad hat acht Stationen zur Honigbiene, die bei der Bestäubung heimischer Blütenpflanzen eine unverzichtbare Rolle spielt. Ein Honigbär begleitet als Richtungswegweiser. Mehr Touren für Familien nennt die Seite Wandern mit Kindern in der Pfalz.
Weitere Pfade der Südpfalz sind der Hatzenbühler Tabakrundweg, der über die Tradition des Tabakanbaus informiert, und der Walderlebnispfad bei Ottersheim mit 13 interaktiven Stationen, der 2020 als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet wurde. Die Orientierung erleichtert die offizielle Tourenplaner-App des Landes Rheinland-Pfalz, weil nicht jede Tour eigens ausgeschildert ist.
Welche Regeln gelten im Bienwald?
Südpfalz-Tourismus ruft mit der Kampagne „UFFBASSE!“ zu Rücksicht auf. Feuer machen, Rauchen und Grillen sind im Wald strengstens verboten, um Brände zu vermeiden. Besucher sollen auf den ausgewiesenen Wegen bleiben, Lärm vermeiden, den Wald spätestens bei Dämmerung verlassen und Hunde anleinen. Rast und Picknick sind nur auf den möblierten Rastplätzen vorgesehen, Müll nimmt man wieder mit. Auf Wirtschaftswegen arbeiten Land- und Forstwirte auch am Wochenende, deshalb ist Rücksicht gefragt. Für Notfälle sind Rettungspunkte mit grünen Schildern und weißem Kreuz eingerichtet: Merken Sie sich die Nummer auf dem Schild und geben Sie sie beim Notruf an.
Wie kommt man in den Bienwald und wo startet man?
Als Orte am Wald nennen die Tourenseiten Kandel, Schaidt, Steinfeld, Kapsweyer, Büchelberg, Scheibenhardt und Jockgrim; die Touren starten dort, auch an den Bahnhöfen Steinfeld und Kapsweyer. Rheinzabern am Nordrand des Waldes liegt an der Bahnstrecke Schifferstadt–Wörth und ist seit 2010 an die Stadtbahn Karlsruhe angeschlossen (Abschnitt Germersheim–Wörth). Zu den Römern am Waldrand gehört die Seite Römer in der Pfalz, zur Kreisstadt Germersheim.
Unterkunft & Camping in der Pfalz
Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.
Weingut & Gästezimmer
Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.
Übernachten beim WinzerHotel & Ferienwohnung
Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.
Hotels in der PfalzCamping & Wohnmobil
Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.
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Häufige Fragen zum Bienwald
Wie groß ist der Bienwald?
Südpfalz-Tourismus nennt rund 12.000 Hektar. Damit ist er das größte Waldgebiet der pfälzischen Rheinebene.
Wie alt ist die Bismarckeiche?
Ihr Alter wird auf 300 bis 350 Jahre geschätzt. In Brusthöhe misst sie rund 5,5 Meter im Umfang und ist eine der mächtigsten Eichen im Bienwald.
Darf man im Bienwald grillen?
Nein. Feuer machen, Rauchen und Grillen sind im Wald strengstens verboten. Für Picknicks gibt es möblierte Rastplätze.
Ist der Bienwald Teil des Pfälzerwalds?
Er ist ein eigenes Waldgebiet in der Rheinebene und dient als Trittsteinbiotop, das einen Verbindungskorridor vom Rhein zum Pfälzerwald schafft. Den Pfälzerwald beschreibt die Seite Pfälzerwald.
Welche Radtour eignet sich für Familien?
Die deutsch-französische Tour „Bienwald und Lauter“ mit 54,7 Kilometern auf ebenen, überwiegend befestigten Wegen. Man kann sie auf zwei Tage verteilen und in Kandel übernachten.
Quellen: Südpfalz-Tourismus: Naturschutzgebiet Bienwald; Südpfalz-Tourismus: Bienwaldmühle-Rundweg; Südpfalz-Tourismus: Bienwald-Bäche-Tour; Südpfalz-Tourismus: Radtour Bienwald und Lauter; Südpfalz-Tourismus: Südpfalz-Radweg; Südpfalz-Tourismus: Erlebnis- und Entdeckerpfade; Südliche Weinstraße: Rund um den Bienwald. Stand: Oktober 2026.