Wandern & Pfälzerwald
Johanniskreuz: Geburtsort des Pfälzerwalds und Wegeknoten
Wegekreuz im Herzen des Pfälzerwalds, Sitz von Forstamt und Haus der Nachhaltigkeit

Kurz gesagt
Johanniskreuz liegt im Herzen des Pfälzerwalds an der Kreuzung der B 48 und der L 499. Hier prägten Forstleute 1843 den Namen „Pfälzerwald“, deshalb gilt der Ort als sein Geburtsort. Heute ist er Ausgangspunkt eines sternförmigen Wegenetzes, Sitz eines Forstamts und des Hauses der Nachhaltigkeit und liegt am Waldpfad und am Jakobsweg.
Woher hat Johanniskreuz seinen Namen?
Der Name geht auf ein steinernes Wegkreuz des 13. Jahrhunderts zurück, das als „Herr Johanns Creutz“ überliefert ist. Die moderne Schreibweise Johanniskreuz setzte sich erst 1885 durch, damals gab es an der Kreuzung noch keine Siedlung. Zur Entstehung des Kreuzes kursieren viele Geschichten. Das Forstamt hält es für am wahrscheinlichsten, dass benachbarte Ritter an dieser wichtigen Wegekreuzung ihre Gebietsansprüche markierten, indem sie ihre Wappen in ein Steinkreuz gravierten; einer von ihnen war der namensgebende Ritter Johannes von Wilenstein. Die Kulturlandschaftsdatenbank KuLaDig erzählt die Geschichte genauer: Am wahrscheinlichsten habe Ritter Reinhart von Hohenecken im 13. Jahrhundert das Kreuz aufgestellt, weil er die Zoll- und Geleitrechte der Gegend hielt. Der angrenzende Besitz gehörte Johannes von Wilenstein, dem das Wappen missfiel, weshalb er seines gleich dreimal in dasselbe Kreuz meißeln ließ.
Andere Legenden gelten als widerlegt, etwa dass der Ritter Johannes von Wilenstein hier starb oder dass ein schwedischer General des Dreißigjährigen Krieges hier begraben liegt. Das Steinkreuz verfiel und wurde 1769 durch ein großes Sockelkreuz ersetzt; dieses brach und wich 1863 einem gusseisernen Kreuz mit der Inschrift „ERR SZ REN 1863“, übersetzt „Errichtet seiner Zeit, renoviert 1863“. Die beiden älteren Kreuze wurden restauriert und stehen links und rechts daneben, etwa 100 Meter nördlich des Kurhauses. Beide ältere Kreuze tragen die Wappen der Hohenecker und des Ritters von Wilenstein. Der Ritterstein Nr. 111 steht westlich der B 48 zwischen Johanniskreuz und Hochspeyer direkt neben den drei Kreuzen. Mehr zur Burg gibt es auf der Seite Burg Wilenstein.
Warum ist Johanniskreuz ein Knotenpunkt?
Schon seit der Römerzeit, besonders seit dem Mittelalter, führten Fernstraßen durch den nördlichen Pfälzerwald über Johanniskreuz, einen Knotenpunkt alter Verkehrs- und Handelswege. Noch heute treffen hier vier bedeutende Hochstraßen zusammen. Die Bundesstraße 48 kommt von Süden aus Annweiler und Pirmasens und führt nach Kaiserslautern und Hochspeyer; sie wird bei Johanniskreuz von der Landstraße 499 gekreuzt, die Trippstadt im Westen mit Neustadt an der Weinstraße im Osten verbindet. Am Ritterstein Nr. 111 am Kreuz treffen sechs Markierungen des Pfälzerwald-Vereins zusammen: Blaues, Gelbes, Grünes, Rotes, Weißes und Grün-Gelbes Kreuz.
Das sternförmige Wegenetz bewog den 1902 gegründeten Pfälzerwald-Verein, alle überörtlichen Wegemarkierungen im Pfälzerwald von Johanniskreuz ausgehen zu lassen. Die umliegenden Höhenrücken wie Schwarzeneck, Schmalebene, Steinberg und Kleiner Rothenberg sind auf ebenen oder nur mäßig geneigten Wegen leicht erreichbar. Wie die Markierungen funktionieren, steht auf der Seite Wegmarkierungen und Wanderkarten im Pfälzerwald.
Bemerkenswert ist die Lage an der Wasserscheide: Die östlich gelegenen Quellen münden in den Rhein, die westlich gelegenen wie die Moosalbe, deren Quelle in der Nähe liegt, in die Saar. Bis 1972 war Johanniskreuz auf die Gemeinden Elmstein-Wilgartswiesen und Trippstadt aufgeteilt.
Warum gilt Johanniskreuz als Geburtsort des Pfälzerwalds?
1843 trafen sich im Forsthaus von Johanniskreuz pfälzische und bayerische Forstleute, um Bewirtschaftungsregeln für die Wälder zwischen Haardt und Westrich zu erstellen. Sie erkannten, dass es sich um ein geologisch einheitliches Buntsandsteingebirge handelt, und gaben ihm den Namen „Pfälzerwald“. Der Begriff blieb bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts nur forstlich in Gebrauch und ist heute durch das grenzüberschreitende Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen weit über die Forstwirtschaft hinaus bekannt. Das Forsthaus, in dem das geschah, ist laut Landesforsten das älteste Haus in Johanniskreuz, erbaut 1826/27; Pfalz.Touristik nennt für das alte Forsthaus mit Gastwirtschaft 1825/26.
Die Besiedlung begann spät. 1794 kam es im unbewohnten Waldgebiet zu Kämpfen, als sich das Regiment „Prinz Ferdinand“ unter General von Kleist bei Johanniskreuz verschanzte, um die Hauptstraße gegen französische Truppen zu verteidigen. Nach wiederholten Angriffen wurde das Gebiet aufgegeben und das Regiment zog sich Richtung Hochspeyer zurück. Danach wurde gerodet, und ab 1811 siedelte der erste Bewohner, der Tagelöhner Mathias Kaiser mit seiner Frau, dem der Kaufmann Reutlinger ein kleines Stück Land „bei den Kreuzen“ geschenkt hatte. Weitere Gebäude folgten, die Bewohner arbeiteten als Waldarbeiter, Holzfäller und Waldaufseher. Eine Karte des Waldes bietet die Seite Pfälzerwald; die Geologie erklärt die Seite Buntsandstein und Oberrheingraben.

Was machen das Forstamt und das Haus der Nachhaltigkeit?
Das Forstamt Johanniskreuz liegt mitten im Pfälzerwald, der größten zusammenhängenden Waldlandschaft Deutschlands. Es erstreckt sich über rund 40 Kilometer von Höheinöd im Westen bis nach Lambrecht im Osten, nur wenige Nutz- und Siedlungsflächen unterbrechen den geschlossenen Wald. Es ist überregional für seine ausgedehnten, wertvollen Eichenbestände bekannt und ein häufiges Ziel von Fachexkursionen. Die Wälder um Johanniskreuz liegen zum Teil gleich in zwei Schutzgebieten: im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und in einem Natura-2000-Gebiet nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Aufgrund der zentralen Lage entwickelte sich Johanniskreuz zu einem Treffpunkt für Forstfachleute aus aller Welt, was sich mit der Gründung des „Hauses der Nachhaltigkeit“ im Jahr 2004 fortsetzt. Karten mit Texten und Bildern zu den Themenwegen gibt es beim Forstamt und im Haus der Nachhaltigkeit.
Das Forstamt weist auf Kulturgut im Wald hin. Die Burgen im Elmsteiner Tal gehören dazu: Erfenstein und Spangenberg, der Sage nach einst mit einer ledernen Brücke über das Tal verbunden (Spangenberg liegt allerdings schon auf Neustadter Gemarkung), Breitenstein im „Dornröschenschlaf“ und als letzte Ruine vor Johanniskreuz die Burg Elmstein. Das Tal ist vom Speyerbach geprägt, der bis 1906 als Triftbach für den Holztransport bis zum Rhein diente; steinerne Klausen, Stauwehre und Quadermauern sind erhalten. Keine mittelalterliche Burg ist die Heidelsburg im Schwarzbachtal zwischen Clausensee und Waldfischbach-Burgalben, sondern eine spätrömische Siedlungsanlage. Die Ausgrabungen brachten einen umfangreichen Hortfund landwirtschaftlicher Geräte und die Grabplatte eines römischen Waldhüters („Saltuarius“) zutage, den das Forstamt als ersten Förster im Pfälzerwald bezeichnet; die Kopie der Platte ist in die Felswand unterhalb der Heidelsburg eingelassen (mehr auf der Seite Römer in der Pfalz). Mehr zum Tal beschreibt die Seite Elmsteiner Tal, die Bahn dorthin die Seite Kuckucksbähnel. Zu Trippstadt mit dem Barockschloss, in dem die Forschungsanstalt für Waldökologie sitzt, führt die Seite Trippstadt.
Welche Wege beginnen in Johanniskreuz?
- Pfälzer Waldpfad: Der Prädikatsweg führt direkt durch Johanniskreuz. Details bietet die Seite Pfälzer Waldpfad.
- Nordroute des Pfälzer Jakobswegs: von Speyer über Neustadt, Lambrecht, Elmstein, Johanniskreuz und Landstuhl bis zum Kloster Hornbach; über Johanniskreuz besteht auch eine Verbindung zur Südroute. Siehe Pfälzer Jakobsweg.
- Rundwanderweg „Spurensuche“: 7,4 Kilometer um den Steinberg zu Siedlungsresten, Triftanlagen und Grenzsteinen.
- Karlstalschlucht bei Trippstadt: Schlucht und Felsenmeer, Buntsandstein, im Talgrund nur Platz für Pfad und Moosalb. Siehe Karlstalschlucht.
- Trifterlebnis am Legelbach: Themenweg in drei Längen zur Holztrift, mit Infotafeln und Audiotour.
- Brunnenwanderweg bei Heltersberg: rund 40 Kilometer an vielen Brunnen vorbei.
Für Radfahrer: Der im April 2005 eröffnete Mountainbikepark Pfälzerwald bietet 20 Touren mit über 900 Kilometern; Schnittpunkt aller Routen ist Johanniskreuz. Regeln und Strecken erklärt die Seite Mountainbiken im Pfälzerwald. In Elmstein gibt es einen Ziplinepark mit 18 Strecken durch die Baumwipfel. Einkehrmöglichkeiten im Wald nennt die Seite Pfälzerwald-Hütten.
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Häufige Fragen zu Johanniskreuz
Wo liegt Johanniskreuz?
Mitten im Pfälzerwald an der Kreuzung von Bundesstraße 48 und Landstraße 499. Der Ort gehört zu Trippstadt.
Wann bekam der Pfälzerwald seinen Namen?
1843, bei einer Forstkonferenz bayerischer und pfälzischer Forstleute im Forsthaus von Johanniskreuz. Bis ins frühe 20. Jahrhundert wurde der Name nur forstlich verwendet.
Was ist das Haus der Nachhaltigkeit?
Sie wurde 2004 in Johanniskreuz gegründet und setzt die Tradition des Orts als Treffpunkt für Forstfachleute aus aller Welt fort. Dort sind außerdem Karten mit Informationen zu den Themenwegen des Forstamts erhältlich.
Wohin fließt das Wasser von Johanniskreuz?
Die Quellen östlich der Wasserscheide münden in den Rhein, die westlichen wie die Moosalbe in die Saar.
Wie viele Mountainbike-Routen gibt es?
Der Mountainbikepark Pfälzerwald umfasst 20 Touren mit über 900 Kilometern; alle Routen kreuzen sich in Johanniskreuz.
Passend dazu: Die Falkenburger Steige, die in Johanniskreuz auf die Alte Straße trifft, ist durch Rittersteine markiert, siehe Rittersteine im Pfälzerwald.
Quellen: Landesforsten Rheinland-Pfalz: Forstamt Johanniskreuz; Landesforsten: Sehenswürdigkeiten und Historisches; Landesforsten: Wandern und Tourismus; Pfalz.Touristik: Johanniskreuz; KuLaDig: Ritterstein Johanniskreuz. Stand: Oktober 2026.