Wandern & Pfälzerwald
Wegmarkierungen und Wanderkarten im Pfälzerwald
Kreuz, Balken, Punkt: wie das Wegenetz des Pfälzerwald-Vereins funktioniert

Kurz gesagt
Die Wege im Pfälzerwald sind nach einem System des Pfälzerwald-Vereins markiert: Kreuze für Wege über Johanniskreuz, farbige Balken für Fern- und Regionalwege, Punkte für Verbindungs- und Zubringerwege, dazu eigene Logos der Prädikatswege. Zur Orientierung dienen Wanderkarten im Maßstab 1:25.000 und 1:50.000, digitale Tourenportale und die grünen Rettungspunkte.
Wie funktioniert das Markierungssystem im Pfälzerwald?
Das Wegenetz im Pfälzerwald folgt einem System, das der Pfälzerwald-Verein (PWV) seit seiner Gründung 1902 aufgebaut hat und das nach eigenen Angaben rund 12.000 Kilometer markierte Wege umfasst. Jeder Weg hat ein Zeichen aus Form und Farbe, das an Bäumen, Felsen, Pfosten und Masten aufgemalt ist. Die Form verrät die Art des Wegs: Ein farbiges Kreuz kennzeichnet die Wege, die über Johanniskreuz im Herzen des Pfälzerwalds laufen, farbige Balken die Fern- und Regionalwege, farbige Punkte kürzere Verbindungs- und Zubringerwege.
Weil es mehr Wege als Farben gibt, kommen manche Zeichen mehrfach vor, etwa der Rote Balken oder der Weiß-Rote Balken in verschiedenen Teilen des Gebirges. Ein Zeichen allein bestimmt den Weg deshalb nicht; erst zusammen mit dem Wegweiser oder der Karte ist klar, wohin er führt. Um das Netz übersichtlich zu halten, beschloss der Hauptvorstand des Vereins 1993, keine neuen Markierungsbefugnisse mehr zu erteilen; 1998 ließ er die durchgehenden PWV-Markierungslinien beim Deutschen Patent- und Markenamt als Marke eintragen.
Eine Besonderheit ist die Nähe zu Frankreich. Der PWV und der Vogesenclub, der Club Vosgien, verwenden seit über 100 Jahren fast identische Markierungssysteme. Grenzüberschreitende Wanderungen in die Nordvogesen sind deshalb ohne Umgewöhnung möglich. Wie die Landschaften des Gebirges zusammenhängen, in denen diese Wege verlaufen, beschreibt die Seite zum Pfälzerwald und Biosphärenreservat.
Welche Zeichen gibt es, und was bedeuten sie?
Die wichtigsten Zeichen lassen sich in vier Gruppen ordnen. Die Tabelle nennt je Gruppe die Bedeutung und Beispiele aus der Wegbeschreibung des Pfälzerwald-Vereins.
| Zeichen | Bedeutung | Beispiele |
|---|---|---|
| Farbiges Kreuz | Wege über Johanniskreuz, teils Fernwanderwege | Weißes Kreuz: Fernwanderweg Nahegau–Wasgau–Vogesen; Rotes Kreuz: Edenkoben–Johanniskreuz–Karlstal–Landstuhl; Gelbes Kreuz: Saar–Rhein–Main über Lambertskreuz |
| Einfarbiger Balken | internationale und regionale Fernwege | Roter Balken: Donnersberg–Donon; Blauer Balken: Staudernheim–Soultz-sous-Forêts; Gelber Balken: Pirmasens–Belfort |
| Zweifarbiger Balken | regionale Wege quer durch das Gebirge | Blau-Gelber Balken: Deidesheim–Hellerhütte–Totenkopfhütte–Rhodt; Weiß-Grüner Balken: über die Totenkopfhütte auf die Kalmit; Rot-Weißer Balken: Höcherbergweg |
| Farbiger Punkt | Verbindungs- und Zubringerwege | Roter Punkt: entlang der Haardt über Weinbiet und Kalmit bis zur Grenze; Blauer Punkt: Diedesfeld–Klausental–Hahnenschritt; Weißer Punkt: Verbindung zwischen Hauptwegen |
| Logo | Prädikats- und Themenwege | Weinsteig, Waldpfad, Höhenweg, Dahner Felsenpfad, Mandelpfad |
Neben dem PWV-Netz gibt es die Ortswanderwege der Gemeinden und Verbandsgemeinden, meist Rundwege mit Nummern. Sie werden vor Ort gepflegt und sind unterschiedlich gut in Schuss; der Wikipedia-Artikel zu den Wanderwegen im Pfälzerwald weist darauf hin, dass manche nur noch mit einer topografischen Karte zu finden sind. Die früheren Westpfalz-Wanderwege mit einem farbigen „W“ werden seit 2009 nicht mehr unterhalten.

Woran erkennen Sie Fernwanderwege und Prädikatswege?
Fernwanderwege und Prädikatswege tragen ein eigenes Logo statt eines Farbzeichens. Der Pfälzer Weinsteig hat ein eigenes quadratisches Wegzeichen, der Pfälzer Waldpfad ein Logo mit grün-weißer Welle, der Pfälzer Höhenweg eines mit blau-weißer Welle. Der Wanderweg Deutsche Weinstraße ist mit einer grünen Traube auf weißem Grund markiert, der Pfälzer Mandelpfad mit einer rosa Mandelblüte, der Pälzer Keschdeweg mit einer Kastanie. Viele Premiumwege haben eigene Bildzeichen: Der Dahner Felsenpfad zeigt einen schwarzen Felsen auf orangefarbenem Grund, die Pfälzer Hüttentour ein braunes Hüttensymbol auf Gelb, der Saumagenweg in Kallstadt einen stilisierten Saumagen auf dunkelblauen Pfosten.
Für die Prädikatswege gelten die Markierungsregeln der Pfalz.Touristik nach dem Wanderwegeleitfaden Rheinland-Pfalz. An jeder Kreuzung stehen mehrere Zeichen „auf Sicht“, also schon von Weitem erkennbar; vor oder an Abzweigungen zeigt ein Zeichen mit Pfeil die Richtung, unmittelbar dahinter folgt ein Bestätigungszeichen. Auf freier Strecke liegen höchstens 500 Meter zwischen zwei Markierungen. Im Wald sind die Zeichen meist gemalt oder gesprüht, in Orten als Aufkleber an Laternen und Straßenschildern, im offenen Feld auf Pfosten mit Plaketten.
- Zuwege: Wege von Bahnhöfen, Bushaltestellen und Parkplätzen zu den Fernwegen tragen dasselbe Zeichen, nur ist das Weiß gegen Gelb getauscht.
- Wegweiser: An markanten Kreuzungen nennen Wegweiser Fern-, Mittel- und Nahziele. Die Kilometerangaben gelten für den Weg, dessen Symbol in der Schildwurzel zu sehen ist.
- Pflege: Wegepaten begehen die Prädikatswege nach Angaben der Pfalz.Touristik zweimal im Jahr, frischen die Markierung auf und beheben Schäden an Wegweisern.
Was sind Rittersteine?
Rittersteine sind Sandsteinblöcke mit eingemeißelter Inschrift und dem Kürzel „PWV“, die an Orten von geschichtlicher oder naturkundlicher Bedeutung stehen. Nach Angaben des Vereins gibt es 310 solcher Steine im Pfälzerwald. Die Idee geht auf den Heimatforscher Daniel Häberle zurück; ab 1910 stellte der Verein die ersten Steine auf. Benannt sind sie nach Forstdirektor Karl Albrecht von Ritter, dem damaligen Vorsitzenden, der die meisten Standorte vorschlug; die Mitgliederversammlung gab ihnen 1912 den Namen.
Die Steine markieren Brunnen, Wegkreuzungen, untergegangene Siedlungen, alte Forsthäuser oder Ereignisse. Ritterstein Nr. 111 steht in Johanniskreuz, Nr. 213 „Drei Buchen“ zeigt neben dem Namenssymbol das Aufstellungsjahr 1978 und die Meereshöhe. An der Passhöhe Alte Schanze erinnert Nr. 258 an eine Zollstation und eine Schanze von 1794. 1994 beschloss der Vorstand, keine weiteren Rittersteine auszuweisen; der bislang letzte wurde 2022 in einem Hain des Vereins am Hermersbergerhof aufgestellt. Für Wanderer sind die Steine bis heute nützliche Orientierungspunkte, weil viele Wanderkarten sie verzeichnen.
Welche Wanderkarten gibt es für den Pfälzerwald?
Für das Wandern im Pfälzerwald eignen sich Karten im Maßstab 1:25.000, auf denen jeder Pfad und jede Markierung zu sehen ist, und für die Übersicht Karten im Maßstab 1:50.000. Der Pfälzerwald-Verein verkauft in seinem Shop topografische Wanderkarten mit seinem Wegenetz: im Maßstab 1:25.000 für die Regionen Bad Dürkheim, Bad Bergzaberner Land, Dahner Felsenland, Edenkoben, Hauenstein und Trifelsland, Lambrecht und Neustadt, Landau-Land mit Offenbach und Herxheim sowie Pirmasens-Land und Hohe List, dazu eine Karte für das Biosphärenreservat Bliesgau und den Saarpfalz-Kreis im Saarland. Im Maßstab 1:40.000 gibt es Karten für die Deutsche Weinstraße, den Rhein-Pfalz-Kreis und die Südpfalz, im Maßstab 1:50.000 eine Gesamtkarte des Biosphärenreservats Pfälzerwald.
Das Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz (LVermGeo) hat jahrzehntelang mit dem PWV Wanderkarten herausgegeben; 1967 entstand ein gemeinsames Kartenwerk 1:50.000. 2006 wurde die Blattzahl für die Pfalz auf Wunsch des Vereins von fast 20 auf acht reduziert. Bis 2015 stellte das Landesamt Freizeitkarten mit Wander- und Radwegen her, seitdem werden nur noch Restexemplare verkauft, darunter zwei Blätter der Naturparkkarte Pfälzerwald von 2010. Die amtliche Digitale Topografische Karte 1:25.000 (DTK25) gibt es weiterhin: 4 Zentimeter auf der Karte entsprechen 1 Kilometer, ein Blatt umfasst 10 Bogenminuten Länge und 6 Bogenminuten Breite. Die digitalen Daten sind Open Data und lassen sich kostenfrei herunterladen.
Wie orientieren Sie sich digital und ohne Netz?
Für die Tourenplanung bieten die Pfalz.Touristik und das Land Rheinland-Pfalz Tourenportale mit Beschreibungen, Höhenprofilen und GPS-Tracks zum Herunterladen, etwa als GPX- oder KML-Datei. Die kostenlose Tourenplaner-App des Landes zeigt die Touren auf dem Smartphone und führt mit GPS über Wege, die vor Ort nicht eigens ausgeschildert sind. Allgemeine Wander-Apps mit Offline-Karten funktionieren ebenso, wenn Sie die Karten vor der Tour laden.
Im Pfälzerwald gibt es Funklöcher, vor allem in tiefen Tälern. Laden Sie Karten und Tracks deshalb vorher herunter, nehmen Sie einen Zusatzakku mit und behalten Sie im Kopf, über welche Wegzeichen Sie gekommen sind. Für die Anreise zu den Startpunkten mit Zug und Bus hilft die Seite mit Bus und Bahn durch die Pfalz.
Im Notfall helfen die grünen Rettungspunktschilder mit weißem Kreuz. Ihre Nummer gibt den genauen Standort im Wald an, Rettungskräfte und Wanderer können sie auf Karten nachschlagen, mit der App „Hilfe im Wald“ auch digital. Ein Notruf unter 112 sucht sich nach Angaben der Pfalz.Touristik automatisch ein fremdes Netz, wenn der eigene Anbieter keinen Empfang hat; moderne Mobiltelefone übermitteln dabei mit der Advanced Mobile Location (AML) automatisch ihre Position. Wer im Funkloch steht, sollte den Standort etwas verändern.
Fehlt eine Markierung, gehen Sie bis zum letzten sicheren Zeichen zurück und orientieren sich mit der Karte. Wegeschäden, fehlende Zeichen oder Sperrungen an Prädikatswegen nimmt die Pfalz.Touristik per E-Mail an info@pfalz-touristik.de oder telefonisch entgegen; für das übrige Netz ist der Pfälzerwald-Verein mit seiner Geschäftsstelle in Neustadt Ansprechpartner. Für die Wahl einer passenden Tour hilft die Übersicht der schönsten Rundwanderungen in der Pfalz.
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Häufige Fragen zu Wegzeichen und Wanderkarten
Was bedeutet ein farbiges Kreuz als Wegzeichen?
Ein Kreuz kennzeichnet im Pfälzerwald Wege, die über Johanniskreuz führen. Das Weiße, Rote und Gelbe Kreuz sind zugleich Abschnitte von Fernwanderwegen, das Blaue, Grüne und Grün-Gelbe Kreuz regionale Wege durch das Gebirge.
Warum gibt es manche Wegzeichen mehrmals?
Weil das Netz rund 12.000 Kilometer umfasst, aber nur eine begrenzte Zahl an Farbkombinationen zur Verfügung steht. Zeichen wie der Rote Balken kommen deshalb in verschiedenen Teilen des Pfälzerwalds vor; Wegweiser und Karte zeigen, welcher Weg gemeint ist.
Welcher Maßstab ist zum Wandern am besten?
Für die Orientierung unterwegs eine Karte im Maßstab 1:25.000, auf der Pfade, Markierungen und Hütten eingetragen sind. Für die Übersicht und die Planung längerer Touren reicht 1:50.000.
Wie viele Rittersteine gibt es?
Nach Angaben des Pfälzerwald-Vereins 310. Die ersten wurden ab 1910 aufgestellt, seit 1994 werden grundsätzlich keine neuen mehr ausgewiesen; der bislang letzte kam 2022 hinzu.
Sind die Wege auch auf Französisch markiert?
Die Zeichen selbst brauchen keine Sprache. Der Pfälzerwald-Verein und der französische Vogesenclub verwenden fast identische Markierungssysteme, sodass Sie in den Nordvogesen dieselbe Logik aus Farben und Formen wiederfinden.
Quellen: Pfälzerwald-Verein: Über uns; Pfälzerwald-Verein: Wanderkarten; Pfalz.Touristik: Markierungsregeln; Pfalz.Touristik: Sicherheitshinweise; LVermGeo Rheinland-Pfalz: Freizeitkarten; LVermGeo Rheinland-Pfalz: DTK25; Wikipedia: Wanderwege im Pfälzerwald; Wikipedia: Ritterstein. Stand: Oktober 2026.